lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

du

got. bis spez. · 27 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
39 in 27 Wb.
Sprachstufen
10 von 16
Verweise rein
394
Verweise raus
50

Eintrag · Pfälzisches Wb.

du Pron.

Bd. 2, Sp. 581
du Pron. : wie schd. I. Formen, Beispiele. 1. Nom. Sing. a. betont: dū, bei schwächerer Betonung du [weithin herrschend], dau (für beide Betonungsstärken) [um 1925 NWPf (vgl. Christmann SprBew., S. 33, Abb. 10), früher wohl auch NPf (vgl. PfId. 31), bei der Übertragung der Wenkersätze 1960 in der Pfalz nicht mehr festgestellt]. Auslandspfälzer: fast allg. dū, du; Penns: du (Wood Schärf. Penns 11); Gal-Unterwalden dau. Was machscht dann ˈdū? (im Gegensatz zum Tun anderer Personen) [NW-Kallstdt, fast allg.]. Saa dūsem! 'Sage du es ihm!' [fast allg.]; dass. scherzh. erweitert: Saasem dūsem! 'Sage es ihm du es ihm!' [KU-Reiffb]. AR.: A, e, u, aus besch (bist) du! [LA-Nußd]. Welschhahⁿ, ich bin räirer (röter) wie dū!, die überstarke Betonung des du soll den Schrei des Welschhahns nachahmen [LA-Nußd]. Dau redscht, wie der Wind giht (geht) [RO-Rehborn]. Zackre (s. zackern 'pflügen') dau, eich (ich) kann nimmeh [ZW-Gr'bundb, verbr. westl. WPf]; dass. mit dou, äich [KU-Rothsbg Dunzw]. Äich un dau gihn bare (gehen baden) [RO-Duchr]. Liesbeth, gehscht dau met, Klie (Klee) hule (holen)? [KU-Reiffb]. Dau kommsch bei meich 'Du kommst zu mir' [Gal-Unterwalden]. — b. unbetont in enklitischer Stellung nach dem Verbum: du (selten), -də, -ə, -d, Schwund, je nach Tempo der Rede, z. B. Waarschde (waarsche, waarscht, waarsch) dort? [verbr.]. Do bische (bist du) weg 'Da staunst du' [Kaislt]. SprW.: Bettscht de dich gut, so leischt (liegst) de gut [NW-Freinsh]. Der Wenkersatz 12 'Wo gehst du (denn) hin? in der Wiedergabe von 1960 meistens: Wo (wu) gehschen hie und Wo gehsche (dann) hie, selten Wo gehschde (dann) hie oder gar Wo gehscht du hie. — 2. Genit. Sing. im Ausruf: O weh deineʳ! [Kaislt]. — 3. Dat. Sing. a. betont: dēʳ, bei schwächerer Betonung deʳ [vielerorts], dēÄʳ/dēÄ und deÄʳ/deÄ [vorn. mittl. und südl. VPf NWPf KL-Lind], dēr und der [Don Gal Buch]; dīʳ, dīÄʳ, dīÄ, bei schwächerer Betonung diʳ, diÄʳ, diÄ [Pirmas u. Umg., sonst mancherorts in Städten und Stadtnähe, vgl. unten 5a, ihr]; di:Ä [Wood Schärf. Penns 284]; dīr [Buch-Illisch (Schwartz 28)]. Wann de net zu meeʳ kummscht, dann kumm ich aa net zu deeʳ [NW-Haßl]. Deeʳ bleibt grad emol 's Gesicht stehⁿ, dem Grimassenschneider [RO-Semb, verbr.]. RA.: Deeʳ schmeiß ich a emol 'n Steeⁿ in de Gaaʳde, Androhung einer Vergeltung [LA-Maik]. Mit dir is kaaⁿ Mode mehⁿ 'Deine Ansichten sind nicht zeitgemäß' [Kühn Palz 134]. — b. unbetont: dəʳ bis dr [vielerorts]; dÄʳ, [vorn. südl. VPf NWPf SWPf]; [mancherorts VPf SWPf]. Soll ich meddeʳ (medəʳ) gehn? [KL-Gimsb, verbr.]. Wer hot deʳ dann in de Backe gebesse (gebissen)? [GH-Zeisk]. Plauder, wie dr de Schnawwel gewachse esch! [GH-Westh]. — Eich schlaaⁿ deʳ ins Gesicht, daß deʳs grien un geel var de Aue werd [KU-Kaulb]. Der Hund macht daʳ nix [IB-Bliesmg/Bolch]. Ich komm (dę)!, Drohung [ZW-Hornb]. Soll ich niwwerkumme?, dass. [NW-Gimmdg]. — 4. Akk. Sing. a. betont: dich (diχ, diš) [verbr., auch Auslandspfälzer], däich (dęiχ) [KU-Dunzw], daich (daiχ) [um 1925 NWPf wie dau, vgl. oben 1a, Gal-Unterwalden]. Zs. Tummeldich, Konradsetzdich, wuppdich, baufdich. Die beese Gäns bisse disch [IB-Bliesmg/Bolch]. Wann mer dich net hätt'n un ken Löffel, do mißte mer die Supp trinke [LU-Friesh, verbr.]. Wammer deich net härre oun die Läffel, dann michte mer die Sopp trenke [WD-Niedkch]. Eich sprech fer daich gut [KU-Körbn]. Mer stroofe deich [RO-Duchr]. Eich komm bei daich [Gal-Unterwalden]. — b. unbetont: dich (diχ, diš), dech [verbr.]. Hoschdich (haschdich) 'Hast du dich' schun gewäsch(e)? [verbr.]. Nemm dich in Owwacht! [Gal-Dornf]. — 5. Nom. Pl. a. betont: ehʳ (ēʳ) [vielerorts], (ēÄʳ, ēÄ) [verbr. wie dēÄʳ usw., s. oben 3a], (Eʳ, EÄ) [südl. VPf, vgl. Heeger Südostpf. 10], ihʳ (īʳ, īÄʳ, īÄ) [verbr. SWPf (einschl. PS-Süd) in Städten und Stadtnähe], ehr (ēr) [verbr. Don Gal Buch, seltener Penns], ihr [Lambert Penns 47 PSA 62 verbr. Rußl], deer (dēr) [Don-Gertianosch Lenauheim Gal-Beckersd], dier (dīr) (neben deer, ihr, nihr) [Lambert Penns 41 PSA 62 Buffington Penns Var. 237 ff.] (d- in dēr, dīr durch Verlegung der Silbengrenze in Fügungen wie had-ēr-ned ... > hadēr-ned ..., 'Habt ihr nicht ...', kend-ēr-ned ... > ken-dēr-ned ... 'Könnt ihr nicht ...'). Heit kummen meeʳ (wir), morje ehʳ [KL-Fischb]. Langsam, ehʳ sin jo ganz veʳhitzt! [LA-Freimh]. Ihʳ (īÄʳ) dirfe känn Kinnereie triewe (Wenkersatz 28) [IB-Bliesmg/Bolch, verbr. IB]. — b. unbetont: (əʳ, Äʳ) [verbr. wie oben 3b]. Hanneʳ (hänneʳ) net... (Wenkersatz 32). — 6. Dat. u. Akk. Pl. a. betont: eich (aiχ) [fast allg., auch Auslandspfälzer], (āiχ) [Land u. Umg.], auch (aux) [um 1925 NWPf, vgl. oben 1a, dau, 1960 nur noch KU-Bechb Rothsbg Föckbg], äich (ęiχ) [mancherorts westl. WPf (Altenhofer 21)]. — b. unbetont: verdumpfte Formen von 6a (eich, auch), bes. och (ox) [NWPf SWPf], (ux) [KU-Roth], ich (iχ) [südl. u. mittl. VPf, vgl. Bertram § 139]. Beispiele zu 6a und 6b: Wie geht's eich? [verbr.]. Ich winsch eich nix Schlechtes, awwer de Deiwel soll auch hole [KL-Wörsb]. Ich hun och das jo gesaat [RO-Marienth]. Waart, ich will ich...!, Drohung [LA-Edk]. Hallen eich (haltet euch) munter! [KU-Diedk]. Adjees, hallet ouch mounder! [WD-Niedkch]. Halden ich gut! [GH-Kand]. Die hot auch schien ausgekresch 'Die hat nur Schlechtes über euch gesagt' [KU-Kaulb Kreimb]. Setzen ich ä bissel! [GH-Nd'lustdt]. a. 1298: Darumme so bidden wir vch daz ir wollent hervaren, obe sie gnuge vestekeit vor vns vnd vnsern erben ewiclichen haben bit vnsern brieven [Ottbg-Urkb. 218]. a. 1794: Ich beschwehre auch [LA-Nußd (Hausbüchlein von Hauptführer)]. — II. Gebrauch. 1. in Scheltworten; du (dau) Aff! [verbr.]; ehʳ (ihʳ) Sai 'Schweine'! [verbr.]. — 2. in Befehlen. Kumm du (dau) nore! [verbr.]. Bleiwen ehʳ (ihʳ) nore do! [verbr.]. — 3. in der Anrede. a. Kinder reden Vater und Mutter mit du an: Babbe, du! Mamme, du! Auch mit Voranstellung des du [FR-Tiefth]. 1927 werden für 60 Belegorte fogende Angaben gemacht: in 20 Orten überwiegt du, in den anderen gilt ehʳ bzw. ihʳ. Modder, hunneʳ schun geheert, was bassiert is? Vatter, ehʳ solle esse kumme [KU-Schmittw/O]. In KU-Bedb und PS-Busbg sagten um 1925 die Kinder vieler Familien zu ihren Eltern du, zu den Großeltern ehʳ. Die Ablösung von »ihr« durch »du« setzte um 1900 ein, in KU-A'glan schon vor 1880. Schandein schreibt um 1860 (Bav. IV/2, 372): »... die Bauernkinder ehrzen die Eltern und Erwachsenen«. In Gal-Dornf galt noch um 1920 das Du des Kindes gegenüber den Eltern als Zeichen der Mißachtung. — b. Dienstboten sagen (um 1925) zu ihrer Dienstherrschaft »ihr«, in Verbindung mit »Madam« mancherorts »Sie«, z. B.: Vetter (Bas), hänneʳ ..., aber Madamm, hänn se ... [GH-Nd'lustdt]. — 4. ethischer Dativ. Dene han ich deʳ uf de Latt 'Den kann ich nicht ausstehen' [KU-Kaulb, verbr]. Der kann deʳ was de Krage stelle! von einem Stolzen [LU-Friesh, verbr.]. — 5. in Ausrufen. a. Hoschde so was gesieh?, Ausdruck der Entrüstung [Kaislt, allg.]. — b. Du liewi Zeit! Du liewer Himmel!, Ausdruck des Erstaunens [NW-Kallstdt, allg.]. — c. Dich soll's!, Verwünschung [NPf, allg.]. — d. Grieß di!, scherzhafte Nachahmung des bayrischen Grußes [BZ-Annw]. — 6. in sonstigen festen Wendungen. a. Wie du meeʳ, so ich deeʳ [KL-Enkb, verbr.]. — b. Meeʳ nix, deeʳ nix 'ohne weiteres, ohne Rücksicht auf die Folgen' [KL-Kindsb, allg.]. — c. Was hoschde, was gischde 'rasch, eilig', eigentl. 'Was hast du, was gibst du' [Kühn Schnitze I 110]. — Südhess. I 1793 ff.; Rhein. I 1530 ff., III 1074/77; Saarbr. 107 ihr. 109; Els. II 639; Bad. I 581/82.
7610 Zeichen · 260 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    duAdv., Präp.

    Köbler Got. Wörterbuch

    du , Adv., Präp. nhd. zu, nach ... hin, für, in ne. to, unto, towards, in, at ÜG.: gr. εἰς, ἐν, ἕνεκεν, ἐπί, παρά, πρός,…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    du

    Althochdeutsches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    du.. F 39,29 s. thuruh.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    persönl. pron.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    DÛ persönl. pron. du. — vgl. Gr. 1,787. 348. 359. 1 3 , 204. 207. Hahn mhd. gr. 1,10. 108. Graff 5,78. — das û ist aus u…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹dûpron.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1 dû , pron. , du (dîn, dîner; dî, dik, dek).

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Du

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Du , das persönliche Pronomen der zweyten Person, welches im Singular folgender Gestalt abgeändert wird: Nom. Du. Genit.…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Du

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Du die Anrede mit du in den neueren Zeiten .. da ein gemeinschaftliches Du [ zw Eltern u Kindern ] das Obere und Untere …

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Du

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Du , s. Anredeformen .

  8. modern
    Dialekt
    du

    Bayerisches Wörterbuch · +11 Parallelbelege

    du Band 4, Spalte 4,745f.

  9. Sprichwörter
    Du

    Wander (Sprichwörter)

    Du 1. Du und dôn sünd twee. ( Jever. ) Du und thun sind zwei verschiedene Dinge; du wirst das Besprochene nicht ausführe…

  10. Spezial
    du

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    du pron. pers. 1 (betont) tö 2 (unbetont) te. ▬ du bist schuld daran tö t’es de gauja che... ; du bist ein Dummkopf! t’e…

Verweisungsnetz

404 Knoten, 384 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 15 Hub 6 Kompositum 365 Sackgasse 18

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit du

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Keine Komposita gefunden — du kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.