Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
ROUP stm.
1. die beute, siegesbeute, das geraubte. eig. das geraubte gewand? vgl. Du Cange s. v. rauba, raupa. Diez, etymol. wtrbch. d. rom. sprachen 12, 353. davon franz. robe. die aidgenôʒen branten VII dörfer und hôfe und brâchten mit sich ainen grôʒen roub enweg zürch. jahrb. 81, 29. si branten daʒ dorf. und nâmen ainen grôʒen roub das. 81,33. vgl. das. 81,30. und hindersluogen ainen grôʒen roub und triben in enweg; des wurdent aber die von Zürich innen und îlten in nâch und erratten in êrlîch das. 82,21. vgl. das. 82,18. dâ des vâlandes barn mit dem roube solde widervarn, mit den geraubten schafen und rindern, Trist. 15966. des endes, dâ der roup ie über eine brücke wider gie; roub unde rise, die kômen sâ das. 15971. Tristan enlieʒ den roup niht fürbaʒ gân das. 15975. er lie roub und ritter stân das. 16074. Tristan stuont in dem walde bî sînem roube aleine das. 16079. vgl. das. 16087. den roup den triben si vor in frœlîche wider in daʒ lant das. 16206. dâ hatten die von Brîsach einen schœnen roup genomen Alph. 383,4. niht zückent mir von mîner schame dekeinen lasterbæren roub, durch daʒ mîn lop niht werde toub an kiuscheclîcher stætekeit Conr. troj. K. 21829. den vride den versneit der grâve Reinolt mit einem roube, den er nam (hier spielt die bedeutung in nr. 2 hinüber), dâ von grôʒer jâmer quam das. 431. den roup er ungefüge rach, den Reinolt nicht wol genumen hât das. 454. sie vielen girlic ûf den roup das. 3902. wie si zu criege wæren umb den roup worden, wie mit den swerten den teilten sie das. 3926. die cristen mit nichte daʒ lân, si vallen ûf den roub sân das. 3887. und clage danne einen roub, den er in rouplîche entphüert hât mühlh. stdtr. 47,1. eʒ wirt ein êwic schande den Kriechen algelîche, daʒ von ir künecrîche wirt alsus gezücket hin der beste roup, der under in bî tûsent jâren wart gesehen Conr. troj. K. 22634. man sol allen roup und alle diupheit zwîvalt gelten... gebent aber si in unbenœtet wider, sô sol man in einvalt gelten münch. stdtr. ed. Auer s. 283,65. — dann heisst den roup nemen überhaupt: auf beute ausgehen, räuberei treiben. genuoge ûʒ Beierlande, solden si hân genomen den roup ûf der strâʒe nâch ir gewonheit... daʒ hête wol behüetet der edel Rüedegêr Nib. Z. 199,23.
2. die räuberei, plünderung, vom gewaltsamen gewinnsüchtigen überfall des einzelnen wie eines kriegsheeres gesagt. sô hât er einen offenbâren roub getân mühlh. rechtsbuch 48,27. nieman ûʒ der mâʒen vil kom dar durch deheinen roup Mai 124,11. buoberîe mit roub, mord und anderm vil zürch. jahrb. 58, 2. gevangen mit diube oder mit roube mühlh. rechtsbuch 33,20. der beste roup, der ie geschach, der was, dô got die helle brach Vrid. 11,21. bei kriegszügen wird gewöhnlich roup unde brant verbunden. ir rîtere, roub unde brant scult ir vermîden spec. eccles. 170. mit roube und ouch mit brande wuosten si daʒ lant Nib. Z. 27,53. und herten in dem lande mit roube und mit brande Trist. 392. durch roub oder durch brant Lampr. Alex. W. 4642. rîtent si in unser lant, si stiftent roub unde brant Stricker's Karl B. 650. vgl. das. 730. 878. 2236. hât ir verwüestet mîn lant âne roup und âne brant Daniel 40. a. vgl. Bartsch anm. zu Karl 650. eʒ was ain hert jâr mit krieg, roub, mord und prand zürch. jahrb. 92,12. — mit gen. obj. trunkenheit ist ein roup der tugende gar Vrid. 94,3. — im genetiv adverb. si füerent roubes eine maget, die sie geraubt haben, räuberischer weise, Parz. 122,21. si nâmen roubes minen hort Conr. troj. K. 26583.
3. ernte eines feldes, führt Wackern. im glossar 2. aufl. an, ohne beleg. Ziemann citiert Mon. Boica 18,194 zum jahre 1370.