Wossidia MeckWBN
so so I. demonstratives
Adv. 1. der Art und Weise a. neben einem Verb: so ward dat maakt! RoRostock@RibnitzRibn; WiWismar@PoelPoel; So geiht 'e gaud! (so geht die Sache gut) Reut. 1, 145; heff di nich so! stell dich nicht so an WiWismar@PoelPoel; alle Lüd', dee nich so wullt hebben (nicht gehorcht haben), hett hei (Gutsherr) insparrt SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; so mütt 't kamen, Fru drei Kinner un de Sœg' ein Farken: Horn Selmsd. 1, 611; dat 's nich so das ist nicht wahr Mi 83
b; in diesem Satz von alten Leuten betont und mit stimmlosem Anlaut gesprochen Ma Malchin@GnoienGnoi; (hei säd' dat) as doch man so zum Schein Mi 83
b; mak de Sak so, dat wi dor kein Sperenzen mit krigen RoRostock@RibnitzRibn; mit Übergang in den Nebensatz: 'ene rechte orveyde, So dat ik nummer meer ... saken wil ofte schal' (1421) Ebel Urfehden 182. Vgl.
soans,
sowat,
sonn',
sotauseggen. Bes.: so wo ... an an so etwas: so wo heff ick minläw nich an glöwt StaStargard@NeubrandenburgNBrand. b. in verblosen Kurzsätzen: So betto Heet min Koh RoRostock@HanstorfHanst; Rda. beim Rundtrinken: so rüm, dat de Ollsch den Pott wedderkriggt
WaWaren@JabelJab. Bloßes so als Ausdruck, daß etwas erledigt, in Ordnung ist: so, dat (eine Arbeit)
wir schafft! RoRostock@RibnitzRibn; so, nu is 't wedder gaut ebda; im Frageton bei Entrüstung: so, du kümmst mi mit Spitzen? Ro; bei Erstaunen und Zweifel: so, du wist all farig sin? HaHagenow@WittenburgWitt; oft mit stimmlosem Anlaut: ßo, is nich mœgelich! Wi; ick heff em drapen. — ßo? ebda. c. prägnant; ohnehin, sowieso: dei frett all so ümmer väl tau väl, giff em blot nicks Gaud's! RoRostock@RibnitzRibn; Böker läsen wi so so väl: Egg. Trems. 25; dei Fru kem glik so mit ohne sich umzuziehen, wie sie ging und stand HaHagenow@WittenburgWitt; 'n Bönger gew dat mal eins so bi 'n Kopmann umsonst RoRostock@RibnitzRibn; unverheiratet: 'Do fragede ick se (die Witwe), offt se so wolde bliven' (1578) Omich. in Nd. Jb. 54, 38; Ne, de klok is, de bliw so, Denn de Ehstand makt nich froh (1828) 62, 166; von so von selbst: de Klocken sünd von so an to gahn fungen RoRostock@Ober SteffenshagenOSteff; dat hett hei von so dan aus eigenem Antrieb Ribn.
d. gedoppelt; steigernde Wiederholung im Anruf an den aufkommenden Wind: so so, holl wiß, holl wiß! Wo. Seem. 2, 145; dagegen abschätzig: obschonst Pomuchelskopp ok man so so was (nur mittelmäßig) Reut. 2, 98; so un so, nur erstes so betont, steht für etwas Bestimmtes, aber innerhalb des Satzes nicht Ausgeführtes: so un so hett sei seggt RoRostock@RibnitzRibn; so un so passiert em Wa; wenn beide so betont sind, stehen sie für Verschiedenartiges: dat kannst so un (ok) so maken Ro; aber das Verschiedenartige führt öfter zum selben Ergebnis, daher die Rda.: is all' so un so, un wenn 'n 't ümkihrt, is 't nochmal so, bloß keen Schapfell, dat is up een Sit ruuch HaHagenow@GammGamm; dat is all' so as so desgl. GüGüstrow@BützowBütz; RoRostock@HeiligendammHDamm; StaStargard@WulkenzinWulk. 2. des Grades; beim Verb: ick heff mi so verfihrt Ro; meist bei
Adj. und
Adv.: min Mann is jo so krank wääst in 'n Harwst RoRostock@RibnitzRibn; Minsch, so lang' as du drinkst, is jo keener in de Kirch zu jem., der sich aus der gemeinsamen Branntweinflasche zu lange bedient Wa; duert ok nich so (so betont) lang', dor geiht 't los bald darauf geht es los Ro; Wa; dat wohrt ok nich so lang', dunn was ... Bri. 5, 144;
vgl. solang'; denn kann he em so väl nich don nicht viel Wa; un hest mi von din Reis' ok noch nich so (so betont) väl vertellt (gar nichts) Lehm. Ith. 112; so väl Dag', so väl Bessen würden bunnen in de Twölften näml. an jedem Tag einer WaWaren@LudorfLud; so väl Melker, so väl Höllers
vgl. Schap I 4b; 'Ik bun so mer (beinahe) van ruwen storven' Red. Ost. 1604; so wit wiren wi, säd' Krohn, dor leg' he in 'n Dik Wa; is 't mit din Fru wedder so wit? ist sie schwanger RoRostock@RibnitzRibn; bald is 't so wit tau (so weit gekommen) Matth. 17, 22; dat is so withen (zum größten Teil)
vergäten GüGüstrow@BützowBütz;
vgl. sobald,
sofiern,
sogliken,
sogor. 3. des Vergleichs; ebenso, genauso: dei Jung' is nich so klauk as sin Brauder RoRostock@RibnitzRibn; dee wir em so ähnlich, as dat keenen gäben ded' unwahrscheinlich ähnlich SchwSchwerin@BanzkowBanzk; 't is all' so, as dat Ledder is (es ist nichts zu ändern) Reut. 2, 235; dat is all' nich so, as piß man hen, dat sall œwer ok natt sin RoRostock@WarnemündeWarn; jeder süht so billig tau, as hei einen krigen kann sucht möglichst billig einen zu bekommen MaMalchin@GielowGiel; as de Vadder, so de Sœhn Ro; nich so nicht so viele (zu ergänzen: wie heute), nur selten: Dampers (Dampfdreschmaschinen) hadden sei nich so in dei früher Tiden WaWaren@BlücherhofBlüch. 4. der Unbestimmtheit; ungefähr: as ick so dörtig Johr olt wir Ro; de ... Kirchhoff was ... drüddhalf Faut oder so höger as de ... Kirchenpuurt Bri. 5, 32; dat (das eine Märchen) grippt sick dor as so mit ist dem andern ähnlich RoRostock@GresenhorstGres; een Knecht is so driester etwas dreister GüGüstrow@LohmenLohm; ick wull nu man seggen: so as Mandag nehmen wir an am Montag WaWaren@MarihnMar; so wat so etwa, ungefähr: 'de (die Braut) skal so wat aß Peter heten' Kohf. Hg. 18, 2; so vull möt dat (Gefäß) sin, dat dat so wat 'n bäten œwerdrifft RoRostock@RibnitzRibn; se höllen em för so wat den kläuksten Wa; leidlich, einigermaßen:
wenn 't so wat is HaHagenow@RedefinRed; hiervon zu trennen sowat. II. in konjunktionaler Verwendung 1. zur Einleitung eines Nebensatzes a. in a. Spr. bei gesteigertem
Adj. so ... wie: 'de knechte ... quemen wech tho water tho lande, so se best konden' Rost. Veide 4; 'de eine mochte dem anderen so wehe dohn, so he wehest konde' 6; 'bidden wy ..., so wy vlitigest mogen' (1447) Jb. 24, 220. b. vor
Adj.; wie: dat würd' maakt, je nahdäm so stark de Draht süll SchwSchwerin@DambeckDamb; dat kümmt up an, so grot de Wad' is Gü; mit as verbunden: dat kümmt up an, so lang as de Däl is LuLudwigslust@WoosmerWoosm; so väl as
s. Fleederblaum (
Bd. 2, 978); so drad' as
s. drad' 2 (
Bd. 2, 448); obgleich: dee (eine alte Frau) hett alles so upspunnen, so blind as se wir WaWaren@WredenhagenWred. c. so as modal wie: dat kem up an, so as dat Flaß braken ded' HaHagenow@NeuhofNeuh; konzessiv soweit, soviel: so as ick weit, hett de Borgwall hüürt an 'n Schulten WaWaren@VipperowVipp. 2. so ... so zur Einleitung von Haupt- und Nebensatz a. je ... desto: so mehr man de Katt straakt, so höger höllt se 'n Stiert HaHagenow@RedefinRed. b. wie ... so: 'so vele se mer weset hadden in erer valschen ... logene, so vele mer worden se hoger settet in den rat' Jb. 55, 128;
s. so väl ob. I 2; So Hand geiht, So Fot geiht HaHagenow@RedefinRed; So du mi, So ick di, Myrrha olibanum Mi 83
b,
d. h. Myrrhe und Weihrauch, also Gleichartiges, wie du mir, so ich dir. c. konditional wenn ... dann: So du nich still steist, So di 't nich goot geit Bartsch 2, 388. 3. so ... so, so ... as Gleichartiges innerhalb eines Satzes verbindend; ebenso ... wie: dee (Pferde) sünd
so breet so lang StaStargard@ZippelowZipp; so breit as lang Wa; sowohl ... als auch: dorin (im Wald)
krüppt so jung as olt Wo.
V. 1, 164 a; so Grot as Lütt (große und kleine Männer) Nd. Jb. 62, 165. III. als Relativ in a. Spr.: 'na ludt einer schrifft, ßo up der zißebode hanget' (um 1567) Beitr. Rost. 4, 2, 53; 'den nodtlideden Wedewen so en (Gott) anropen' Gry. Wed. I 2
b; 'van den dingen, so se ... vorswegen hebben' C 6
b. IV. verstärkende Partikel 1. in a. Spr. nach dem Relativpron.; de se aus de so: 'mit bezetenen bedderven luden, dese eghene erve hebben' (Wi 1380) UB. 19, 524. 2. nach einem
Adv.: Un denn so brummt dee Fiedel looß (1741) Kohf. Hg. 27, 2; denn so hadd' sei dat Dur upstött RoRostock@RibnitzRibn; 'dartho so kamen ock ... darher treden de Schldener' Gry. Wed. C 6
a; kuhm so brohk he (der Tag) an, Was ... alles uht den Schlahp Babst Kö
n. 3.
V. Dim. söking Mi 83
b; Süh söking! Wo liggt hei (der kleine Junge in der Wiege) nüdlich dor Reut. 7, 113. — Mnd. sô. — Dä. 441
a; Kü. 3, 196; Me. 4, 674.