Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
SÔ adv.
A. demonstrativ.
I. in solchem grade, so sehr.
1. mit bezug auf einen untergeordneten satz. sô wît sô daʒ lant was Exod. D. 149,21. gote niht sô genâmis ist sô diu wâre diemuot spec. eccles. 59. schilt sô guoten, sô den du hâst Nib. 2132,3. wart ab ie sô werder man geborn sô von Norwæge Gâwân Parz. 651,8. eʒ enwas doch niht sô klagesam sô daʒ man dise quelende nôt an dem vil süeʒen wîbe sach Trist. 1769. daʒ niht sô guot sô stæter dienest wære MS. 1,144. b. eʒn wart nie ritterlîchiu wât als edel noch sô guot sô triuwe das. 2,206. a. daʒ eʒ niht sô sanfte tæte sô diu vreude von den vrouwen das. 1,169. b. daʒ er sô wol gereite niht ûf mohte gestân, sô er gerne hete getân Iw. 137. daʒ nie diu vrowe Helche sô gewalteclîche gebôt sô si nu muosen dienen Nib. 1325,3. daʒ geliebet niemer anderswâ sô sêre noch sô wol sô dâ Trist. 184. nu enwas ouch daʒ sô schiere nie daʒ Marke von dem bette gie und harte unverre was dervan sô daʒ erwachete ouch Tristan das. 18249. — in proportionalsätzen: sô hôher berg, sô tiefer tal; sô hôher êr, sô tiefer val Bon. 39,37. sô er die vrouwen mê an sach, sô er ie mê in minne bran das. 57,48. sô ich ie mêre zühte hân, sô ich ie minre werdekeit bejage Walth. 91,3. sô wir ie suntigir sîn, sô er uns ie schierri vernimt spec. eccles. 65. vgl. Leys. pred. 13,19. 44,29. Teichn. 232. s. ie. — sô manec guot ritter alsô dâ Iw. 10. sô hövesch als ir wænet das. 13. ein rîcher tôre wære sô rîch als ich armer bin Walth. 122,12. wær er sô milt als lanc das. 26,35. nu ir sît sô küene als mir ist geseit Nib. 109,1. man gesach ûf acker noch ûf wisen liehter vel noch rœter munt sô manegen nie ze keiner stunt alsô man an dem ringe vant Parz. 778,11. sô kleine als ich gesinnet bin Trist. 4922. der tievel wær mir niht sô smæhe sam des bœsen bœser barn Walth. 23,17. der wîse minnet niht sô sêre alsam die gotes hulde unt êre das. 22,24. — sô vil unde du maht Griesh. pred. 2,13. — ein ritter sô geleret was daʒ er an den buochen las a. Heinr. 1. was iender boum dâ sô grôʒ daʒ er stuont Iw. 33. der man ne was nie sô smæhe daʒ er im sîn reht næme kchron. 34. c. sô sælic man enwart ich nie daʒ ir mîn komen tæte wol MS. F. 100,12. er was sô gar der welte ein spiegelglas daʒ dem hôch gelobten man sîn rîcheit wahsen began Barl. 7,8. si sleich zuo in sô lîse dar daʒ es ir keiner wart gewar Iw. 13. wie man die hôrte klagen, sô daʒ man des wuofes wart in der stat geware Nib. 977,3. — nieman ist sô rîch noch von sô starken sinnen, der (= daʒ er) si müge gewinnen a. Heinr. 200. daʒ si sô swache stat suochet, diu ir von rehte wære smæhe Iw. 1575. vgl. der. er hete ungerne geseit sô vil von sîner manheit dâ von ich wol gemâʒen mege die mâʒe ir stiche und ir slege das. 47. — mir wart dâ vor nie sô wê desn wær nu al vergeʒʒen das. 34. nieman ist sô suntiger, der sîne genâde innechlîche gesuochet erne vinde dâ genâde spec. eccles. 65. niemen lebet sô starker, ern müeʒe ligen tôt Nib. 1022,2.
2. statt des untergeordneten satzes steht ein hauptsatz. hie ist der merkêre sô ville: swer sîn êre behaldin wille, der sal gezogenlîche gân Roth. 2003. wir habin sô gûte knehte unde sô manigen dietdegen: wir suln mit starken swertslegen uns an in gerechen L. Alex. 4392 W. sô nâhen gienc ime ir nôt, in dûhte des Iw. 58. ein sô hövesch man, er hete das. 47. ein sô vrumer man. ob mir das. 93. der rinc begreif sô wît ein velt, dâ wærn gestanden sehs gezelt âne gedrenge der snüere Parz. 760,27. er sach sô vil gesteines, hundert kanzwagene eʒ heten niht getragen Nib. 93,2. sîn lîp der ist sô schœne, man sol in holden hân das. 103,2. nie nieman wart sô küener, derʒ iu hât getân, heiʒet irʒ uns rechen, eʒ sol im an sîn leben gân das. 1702,4.
3. die beziehung auf einen untergeordneten satz fehlt, wo dann sô zur verstärkung dient. ir dienst was sô güetlich a. Heinr. 349. sô michel was sîn kraft Nib. 129,3. diu zît ist sô wol gestalt MS. 1,201. a. du bist sô guot lobges. 58. dô wart ir nie sô leit Nib. 572,2. son tæt du nie sô wol Walth. 89,30. iwer fröude es wirt verzert noch von sîner hende, ern sî nie sô ellende mag er auch noch so fremd sein Parz. 153, 4. im ist (var. sî) sîn treie nie sô wol zerhouwen Nith. H. 41,21 u. anm. vgl. nie und Lachmann zu Iw. 2476. dô si ir liebeʒ kint von in gefrumten sô gesundeʒ hin a. Heinr. 1034. ein vogellîn sô wol getân MS. 1,41. b. er hât sô manegiu wunder getân Nib. 102,4. mîn hemde sô blanc das. 618,2. wie kom daʒ sich dâ verbarc sô grôʒ wîp in sô kleiner stat Parz. 584,13. erne gelebte nie sô lieben tac das. 720,26. daʒ kint kunde wol gebâren sô rehte güetlîchen a. Heinr. 303. dô gehît ime sô werde der himel zuo der erde leseb. 197,5. diu sunne schînet nie sô lieht MS. 2,229. a. des werdekeit sô lützel trouc Parz. 311,11. dâ uns noch mit ir mære sô rehte wol wesen sol Iw. 11. sô rehte schône, sô lûte, sô verre, sô wol Nib. 104,4. 232,2. 477,3. 803,2. eine zedeln die sô kunstliclîchen geschriben was myst. 100,11. — dune darft mirʒ sô so sehr loben niht Parz. 62,22. mir kuolent sô die ringe Nib. 1787,1.
II. vergleichend, in solcher weise.
1. mit beziehung auf einen untergeordneten satz.
a. einen vollständigen. der sîn ambahte sô irfulle, sô is gote lîche fundgr. 1, 64,3. ir sprechet sô se ich iuch lêre Exod. D. 152,11. dâ nam er sô sich (für sô sô ich) wâne Genes. fundgr. 2,15,16. 19,23. vgl. das häufige ahd. sôsô. — daʒ ich iuch bêdenthalp bewar sô daʒ ich rehte gevar Iw. 184. mangeʒ er der gadem erlief sô daʒ er nâch den liuten rief Parz. 247,4. diu frouwe bôt ir lougen sô daʒ si unschuldic wære das. 133,14. nît und elliu bœsiu lêre daʒ müeʒe in daʒ herze versnîden sô daʒ si sterben MS. 1,19. b.
b. einen unvollständigen. der esel begunde sprechen sô sein (= sô sô ein) man Diemer 74,15. — swer alsô spehe, der sî dîn kint, sô wîp sô man Walth. 102,14. sie drücket nu manigeʒ sô mit gewalte, sô mit smæhe Bert. 330,29. sô mit gedanke sô mit lüge Vrid. 68,25. sô mit wârheit sô mit lüge das. 130, 3. sô mit drô sô mit bete Flore 2457 S. sô mit freuden sô mit klage frauend. 657,9.
2. der untergeordnete satz wird verschwiegen, in betheuerungen: so wahr. sô helf mir got, si hânt gelogen a. Heinr. 1317. Iw. 227. sô helf dir got Gregor. 2692. s. got. self (= sô helf) iu got Lanz. 4292. selftir (= sô helf dir) dîn lîp Genes. fundgr. 30,19.
III. auf etwas hinweisend oder hindeutend.
1. ohne bestimmte beziehung. sô saget der sus, der sô Bert. 352,33. nu dar, nu dan, nu sô, nu sus troj. s. 28. a. nu sus, nu sô Walth. 80,2. lobges. 26. 91. weder sus noch sô Pantal. 1967. troj. s. 56. a. 89. c. weder sô noch sus das. s. 44. c. sus unde sô das. s. 95. c. si sprâchen sus unde sô von allerlei sachen Parz. 640,7. dirre ist sus und der ist sô Walth. 110,30. sô und sust Teichn. 275. sie begên irn muotwillen und ir gewalt und sie tûn sô und sô handeln nicht zum besten Leys. pred. 109,34. — der pâbist stifte ungespart sô her eine crûzevart Jerosch. 13. b. 36. c. di dâ sâʒin sô her dan das. 31. b. sô her wider das. 61. d. sô hin 11. a. 13. c. sô hin abe 33. d. 34. d. sô hin dan 26. a. er sante ein her zu schiffe sô hin nider 35. a. mehr belege zu diesen Jeroschin eigenthümlichen wendungen bei Pfeiffer s. 222.
2. mit bestimmter beziehung.
a. auf gesagtes oder im sinne liegendes. er sprach wider sich selben sô (wie folgt) Iw. 206. die rede meinder niender sô das. 61. sô sol man stegen nâch lange wernden êren Walth. 105,9. sô ist nu genuoge gewartet sîner fuoge das. 106,1. “nu hœre, trût geselle,” sô sprach daʒ wunneclîche wîp MS. 1, 153. b. sô sprach Hagene Nib. 100, 3. sô seit dîn wîp Kriemhilt das. 800, 4. der rede en ist sô niht leider es verhält sich damit nicht so das. 2167, 1. dêst leider sô Walth. 90,32. sô getân s. getân. wie tuont die jungen sô Walth. 42,34. 55,2. 124,20. “wie sô?” sprach die frowe Pf. Germ. 3,443. — im ausrufe: sô, herre von Berne, ir slât ein alden man rosg. 721 (Pf. Germ. 4,29). sô, mîn mülrössel, sô! ir habt iuch genomen an b. d. r. 1488.
b. anfangsworte eines satzes zusammenfassend. vone diu sô sprach unser herre fundgr. 1,64,15. dar inne sô ist er vitzetuom Genes. D. 100,22. iedoch sô vürdert er sich Iw. 99 und anm. z. 2498. dar zuo sô liebet er ouch si a. Heinr. 328. vgl. 1165. Walth. 46,37. 81,21. 91,13. MS. 1,17. b. Nib. 451,3. 1291,4. kl. 3036. 3607 Ho. frauend. 330,2. Bon. 8,38. 9,8. 11,48. Suchenw. 14,38. 15,158. — swaʒ sô wir getûn Diemer 334,11. swie lange sô er welle Iw. 86. und so mehr nach swer, swie, swâ u. s. w. — durch dorne unt durch gedrenge sô vuor ich Iw. 18. dâ zen Burgonden sô was ir lant genant Nib. 5,3. in den cîn jârin, duo si ci dere sâʒin wârin, sô gehîetin heimi al iri wîf Anno 357. durch sînen grôʒen übermuot sô wart ime diu helle ze teile MS. 1,229. a. umbe sîn hulde und sînen gruoʒ sô diente si im alle wege a. Heinr. 309. vgl. 622. Walth. 57,1. Nib. 217,1. 525,3. 1092,1 u. m. MS. 1,17. a. Trist. 171. lobges. 55. sô rehte reine sost (= sô ist) ir lîp Walth. 45,19. âne mâʒen schœne sô was ir edel lîp Nib. 3,3. vil grimmeclich sô ist sîn zorn, vil jæmerlich sô ist sîn nôt MS. 2,178. b. ein hagel der Sarrazîne, die wîle er lebte, sô was der Ludw. kreuzf. 309. sîn marschalc sô was ich genant Crane 847 u. anm.
c. causal zurückdeutend, dann, darum, deshalb. sô volg et mînem râte Iw. 36. sô heiʒet mir gewinnen tûsent iur man Nib. 160,1. sone sît et niht ze lange das. 450,1. vgl. 502,1. 1358,1. 1779,1. sô wil ich Kriemhilden nemen das. 49,4. 178,1. 330, 1. sô sihe ich ir eine in dem venster stân das. 380,1. sost (= sô ist) niht sô guot, ichn kere wider ze lande MS. 2,134. b. dar umme geschicht dit dicke, daʒ die sunde vorgeben sîn êr der mensche immer kumet vor den priester, und sô wirkit die absoluzie und di bîchte sunderlîche gnâde myst. 92,95. — in ausrufen: sô wê dem der ime geswîche Diemer 199,28. sô wol dich des troumes Genes. D. 81,5. s. wê, wol.
d. zeitliche beziehungen andeutend. eʒ stuont ein frowe aleine und warte ir liebes: sô gesach si da sah sie valken vliegen MS. 1, 39. b. sô dann beginnent si iuch suochen Iw. 55. al weinde er lief zer künegîn. sô sprach si dann sagte sie wohl Parz. 118,19. sô gên ich von dem venster an die zinnen W. Tit. 118, 1. diu küele prærîe was danne ir banekîe; sô danne nâmens einen swanc Trist. 17161. er swîget unz an einen tac: sô wil er danne ein wette hân Walth. 100,31. vgl. danne.
e. den übergang zu einem gleichmässigen, fortschritt der rede andeutend. nu enist eʒ niht der liute site, daʒ eʒ iemen gerne tuo. sô hœrt ouch anders niht dar zuo niwan der maget herzen bluot a. Heinr. 230. ouch muose erʒ selbe vâhen, âne bracken ergâhen. sone het er keʒʒel noch smalz Iw. 126. vgl. 154. 278. 281. der jungen ritter zuht ist smal: sô pflegent die knehte gar unhövescher dinge Walth. 24,5. mîn dach ist fûl, sô rîsent mîne wende das. 25,5. u. so mehr bei Walth., s. Hornig's glossar. s. 284. ich bin verwunt von zweier hande leide: eʒ valwent liehte bluomen ûf der heide, sô lîde ich nôt von einem reinen wîbe MS. 1, 4. b. dâ bî loubet uns der walt, sô hœrt man die vogel singen das. 201. b. er ist grimme u. unbescheiden, sost sîn twingen manecvalt das. 204. a. der sin wil niender dar zuo, sô enweiʒ diu zunge waʒ si tuo Trist. 4826. eʒ hât etelîchiu spîse den smac — sô hât etelîchiu den smac — sô hât diu den gesmac Bert. 229,33 u. sonst. sô brætet der, sô siudet der das. 150,20.
f. übergang zu entgegengesetztem anzeigend, dagegen, aber. holocaustum chuît al virbranteʒ. sô ist sacrificium allîche brôt unde wîn Windb. ps. s. 235. 497. 572. sô bringet Artûs ein her Iw. 76. vgl. 58 u. anm. z. 1341. sô heiʒet einr der helle wirt Parz. 119,25. sô sprichet vil lîhte ein tumber man Wigal. 90. ich bin ein künec rîche, sô bist du küneges man Nib. 117,3. ich bin heiden, sô ist diu vrowe kristen das. 1085,3. der selbe gap ze valle wan sîn eines leben: sô wil sich dirre und al die kristenheit ze valle geben Walth. 33, 24. mîn lîp ist hie, sô wont bî ir mîn sin das. 44,17. der sunnen gan ich dir: sô schîne mir der mâne MS. 1,18. b. diu zît wart nie baʒ gestalt: sô vreut mich kein sumertac das. 199. b. daʒ ich dâ wil, seht, daʒ wil alse gerne haben mich: sô müeʒt ab ir verliesen under wîlen wânes vil das. 183. b. diu minne wirt sîn frouwe: sô wirt ab er an strîte ein schûr Parz. 56,3. — ich welle sone welle ich mag wollen oder nicht MS. 1,153. b. wir wellen sone wellen pf. K. 271,9. got welle sone welle MS. H. 3,330. b.
g. im nachsatze auf den vordersatz hindeutend. der vordersatz ist
α. causalsatz. sît ir michs niht welt erlân, sô vernemet Iw. 18. 66. 69. Walth. 3,17. 7,10. 70,34. sît wir ir niht erkennen, sô sult ir heiʒen gân nâch mînem œheim Nib. 82,3. 499,2. 770,3. 1412,1. nu er dunket sich sô küene, sô traget in ir gewant das. 423,3. wandeʒ an in was verlân, sô wart eʒ wol verendet Iw. 281.
β. durch swer, swenne, swâ, swie eingeleitet;s. diese worte.
γ. ein bedingter zeitsatz oder bedingungssatz. ê ir scheidet hin, sô nemet mîne gâbe Nib. 309,2. unz eʒ der ander vertreit, sô ist der strît hin geleit Iw. 41. unz ich den niht vunden hân, sô muoʒ ich gnâde und ruowe lân das. 219. 261. die wîle si unerwunden sint sone mac ich das. 242. die wîl daʒ lebet Gunther, sô kundeʒ nimmer ergân Nib. 759,4. Walth. 34,35. 64,24. — sô diu katze vriʒʒet vil, zehant sô hevet si ir spil Iw. 39. sô manʒ denne enden solte, sô geriuw eʒ dich vil lîhte doch a. Heinr. 959. vgl. 892. Walth. 42,22. 70,32. 101,3. Nib. 130,1. 1111,4. MS. 1, 38. b. 2,135. b. Barl. 83,15. u. m. als ich mit gedanken irre var, sô wil mir maneger sprechen zuo Walth. 41, 38. 115,25. als in der hunger bestuont, sô teter sam die tôren tuont Iw. 125. — ob duʒ iemen sagest, sô ist das. 44. 84. 93. a. Heinr. 1081. 1091. Walth. 10,19. 54,2. Parz. 391,18. ern nemes ouch mit dem herzen war, sone Iw. 18. 63. 75. 204. ist im der lîp erstorben, sô lebt immer sîn name das. 9. hab iu anders iemen leit getân, sô machet niht sô breit sîn laster Parz. 322,23. — mehrfach ist die bedingung in einem vorangehenden hauptsatze enthalten: ich wil im mînes brôtes geben: sô lât er mich vil lîhte leben Iw. 127. ich sol si mîden beide: son kan mir nimmer missegân Nib. 17,4. der winter lât noch dem meien den strît: sô lise ich bluomen Walth. 56,3. ich wolte daʒ ir ougen an ir nacke stüenden: sô müest eʒ ân ir danc geschehen das. 56,3. ich möht ir beider gepflegen, ode beidiu lâʒen under wegen ode doch daʒ eine: sô wær mîn angest kleine Iw. 183. nu prüeven her, nu prüeven dar, son habe ich drinne niht Walth. 27,16. got gebe daʒ eʒ mir gezeme: sô wil ich si ze wîbe hân a. Heinr. 1501. senftet iuwer riuwe: sô bedenket ouch der vater sich das. 740. 778. giuʒ ûf den stein: sô hâstu guot heil Iw. 31. 138. bittit got umbe iuwer sunde: sô sage ich iu wârlîche daʒ diu sîn gnâde ubir iuch chumt spec. eccles. 65. lâ mich bî in: sô leben wir sanfte beide Walth. 35,26. 36,16. 20. 37,29. nu schaffet daʒ man trage gesteine uns ûf den schilden: sô wurken wir diu kleit Nib. 349,3. 160,3.
B. relativ. — fälle, wo ein relatives sô dem demonstrativen sô entspricht s. auch unter A. —
1. messend, als, so als. nu wert iuch, sô liep iu sî der lîp Nib. 2115, 3. sô liep im triuwe und êre ist Iw. 123. — bei superlativen: zwei badegewant sô er si beste vant Genes. D. 100,3. sô si eʒ êrst getuon megen sobald sie es ausführen können leseb. 298,32. er bereite sich ze Salerne sô er schierste mohte a. Heinr. 1021. ich wil iu gerne bewarn den lîp sô ich beste kan Iw. 73. Nib. 54,3. 2018, 4. Parz. 482,22. — mit beziehung auf ein demonstrativ im hauptsatze: sô lieb dir sî ze lebene, sô trit vil balde ûʒ an den sunt Nib. 1498,4. eʒ ist uns alsô leit sô dir a. Heinr. 503. doch was er unnâch alsô rîch der geburt und des guotes sô der êren und des muotes das. 44. sone wære in niht alsô guot sô daʒ si irs wol gunden das. 895. ze ernste und ze strîte reit nieman alsô wol sô der gast Nib. 226,3. eʒ enwart nie niht als unfruot sô alter unde armuot Parz. 5, 15. wer gæbe ir sölhen volleist sô der frouwen das. 176,4. ich wil sehen gerne ob man dînen lîp habe ze solhen êren sô man den mînen tuot Nib. 769,3. daʒ si sîn gewant berihte und bereite nâch solcher wîsheite sô siʒ aller beste von ir sinnen weste Trist. 4955.
2. vergleichend, wie. lobe ich si sô man ander vrouwen tuot MS. 1,64. b. daʒ si ire crimme ni uobten, sô sumelîchere site ist fundgr. 1,64,19. sô si pflac a. Heinr. 472. wan daʒ ich ir doch pflac, sô mir nu troumte, unmanegen tac Iw. 135. so'ʒ (= sô daʒ) mære giht Parz. 223,27. sô man sagt a. Heinr. 302. sô wir hœren sagen Nib. 93,3. 371,1. er diente im sô sîn kneht das. 100,1. si was im sô der liep das. 348,3. 582,7. 1340,3. wærn si getoufet sô die mîn Parz. 49,14. — mit strichen und mit hâlscharn hêt eʒ mich umbesetzet, sô ein has in einem netze leseb. 272,19. daʒ begunde dem recken sîne brust bêde erstrecken sô die senwen tuot daʒ armbrust Parz. 36, 1. sie möhten vliegen sô diu loup das. 200,20. liute vinster sô diu naht das. 17,24. wîʒ sô der snê Diemer 367, 20. grüene sô der klê Nib. 353,2.
3. so dass. siben jâr chômen al nâch ein ander, sô die altistin jâhen, daʒ si nie beʒʒeriu gisâhen Genes. fundgr. 61,34. dâ aribeiti Cêsar mêr dan cîn jâr, sô her die meinstreinge man ni konde nie bedwingen Anno 275. di kuninge fâchten under in unz an den dritten tac, sô niemen dâ ne gesach blôdis mannis gebêre L. Alex. 4450 W. er hieʒ bringen sân vingerlîn und bougen, sô nieman mit sînen ougen beʒʒer dorfte schouwen En. 341,22.
4. in betheuerungen: so wahr als. den hieʒ er swerigen, sô in got muose nerigen, daʒ er Genes. fundgr. 33,37. sô dir got helfe leseb. 303,24. — mit ellipse des vollwortes: sô mir (dir, iu) got Karl 2181 u. anm. krone 303. b. Frommann zu Herb. 2024. andere beispiele s. unter got; vgl. auch Gr. 4,135. sô mir daʒ heilige lieht Roth. 1057. sô mir mîne trûwe Herb. 9807. sô mir dirre mîn bart das. 2024. sô dir dîn lîp Stricker 5,132. vgl. sam.
5. einen gegensatz anzeigend: während doch. sô vil ze Salerne von arzenîen meister ist, wie kumt daʒ ir dekeines list ze iuwerm ungesunde niht gerâten kunde a. Heinr. 372. ouch ist eʒ wâr daʒ dik diu trügenheit zergât, sô wol diu rechtekeit gestât Bon. 74,114.
6. zeitliche beziehungen ausdrückend.
a. als. sô man daʒ âbentimmeʒ gaʒ, her Clinsor an den luft gesaʒ Elisab. 351.
b. conditional, wenn, so oft als. ich siufte sô ich vrô bin Iw. 120. daʒ wir in dem tôde sweben, sô wir aller beste wænen leben a. Heinr. 96. eʒ was in der sumerzît, sô diu hitze rœte gît Wigal. 9294. sô die bluomen ûʒ dem grase dringent — waʒ wünne mac sich dâ gelîchen zuo Walth. 45,37. sô man den namen gelesen hât, vor ir ougen diu schrift zergât Parz. 470,29. daʒ er der grœsten vreuden phlac, sô diu hôhgezît gelac Barl. 284,30. sich nider an mînen fuoʒ, sô du baʒ enmügest Walth. 50,30. daʒ diu nahtegal dâ von verzaget, sô si gerne sunge mê das. 65,24. du kundest al der werlte fröude mêren, sô duʒ ze guoten dingen woltes kêren das. 83, 8. — vgl. ausserdem sô in swer, swâ, swar u. s. w. aus sô wer, sô wâ; s. das zweite wort.
C. für das relativum. der, diu, daʒ. von priesterlîchem ampte sô wir haben von gote leseb. 299,18. vgl. 299,6. an dem heiligen ewangelio sô wir hiuto lesen das. 301,39. ich singe ir des besten sô ich mich versinne MS. 1,32. b. ich hete ir doch vil lîhte ein teil geseit der vil grôʒen liebe sô mîn herze an si hât das. wîplich güete iuch lône mit dem besten sô si gît das. 2, 242. b. diu milte ob andern tugenden swebt sam der adelar ob allen vogeln sô nu lebt das. 1,188. b. der besten vrüchten ist er vol sô ie ûf erden vunden wart Bon. 4,7. vgl. 41,10. Zürch. jahrb. 48,3. leseb. 921,18. 1056,3. vielleicht gehört auch Nib. 959. 2 hierher: waʒ sint diu leit der schœnen Kriemhilde, sô (var. diu, als) du hâst geseit. dann vgl. noch ouch gie der zweier iegeslîch den gelîch alsô, sô wol (var. sam si wol) müede wâren krone 63. b.