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Barbier

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Barbier

Bd. 2, Sp. 369
Barbier (spr. -bjē), 1) Antoine Alexandre, franz. Bibliograph, geb. 11. Jan. 1765 in Coulommiers, gest. 5. Dez. 1825, war seit 1791 Pfarrer in La Fertésous-Jouarre, legte aber 1793 sein Amt nieder, wurde 1794 Mitglied der Kommission für Künste und Wissenschaften und beauftragt, die während der ersten Jahre der Revolution zusammengeworfenen Bücher unter die verschiedenen Bibliotheken von Paris zu verteilen. Er bildete die Bibliothek für das Direktorium, welche die des Staatsrats wurde, und zu deren Bibliothekar man ihn 1800 ernannte, begründete als Privatbibliothekar des Kaisers (seit 1807) die Bibliotheken von Fontainebleau, Compiègne, St.-Cloud und des Louvre, wurde unter der Restauration Verwalter der Kronbibliothek, 1822 aber seiner Stelle entsetzt. Sein Hauptwerk ist der »Dictionnaire des ouvrages anonymes et pseudonymes« (s. Anonym). Außerdem sind zu erwähnen: »Nouvelle bibliothèque d'un homme de goût« (Par. 1808–10, 5 Bde.) und das »Examen critique et complément des dictionnaires historiques les plus répandus« (1820). 2) Auguste, franz. Satiriker, geb. 29. April 1805 in Paris, gest. 13. Febr. 1882 in Nizza, studierte Rechtswissenschaft, folgte dann aber ganz seiner Neigung zu literarischen Arbeiten und schrieb zunächst einen Roman: »Les mauvais garçons« (1830, mit Royer), der ein Gemälde der französischen Gesellschaft im Mittelalter entwirft. Die Julirevolution führte ihn sodann auf sein eigenstes Feld, das der poetischen Satire, auf dem er sich mit glänzendem Erfolg betätigte. B. lebte seitdem in unabhängiger Stellung in Paris und ward 1869 zum Mitgliede der französischen Akademie erwählt. Sein Hauptwerk führt den Titel: »Iambes« (1831, zuletzt 1898) und geißelt in einer Reihe beißender Satiren die Sittenverderbnis, die Ehr- und Habsucht, den schamlosen Materialismus der höhern Klassen, der Frankreich um die Früchte der Julirevolution brachte, die sinnlose Vergötterung Napoleons I. (»l'Idole«) etc. Es erschien deutsch von Förster u. d. T.: »Geißelhiebe für die große Nation« (Quedlinb. 1832) und ist z. T. auch trefflich übersetzt in Geibels »Fünf Büchern französischer Lyrik«. Die folgenden Werke: »Il Pianto« (1833), dem Unglück Italiens gewidmet, und »Lazare« (1837), worin das Elend der englischen und irischen Arbeiter geschildert wird, sind matter. »Œuvres posthumes d'A. B.« erschienen 1888. 3) Jules, franz. Theaterdichter, geb. 8. März 1825 in Paris, gest. daselbst 16. Jan. 1901, debütierte, noch ziemlich jung, nicht ohne Glück, mit dem versifizierten Drama »Un poète« (1847), verband sich, nachdem er verschiedene andre Stücke hatte nachfolgen lassen, nach der Sitte der französischen Dramatiker mit andern Dichtern und schuf gemeinschaftlich mit diesen eine Menge von Dramen, Lustspielen, Vaudevilles, von denen wir als die bekanntesten erwähnen: »Jenny l'ouvrière« (1850); »La loterie du mariage« (Lustspiel in Versen, 1868). Später wurde er mit seinem Mitarbeiter M. Carré der gewöhnliche Librettist der Opéra-Comique, auf welcher Bühne er das sogen. griechische Genre mit seinem Stück »Galathée« (1852, Musik von Massé) einführte. Die bekanntesten seiner sonstigen Librettos sind: »Psyché« (1857, Musik von Thomas); »Le pardon de Ploërmel« (1859, von Meyerbeer komponiert); »Philémon et Baucis«, »Faust«, »Roméo et Juliette«, »La reine de Saba« und »La Colombe« (sämtlich von Gounod komponiert); »Mignon«, »Hamlet«, »Françoise de Rimini« (Musik von A. Thomas); »Les noces de Jeannette« (kompon. von Massé). Ein Drama: »Jeanne d'Arc«, mit Musik von Gounod, hatte 1873 im Gaité-Theater einen ehrenvollen Erfolg, der sich 1890 zu einem Triumph steigerte, als Sarah Bernhardt in dem für sie neubearbeiteten Werke im Théâtre de la Porte Saint-Martin die Titelrolle spielte. Weniger sprach 1896 das historische Drama »Lucile Desmoulins« an. Sein »Théâtreen vers« erschien in 2 Bänden 1879. In »La Gerbe« faßte er 1884 seine Gedichte seit 1842 zusammen. B. verzichtete 1898 auf das 1880 verliehene Offizierskreuz der Ehrenlegion, weil Zola wegen der Dreyfusaffäre ausgeschlossen wurde.
4089 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BARBIERstf. stn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    BARBIER , BARBIERE stf. und stn. die unter dem helm befindliche bedeckung des gesichtes, in welcher zwei löcher für die …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Barbīer

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Barbīer , des -s, plur. ut nom. sing derjenige, welcher Profession davon macht, andern das Gesicht von den überflüss…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Barbier

    Goethe-Wörterbuch

    Barbier -ir B4,67,9 Mit 20 Belegen u weiteren Wortbildungen weit häufiger als ‘Bader’ (sd) Bart-, Haarscherer, auch einf…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Barbier

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Barbier (Barbieh), Antoine, geb. 1765, gest. 1825 als königl. Bibliothekar, Bibliograph, schrieb ein hinsichtlich Frankr…

  5. modern
    Dialekt
    Barbier

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Barbier Band 1, Spalte 1,919f.

  6. Sprichwörter
    Barbier

    Wander (Sprichwörter)

    Barbier 1. Barbieren und Huren muss man recht zahlen. – Pistor., V, 67. 2. Der Barbier lernt das Schaben am Barte der Na…

  7. Spezial
    barbier

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    barbier [bar·bīer] m. (-s) 1 Barbier m. 2 Friseur m. → friser.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit barbier

28 Bildungen · 23 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von barbier 2 Komponenten

bar+bier

barbier setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

barbier‑ als Erstglied (23 von 23)

Barbīeramt

Adelung

barbier·amt

Das Barbīeramt , des -es, plur. die -ämter, ein nur in Niedersachsen übliches Wort, so wohl die Barbierzunft oder Innung, als auch eine Barb…

Barbier de Meynard

Meyers

Barbier de Meynard (spr. barbjē dö mänár), Casimir , franz. Orientalist, geb. 1827 in Marseille, war Gesandtschaftsattaché in Persien, wurde…

barbieren

DWB

bar·bieren

barbieren , tondere, den bart abnehmen, scheren, putzen, rasieren. einen über den löffel barbieren.

barbierer

DWB

barbierer , m. der ältere ausdruck für barbier: wann ein barbierer durch die welt will und hat nur sein bindzeug. Schuppius 60 ; es ist ein …

barbiererin

FWB

1. ›Bartschererin, Friseuse‹; 2. ›Frau des Barbiers‹

Barbierinn

Adelung

barbier·inn

Die Barbierinn , plur. die -en, des Barbiers Gattinn. Die zusammen gesetzten Wörter, Barbierbecken, Barbiergesell, Barbierkunst, Barbiermess…

barbierisch

DWB

barbier·isch

barbierisch , tonsorius: barbierisch, baderisch oder hümplerisch gehandelt. Paracelsus 1, 1010 c .

Barbierkunst

GWB

barbier·kunst

Barbierkunst Handwerk des Barbiers (sd) Er erlernt die B. [ Mämpel: “die edle Baderkunst” ], eine gerichtliche Section verleidet ihm alle Ch…

Barbierstub(en)

Idiotikon

Barbierstub(en) Band 10, Spalte 1148 Barbierstub(en) 10,1148

barbierære

KöblerMhd

barbierære , st. M. nhd. Barbierer, Bartscherer Hw.: vgl. mnd. barbērære* Q.: Beh (1462-1465) E.: s. barbieren W.: nhd. Barbierer, M., Barbi…

barbier als Zweitglied (4 von 4)

Leibbarbier

Adelung

leib·barbier

Der Leibbarbier , des -s, plur. ut nom. sing. ein Barbier, welcher allein die Person eines großen Herren bedienet; zum Unterschiede von eine…

schiffsbarbier

DWB

schiff·s·barbier

schiffsbarbier , m. : Alexander und Gallus lagen unter den händen des schiffs - barbierers. Felsenb. 1, 330; nach anweisung unsers sehr vers…

Spitalbarbier

DRW

spital·barbier

Spitalbarbier, m. Bartscherer in einem Spital, der zugleich mit wundärztlichen Aufgaben betraut ist bdv.: Spitalbader, Spitalscherer soll ma…

Stadtbarbier

DRW

stadt·barbier

Stadtbarbier, Stadtbarbierer, m. I wie Stadtchirurg daß sie zu G. ... iede blut-runsten sehen und fuͤr sie gestellet haben wollen ... durch …

Ableitungen von barbier (1 von 1)

barbiere

BMZ

barbiere swv. versehe mit einer barbiere. sîn helm mit lîstin wol gezierit und vaste gebarbierit vur d'ougin unde vurʒ antliz Ath. E , 104. …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „barbier". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/barbier/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „barbier". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/barbier/meyers. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „barbier". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/barbier/meyers.
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