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Berger

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Berger

Bd. 2, Sp. 673
Berger, 1) Albrecht Ludwig von, geb. 5. Nov. 1768, war 1813 als Landvogt in Oldenburg beim Abzug der Franzosen mit seinem Freunde Finckh Beisitzer der Kommission, welche die französische Behörde 19. März zurückließ. Nach der Rückkehr der Franzosen wurden beide, weil sie aufständische Regungen nicht hatten unterdrücken können, vom Kriegsgericht in Bremen unter Vandammes Vorsitz zum Tode verurteilt und 10. April 1813 erschossen. Ihre Leichen ließ der Großherzog von Oldenburg nach der Rückkehr in sein Land in der fürstlichen Gruft beisetzen. Vgl. Gildemeister, Finckhs und Bergers Ermordung (Brem. 1814). 2) Johann Erich von, Philosoph, geb. 1. Sept. 1772 in Faaborg auf Fünen als Sohn eines dänischen Generals, gest. 22. Febr. 1833 in Kiel, studierte anfänglich in Kopenhagen, später in Göttingen, hierauf in Jena Philosophie und auf den Rat Schellings Naturwissenschaften, worauf er sich als Landwirt in Holstein niederließ. Seit 1809 hörte er bei Gauß in Göttingen Astronomie, ward 1814 als Professor der Astronomie nach Kiel berufen und nach Reinholds Tode 1823 Professor der Philosophie daselbst. Sein System, das er in seinem Hauptwerk: »Allgemeine Grundzüge der Wissenschaft« (Altona 1817–27, 5 Bde.), niederlegte, war eine Art Identitätsphilosophie. In ihr spielt der Begriff der Bewegung, die den Zusammenhang des natürlichen Werdens (der Dinge) und des idealen Werdens (als höchsten Endziels der Geisterwelt) vermittelt, die Hauptrolle, was auf die Philosophie seines Zuhörers Trendelenburg (s. d.) nicht ohne Einfluß geblieben ist. Vgl. Ratjen, Joh. Erich v. Bergers Leben (Altona 1835). 3) Ludwig, Klavierspieler und Komponist, geb. 18. April 1777 in Berlin, gest. daselbst 16. Febr. 1839, Schüler von J. A. Gürrlich und M. Clementi, den er nach Petersburg begleitete, wo er 6 Jahre verweilte. 1812 ging er zunächst nach Stockholm, dann nach London, wo er wiederum mit Clementi zusammentraf und von diesem in die Öffentlichkeit eingeführt wurde. Seit 1815 wirkte er bis zu seinem Tode mit größtem Erfolg als Lehrer. Unter seinen Schülern glänzen Mendelssohn und W. Taubert. Von seinen Kompositionen stehen die für Klavier obenan, besonders sind seine Etüden noch heute geschätzt. 4) Johann Nepomuk, österreich. Staatsmann, geb. 16. Sept. 1816 zu Proßnitz in Mähren, gest. 9. Dez. 1870 in Wien, studierte die Rechte, Philosophie und Mathematik, schrieb auch belletristische Werke unter dem Namen Sternau. 1844 ward er Assistent für Natur- und Kriminalrecht am Theresianum zu Wien. 1848 ward er als zweiter Präsident des Wiener Schriftstellervereins vom Ministerium besonders bei den Beratungen über die Preßgesetze zugezogen. Ins Frankfurter Parlament gewählt, war er vom Juni 1848 bis April 1849 einer der scharfsinnigsten und schlagfertigsten Redner der äußersten Linken und ward danach in Wien Advokat. Im März 1861 in den niederösterreichischen Landtag gewählt, ward B. von diesem 1863 in das Abgeordnetenhaus gesendet und schloß sich der liberalen Partei an. Als Vertreter der Ausgleichsidee und des Konstitutionalismus wurde B. 30. Dez. 1867 als Minister ohne Portefeuille in das »Bürgerministerium« berufen, verfaßte das sogen. Minoritätsmemorandum, nahm 15. Jan. 1870 seine Entlassung und legte gleichzeitig seine Mandete als Landtags- und Reichsratsabgeordneter nieder. 1870 erhielt B. die Geheimratswürde. Er schrieb: »Die Preßfreiheit und das Preßgesetz« (Wien 1848); »Die österreichische Wechselordnung vom 25. Jan. 1850« (bas. 1850); »Kritische Beiträge zur Theorie des österreichischen allgemeinen Privatrechts« (Wien 1856); »Über die Todesstrafen« (das. 1864); »Zur Lösung der österreichischen Verfassungsfrage« (das. 1861). 5) Louis, Politiker und Industrieller, geb. 28. Aug. 1829 in Witten, gest. 9. Aug. 1891 in Horchheim, Besitzer einer Gußstahlfabrik in Witten (seit 1872 Aktiengesellschaft), war seit 1865 Mitglied des Abgeordnetenhauses, 1874–81 des Reichstags und schloß sich der Fortschrittspartei an, trennte sich aber im Reichstag von ihr, stimmte für das Militärkompromiß von 1874 und stand mit Löwe an der Spitze einer Gruppe, die eine Zwischenstellung zwischen den Nationalliberalen und der Fortschrittspartei einnahm. Er schrieb die Biographie seines Schwiegervaters: »Der alte Harkort, ein westfälisches Lebens- und Zeitbild« (Leipz. 1890, 3. Aufl. 1895). 6) Hugo, histor. Geograph, geb. 6. Okt. 1836 in Gera, studierte in Leipzig Theologie und Philologie, wirkte bis 1877 als Lehrer und wurde 1899 zum Professor für historische Geographie und Direktor des historisch-geographischen Seminars der Universität Leipzig ernannt. Er veröffentlichte: »Die geographischen Fragmente des Hipparch« (Leipz. 1869), »Die geographischen Fragmente des Eratosthenes« (das. 1880) und als Hauptwerk die »Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der Griechen« (das. 1887–93). 7) Johann, Schachspieler, ausgezeichnet im Problemfach, geb. 1845, Lehrer der Handelswissenschaften an der Akademie zu Graz, gewann 1863 im Düsseldorfer Problemturnier den ersten Preis, und diesem Siege folgte eine stattliche Reihe weiterer, unter denen wir diejenigen in den deutschen Ausschreibungen von 1876, 1877, 1878 und 1883 hervorheben. Auch als Analytiker und praktischer Spieler ist B. bedeutend; er errang 1870 den ersten Preis auf dem Grazer Kongreß und gelangte auch in Turnieren ersten Ranges in die Siegergruppe, z. B. 1887 in Frankfurt. Er schrieb: »Das Schachproblem« (Leipz. 1884); »Theorie und Praxis der Endspiele« (das. 1890), ein Werk erstaunlichen Fleißes; »Katechismus des Schachspiels« (das. 1891), gab auch zwei Bände eines »Schachjahrbuchs« (das. 1893 u. 1899) heraus und beteiligte sich an der Redaktion verschiedener Schachzeitungen. 8) Alfred, Freiherr von, Sohn von B. 4), geb. 30. April 1853 in Wien, studierte die Rechte daselbst, wandte sich dann aber ausschließlich philosophischen Studien zu und habilitierte sich 1886 an der Universität seiner Vaterstadt durch die Schrift »Raumanschauung und formale Logik« (Wien 1886) und wurde 1894 zum außerordentlichen Professor ernannt. Auf Grund des seinem Vater verliehenen Großkreuzes des Eisernen Kronenordens wurde er nach dessen Tod in den Freiherrenstand erhoben (1878). 1887 bis Januar 1890 war er artistischer Sekretär des Hofburgtheaters, 1899 folgte er einem Ruf als Direktor des neuerrichteten Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Er veröffentlichte: »Dramaturgische Vorträge« (2. Aufl., Wien 1891); »Studien u. Kritiken« (2. Aufl., Leipz. 1900); »Gesammelte Gedichte« (Stuttg. 1891) und »Im Vaterhaus. Jugenderinnerungen« (Wien 1901, 2 Tle.). Zu Th. Gomperz' Ausgabe von Aristoteles' Poetik (Leipz. 1897) schrieb er die Einleitung: »Wahrheit und Irrtum in der Katharsis-Theorie.«
6684 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bergerM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    berger , M. Vw.: s. bergære*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bergerm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    berger , m. qui rem servat, condit: gesetzt ein geliehenes oder gemiethetes pferd oder irgend eine andere sache kommt in…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Berger

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Berger , Joh. Nepomuk, geb. 1810 zu Proßnitz in Mähren, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, 1848 Abgeordneter in Frankfurt…

  4. modern
    Dialekt
    Berger

    Pfälzisches Wb.

    Berger Grundw. in Matzen-, Narren-, Schlau-, Schrecken-, Schützen-, Stökkel-, Vogelsberger .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit berger

79 Bildungen · 32 Erstglied · 45 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von berger

berg + -er

berger leitet sich vom Lemma berg ab mit Suffix -er.

Zerlegung von berger 2 Komponenten

ber+ger

berger setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

berger‑ als Erstglied (30 von 32)

Berger, Alfr

DWBQVZ

--- niederdeutsche technische ausdrücke aus der handwerkersprache des kreises Lingen. diss. Münster 1907 . ---

Berger, Alfr. v

DWBQVZ

--- gesammelte schriften. hg. v. A. Bettelheim u. K. Glossy. Wien u. Leipzig 1913 . III. ---

Berger, Arn. Erich

DWBQVZ

--- der junge Herder und Winckelmann. in: studien zur deutschen philologie. Halle 1903. s. 83—168. ---

Bergerat

Meyers

berge·rat

Bergerat (spr. bersch'rá), Auguste Emile , franz. Dichter und Schriftsteller, geb. 29. April 1845 in Paris, debütierte schon 1865 mit einem …

Bergerde

RhWB

berg·erde

Berg-erde Nfrk f.: fette Tonerde, im Gegens. zur mageren Brucherde, bei der Töpferei.

Berger de Xivrey

Herder

Berger de Xivrey (Berscheh de Xiwrä), geb. 1801 zu Versailles, frz. Philolog und Geschichtsforscher; edirte den Phädrus, schrieb: „ Recherch…

Bếrg-Eremīt

Adelung

berg·eremit

Der Bếrg-Eremīt , des -en, plur. die -en, eine Art Brachvögel in der Schweiz, welche von Farbe dunkelgrün ist, einen gelben Kopf und hin und…

Bếrger-Físch

Adelung

berger·fisch

Der Bếrger-Físch , des -es, plur. die -e, in der Handlung eine Art Stockfische, welche aus Bergen in Norwegen zu uns gebracht wird.

Bergerhausen

Meyers

berger·hausen

Bergerhausen , Bauerschaft im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Essen, zu Rellinghausen (s. d.) gehörig, hat (1900) 2411 Einw.

Bergerinnerung

GWB

berg·erinnerung

Bergerinnerung Erinnerung an Erlebnisse u Empfindungen im Gebirge Ein großer Zug von Mauleseln machte mit seinen Glocken die ganze Gegend le…

Berger, Joh. Heinr. v

DWBQVZ

--- dass. editio secunda. Leipzig 1721. darin s. 361—502: supplementa. pars I ( mit zusätzlicher eigener seitenzählung 3—144). dazu: svpplem…

Berger, Karl

DWBQVZ

berger·karl

--- Schiller, sein leben und seine werke. München 1905—09. II. u. a. ausg. ---

bergerrēse

KöblerMnd

bergerrēse , F. Vw.: s. bergærerēse*

Bergerscheinung

GWB

berger·scheinung

Bergerscheinung [ Wilh erkennt im Gebirge auf einem gegenüberliegenden Gipfel Natalie, vgl 25 2 ,130 Wj[nur 1821] ] B. [Berg Erscheinung Var…

bergersvārer

KöblerMnd

bergersvārer , M. Vw.: s. bergæresvārære*

Bêrger-Thran

Adelung

berger·thran

Der Bêrger-Thran , des -es, plur. inus. eine Art Thranes, welche gleichfalls aus Bergen in Norwegen kommt, und aus den Lebern gewisser Seeth…

bergervār

MNWB

berger·var

bergervār , bergersvārer , berge(n)vār(er) , barg- , m. , Schiffer, der nach Bergen zu fahren pflegt, hansische Kaufleute, die in Bergen Nie…

bergervār

KöblerMnd

bergervār , M. Vw.: s. bergærevāre*

berger als Zweitglied (30 von 45)

Rittberger

RDWB1

Rittberger m übertr. Rittberger springen idiom. крутить пируэты идиом. ; выделывать кренделя идиом. ; выделывать кульбиты идиом. ; показыват…

Amberger

DRW

amber·ger

Amberger zu Amberg (Oberpfalz) zwei pfund pfenning Amberger 1388 Rothenburg/Rockinger 10 schilling der langen Regenspurger pfening die man A…

Batenberger

Wander

baten·berger

Batenberger 1. D' Batenberger hei' d's Mul über der Nase. – ( Schweiz. ) Die Batenberger wohnen nämlich am Thunersee in der Höhe auf einem V…

Drängelberger

Wander

Drängelberger Er ist, ein Drengelberger. – Frischbier, I, 630. Ein ungestümer Mahner; ferner einer, der sich im Volksgewühl durchdrängt; auc…

Eilenberger

Wander

eilen·berger

Eilenberger Er ist nicht ein Eilenberger, sondern Senfftenberger. – Henisch, 834.

Geschaftelberger

Wander

Geschaftelberger Es ist ein Geschaftelberger. – Westermann, 25, 619. In Tirol von Leuten, die sich immer etwas zu thun machen.

greifenberger

DWB

greifen·berger

greifenberger , m. , dieb, taschendieb ( gaunerspr. ) Avé - Lallemant 4, 546 ; umdeutung von Greifenberger, bewohner der stadt Greifenberg; …

herberger

DWB

herb·erger

herberger , m. 1 1) der mietsmann, der zur miete wohnende, womit in Baiern auf dem platten lande sich gewöhnlich der begriff einer hohen arm…

himberger

MWB

himberger stM eine Tuchsorte: jz enschol dehein seit noch dehein himpergær niht minner haben denne zehen zal UrkCorp (WMU) 46,10 (in einer S…

kochersberger

DWB

kocher·s·berger

kochersberger , m. ein tanz. Murner luth. narr 4187 , Garg. 166 b (307 b Sch. ), nach dem Kochersberg benannt, einer gegend bei Straszburg d…

Kupferberger

Wander

kupfer·berger

Kupferberger Kupperberger sein au Stoadtloite. Im Umkreise der kleinen schlesischen Bergstadt Kupferberg, um ironisch dem Kleinen eine Wicht…

Matzenberger

Wander

matzen·berger

Matzenberger Er ist ein Matzenberger. Diese Bezeichnung galt noch vor einem halben Jahrhundert für ein Schimpfwort in der Pfalz. Matzenberg …

²nö̂renberger

MNWB

noren·berger

2 nö̂renberger , nuͤren- , -bergesch , adj. , nürnbergisch, aus Nürnberg kommend, n. meste nürnbergische Messer, * n. kôken Nürnberger Lebku…

Noremberger

KöblerMnd

Noremberger , Adj., M. Vw.: s. Nȫrenbergære*

Nürnberger

Campe

nur·n·berger

Der Nürnberger , — s, Mz . gl.; die — inn, Mz. — en , eine Person in Nürnberg geboren, aus Nürnberg gebürtig. Besonders häufig wird Nürnberg…

nürnberger

KöblerMhd

nürnberger , st. M. Vw.: s. nürnbergære*

Nǖrenberger

KöblerMnd

Nǖrenberger , Adj., M. Vw.: s. Nȫrenbergære*

Nȫrenberger

KöblerMnd

Nȫrenberger , Adj., M. Vw.: s. Nȫrenbergære*

Ableitungen von berger (2 von 2)

Bergère

Meyers

Bergère (franz., spr. -schǟr'), Schäferin; breiter, tiefer Polsterstuhl; Art weiblichen Kopfputzes. Bergerette , Hirtenlied, auch eine Misch…

verberger

DWB

verberger , m. einer der etwas verbirgt. Campe 5, 266 .

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APA
Cotta, M. (2026). „berger". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/berger/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „berger". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/berger/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „berger". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/berger/meyers.
BibTeX
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