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Tasche

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RhWB
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33 in 22 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Tasche

Bd. 8, Sp. 1070
Tasche das Wort n. einschl. Malm, NPrüm, NDaun, Koch, May, rrhn. n. einschl. Westerw, Siegld allg., ohne dass es von einem anderen Wort bedrängt wäre; südl. dieses geschlossenen mosfrk., rip., nfrk. Geb. gilt für »Hosentasche« Sack, Säckel; doch in bes. Bed. taš »grosser, verschliessbarer Beutel, Schultasche« Saarbr, Ottw, Saarbg, Hochw; -ę- grosse T., die die Frauen um die Hüfte über dem Unterrock banden Saarl (u. in der Wend.: ebbes in de T. deien einstecken, stehlen); -a- Innentasche des Rockes Kreuzn, Birkf, Trier-Stdt; -ę- Saarbg; -ā- Prüm-Mürlenb, Wittl-Binsf, Bitb-Roth (-E-), Daun, uMos; u. in übertr. Bed. -ę- Scheide, Vulva Simm-Schlierschd, Zell; dummes Weib Saarbr, Saarl, Merz, uMos; kernlose Zwetsche Trier-Mehring (-a-), Zell, Goar-Bacharach; ein Gebäck Zell-Senh [urkdl. in nhd. Bed. tesche Merz-Mettlach XV; eine grosse Tesch Trier 1592]; im Kerngeb. stets Umlaut [urkdl. in myns herren tesschen Drachenfels XIV; eyn tesche Bergh-Harff 1427; tesch Köln 1474] tęš, Klevld n. der sch/s-Linie tęs [NPrüm, LRip, uSieg tęžš, tęiš, –E-; SNfrk tEš, Pl. tęšə; Kobl-SSebastian, May, Aden, uAhr, Eusk, Altk vielf. tš; Siegld, OAltk dęšə; Sol (rip.) auch dęš; Berg tęšə], Pl. -šə(n), –sə(n), Demin. -šəlχə(n), -škə, –skə f. (Klevld auch m.): 1. wie nhd. (die rhfrk., mosfrk. Anwendung s. o.); Bocksen-, Rock-, Kleder-, Mantel-, Schürzen-, Westen-, Hand-, Mart-(Markt-), Schul-, Reis-, Geld-, Uhrt.; de T. ongerm Rock (o. Ärm Sieg, MülhRh, Berg), — en de Sitt T. in der Innenseite des Rockes Allg.; de T. bennen in der Rock Selfk, — van benne; de benneschte T. u. Bennet. SNfrk, Klevld; de banneschte T. Bitb-Roth; de ennewendige T. Koch, May, Daun, Westerw, Siegld, Rip, Neuss, Erk, MGladb u. Saarbg (zəwendig T. Schleid-Reetz Vlatten); de blonn (blinde) T. Malm, Schleid-Ripsd, Altk, Gummb-Becke; de schell T. Malm [en bleng T. auch nur eine Scheintasche, aussen auf der Brustseite aufgenäht Allg. Rip, Nfrk]. RA.: Platt wie en T. Monsch-Zweifall. Akeleie, selvere Schlie, golde Maue (Ärmel), selvere Tässe Mörs-Xanten. Nemmt marr met, de T. frett et niet! zu dem, der ausgehen will u. Furcht hat, mehr Geld einzustecken, als er unbedingt nötig hat Kemp-Bracht. Wenn de T. klor es, dann kömmt et Spare van selver MGladb. Et letzte Kleid (Todeskl.) het keng T.ə Elbf. Den hät alle T.ə voll ist wohlversorgt Allg., — hät de T.ə deck Kemp, MGladb. A.: Wieviel Uhr ist es? B. scherzh.: Bei dem Vierdel näst (nächst) en T. voll Daun-Reinhsn. Sech de T.ə vollstoppe Rip, Allg. He hält de T. tou rückt mit dem Gelde nicht heraus MGladb, Allg. De Löck (Leute) de T.ə fege das Geld aus den Taschen locken Schleid-Hellenth. Gej könnt min de T. lecke! abschläg. Antwort Klevld. He kennt mer jo jedem seng T. hier kennt man jeden genau, so klein ist das Dorf Sieg-Ägid. Schör (schere) an der T.! bezahle Mettm-Haan. He hät wat (nicks) op der T. ist (nicht) reich Gummb. Enem op de T. lige zu Ausgaben nötigen, schmarotzen Rip, Allg., — rigge (reiten) Köln-Stdt, MGladb. De klopp op seng T. prahlt mit seinem Geldsack Rip, Allg. Wenn de Bure op de T.ə kloppe, dann gewen et Körntjes en Moppe Mörs-Xanten. Enem op de T. kloppe ihn durch allerhand Anspielungen zum Geldausgeben bewegen, ihn aushorchen Rip, Allg. Op ander Lücks (Leute) T. es got huse Köln-Stdt. Nu blos mich ävver ens op de T.! Ausr. des Erstaunens MGladb-Mülfort. Us der T. eisse verstohlenerweise in der Tasche des Kleides verwahrte Näschereien verzehren MüEif, Emmerich, — käuje Aach-Stdt; he friss us der T. lebt von der Hand in den Mund Düss-Stdt. Hej hät et öm ut der T. geprot hat ihn durch Schmeicheleien zu seinem Nachteil beredet. Der bezahlt us anger Löcks T.ə mit fremdem Geld Schleid-Hellenth. Weə nüs sall ha, verlüst et Bruət us jen T. Aach, Köln, Dinsl. Krie dem nacken Menschen ens jet ut der T.ən! er ist sehr arm Wermelsk. De riche halde geər Fröndschaf, märr me moss hön us jen T. blive Aach, Monsch, Ess. He es rauh e jen T. es fehlt ihm nicht an Geld Eup-Stdt. Bi dem klingelt et en der T. er hat Geld Gummb-Bergneustdt. Wenn he en Groschen en der T. hät, hät he för en Daler Duarscht Elbf. A.: Wu geht et? B.: Mager en gesond, marr in de T. gen Pond! Klevld, SNfrk, NBerg. E Wort es so got äs Geld e jen T. ein Versprechen gilt immer Heinsb. De hät Geld en en zerbrouche T. gedohn G. in eine Sache gesteckt, die nichts einbringt Sieg-ODollend. Jet för e jen T. krige Taschengeld Aach. He sitt us (so krank), als hätt he de Dudezeddel alt en de T. Dür. He moss en de lenke T. fohren bezahlen Prüm-Mürlenb 1860. De stich den en de T. ist ihm überlegen; den han ich en de T. er ist von mir abhängig Rip, Allg.; sich jet e jen T. steiche mösse einen unbegründeten Tadel ruhig hinnehmen müssen, um nicht ausser Brot zu kommen Aach. Den liegt (lügt) in sin eige T. zu seinem Vorteil Emmerich, Allg. De hängk en anger Löcks (Leute) T.ə versorgt sich gut mit dem Gelde, Sachen anderer Schleid-Scheven. Ech häbb öm neit in de T. gekeke kenne seine Verhältnisse nicht Kref. Ech kennen dech be ean de T. nogedrohn May-Trimbs. Bei Gott es nöus onmügelich, nur em nackege Mann en de T. ze speie Ahrw-Remag, — behauve (behalben) eine Natsche in de T. schite (scheissen) Heinsb-Millen, — marr niet ene nackse Jödd in de T. schitte Klev. Leck mich en de T.! abschl. Antw. Rip, Berg, SNfrk, Mörs (Leckmetäische) Wiesenschaumkraut Eup-Kettenis. Besser e Steck Bruckt (Brot) en der T. os wie en Fedder op dem Hut Prüm-Ihren. De hät sing Häng (Hände) (Fengere) en ander Löcks T.ə lebt auf Kosten anderer, stiehlt, kümmert sich um die Verhältnisse anderer Rip, Allg.; he wischt sich an ander Löcks T.ə de Häng Sieg-Thomasbg. De H. en de T. dohn in den Schoss legen, Rentner spielen Rip, Allg. En Fus (Faust) en de T. mache insgeheim schelten Rip, Allg. De Ogen (Uhre) en de T. han nicht sehen (hören) wollen Rip, Nfrk. Wammer Unglöck hät, kammer ene Finger en der T. zerbreche Köln-Stdt. De Fess (Füsse) en de T. stoppe eiligst laufen Neuw-Isenbg; de Bein en de T. donn (steke) Wuppert-Vohwinkel, Geld-Straelen. De süht met dem rechten Oug en de linke T. er schielt Rip, Nfrk. Nicks es gout em Og, ävvel net en der T.ən Kref-Osterath, Aach, Monsch. Hätt der et su en der T., be er et em Kopp hat! von einem Prahler May; den hat mih om (im) Kopp os wie on der T. Prüm-Ihren; he hät et och höhger em Häut (Haupt) als en der T.ən Kref-Osterath, — hohch in et H. on läg (leer) in de T. Klevld, — em Kopp on niet en der T. MGladb-Neuwerk, — on def en der T. Eusk, Koch-Lutzerath. He es gau (schnell) möt den Hot (Hut), marr lossem (langsam) en de T. Geld-Leuth. De Häre dohn et en de T., on de Bur schmiss et op de Erd? die Rotze Rip, Allg.; de rike steken et en de T., en de ärme schmiten et fott? Klevld. Wej betahlen os möt tuə (geschlossenen) T.ən begleichen unsere Schuld ohne Geld, mit Waren Kemp-SPeter. He lef van ander Löcks T.ən auf Kosten anderer; den Jong han ich ens van der T. er verdient selbst seinen Unterhalt Rip, Allg. — 2. übertr. a. sachl. α. kernlose Zwetsche, Pflaume, Narrenzwetsche Trier-Mehring, Zell-Enkirch, Goar-Bacharach, Ahrw, Eusk, Bergh, Dür, Sieg. — β. Gebildweck zu Nikolaus Zell-Senheim, Neuw-Stdt. — γ. en der T. Wirtshausname Köln-Stdt, Wuppert-Vohwinkel. — δ. Palmersheimer T. Neckn. für Rheinb-Palmersh. — ε. Scheide der Kuh Zell-Enkirch Briedel; Vulva der Frau Simm-Schlierschd, Rip. — b. persönl. verächtl. α. alt, domm, faul, doll T. für ein derartiges Weib Saarbr, Ottw, Saarl, Merz, Simm-Schlierschd, Kobl, May, Westerw, RRip, Ahrw-Sinzig, Gummb; verlofe T. umherlaufendes Mädchen Neuss-Stdt; gecke T. zorniges Weib Sieg-ODollend; en undünnige T. nichtsnutziges Weib Gummb; en verkalde T. Weib (Mann), dem es immer fröstelt Ahrw-Sinzig. — β. al T. alte Kuh Saarbr-Feching, Kobl-Horchh, Aden-Virnebg. — γ. s. Leəgt. (Ledig-), Plaudert-, Schlappt.
7902 Zeichen · 237 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TASCHEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    TASCHE , TESCHE swf. tasche. ahd. tasca , ital. tasca Graff 5,460. Gr. 3,450. gesch. d. d. spr. 554. Diez wb. 343. capse…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tascheF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    tasche , F. nhd. Tasche, Geldbeutel, Transportbehältnis für den persönlichen Gebrauch, Geldbeutel, größeres flexibles Tr…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Tásche

    Adelung (1793–1801) · +13 Parallelbelege

    1. Die Tásche , plur. die -n, Diminut. das Täschchen, Oberd. Täschlein, ein Schlag, doch nur mit der flachen Hand oder e…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tasche

    Goethe-Wörterbuch

    Tasche [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tasche

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Tasche , lokale, bergmännische Bezeichnung für Butzen (s. Erzlagerstätten , S. 95), insbes. für die von Bohnerzen und Ma…

  6. modern
    Dialekt
    Tasche

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Tasche Band 3, Spalte 3,1244–1249

  7. Sprichwörter
    Tasche

    Wander (Sprichwörter)

    Tasche 1. Auch aus härener Tasche fällt zuweilen ein fetter Kuchen. 2. Aus einer frembden Tasche ist gut zahlen. – Herbe…

  8. Spezial
    Tasche

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ta|sche f. (-,-n) 1 (Tragtasche) tascia (-sces) f. , sportula (-les) f. 2 (in Kleidungsstücken) gofa (gofes) f. 3 ‹anat,…

Verweisungsnetz

680 Knoten, 1480 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tasche

408 Bildungen · 220 Erstglied · 187 Zweitglied · 1 Ableitungen

tasche‑ als Erstglied (30 von 220)

taschemāker

KöblerMnd

taschemāker , M. Vw.: s. taschemākære*

taschemākære

KöblerMnd

taschemākære , M. nhd. „Taschemacher“, Täschner, Handwerker der Taschen und Beutel fertigt Hw.: s. taschenmākære, taschemēkære E.: s. tasche…

taschemēker

KöblerMnd

taschemēker , M. Vw.: s. taschemēkære*

taschemēkære

KöblerMnd

taschemēkære , M. nhd. „Taschemächer“, Täschner, Handwerker der Taschen und Beutel fertigt Hw.: s. taschemākære, taschenmēkære E.: s. tasche…

Taschendieb

SHW

Taschen-dieb Band 1, Spalte 1407-1408

Taschengeld

SHW

Taschen-geld Band 1, Spalte 1407-1408

Taschenkamm

SHW

Taschen-kamm Band 1, Spalte 1407-1408

Taschenloch

SHW

Taschen-loch Band 1, Spalte 1407-1408

Taschenrock

SHW

Taschen-rock Band 1, Spalte 1407-1408

Taschentuch

SHW

Taschen-tuch Band 1, Spalte 1407-1408

Taschenuhr

SHW

Taschen-uhr Band 1, Spalte 1407-1408

taschenausgabe

DWB

taschen·ausgabe

taschenausgabe , f. ausgabe eines buchs in taschenformat: man kauft sich groschenübersetzungen oder wohlfeile taschenausgaben, um doch eine …

Taschenberg

Meyers

taschen·berg

Taschenberg , 1) Ernst Ludwig , Entomolog, geb. 10. Jan. 1818 in Naumburg a. S., gest. 20. Jan. 1898 in Halle, studierte seit 1837 in Leipzi…

tasche als Zweitglied (30 von 187)

Einkaufstasche

RDWB1

Einkaufstasche f сумка, кошёлка устар. , разг. , торба устар. , разг. Einkaufstasche in Form eines Netzes - авоська устар. , разг. ; торба (…

Kulturtasche

RDWB1

Kulturtasche f auch Kulturbeutel m сумочка для туалетных принадлежностей, косметичка

Plaudertasche

RDWB1

Plaudertasche f язык без костей идиом. , разг. ; язык как помело идиом. , разг. , осужд. ; трепло разг. , осужд. ; балаболка разг. ; болтун;…

Westentasche

RDWB1

Westentasche f etw. wie seine ~ kennen idiom. - знать как свои пять пальцев идиом. , разг. ; знать, уметь найти что-л.; ориентироваться с за…

Ángeltásche

Adelung

angelt·asche

Die Ángeltásche , plur. die -n, der Nahme eines Wasservogels, welcher sich besonders in den Nordischen Gewässern aufhält, und bey dem Linné …

blōdertasche

KöblerMhd

blōd·er·tasche

blōdertasche , sw. F., st. F. nhd. Plaudertasche Q.: LS (1430-1440) E.: s. blōderen*, tasche W.: nhd. Plaudertasche, M., Plaudertasche, DW 1…

brottasche

DWB

brott·asche

brottasche , f. brotsack, d. i. maul: und wenn im einer noch darzu wolt auf die achsel sitzen, dennoch wolt ich in in sein prottaschen smitz…

dētasche

KöblerMnd

dētasche , F. nhd. lederne Tasche die am Schenkel oder an der Hüfte hängt E.: s. dē (4), tasche L.: MndHwb 1, 421 (dêtasche)

Ableitungen von tasche (1 von 1)

urtasche

DWB

urtasche , f. , scherzend: ohne zweifel habe ich vergessen gehabt, dasz ich als urwähler auch eine u. habe, in der sie ( d. schlüssel ) sich…

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APA
Cotta, M. (2026). „tasche". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tasche/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „tasche". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tasche/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tasche". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tasche/rhwb.
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