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schlieren

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlieren verb.

Bd. 15, Sp. 690
schlieren, verb. in dieser form fallen mehrere wörter verschiedenen ursprungs und verschiedener bedeutung zusammen. 11) zu schlier I, schwären: suarandare swerin, schlieren Dief. gloss. 558b. 22) zu schlier II, etwas mit lehm überziehen Campe; so schwäb.-fränk., s. Lexer handwb. 2, 976: nieman sol in der vorstat decken mit rôhen schauben, er sliere si denne. Nürnb. polizeiordn. 287 Baader; mit lehm, worunter stroh gemengt, ein dach oder eine wand belegen oder ein fachwerk ausfüllen. Schm. 2, 533; verblendete geschlierte oder gar hölzerne schlöte sollen abgebrochen und mit backsteinen abgemauert werden. Augsb. verordn. von 1760, s. ebenda; vgl. schlierdach. tirol. schlieren, beschlieren, mit schlamm überziehen, verunreinigen Schm. a. a. o. Schöpf 622; österr. ein feld schlieren, mit mergel düngen Schm. a. a. o. Höfer 3, 95; schwäb. schlieren, hölzerne zimmerdecken oder das inwendige der dächer gegen kälte und feuersgefahr mit kalk bewerfen Schmid 468: die decken in den küchen sollen statt der gewöhnlichen schlaiszböden geschliert werden. quelle s. ebenda. 33) schlingen Campe, schlieren voracem esse, voraciter ingurgitare Schottel 1401; quin quod schlürfen id sit in potu, quod schlieren in edacitate est Stieler 1851; ligurire, suavia et delicata appetere, dazu schlierig (s. das.) und verschlieren, liguriendo consumere Wachter 1431 als schwäb.; schliren naschen, lecken auch bei Schm. 2, 532 (Augsburg), zu schleer, mund, s. daselbst. dazu g'schlier naschwerk, naschhaftigkeit, und g'schlierig Schmid 467. nd. sliren 'schlecken, naschen, süsze feuchtigkeiten einschlürfen' brem. wb. 4, 834. auch Campe führt 'lecken' als nd. an. isz mit masz, und nit mit frasz, dz du wie ein saw ymmer zettest, und habest auff zuo schlieren. S. Franck chron. (1531) 27b (?). 44) als bezeichnung einer bewegung, gleiten, schlüpfen, tirol. schlieren, auf dem eise gleiten Schöpf 622. in der schriftsprache meist reflexiv: ich schliere (mich) elabor Steinbach 2, 447: als ich maulaffen feil hatte, hat er sich davon geschliert (ille se subduxit mihi). ebenda; sie fürchten sich vor was, sie wollen nicht recht antworten, sie schlieren sich bald davon. Chr. Weise n. Wentzel 107; ist denn ein winkel auch in breiter welt zu finden, in den zu schlieren sich wol nicht sollt unterwinden der Jesuiter zunft und ihn zu nehmen ein? Opel - Cohn 286, 2; die liebe schlieret sich zu erst den augen ein, alsdann so kreucht sie fort gar in das hertz hinein. E. C. Homberg Clio (1642) 2, 12. so auch nd. sliren gleiten, schlüpfen, schleichen, schleifen, schleppen ten Doornkaat Koolman 3, 204b; ebenso holl. slieren schleppen, schleifen, entwenden, vgl. Franck 891, der auch 'gleiten, schleppend gehen' angibt. die bedeutung 'stehlen' kennt auch Campe als nd. Schiller-Lübben 4, 244 führt zwei stellen an, in denen sliren die bedeutung 'schmeicheln' zu haben scheint, s. daselbst. 55) sich schlieren, sich verschlingen, zu einem knoten werden Campe, so zuschlieren als seeausdruck, wenn sich ein knoten fest zusammenzieht, s. Bobrik 750a.
3073 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlierenv., trs, rec

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Schlieren , v. I) trs . 1) Mit Schlier, d. h. Mergel, oder Lehm überziehen, in der Schweiz, schlirpen . Fulda. 2) I N.…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlieren

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schlieren , seemännisch soviel wie rutschen, gleiten.

  3. modern
    Dialekt
    schlierenschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schlieren schw. : 1. 'auf einer Eisfläche ohne Schlittschuhe gleiten, schlittern', schliere (šlīrə) [verbr. Nordostecke …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlieren

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schlieren 2 Komponenten

schli+eren

schlieren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlieren‑ als Erstglied (1 von 1)

Schlierental

PfWB

schlieren·tal

 Schlieren-tal n. : ehem. FlN; a. 1448: Aber was da ligt in dem hof zu Schlirendal von vihe und von diren [ Grimm Weist. V 596 (KL-Frankst)…

Ableitungen von schlieren (1 von 1)

verschlieren

DWB

verschlieren , verb. reflexiv sich heimlich entfernen, se subducere, s. schlieren 4, th. 9, 690: ( die schlange ) in einen holen baum einkre…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlieren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlieren/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „schlieren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlieren/dwb. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlieren". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlieren/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_schlieren_2026,
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