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Wulf

as. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Wulf m.

Bd. 5, Sp. 1421
Wulf m. [verbr.] 1. Wolf, das Tier Canis lupus. De Wulf har ne oalle Hitte (Ziege) terrieten (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — Aberglaube: De Wulf kümmt Warnung, mit der man Kinder davon abhalten will, in den Wald zu gehen (Kr. MindenMin Kr. Minden@VennebeckVe). Wulf frät di up (Kr. MindenMin St). Niäm di in Acht, doe sitt än Wulf drinne Warnung, mit der man Kinder davon abhalten will, ins Getreidefeld, in Weingärten oder andere Anpflanzungen zu laufen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@AplerbeckAp). — Ra.: He arbeetet os en Wulf arbeitet übermäßig (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LengerichLe || mehrf.). Sou hungerech oss en Wulf sehr hungrig (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh || mehrf.). Smacht hemm’m at ’n Wulf sehr hungrig sein (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). ’n Wulf to’n Schaopheer maken jmdn. für eine Arbeit einsetzen, für die er nicht geeignet ist (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl || mehrf.); do han se owwer ’n Wulf inn’n Schpstal dn der Wächter hat gestohlen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Dat hiät awer enen Wulf upp diäm Koppe Frau mit sehr starkem Haar (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@BontkirchenBo || mehrf.). Mit’n Wülwen hülen sich aus Opportunismus und wider besseres Wissen dem Reden oder Tun anderer anschließen (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || mehrf.). — Sprichw.: Wä bie dä Wülwe es, maut auk met dä Wülwe hühlen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Becker siek tau’m Schoap maket, dian jaget de Wülwe (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü); ..., den bitt de Wulf daut (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Wa ’me vam Wulwe kǖet, stǟit ’e ächter’m Bus (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl); ..., dann kümet he (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@NiedersfeldNf); ..., dann soǖt me den Stǟrt (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). Bo de Wulf liet, döt hei kennen Schaden (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). Wann de Wulf well, is et Schööpken unrecht (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö). Doi Wulf bliffet en Wulf, wenn hoi sik auk en Schopfell ümme doi Auren hängt (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). De Wulf wät äher gries as wieß (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh). De Wulf fret äok wal en getaiket Schop es passieren auch Dinge, die unwahrscheinlich erscheinen (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@DriburgDb || mehrf.). — Sagw.: Dät hiät de Wulf dohn, saggte de Schäper, do waß ’me en Schoop stuahlen wooren wenn jmd. die Schuld auf einen anderen schiebt (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). — 2. Person, die an einen WWB-Source:327:WolfWolf erinnert. — 2.1. ein unersättlich auf die Arbeit versessener Mann (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa); jmd., der schwer arbeitet, nur um Geld zusammenzuraffen (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Ra.: Hä es en Wulf op de Arbǟit arbeitet übermäßig (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Wulf opp’et Gelt geldgierige Person (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). — 2.2. Mann mit ziemlich vollem, unordentlichem Haar: Hei es ’n Wulf (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@DünneDü). — 3.1. Hautwolf: vom Reiten oder Gehen wund gescheuerte Stelle an den Schenkeln. Hai lōüpet sik en Wulf (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Hai ritt sik ’n Wulf reitet sich einen WWB-Source:327:WolfWolf (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). — 3.2. Krebs (an Obstbäumen) [Kr. MindenMin Hfd]. Düssen Bōm hett de Wulf ünder (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Fred’n (fressende) Wulf Hautkrebs (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 3.3. Krankheit am Schwanz des Rindviehs; „angebliche Krankheit, die auf Entkräftung beruht“ (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). Ne Kauh krit den Wulf inn’en Steert (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@RamsbeckRa). Se hett en Wulf in’n Stiärt (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@LünenLü). — 4. Bärenraupe (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@GehlenbeckGb). — 5. Gerät, das an einen WWB-Source:327:WolfWolf erinnert. — 5.1. Fleischwolf. Döä’n Wulf draigen Fleischmaschine (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 5.2. breites Querholz waagerecht zwischen den Ständern der Toreinfahrt (Türsturz); Rundung über der Hintertür (Kr. SoestSos Kr. Soest@NatelnNa). Dat geuht nit unner’n Wulf her wenn eine Fuhre Getreide zu hoch beladen ist (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Bw). — 5.3. senkrechtes, etwa armdickes Holz zwischen Kuhstall und Deele (Frbg.) (Kr. SoestSos Kr. Soest@SieveringenSi). — 5.4. das Gleitholz, das sich unter dem Langbaum hin und her bewegt (Frbg.) (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HummersenHu). — 6. trockener, verhärteter Nasenschleim. ’n Wulf fangen in der Nase bohren (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). De Wülwe ūt’e Nāse knibbeln (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). ⟨WWB-Source:327:WolfWolf (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@WendenWn), Wullef [Olp], sonst Wulf⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 9,615: WWB-Source:327:WolfWolf II; HnVwb 4,715: WWB-Source:327:WolfWolf. Zus.:→ Arbēdes~, Ärd~, Ärd-appel~, Büksen~, Dōr~, Düᵉren~, Eªrweten~, Flē²sk~, Freªte~, Geld~, Roggen~, Tunnen~.
3559 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    wulfst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch

    wulf , st. M. (a) nhd. Wolf (M.) (1) ne. wolf (N.) ÜG.: lat. lupus H Hw.: s. wolvassêpa*; vgl. ahd. wolf (st. M. a) Q.: …

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wulfst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    wulf , st. M. (a) nhd. Wolf (M.) (1) ÜG.: lat. lupus Gl Vw.: s. bío-, heoru-, wæl-, -hlī̆þ, -hol, -pytt, -séaþ Hw.: vgl.…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wulfM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    wulf , M. nhd. Wolf, Wolfsfell, Wolfspelz, gieriger grausamer Mensch, Name von Hautkrankheiten, in der Malzdarre der eig…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wulf

    Goethe-Wörterbuch

    Wulf [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wulf

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wulf. bei Pflanzennamen Abkürzung für Franz Xaver von Wulfen , geb. 5. Nov. 1728 in Belgrad, gest. 16. März 1805 in Klag…

  6. modern
    Dialekt
    WulfPl.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wulf Pl. Wülw m. I. Wolf, canis lupus 1. Sachliches: der Wolf gehört zur heimischen Fauna; 'nach dem 30jähr. Kriege nahm…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wulf

71 Bildungen · 55 Erstglied · 16 Zweitglied · 0 Ableitungen

wulf‑ als Erstglied (30 von 55)

wulfangel

KöblerMnd

wulf·angel

wulfangel , M. nhd. Wolfsangel, Wolfseisen Hw.: vgl. mhd. wolfangel E.: s. wulf, angel W.: s. nhd. (ält.) Wolfangel, F., „Wolfangel“, Wolfsa…

Wulfbinner

MeckWB

wulf·binner

Wulfbinner f. Binderin, die die letzte Garbe bindet Gü Prüz ; Ma Gnoi .

Wulfbiter

MeckWB

wulf·biter

Wulfbiter m. Mäher, der die letzten Halme mäht: du büst de Wulfbiter, würd' seggt to denn', dee de letzt Eck afmeihen ded' (bei Ha Zarr ) Wo…

Wulfdräger

MeckWB

Wulfdräger m. Mäher und Binderin, die die letzte Garbe ins Dorf trugen Ma Kitt .

wulfdrū

KöblerMnd

wulf·drū

wulfdrū , F. nhd. Wolfsfalle, Wolfseisen ÜG.: lat. cassula?, decipula? E.: s. wulf, drū L.: Lü 597b (wulfangel/wulfdrû)

wulfellei

KöblerMnd

wulfellei , Sb. Vw.: s. wulveleie L.: Lü 597b (wulfellei)

wulfen

KöblerMnd

wulfen , sw. V. Vw.: s. wulven L.: Lü 597b (wulfen)

wulfescamb

KöblerAe

wulfescamb , st. M. (a) nhd. wilde Karde, Eberwurz? ÜG.: lat. chamaeleon Gl Q.: Gl E.: s. wulf, camb (1) L.: Hall/Meritt 425a

wulfestæsel

KöblerAe

wulfestæsel , st. F. (ō) nhd. wilde Karde, Kardendistel E.: s. wulf, tǣsel L.: Hall/Meritt 425a

Wulfgarw

MeckWB

Wulfgarw s. Wulfsgarw .

Wulfgesang

MeckWB

wulf·gesang

Wulfgesang m. a. Spr. Wolfsgeheul: 'up dat nemandt ... bewagen und bedragen mochten werden, den wulffgesanck mit en tho hulende tho erer eig…

wulfhlī̆þ

KöblerAe

wulfhlī̆þ , st. N. (a) nhd. von Wölfen bewohnter Abhang E.: s. wulf, hlī̆þ L.: Hall/Meritt 425a, Lehnert 243a

wulfhol

KöblerAe

wulf·hol

wulfhol , st. N. (a) nhd. Wolfsbau ÜG.: lat. lupina Gl Q.: Gl E.: s. wulf, hol (1) L.: Hall/Meritt 425a

wulfhunt

KöblerMnd

wulf·hunt

wulfhunt , M. nhd. Wolfshund, Schäferhund E.: s. wulf, hunt W.: s. nhd. Wolfhund, Wolfshund, M., Wolfshund, DW 30, 1268? L.: Lü 597b (wulfan…

Wulfila

DWBQVZ

wul·fila

[---] die gotische bibel. hg. v. W. Streitberg. erster teil: der gotische text und seine griechische vorlage. zweite, verb. aufl. Heidelberg…

wulfinne

KöblerMnd

wulf·inne

wulfinne , F. Vw.: s. wulvinne L.: Lü 597b (wulfinne)

wulflēvinge

KöblerMnd

wulflēvinge , F. nhd. Nachkommenschaft des Wolfes, Jungen des Wolfes E.: s. wulf, lēvinge (2) L.: Lü 597b (wulfangel/wulflêvinge)

wulfpytt

KöblerAe

wulfpytt , st. M. (a) nhd. Wolfsbau? E.: s. wulf, pytt L.: Hall/Meritt 425a

Wulfsangel

MeckWB

wulf·sangel

Wulfsangel m. ä. Spr. sich nicht lösende Nachgeburt bei der Kuh: 'wenn sie den sogenannten Wolfsangel hat oder ihr der Hamen stehen bleibet …

Wulfsbitt

MeckWB

wulf·s·bitt

Wulfsbitt n. a. Spr. Gebiß für hartmäulige Pferde: lupatum 'ein hart Gebitt, Wulffsbitt' Chytr. 367.

Wulfsdäk

MeckWB

Wulfsdäk f. a. Spr. Wolfshaut, -pelz: '1 wolwes deken' (Wi) Schill.-Lübb. 5, 786 b ; 'ene wolves dekene' (Wi) ebda. Zu Deck, Däk f.

wulf als Zweitglied (16 von 16)

bíowulf

KöblerAe

*bíowulf , st. M. (a) nhd. „Bienenwolf“, Bär (M.) (1) Q.: PN E.: s. bío, wulf L.: Hh 24

bērwulf

KöblerMnd

bēr·wulf

bērwulf , M. nhd. Werwolf E.: s. bēr?, wulf L.: MndHwb 1, 229 (bērwulf), Lü 43a (berwulf) Son.: jünger

grîpenwulf

MNWB

gripen·wulf

grîpenwulf , grîpwulf , m. , s. grîpen, reißender , raubender Wolf, übertragen: Räuber, in weiterer Übertragung: der Feind, der Teufel.

grīpenwulf

KöblerMnd

grīpenwulf , M. nhd. greifender Wolf, reißender Wolf, Räuber, Feind, Teufel Hw.: s. grīpwulf E.: s. grīpen (1), wulf L.: MndHwb 1/2, 163 (gr…

grīpwulf

KöblerMnd

grīpwulf , M. nhd. greifender Wolf, reißender Wolf, Räuber, Feind, Teufel Hw.: s. grīpenwulf E.: s. grīpen (1)?, wulf L.: MndHwb 1/2, 163 (g…

heoruwulf

KöblerAe

heoruwulf , st. M. (a) nhd. Krieger E.: s. heoru, wulf L.: Hall/Meritt 179b

Kuurnwulf

MeckWBN

Wossidia Kuurnwulf m. wie Roggenwulf Schw Schwerin@Boldela Bold .

warwulf

KöblerMnd

war·wulf

warwulf , M. nhd. Werwolf Hw.: s. werwulf E.: s. mhd. werwolf, st. M., Werwolf; ahd.? werwolf*, st. M. (a), Werwolf; s. war (1)?, wulf W.: v…

werwulf

KöblerMnd

wer·wulf

werwulf , M. nhd. Werwolf Hw.: s. warwulf; vgl. mhd. werwolf, mnl. weerwolf E.: s. mhd. werwolf, st. M., Werwolf; ahd.? werwolf*, st. M. (a)…

wraswulf

KöblerMnd

wraswulf , M.? nhd. „Rasenwolf“?, eine Pferdekrankheit, ein Wurm? ÜG.: frz. farcin? E.: s. wrāse?, wulf? L.: Lü 596a (wraswolf)

wælwulf

KöblerAe

wælwulf , st. M. (a) nhd. Krieger, Kannibale E.: s. wæl, wulf L.: Hall/Meritt 393b

ērdwulf

KöblerMnd

ērdwulf , M. nhd. Hamster? E.: s. ērde, wulf L.: MndHwb 1, 611 (ērtwulf) Son.: örtlich beschränkt

ērtwulf

KöblerMnd

ērtwulf , M. Vw.: s. ērdwulf*