Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wolf m.
Wolf m.
Wolf m. gemeingerm. Tiername, ahd. (8. Jh.), mhd. wolf, asächs. mnd. wulf, mnl. wolf, wulf, nl. wolf, aengl. wulf, engl. wolf, anord. ūlfr, schwed. ulv, got. wulfs führen mit gleichbed. aind. vṛ́kaḥ, awest. vəhrka-, lit. vil̃kas, aslaw. vlьkъ, russ. volk (волк) auf ie. *u̯ḷku̯os ‘Wolf’; daneben die Umstellung ie. *luku̯os mit griech. lýkos (λύκος), lat. lupus (mit p als sabinisches Lehnwort?). Das f der germ. Formen kann auf einem durch Assimilation des labiovelaren k‐ͧ an den anlautenden Labial u̯ entstandenen p (ie. *u̯ḷpos) beruhen (und daher besser hierzu mit Metathese auch lat. lupus?); denn auf den Labiovelar deutet das Femininum anord. ylgr ‘Wölfin’ (aus ie. *u̯ḷku̯ī ‘Wölfin’). Andrerseits ist damit zu rechnen, daß den lautlichen Differenzen in den ie. Namensformen Tabuvorstellungen zugrunde liegen, aus denen der Name des gefürchteten Tieres geändert wurde. Daher ist auch eine Deutung als ‘Zerreißer’ und Anschluß an die Wurzel ie. *u̯el- ‘reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden’ (s. Walstatt) nicht zu sichern. Zum Nebeneinander von ie. *u̯ḷku̯- und *u̯ḷp- vgl. auch in: Revue belge de phil. et d’hist. 48 (1970) 820 f. Wolf erscheint vielfach übertragen; als Name einer als Fraßschaden gedeuteten Hautentzündung zwischen den Schenkeln (15. Jh., Übersetzung von medizin.-lat. lupus), vgl. Hautwolf, fressender Wolf, sich einen Wolf laufen, reiten; als Bezeichnung für Geräte (mit großen Zähnen oder zerkleinernder Funktion), vgl. Wolf ‘eine Maschine zum Lockern und Reinigen der Wolle’ (18. Jh.) sowie Fleischwolf, Reißwolf.