Wartolf m.,
n.: 1. 'zylindrisches, über Reifen gespanntes Fischnetz mit trichterförmiger Öffnung, das hinten spitz ausläuft',
s. Abb. 104;
Waʳtloff (wāʳdlof, wādlof) [KU-Adb Reipkch Schmittw/O Wolfst RO-Odh Germh],
Waʳtsloff [Germh],
Waʳtluff (wāʳdluf, wādluf) [KU-Theisbgstg RO-Rehborn Würzw NW-Weish/S Germh],
Waʳtluft (wāʳdlufd, wādluft) [KU-A'glan Bedb Eisb Eschau Gumbsw Hachb Lauteck Roth Rutsw/G Ulm ZW-Ixh KL-U'sulzb Spey BZ-Schweighf GH-Rh'zab Sondh Wind Wörth],
Wäʳtluft (węʳdlufd) [BZ-V'weidth]; Gen.
m. vorherrschend, Gen.
n.: KU-Schmittw/O Theisbgstg Wolfst;
vgl. Fischgarn,
Legengeschirr,
Leggarn,
Nachtgarn,
Ringhamen,
Stellgarn,
Stellnetz,
Wolf. a. 1388 (Abschr. 1426):
Es soll gefischt werden zwischen Ostern und St. Barthelmä, auf welchen Tag man fastet, mit 12 Garnen, die zwanzig-Maschig sind und mit 18 Garnen, die achtzehn-Maschig sind, mit 16 Wartolffen, die gestricket sind [Breidenborner Kopialbuch (Fischereivereinbarung, den Kaiserwoog in Kaislt betreffend) nach: PfMus. 21/1904 S. 48]. a. 1480:
Item in der altrin (Altrhein)
lachen vorn ane der brücken sol der ghend der dasz waszer hait zwo dokken setzen, vnd ein wardorlff darjne zu setzen [MHVPf. 4/1870 (Weist. GH-Hagb)]. a. 1535:
6 alb. ... 2 wartloff in leygraben ... kaufft [ZweibrLSchR]. a. 1540:
Item soll keiner kein ander garn brauchen uf der almud, dan wardloff und dreggarn, von sant Jergen tag an bisz sant Michels tag [Grimm Weist. VI 414 (GH-Leimh)]. a. 1579:
10 alb. vor 2 wardloff garn [HornbSchR]. a. 1592:
Wartholffen [Fischerzunftordnung Germh, in späteren Ordnungen auch
Wartzloffen oder
Wartlaufe genannt (nach Josef Probst: Geschichte der Stadt und Festung Germersheim. Speyer 1898, S. 418)]. — 2. '(aus Weiden geflochtene) Fischreuse, Fangkorb',
Waʳtluft [FR-Roxh GH-N'potz],
Waʳtluffche, Dim. [KL-Olsbr];
vgl. Aalreuse,
Fischkorb,
Reuse. »Noch heutezutage (um 1890) werden die Forellen mit einem Werkzeug gefangen, das sowohl am Rhein, als auch in der vom Schwarzbach durchflossenen Gegend gebräuchlich ist. Dasselbe besteht aus einem korbähnlichen Geflecht, welches da, wo der Zug der Forellen ist, ins Wasser gelegt wird. Wenn die Fische durch die enge Öffnung hereingekommen sind, finden sie nicht mehr den Ausweg. Diese Vorrichtung ... nennt man
Wartlufft« [PfMus. 20/1903 188]. — Das Wort ist nach Elke Hübner: Die ältere Terminologie der Berufsfischer an der Mosel. Aachen 1984, Karte 12, außerhalb der Pf am Oberrhein, unteren Neckar und mittleren Main bezeugt. Etym.: Mhd. wartolf 'eine Art Netz' (
Lexer III 699), dies zu
lat. *vertibellum 'Ring, Garnreuse' (Meyer-Lübke: Romanisches Etymologisches Wörterb. Nr. 9251), zu dem auch
frz. verveux und ital. bertovello 'Reuse, reusenförmiges Fischnetz' gestellt werden. —
Rhein. IX 179 Wadholz, Wadlage;
Els. II 878; Schwäb. VI 504 Wat(l)uf; Schweiz. III 1149/50 Warlef; Bayer. II 850 Wadlef;
DWb. XIII 2177/78.