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Werwolf

ahd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
14 in 14 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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46
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20

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Werwolf

Bd. 20, Sp. 549
Werwolf (Wärwolf, »Mannwolf«), nach weitverbreitetem Glauben ein Mann, der zeitweise Wolfsgestalt annimmt. Schon bei den alten Skythen und besonders bei der sarmatischen Völkerschaft der Neurer fand sich der Glaube, daß einzelne Menschen sich alljährlich auf einige Tage in einen Wolf verwandeln; auch den Griechen war er nicht fremd. Spätere griechische Ärzte berichten von Lykanthropie (griech., von lýkos, Wolf, und anthrōpos, Mensch). einer Art Wahnsinn, bei welcher der davon Ergriffene des Nachts umherlief und wie ein Wolf heulte. Auch bei den Römern werden als versipelles (»Wendehäuter«) Leute erwähnt, die sich in Wölfe verwandeln konnten, und im südöstlichen Asien wie in Afrika ist noch jetzt die Vorstellung allgemein, daß Menschen die Gestalt von Tigern, Löwen, Leoparden und Hyänen annehmen können. Im Mittelalter herrschte der Glaube an Werwölfe allgemein, und noch gegenwärtig findet er sich in verschiedenen Gegenden Südrußlands, in der Walachei und den Ländern der Südslawen, nur geht das Wesen des südslawischen Werwolfs ganz in das des Vampirs über. Nach den ältesten germanischen Begriffen, die z. B. in der Völsungasaga zum Ausdruck kommen, ward die Verwandlung in Wolfsgestalt durch einen um den Leib gebundenen Riemen (Wolfsgürtel) oder durch das Überwerfen eines Wolfshemdes (úlf-hamr) bewirkt, und der so Verwandelte, der an dem abgestumpften Schweife von den natürlichen Wölfen zu unterscheiden war, nahm mit dem Aussehen zugleich die Stimme und Wildheit eines Wolfes an. Erst am zehnten Tage durfte er in menschliche Gestalt zurücklehren, wenn ihm nicht jemand die beiseite gelegten Kleider weggenommen hatte. Nach dänischem Volksglauben gab es auch Menschen, die sich zu gewissen Zeiten des Nachts in den W. verwandelten, dann aber frei wurden, wenn man sie W. schalt. Vgl. Leubuscher, Über die Wehrwölfe und Tierverwandlungen im Mittelalter (Berl. 1850); Hertz, Der W. (Stuttg. 1862). Von dem mythischen Gehalt der germanischen Sage, die auch in mehreren Opern (von Jos. Strauß, Bolko von Hochberg) verwendet wurde, hat Schwartz (»Ursprung der Mythologie«, Berl. 1860) gehandelt.
2120 Zeichen · 22 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    werwolfst. M. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    werwolf , st. M. (a) nhd. Werwolf ne. werwolf ÜG.: lat. (lupus)? Urk? Q.: Urk?, s. Kluge s. v. Werwolf E.: s. wer (2), w…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wërwolfstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    wërwolf stm. wehrwolf, d. i. mannwolf. vgl. wër. Gr. 2,480. d. mythol. 1048. anthropophagi weirwolf gl. Mone 6,212. berw…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    werwolfM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    werwolf , M. Vw.: s. werwulf

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    werwolfm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    werwolf , m. , mythologische bezeichnung für einen menschen, der auch in wolfsgestalt auftreten kann, mannwolf (wer ' ma…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Werwolf

    Goethe-Wörterbuch

    Werwolf [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Werwolf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Werwolf (aus dem altdeutschen Wer, d.h. Mann, u. Wolf zusammengesetzt), nach dem nordischen Volksglauben ein Mann, der s…

  7. modern
    Dialekt
    Werwolfm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wer-wolf m. : 1. a. 'in Wolfsgestalt verwandelter Mensch', sagenhafte Schreckgestalt, Weʳwolf (wēʳ - wolf) [KU-Schmittw/…

  8. Sprichwörter
    Werwolf

    Wander (Sprichwörter)

    Werwolf 1. Einen wie einen Werwolf fürchten. »Von der Mannschaft war er (der Feldwebel) wie ein Wärwolf gefürchtet, denn…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit werwolf

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von werwolf 2 Komponenten

wer+wolf

werwolf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

werwolf‑ als Erstglied (3 von 3)

werwolfen

RhWB

wer·wolfen

wer-wolfen -wo·l.əvən, –wən [ wø·l.əvə Dür-Stdt 1880; -wo·u.və Aach-Stdt ] schw.: 1. die Fähigkeit besitzen, in Tiergestalt zu erscheinen Ge…

werwolfzig

RhWB

werwolf·zig

wer-wolfzig -wo·l.əftseχ Koch-Leienkaul Lutzerath Weiler Adj.: hab-, fressgierig.