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Wolf

as. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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34 in 23 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Wolf

Bd. 20, Sp. 720
Wolf (Canis Lupus L., s. Tafel »Raubtiere III«, Fig. 3), Raubtier aus der Gattung Hund (Canis), 1,15 lang, mit 45 cm langem Schwanz, etwa 85 cm hoch, mit hagerm Leib, breiter, gestreckter, spitziger Schnauze, breiten, spitzen, aufrechten Ohren, ziemlich hohen, dürren Beinen, lang herabhängendem, langhaarigem Schwanz und einer Schwanzdrüse (Violdrüse). Der Pelz ist gewöhnlich fahl graugelb mit schwärzlicher Mischung, unterseits und an der Stirn heller, oft weißlichgrau, an der Schnauze gelblichgrau mit Schwarz gemischt, an den Wangen gelblich. Im Sommer ist die Färbung mehr rötlich, im Winter mehr gelblich, in nördlichen Ländern mehr ins Weiße geneigt, in südlichen mehr schwärzlich. Gebirgswölfe sind meist groß und stark, die Wölfe der Ebene kleiner und schwächer, aber nicht weniger raublustig. Gegen früher weit zurückgedrängt, findet sich der W. noch in fast ganz Europa; er ist in Nord- und Mitteldeutschland und in England ausgerottet, dagegen in Ungarn, Galizien, Kroatien, Krain, Serbien, Bosnien, Rumänien, Polen, Rußland, Skandinavien noch häufig. Er findet sich auch in den Atlasländern, in Nordost- und Mittelasien und in Nordamerika. Einzelne Wölfe verlaufen sich jährlich aus Rußland, Frankreich und Belgien nach Ost- und Westpreußen, Posen, den Rheinlanden und Oberschlesien. Der W. bewohnt dichte Wälder, in Mitteleuropa nur die der Hochgebirge, im Süden die Steppe, in Spanien auch Getreidefelder, schweift weit umher, oft 50–70 km in einer Nacht, lebt im Frühjahr und Sommer einzeln, zu zweien oder dreien, im Herbst in Familien, im Winter in zahlreichen Meuten. Nur in einsamen Wäldern zeigt er sich bei Tage, in bevölkerten Gegenden wird er meist erst in der Dämmerung rege. Er jagt Säugetiere, auch seinesgleichen, Vögel und allerlei Kleingetier, frißt aber auch Aas und Pflanzenstoffe, namentlich Obst. Im Herbst und Winter nähert er sich den Ortschaften, durchläuft Dörfer und Städte, überfällt das weidende Vieh und wagt sich in Meuten auch an Pferde und Rinder. Dabei würgt er viel mehr, als er fressen kann, und wird dadurch, namentlich im Winter, zur Geißel für Hirten und Jagdbesitzer. Den Menschen vermeidet er soviel wie möglich; ein Weib oder Kind greift er wohl an, aber an den Mann gehen in der Regel nur vom Hunger gepeinigte Meuten. Solange er nicht Hunger fühlt, ist er feig und furchtsam; vom Hunger gestachelt, wird er aber mutig, tollkühn und trotzt dann jedem Schreckmittel. Der W. erreicht ein Alter von 12–15 Jahren. Die Ranzzeit währt von Ende Dezember bis Mitte Februar. Das Weibchen wirft nach einer Tragzeit von 63–64 Tagen an einem geschützten Platze im Walde 3–9, gewöhnlich 4–6 Junge, die 21 Tage blind bleiben, sich ganz wie junge Hunde benehmen, bei Gefahr von der Mutter verschleppt werden und im dritten Jahr fortpflanzungsfähig sind. Mit dem Hund erzeugt der W. fruchtbare Bastarde, die in der Regel mehr dem W. als dem Hunde gleichen. Jung aufgezogene Wölfe werden sehr zahm und zeigen große Anhänglichkeit an den Herrn. Die Spur des Wolfes hat Ähnlichkeit mit der eines großen Hundes, ist aber länger. Außerdem schnürt der W. beim Traben genauer als dieser. Man erlegt den W. auf Treibjagen am sichersten, nachdem er vorher bei einer Neue fest eingespürt ist, und verlappt, wenn man Jagdzeug zu Verfügung hat, den Distrikt, in dem er steckt, da er die Lappen sehr gut respektiert. Außerdem wird er auf der Schießhütte, durch Luder angekirrt, geschossen, auch im Tellereisen sowie im Schwanenhals und in Fallgruben gefangen. In den russischen Steppen wird er vielfach mit starken Windhunden (Barsoi) gehetzt. Die meisten Wölfe werden gegenwärtig mit Strychnin vergiftet, indem man ein getötetes Schaf damit imprägniert und auf die bekannten Wechselstellen der Wölfe wirft. Man jagt den W. überall, um ihn zu vertilgen, aber auch des Pelzes halber (s. Wolfsfelle). Die Haut wird auch gegerbt und zu Handschuhen, Pauken- und Trommelfellen benutzt. Das grobe Fleisch, das selbst der Hund verschmäht, essen Kalmücken und Tungusen. – Den Alten war der W. wohl bekannt, man sprach von ungeheuerlichen oder gespenstischen Eigenschaften des Tieres. Dem Apollon waren W. und Rabe heilig. In der deutschen Mythologie werden dem Siegesgott zwei Wölfe und zwei Raben beigelegt, die als streitlustige, tapfere Tiere dem Kampfe folgen und sich auf die gefallenen Leichen stürzen. Loki verfolgte in Wolfsgestalt den Mond und drohte ihn zu verschlingen. Verschiedene Teile des Wolfes galten als heilkräftig. Schuhe aus Wolfsfell lassen die Kinder zu tapfern Männern erwachsen. Gewöhnlich zeigt sich der W. der Sage diabolisch, bald falsch und boshaft, bald als ein Narr. Die Nacht und der Winter sind die Zeit des Wolfes; geächtete Verbrecher trugen nach der Sage des Mittelalters ein caput lupinum. Der W. Ysengrin der Mythe besitzt viel von der diabolischen Verschlagenheit des Fuchses. Bastardsöhne des mythischen Wolfes leben in der bürgerlichen Gesellschaft, behalten aber ihre Wolfsgewohnheiten bei (vgl. Werwolf). Indischer W., s. Schakal. Roter W., s. Mähnenwolf.-Schwarzer W., Spinne, s. Malmignatte.
5067 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    wolfst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch

    wolf , st. M. (a) Vw.: s. wulf*

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wolfst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    wolf , st. M. (a) nhd. Wolf (M.) (1) ne. wolf Hw.: vgl. got. wulfs, an. ūlfr, ae. wulf, as. wulf*, ahd. wolf Q.: Jur E.:…

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    wolfst. M. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    wolf , st. M. (a) nhd. Wolf (M.) (1) ne. wolf ÜG.: lat. (belua) Gl, lupus Gl, I, NGl, O, T, lat.-gr.? (lycos) Gl Vw.: s.…

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WOLFstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    WOLF ( gen. -ves) stm. wolf. goth. vulfs , ahd. wolf gesch. d. d. spr. 332. Gr. 2,66. Ulfil. wb. Ulfil. wb. 198. Graff 1…

  5. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wolfM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wolf , M. nhd. Wolf (M.) (1) Hw.: s. wulf; vgl. mhd. wolf (1), mnl. wolf E.: s. ahd. wolf 28, st. M. (a), Wolf (M.) (1);…

  6. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wolf

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Wolf , des -es, plur. die Wölfe, Diminut. Wölfchen, ein Wort von sehr vielfachen Bedeutungen, wovon viele gewiß von …

  7. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wolf

    Goethe-Wörterbuch

    Wolf [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  8. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wolf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +8 Parallelbelege

    Wolf , Friedr. Aug., der größte deutsche Philolog der neueren Zeit, geb. 1757 zu Heinrode bei Nordhausen, Sohn des Canto…

  9. modern
    Dialekt
    Wolf

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wolf [Wòlf allg.; Woləf Str. Wh. ; Pl. Wèlf; Demin. Wèlflə O. mit Pl. Wèlflər Dü. M. , Wèlfl U. mit Pl. Wèlflə] m. 1. Wo…

  10. Sprichwörter
    Wolf

    Wander (Sprichwörter)

    Wolf 1. Alten Wolf reiten Krähen. – Eiselein, 647. 2. Alten Wolf verspotten die Hunde. – Schlechta, 362. 3. Als der Wolf…

  11. Spezial
    Wolf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wolf (Canis lupus) m. (-[e]s, Wölfe) 1 ‹zool› lu (lus) m. 2 ‹med› (Hautwolf) lu m. 3 (Fleischwolf) mascin dala cern f. ,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wolf

769 Bildungen · 709 Erstglied · 58 Zweitglied · 2 Ableitungen

wolf‑ als Erstglied (30 von 709)

Wolf(s)au

SHW

Wolf(s)-au Band 6, Spalte 639-640

Wolf(s)ber

Idiotikon

Wolf(s)ber Band 4, Spalte 1474 Wolf(s)ber 4,1474

Wolf(s)bir(eⁿ)

Idiotikon

Wolf(s)bir(eⁿ) Band 4, Spalte 1498 Wolf(s)bir(eⁿ) 4,1498

Wolf(s)bluem(eⁿ)

Idiotikon

Wolf(s)bluem(eⁿ) Band 5, Spalte 91 Wolf(s)bluem(eⁿ) 5,91

Wolf(s)bürsteⁿ

Idiotikon

Wolf(s)bürsteⁿ Band 4, Spalte 1610 Wolf(s)bürsteⁿ 4,1610

Wolf(s)chirseⁿ

Idiotikon

Wolf(s)chirseⁿ Band 3, Spalte 481 Wolf(s)chirseⁿ 3,481

Wolf(s)chostiⁿg

Idiotikon

Wolf(s)chostiⁿg Band 3, Spalte 551 Wolf(s)chostiⁿg 3,551

Wolf(s)chrūt

Idiotikon

Wolf(s)chrūt Band 3, Spalte 915 Wolf(s)chrūt 3,915

Wolf(s)chërn

Idiotikon

Wolf(s)chërn Band 3, Spalte 468 Wolf(s)chërn 3,468

Wolf(s)distel

Idiotikon

Wolf(s)distel Band 13, Spalte 2004 Wolf(s)distel 13,2004

Wolf(s)farb

Idiotikon

Wolf(s)farb Band 1, Spalte 988 Wolf(s)farb 1,988

Wolf(s)garn

Idiotikon

Wolf(s)garn Band 2, Spalte 425 Wolf(s)garn 2,425

Wolf(s)gericht N

Idiotikon

Wolf(s)gericht N. Band 6, Spalte 372 Wolf(s)gericht N. 6,372

Wolf(s)grueb

Idiotikon

Wolf(s)grueb Band 2, Spalte 695 Wolf(s)grueb 2,695

Wolf(s)klingen

Idiotikon

Wolf(s)klingen Band 3, Spalte 657 Wolf(s)klingen 3,657

Wolf(s)lëbereⁿ

Idiotikon

Wolf(s)lëbereⁿ Band 3, Spalte 976 Wolf(s)lëbereⁿ 3,976

Wolf(s)milch

Idiotikon

Wolf(s)milch Band 4, Spalte 206 Wolf(s)milch 4,206

Wolf(s)schmalz

Idiotikon

Wolf(s)schmalz Band 9, Spalte 947 Wolf(s)schmalz 9,947 u.

Wolf(s)schnörrli

Idiotikon

Wolf(s)schnörrli Band 9, Spalte 1278 Wolf(s)schnörrli 9,1278

Wolf(s)stuck

Idiotikon

Wolf(s)stuck Band 10, Spalte 1837 Wolf(s)stuck 10,1837

Wolf(s)tāpeⁿ

Idiotikon

Wolf(s)tāpeⁿ Band 13, Spalte 919 Wolf(s)tāpeⁿ 13,919

Wolf(s)wurz

Idiotikon

Wolf(s)wurz Band 16, Spalte 1757 Wolf(s)wurz 16,1757

Wolfau

SHW

Wolf-au Band 6, Spalte 637-638

wolfeln

SHW

wolf-eln Band 6, Spalte 639-640

Wolfhart

SHW

Wolf-hart Band 6, Spalte 639-640

Wolfhecke

SHW

Wolf-hecke Band 6, Spalte 639-640

wolf als Zweitglied (30 von 58)

Leitwolf

RDWB1

Leitwolf m заправила, главарь, старший (не имеет отношения к "волку")

Reisswolf

RDWB1

Reisswolf m мясорубка

Werwolf

RDWB1

Werwolf m оборотень

Affe(n)wolf

Idiotikon

Affe(n)wolf Band 15, Spalte 1567 Affe(n)wolf 15,1567

Arswolf

Idiotikon

ars·wolf

Arswolf Band 15, Spalte 1566 Arswolf 15,1566

bärwolf

DWB

baer·wolf

bärwolf , m. λυκάνθρωπος , werwolf: vergleicht sich mit dem römischen beerwolfe und seinen meszbischoven. Luther 3, 96 ; woltend geren Teuts…

bienenwolf

DWB

bienen·wolf

bienenwolf , m. merops apiaster, uralte benennung des spechts, der den bienen eifrig nachstellt und mit seinem schnabel ihre nester im hohle…

Bërwolf

Idiotikon

Bërwolf Band 15, Spalte 1567 Bërwolf 15,1567

Būchwolf

Idiotikon

Būchwolf Band 15, Spalte 1567 Būchwolf 15,1567

Chor(n)wolf

Idiotikon

Chor(n)wolf Band 15, Spalte 1567 Chor(n)wolf 15,1567

Chüechliwolf

Idiotikon

Chüechliwolf Band 15, Spalte 1567 Chüechliwolf 15,1567

Eggwolf

Idiotikon

egg·wolf

Eggwolf Band 15, Spalte 1565 Eggwolf 15,1565

feuerwolf

DWB

feuer·wolf

feuerwolf , m. plötzlich und knallend hervorbrechendes feuer, wie zuweilen aus dem backofen. der grosze haufe glaubt, ein solcher wolf entst…

Fliege(n)wolf

Idiotikon

Fliege(n)wolf Band 15, Spalte 1566 Fliege(n)wolf 15,1566

Frësswolf

Idiotikon

Frësswolf Band 15, Spalte 1566 Frësswolf 15,1566

Fǖrwolf

Idiotikon

Fǖrwolf Band 15, Spalte 1566 Fǖrwolf 15,1566

Gade(n)wolf

Idiotikon

Gade(n)wolf Band 15, Spalte 1566 Gade(n)wolf 15,1566

haberwolf

DWB

haber·wolf

haberwolf , m. heiszt in einigen landschaften die letzte garbe haber, die auf dem felde gebunden wird; der name geht auch auf den bindenden …

hundswolf

DWB

hunds·wolf

hundswolf , m. : weiter spricht Aristoteles .. das auch hundswölf sollen gefunden werden, dieselbigen sollen art und natur der hund haben, u…

Imbe(n)wolf

Idiotikon

Imbe(n)wolf Band 15, Spalte 1565 Imbe(n)wolf 15,1565

ketzerwolf

Lexer

ketzer·wolf

ketzer-wolf stm. bildl. der schâfe hüeten vor ketzerwolfen Bon. 93,48.

knellwolf

KöblerMhd

knellwolf , st. M. nhd. ein Wolf?, ein Tölpel? Q.: Beh (1462-1465) E.: s. knellen (1), wolf (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 276 (knellwolf)

Ableitungen von wolf (2 von 2)

entwolfen

DWB

entwolfen , lupum exuere: ein silberkugelschusz aufs fell, ein kreuzdorn auch entwolft ihn schnell. Voss 6, 113 .

Wolfe

Meyers

Wolfe (spr. wuls), James , engl. General, geb. 2. Jan. 1726 zu Westerham in Kent, gest. 13. Sept. 1759, zeichnete sich während der Feldzüge …