Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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vorlasz, m. , vgl.fürlasz th. 4, 1, 1, sp. 763; abgeleitet von vorlassen, erhalten als fachausdruck, in der schrift- und umgangssprache der gegenwart kaum gebräuchlich. 11) mhd. vürlâz als ausdruck der falknerei bezeichnet die nachbildung eines fliegenden vogels, die bei der abrichtung der jagdfalken verwendet wird Lexer 3, 603; vorlasz ... 'auch das federbüschel, mit welchem der falke, wenn er nicht gefangen hat, zurück gelocket wird' Jacobsson technol. wb. 4, 555a; (weibliche falken,) welche nicht gleich auff die faust, sonder zum ersten auff den v. oder zum federspil fliegen Sebiz feldbau (1579) 608; ferner musz er auch ein besonders instrument, das federspiehl oder der v. genannt, an der seite haben v. Fleming d. vollk. t. jäger (1719) 324. — entstellt: es ist das federspiel oder vorlosz ein instrument, gleich wie von zwey zusammgebundenen vogelfittigen, daran hanget ein windstrick und an dem ende ist ein häcklein von haaren gemacht Hohberg georg. cur. 3 (1715) 2, 352a; ludern heiszet auch insonderheit bey der falknerey einen falcken mit werfung des vorloses oder federspiels ... zu sich locken allg. haushalt.-lex. (1749) 2, 231a; als vorlos mit neutralem geschlecht von Adelung aufgenommen, während Campe vorlasz, m., hat. — Jean Paul denkt an die bedeutung des anlockens, wenn er den vogel, nach dem geschossen wird, vorlasz nennt: dieser vogel ist für dieses volk der wahre v. mit dem federspiel Jean Paul (1826) 12, 11. 22) ebenfalls der jägersprache angehörig ist die wendung vorlasz geben, einen hühnerhund mit einem lebenden feldhuhn an einer leine abrichten Jacobsson technol. wb. 4, 555a; vgl. Behlen forst- u. jagdk. (1840) 6, 171; um den hund aber auch vor den hünern und wachteln zum stehen zu bringen, ist es gut, dasz man ihm v. gebe Döbel neueröffn. jägerpract. (1754) 1, 110. 33) so wird denn in älterer sprache das wort in übertragung im sinne von lockmittel gebraucht; besonders bezeichnet es ein mittel, den feind zum angriff zu locken oder überhaupt in den kampf zu verwickeln, es kann einen hinterhalt oder auch eine vorhut bezeichnen; bei der letzteren anwendung aber liegt eine andere vorstellung (nach vorn lassen) zu grunde, s. oben die belege unter fürlasz und bei Lexer 3, 603: (hat sich) widerumb für Plessenburg gethan ... und inen einen v. geben quellen z. gesch. d. fürstenth. Bayreuth 2, 74; die solten dem helden lassen ein vorlasz daus auf der straszen, so werd ers mit nicht underlan, sonder sie wellen greifen an Teuerdank 89, 20 G. 44) v. heiszt der wein- oder obstmost, der von der kelter zuerst, ohne pressung abläuft, und das daraus bereitete getränk: der vorlasz, vorschutz, weyn von der rennen, protropum Maaler 476a; protropon, mustum lixivium der vorlasz Orsäus nomencl. (1623) 196; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1661; schweiz. idiot. 3, 1392; Unger-Khull steir. wortschatz 247b; hier krachet der herbstkarch under dem vollen fasz, da mit getrettnem safft die leut die bütten fillen: dort lasset man schon ab, da man ausz dem vorlasz erfrischet mit dem most und den muhtwillen Weckherlin ged. 2, 385 F. entsprechend bei der destillation der erste gewonnene branntwein Fischer und schweiz. idiot. a. a. o. — das erste mehl Fischer a. a. o. 55) landschaftlich sind eine reihe von besonderen anwendungen bezeugt: das vorrecht, recht des vorkaufs Unger-Khull a. a. o.; schweiz. das beste, vorteil im erbe, voraussetzung schweiz. idiot. a. a. o.; vgl. vorlassen 3. 66) neugebildet nach vorlassen, zulassen zur audienz, meldung, besuch u. ä.: drauszen befindet sich ... ein groszer hut nebst stiefeln und sporen und bittet um v. Immermann 14, 136 B.; wartete auf v. Viebig d. schlafende heer (1904) 1, 195; dünckt eurer majestät nicht zeit zu sein, dem könig aus Armenien den vorlas anzudeuten? Feind ged. (1708) 123. 77) nd. vorlât, vorgelât bezeichnet ein unheil verkündendes vorzeichen, einen vorspuk Schambach 276b; mhd. vorgelæze mhd. wb. 1, 953b; schwarze hunde, nachtraben, leichhüner, vorlasse und gott weisz wie die phantomen mehr heiszen briefe d. neueste litt. betr. 14, 196.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschvorlaszm.
Grimm (DWB, 1854–1961)
vorlasz , m. , vgl. fürlasz th. 4, 1, 1, sp. 763; abgeleitet von vorlassen, erhalten als fachausdruck, in der schrift- u…
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