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krump

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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12 in 8 Wb.
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

krump Adj.

krump Adj. auch krum, vereinzelt krumph ( TvKulm ). 1 ‘ krumm, nicht gerade, uneben, gebogen; verkrüppelt, lahm’
1.1 von Sachen
1.1.1 allg.
1.1.2 von Wegen: ‘gewunden’
1.1.3 krumber stap , ‘Hirtenstab’
1.1.4 der krumbe reie , eine bestimmte Art von Reigentanz, vgl. dazu Schultz, Höf. Leben 1,545f. und Harding, Dancing Terms, S. 131–133
1.1.5 krumbez horn , ein Blasinstrument, ‘Krummhorn’ ? (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 182f.)
1.1.6 der krumbe stuol , Gericht des Trierer Domkapitels (DRW 8,14)
1.2 von Menschen
1.3 von menschl. und tierischen Körperteilen, Gliedmaßen
2 übertr.
2.1 ‘verkehrt, nicht richtig, unrecht, ungerecht’ u.ä.
2.1.1 allg.
2.1.2 Ggs. sleht (s.a. 3.1–3.4 )
2.1.3 ~ tuon ( ~ ist wohl subst., stN. ‘Unrecht’ )
2.2 ‘ schlimm, verderblich, schädlich’
2.3 ‘dunkel, unverständlich, gekünstelt’
2.4 ‘verwickelt, schwierig’
2.5 krumbiu mittewoche ‘Mittwoch vor Ostern’ (vgl. Grotefend, Zeitrechnung 1,110 mit einem weiteren Urkundenbeleg a. 1261; zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen s. DWB 5,2451 und G. Bilfinger, in: Zs. f. dt. Wortforschung 4 [1903], S. 253–256 )
3 Phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 255f.)
3.1 ~ und sleht : zur Bezeichnung einer Gesamtheit ‘alles; alle’
3.2 ez sî/  wære ~ oder sleht (reht) u.ä., ‘was auch immer es sei/  war, unter allen Umständen; alles; alle’
3.3 sprechen, daz krumbe sî sleht ‘lügen, die Wahrheit verdrehen’
3.4 Sprichw.? (vgl. TPMA 7,214f.)
   1 ‘ krumm, nicht gerade, uneben, gebogen; verkrüppelt, lahm’    1.1 von Sachen:    1.1.1 allg.: enmitten stuont ein krumbiu sûl, / diu was des swachen hûses kraft Eracl 2202; ich ne wil die uurech [Furchen] nicht chrump machen [vgl. Lc 9,62, zum Verständnis Kartschoke, Rol. Anm.z.St.] Rol 1075; eyn crvmb aych [Eiche] UrkCorp (WMU) 462,5; ein krumb holtz slichten Tauler 343,19; tûsent rotumbes / sleht, ir neheiniu krumbes [alle straff bespannt] Wh 400,18; sint si beide wurden crumph, / di swert, und ouch also stumph TvKulm 4085; ain krump wunden [...], daz ist ain dreiekot wunden BdN 283,2; [die Geometrie] sleht rûch krump und eben / kurz lanc breit smal hôch tief mit mâze wisset KLD: Kzl 16: 10,11; der einen stapschaft sihet gestôzenen in ein wazzer, den dunket der stap krump [abgeknickt] sîn, aleine er gar reht sî Eckh 5: 60,15. – in Vergleichen: mit scharpfen clâwen michel, / die stuonden sam ein sichel / krump unde wâren spitzic KvWTroj 9809; gewalt ist ûf der strâze michel, / gerihtes hât man sich verschamt, / daz reht stât crumber danne ein sichel, / frid und genâde sint erlamt KvWLd 2,49; ez ist niht krump alsô der boge, / diz mære ist wâr unde sleht Parz 805,14    1.1.2 von Wegen: ‘gewunden’ reflexos [...] calles: chrumpe [...] stîge PsM H 74,11; krumbe wege die gênt bî [verlaufen neben] allen strâzen Walth 113,25; und fuͦrt in [...] hin einen krumben weg in ein loch under der erde Seuse 112,13; der fuhs selten rehte weg lauf, er lauf beseits und krumme weg BdN 164,4; krumb widerlöufe Hadam 406,3. übertr.: pei dem weien [der Weihe (Vogel)] verstên ich den sünder, der ist küen zuo allen kranken werken [...]. [...] der sündær hât krum flügel ze fliegen all krum weg BdN 204,32; ir hant hie dise unterscheide wol gehoͤrt, ob ir es bruͤfen wellent oder [l. ob, vgl. Tauler (C) 1: 78,8 ] ir den rechten [Weg der Tugend] oder den krumben weg gont Tauler 168,7    1.1.3 krumber stap, ‘Hirtenstab’ die heirti sal och volgi [dem Hilferuf] mit sinir cuilin [Keule] undi mit siemi crummin stabi undi sal diz vie lazi ste Mühlh 109,16. – spez. ‘Krummstab, Bischofsstab’ (vgl. krumpstap ): manigen bischof man da sach / under den infelen mit chrumben staben Serv 465; prîmâten mit ir crumben steben RvZw 170,10. 224,10; bischof, [...] úwer krumber stab, der ist gewahsen z’einem langen sper Marner (W) 4:2,13; die pfaffenfürsten sint ir wirde ein teil beroubet. vür infel helm, vür krumbe stebe slehte spieze und sper, / vür stôlen swert, vür albe ein plat sint in erloubet KLD: Kzl 3: 1,2; Helbl 8,1100. – metonym. für einen Bischof (oder hohen Geistlichen): dar chômen zewâre / patriarche und kardenâle, / dar chômen ainlef hundert crumber stabe Kchr 8494; geistlich gebærde unt vleischlich leben, / swâ diu zwei lûzent under infeln unt bî crumben steben, / dâ suoche ein wol versunnen keiser einen glîhsenære bî RvZw 141,5; dâ was manic krumber stap, / dô diu hîrât geschach Mai 87,4    1.1.4 der krumbe reie, eine bestimmte Art von Reigentanz, vgl. dazu Schultz, Höf. Leben 1,545f. und Harding, Dancing Terms, S. 131–133: hiuwer, dô diu kint ir vröuden phlâgen, / dô spranc er den krumben reien an ir wîzen hant Neidh WL 26:6,2. WL 34:6,6; dô sî den krumben reien ûf dem anger trat ebd. WL 18:4,2; bî dem krumben reien ebd. WL 31:4,14    1.1.5 krumbez horn, ein Blasinstrument, ‘Krummhorn’? (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 182f.): di pusawn vor im hal, / mit seinem krumpen horen [La. sumber pfeiffen krumpe horn ] / furt der herre wol geporen HvNstAp 18807    1.1.6 der krumbe stuol, Gericht des Trierer Domkapitels (DRW 8,14): wan die scheffen zu Witlich auch nit wyss weren, sullen sie fort faren zu Trier ain den krumen stuel, vnd was in da wirt vor ortel, sullen sie her heim brengen vnd nit vber nacht bei in zubehalten, alles vff der partheien kosten WeistGr 2,327 (a. 1315)    1.2 von Menschen: einin crumbin man Roth 3156; EnikWchr 25203; ein wib, di achzen iar / crump [vgl. incurvata PL 198, 1586A] was gewest HistAE 6069; Tauler 360,4; ich was chrump als ein sichel, / mir was ein hover michel / dâ ze den schultern ûz gebogen, / hals und ahsel nider gezogen KvHeimUrst 585; kranch des libes vnd krump [ clauda ] sie lac Albert 1188; nu muoz ich chrump unde lam / mîn leben alsô trîben hin KvFuss 934; ein kint [...], / daz der nâtûren ungevûc / crum ê geschûf an der geburt NvJer 22092; niemam inis halz noch crump / he ne wrde sciere gesunt / gerorde in die koningin / mit deme goden steine min Roth 3150; die da warin lideschart, / hovirot, blint oder crump / oder in toubin sinnin tump RvEWchr 12720. – im Bild eines ohne Stütze wachsenden Baumes: selbwahsen kint, dû bist ze krump, / sît nieman dich gerihten mac Walth 101,23 (vgl. Schweikle, Walth. ²1,461); im Sinne einer unangemesssenen Haltung des Körpers: manick edel kneht ist so tump, / daz er stet vor sinem herren krump, / uf einem beine und mit dem rucke Jüngl 56. ~ an einem Körperteil: ein juncfröuwelîn / [...], / diu was krump an den henden / und in den liden allen enden LvRegFr 4441. 4448. 4500; der was an beiden füezen krump EnikWchr 25179; an henden und an füezen / ist er krump unde lam Ottok 46871. subst.: er half der wazersuhte, die chrumben er rihte AvaLJ 86,3; er hiez [...] die armen krumben rehte gân RvEBarl 2740; Roth 3231; WernhMl 7556. 7842; die sîchin unti die crumbe Anno 45,15; Erz III 36,77; di chrumben unt di halzen VEzzo 213; so rüeff di armen, di lamen, di chrvmben [ claudos Lc 14,13] , di blinden EvAug 174,10. 175,8    1.3 von menschl. und tierischen Körperteilen, Gliedmaßen: sô krump wâren sîniu lider, / des muost er ligen darnider LvRegFr 4495; (Beteuerung:) so mussen meyne gelider / werden krump und ungesunt, / ob ich nicht kam sotzestund / wan [sobald] ich ledig werden mag HvNstAp 13563; vellet eyn mensche, alzo dat eme dy halz krum wertt vnde nicht mach spreken OvBaierl 154,1; ouch wart er [...] / in eine hant sô sêre wunt / daz er einen krumben vinger gwan GFrau 1193; Aristotiles spricht, ez sint vil vogel [Greifvögel] krummer vinger, die wênig airent [Eier legen] BdN 195,1; wem aber die arm krump sint, daz bedäut ainen vorchtigen und ainen pœsen menschen ebd. 48,18; einen lamen man [...] : / deme waren die bein crump / vn̄ sine arme ungesunt Ägidius 1474; wolgetan bein und da bie sleht, / der sin zu tugende ist gereht. / ie schelher und ie kruͤmmer / die sint der tugent ie tuͤmmer Physiogn 355. – in der Beschreibung der weiblichen Schönheit: diu Sælde hêt si besezzen. / ir ôren wârn ze rehte gar, / als si wæren erwünschet dar, / von liehtvarwer wîze, / nâch dem gotes vlîze / beidiu krump unde hol Wig 889; ir [der Augen Marias] brawen brun und wol gelich, / krumb ain wenig úbersich [ein wenig nach oben gewölbt] WernhMl 966; niht hoverehte noch ze krump / geschepfet was ir [der Nase von Helena] forme glast KvWTroj 19938. – vom schiefen, missgünstigen Blick der Augen: nît und zorn machent dicke / vil trüeben muot und krumbe blicke WälGa 684; minne, got müeze mich an dir rechen! / [...] und möhte ich dir dîn krumbez ouge ûz gestechen, / des het ich reht, wan du vil lützel endest MF:Hausen 15:4,3    2 übertr.    2.1 ‘verkehrt, nicht richtig, unrecht, ungerecht’ u.ä.    2.1.1 allg.: du valscher man, [...] / wie uns din gekose / [...] krumme lere schowen lie Pass III 658,59; der hêrren lêre ist leider krump, / dâ von ist witze worden tump Freid 72,23; in duchte sin [Silversters] antwurte krum Pass III 77,36; krump ere [nimmt vorangehendes gelogen unde unvurdienetiz lob auf] Stolle (Z) 96:J.27,5; sint guot ir [der Geistlichen] wort, ir werc ze krump, / sô volge dû ir worten nâch Winsb 6,8; die gescheffede also krum / Benedictus wol weste Pass III 227,2; dú werlt hat krumbes krieges teil [gemeint wohl ein Kampf unter ungleichen Bedingungen (Anm.Z.St.)] Marner (W) 7:2,1; swaz nach disem willen [Gottes] gerihtet ist, daz ist gereht; swaz aber da von gechert ist, daz ist chrvmp vnd schedelich vnd vngordent DvAPatern 120; da von sint dú reht in allen landen krumb Marner (W) 7:13,12; sît daz mich got ûf erden / zeime rihter hât gezelt / [...] daz ich [...] sol / die crumben sache slihten KvWSchwanr 657. 411; KvWKlage 15,4; eyngheyne krumme vorderinge doyn UrkNiederrh 3,147 (a. 1320); von Personen: rîcher got, wie wir nâch êren dô rungen! / [...] nû krump [...] die rihter sint! Walth 85,31; daz fiwer, daz also rihte / und die chrumben voite slihte StrKD 36,52. subst.: nû teilet an, / daz uns beide wol an stê / und niht krumbes dâ mit gê Heidin IV 1356    2.1.2 Ggs. sleht (s.a. 3.1–3.4): [Gawan zu Parzival: ] sô was ez reht: / hiest krumbiu tumpheit worden sleht Parz 689,26; dâ von ist daz reht wordn unreht / und daz krumbe ist worden sleht WälGa 12744; sin [des Betrügers] wort sint krumb, sin werk nicht slecht Boner 50,60. – etw. sî/  wære ~ oder sleht: der ban sî krump oder sleht, / man sol in fürhten; daz ist reht Freid 158,2; waz sî krump ode sleht / und was sî valsch ode wâr / daz solt man siu [Kinder] lêren gar WälGa 9248; hierher oder zu 3.2: ez wære krump oder sleht, / er gerte sînre genôze reht Parz 347,23; nu get dan mit mir [dem Abt] , / welt ir leben als wir / und halten gar der regeln reht: / ez si krum oder sleht, / daz sol iuch alles dunken guͦt Rennew 10964. subst.: er muz wol berichtet / sin [...], des munt rechte slichtet / döne unde wort, die krummes bar die werden meister lasen Frl 5:118G,6. krump / krumbez (daz krumbe) sleht machen u.ä., auch umgekehrt: daz swert nim du [edler Ritter] vomme reht, / daz du daz krumbe machest sleht WälGa 7474; du [Gott] chanst wol chrump sleht machen Dietr 5655; liegen triegen hânt daz reht [es ist ihre Natur] , / si machent krump mit worten sleht Freid 167,17; swie vil ir kunt des krumben / mit iwer kunst machen sleht Ottok 13120; die valschen zungen hânt daz recht, / si machent krump, daz ê was slecht Boner 7,48; wie si verkerend umb das recht / und machent krum das e was schlecht KvHelmsd 1250; Ottok 422; ir sît verkêret alle wîs: / [...] ir machet ûz dem slehten crump / und ûz dem crumben wider sleht Tr 9876; si [Minne] machet sleht gerihte crump / und die krumben sache sleht KvWTroj 2124; miet machet krumbes sleht / und krunbet slehtes reht RvEWh 3613; ouch wizzet, daz der selbe [ein und derselbe] man / daz slehte krump machen kan / unde machet daz krumbe sleht WälGa (W) 13428f.    2.1.3 ~ tuon ( ~ ist wohl subst., stN. ‘Unrecht’): hee was so junck ind so domp, / dede hei recht offte krump, / off dede hei eynichen boesen bale, / he waende dat hei dede waele KarlGalie 1069; ich seyn wael, dat man mir krump / ind harde groisse gewalt deit ebd. 1267    2.2 ‘ schlimm, verderblich, schädlich’ schiere müeze ein ende hân mîn kumber, / wand er ist krumb und ie krumber! SM:UvB 2: 1,10; ez stêt wol dir, sælig wîp, / sît krumb und krumber / belang [Sehnsucht] ich nâh dir hân, / daz dîn zarter lîp / zerfliezze [sich erweichen lasse] , sælde mîn SM:Ro 1: 3,10; ie krumer und ie tumber / wurde lichtt min arbaitt GTroj 22248; durch sî [die Geliebte] wil ich mich ânen / vil missetât, diu mir doch wurde krumber / nach tôde SM: Tu 2: 8,4; durch minen willen hat ir / versmeht die boͤse werlt, / ir vreude und ir vil krummes gelt Erz III 6,604    2.3 ‘dunkel, unverständlich, gekünstelt’ mîn tiutsche ist etswâ doch sô krump, / er mac mir lîhte sîn ze tump, / den ichs niht gâhes bescheide Wh 237,11; ‘tempus atque tempora / et temporis dimidium.’ [Dn 12,7] / diz mohte ûch alle dunken krum, / waz iz gesprochen wêre / in dûdelîcher mêre? Erlös 6410; die brief [des Papstes an Kaiser Heinrich] mit grammaticâ het meisters kunst geblüemet, / daz etlîch pfaffe was sô tump, / dô diu botschaft quam, daz sie in dûhte krump, / dâ bî manic hôchgelêrter sie hôch tüemet [rühmt] Loheng 7579; slechtiu wort und slecht geticht / diu lobt man in der welt nu nicht. / wels [wessen] wort krump sint gevlochten, / der hât nu vast gevochten. / wem slechtiu wort niut nütze sint, / kein nutz er von den krumben nint Boner Schlussrede 21. 24    2.4 ‘verwickelt, schwierig’ vrouwe Lârîe [...] gebar [...] einen sun, des âventiure / mir ze wilde wære, / ze krump und ze swære, / von sô wunderlîcher geschiht / daz ichz mit mînem getiht / nimmer triuwe errecken Wig 11630    2.5 krumbiu mittewoche ‘Mittwoch vor Ostern’ (vgl. Grotefend, Zeitrechnung 1,110 mit einem weiteren Urkundenbeleg a. 1261; zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen s. DWB 5,2451 und G. Bilfinger, in: Zs. f. dt. Wortforschung 4 [1903], S. 253–256): an der krunben mittewuchen UrkCorp (WMU) 1109,10. 52,44; an der crummen mittewochen schribit sente Lucas von der martyr unsis herren EvBerl 60,6; daz enhein jude noch jüdin von der krumben mittewuchen nach imbiz unz an den hohen samstag, daz man die gloggen lütet, sich öugen sol SchweizId 3,822 (Z. Ratserk.; a. 1319). – dazu vgl.: daz aller heriste urscim [= urschîm ] , / so gemarteret wart min trehtin, / daz heizet er [der Teufel] ane scrigen / die vil tumpen leigen, / jouch die mittachen / in der osteren wochen. / si sprechent daz si crump si ArnoltSieb 59a,7    3 Phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 255f.)    3.1 ~ und sleht: zur Bezeichnung einer Gesamtheit ‘alles; alle’ [Umschreibung für Gott:] der beidiu krump unde sleht / geschuof Parz 264,26; daz man dâ bî der erde / mache ein bilde, daz ist reht, / wan si krump und dar zuo sleht / ûf ir lât werden unde gebirt RvEBarl 9300; wær mîn lop gemeine, / [...] dem wîsen unt dem tumben, / dem slehten und dem krumben Parz 509,20; er [ der unreine man ] minnet chrump und sleht StrKD 33,22    3.2 ez sî/  wære ~ oder sleht (reht) u.ä., ‘was auch immer es sei/  war, unter allen Umständen; alles; alle’ ez were krump oder recht, / er enwolde ritter noch knech [l. knecht ] . / er hup sich eine an die vart Herb 18312; ez sie krum oder slecht [wie immer der Kampf auch verlaufe] , / sô sult ir blîben bie dem vanen LivlChr 2530; ez wære rûch, ez wære blôz, / ez wære krump, ez wære sleht, / daz nam allez Helmbreht Helmbr 667; wo ich [der Wolf] by dy gense quam, / waz ich der mochte erbizze, / daz tet ich wol mit flizze, / si weren krump oder slecht KgvOdenw 10,25; waz die vüez möchtin erloufen, / und die hende gekoufen / (ez wære denn krumb oder slecht), / daz kæm im [dem Bauch] allez sament recht Boner 60,13    3.3 sprechen, daz krumbe sî sleht ‘lügen, die Wahrheit verdrehen’ er tuot gewalt und unreht / und spricht daz krumbe sî sleht WälGa 11926    3.4 Sprichw.? (vgl. TPMA 7,214f.): alsô uil sô dû in [Gott] minnest, alse reht pistû. wande ein chrumbiz unde ein rehtiz nefuͦgent sich niemmir TrudHL 19,8 (vgl. TrudHL (O) , Anm.z.St.); waz krumb ist, daz wirt kûme slecht Boner 71,58

MWB 3,2 646,24; Bearbeiter: Tao

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRUMPflex. (-bes) adj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    KRUMP flex. (-bes) adj. krumm, verdreht. ahd. chrumb Graff 4,509. krump unde ( oder ) sleht Parz. 264,26. 347,23. eʒ ist…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krump

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    krump , s. krumm .

  3. modern
    Dialekt
    krump

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    krump = krumm (s. d.).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krump

45 Bildungen · 42 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

krump‑ als Erstglied (30 von 42)

Krumpach, Nikol

DWBQVZ

--- hern Erasmi von Roterdam vormanung das heylige evangelium und der heyligen zwelf-boten schrifft fleissig zu lesen in kurtz verdeutscht. …

krumpel

DWB

krum·pel

krumpel , krümpel , f. knitterige falte. 1 1) heimisch ist es im westl. mitteldeutsch: hess. die krumpel, knitter in kleidern, weiszzeug, pa…

krumpeleht

BMZ

krumpel·eht

krumpeleht adj. krumm, gebogen. sie sint gereht, oder ein wênic krumpeleht Renner 8618.

krumpelig

Pfeifer_etym

krump(e)lig Adj. ‘faltig, zerknittert, schrumplig’, gebildet (18. Jh.) zu Krumpel f. (nordd.) ‘Knitter-, Hautfalte, Runzel’, krumpeln Vb. ‘k…

Krumpeljanes

RhWB

Krumpel-janes -ømpəljānəs Lennep m.: einer, der unordentlich faltet, in einen Behälter hineinlegt.

Krumpelkuchen

PfWB

krumpel·kuchen

Krumpel-kuchen , Krummel- m. : = Brotkuchen , Krumbelkuche [verbr. nördl. WPf u. NPf], Krummel- [ RO-Ruppeck ]; vgl. Krumpel 2 a, Krumpeltei…

krumpeln

Pfeifer_etym

krump·eln

krump(e)lig Adj. ‘faltig, zerknittert, schrumplig’, gebildet (18. Jh.) zu Krumpel f. (nordd.) ‘Knitter-, Hautfalte, Runzel’, krumpeln Vb. ‘k…

Krumpelteig

PfWB

krumpel·teig

 Krumpel-teig m. : 1. 'der zusammengekratzte Teigrest', Krumbeldeeg [ Don-Schowe ]; vgl. Krumpelkuchen . — 2. 'der dicke Rand des ausgezoge…

krumpen

DWB

krum·pen

krumpen , 1 1) in der tuchmacherei, s. krimpen 3, c. 2 2) krumm werden, hinkend werden, auch erkrumpen, tirol. Schöpf 349 , zu oberd. krump …

krumperlich

DWB

krump·erlich

krumperlich , adj. : krumperlicher oder krumlicher, varicosus vel instabilis, unsteter, it. recidiuus. voc. th. 1482 r 5 b ( die drei letzte…

krumpfeht

KöblerMhd

krump·feht

krumpfeht , Adj. nhd. „krumpficht“, gebogen, stumpfnasig? ÜG.: lat. simus Gl Q.: Gl (15. Jh.) E.: s. krump (1) W.: nhd. (ält.) krumpficht, A…

krumpfen

DWB

krumpfen , 1 1) gleich schrumpfen: so soltu dich des vermessen ( darauf gefaszt machen ), das dann die senaderen krumpfen in etlichen gelide…

krumpficht

DWB

krump·ficht

krumpficht , gliederlahm: bei warmen tägen musz man sie ( die kühe ) auch dann und wann aus den ställen lassen, dasz sie sich ergötzen, ausl…

krumpheit

MWB

krump·heit

krumpheit stF. ‘Verkrümmung’ ein man [...] / het ein krumbez winster bein. / der selben krumpheit quam er abe / ze sant Francisken grabe LvR…

krumpholz

KöblerMhd

krump·holz

krumpholz , st. N. nhd. Spieß (M.) (1) Hw.: vgl. mnd. krumholt Q.: Cranc (1347-1359) (FB krumpholz) E.: s. krump, holz W.: nhd. (ält.) Krumm…

krumphōrn

KöblerMnd

krumphōrn , N. Vw.: s. krumhōrn

Krumplen

LothWB

krump·len

Krumple n [krùmplə Fo. u. s.] pl. (unordentliche) Falten in den Kleidern: min Rock isch voll K. — vgl. hess. 229 Krumpel Falte; baier. 1, 13…

krumplich

LothWB

krump·lich

krumplich adj. Fo. u. s. verdrückt (von Kleidern), zerknittert: Min Kläd isch ganz k. — hess. 229 krumpelicht. s. d. vorige.

krumplîche

Lexer

krump·liche

krump-lîche adv. krumm, schief. crumplîch er daʒ bilde an sach S.Nic. 463.

krumplig

Pfeifer_etym

krump(e)lig Adj. ‘faltig, zerknittert, schrumplig’, gebildet (18. Jh.) zu Krumpel f. (nordd.) ‘Knitter-, Hautfalte, Runzel’, krumpeln Vb. ‘k…

krumplîche

MWB

krumplîche Adv. ‘schief, scheel’ in ungebærden harte groben / crumplîch er daz bilde an sach / sant Niclauses StNik 463 MWB 3,2 651,15; Bear…

krump als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von krump (2 von 2)

bekrumpen

WWB

be-krumpen Adj. [WMünsterl Kos] 1. (bes. von Stoffen) eingeschrumpft; eng, karg, dürftig. — 2. beschränkt.

Krumpe

SHW

Krumpe Band 3, Spalte 1877-1878