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Ab

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Campe
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56 in 30 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ab adv.

Bd. 1, Sp. 2b
Ab, adv. u. praep. I. Als Umstandswort bezeichnet ab eine Trennung, Absanderung, und überhaupt eine Entfernung. Der Deckel ist ab. Drei Schritte vom Wege ab. Hut ab! Auf und ab, ab und zu, ab und an, für ungefähr, bald mehr bald weniger. Der Preis ist verschieden, einen Thaler auf und ab. Auch bloß ab in Rechnungen und Schauspielen, wo es bedeutet, ziehe ab, tritt ab. Gewöhnlich wird es von einer Bewegung von der in Rede stehenden Sache hinweg, oder von einer Bewegung nach unten zu gebraucht. Er geht bei dem Kranken ab und zu. Ih rechne ab und zu, wie Sie wollen. »Unzählige Wagen voll Neugieriger fuhren ab und zu, um den Spaß anzusehen.« Reichhardt. »Sie (die Salanganen) kommen erst gegen Abend in ihre Nester zurück, ausgenommen wenn sie brüten und Junge haben, da sie öfters ab und zu fliegen « Funke. Er geht in der Stube auf und ab. Er ist den Berg schon oft auf und ab gelaufen. 2. Als Verhältnißwort, wo es im O. D. auch allein vorkömmt und von, an, vor, aus bedeutet, sonst aber veraltet ist. ≠ Ab dem Wege kommen, ab den Augen kommen. »Darab Gott ein größer Wohlgefallen hat, denn ab dem Opfer.« Emser. I abhanden sein und abhanden kommen lebt es auch noch in andern als O. D. Gegenden und in der Schriftsprache. Am häufigsten kömmt ab in Zusammensetzungen vor, wo es in allgemeinen von bedeutet, welche Bedeutung aber in folgende einzelne zerfällt: 1) der Entfernung, in eigentlicher und uneigentlicher Bedeutung, sowol durch die Bewegung von einem Orte zum andern, wie in abfliegen, abhalten, abwehren; als auch durch Absonderung und Trennung, wie in abpflügen, abreißen, abfaulen, wobei es sich oft auf die abgesonderte Sache sowol, als auf die, von welcher sie abgesondert wird, bezieht. Man sagt nämlich sowol, den Staub abfegen, als, die Tische, Stühle  abfegen. 2) Der Verminderung, Tilgung, Beraubung, sowol eigentlich, wie in abbüßen, abarbeiten, absitzen, abtrinken, abknappen, abdarben, abgeizen, als auch uneigentlich der Verminderung, Aufreibung der Kräfte , oft auch bloß der Ermüdung, wie in der sich abhärmen, abgrämen, abseufzen, abweinen, abarbeiten, abmühen. 3) Des Erreichens, Erlangens einer Absicht, einer Sache, wobei die Art und Weise durch das damit verbundene Aussagewort bestimmt wird, wie in abschreiten, durch Schreiten erfahren, wie lang eine Sache oder wie weit es bis zu einer Sache sei, abbetteln, abschmeicheln  4) Der Nachahmung, der Übertragung der Gestalt und Beschaffenheit einer Sache auf die andere, wie in abbilden, abdrucken, abschatten, abschreiben. 5) Der Ankündigung und Mittheilung auf eine gewisse Art, wie in abblasen, absingen, abtuten, abgeigen, ablesen, abdudeln, abschreien. 6) Der Vollendung, sowol der Dauer als der Güte nach, wie in abkochen, abdörren, abkühlen, abspeisen. 7) Der Verstärkung des in dem damit verbundenen Worte liegenden Begriffs, wie in abmatten, abprügeln, absondern. Endlich 8) der Verneinung des Begriffs von dem, was das mit ab verbundene Wort bezeichnet, wie in abhold, Abgunst, Abgott, Abgrund. — Das Wörtchen ab wird bei der Umwandlung der Aussagewörter meist getrennt, indem man nicht sagt: ich abhole, du abholst, er abholt, sondern ich hole ab, du holest ab, er holet ab; aber wol, wenn ich dich abhole. Auch bekömmt ab in Zusammensetzungen durchgängig den Ton, man müßte denn auf das damit verbundene Wort einen besondern Nachdruck legen wollen, z. B. er hat das Lied nicht abgesungen, sondern abgeschrien.
3413 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    ab

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ab

    Althochdeutsches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    ab- s. auch aba-, abe-.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    AB

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    AB s. AVER .

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Áb

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Áb , eine Partikel, welche in gedoppelter Gestalt vorkommt. I. Für sich allein, und als ein eigenes Wort. 1. Als ein Ums…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ab

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    a , ab lat D.M.Ervini a Steinbach 37,139,4 Baukunst 1773 idVbdg ‘a quo’ das Judicatum a quo DjG4,360,30 RAnw [29.10.74] …

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ab

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Ab , der 11. Monat im bürgerlichen Jahre der Juden, der 5. im hl. Jahre, mit der letzten Hälfte unsers Juli und der erst…

  7. modern
    Dialekt
    ab

    Bayerisches Wörterbuch · +19 Parallelbelege

    ab Band 1, Spalte 1,9–12

  8. Sprichwörter
    Ab

    Wander (Sprichwörter)

    Ab Ab Sephe (Sophie oder Joseph). Eine sprichwörtliche Redensart in Gera, um zu sagen: Fort, weg damit. [Zusätze und Erg…

  9. Latein
    ab

    Mittellateinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1. ab v. 2. a . 2. ab v. ob . 3. ab v. a(a)b . Prinz

  10. Spezial
    ab

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ab I praep. 1 (räumlich) da ... inant/demez: ab Bruneck da Bornech inant/demez; 2 (zeitlich) da ... inant: ab nächster W…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ab

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Keine Komposita gefunden — ab kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.