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handlich

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

handlich

handlich

Hand f. ‘unterster Teil des Armes zum Greifen und Halten’, ahd. hant (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. hant, asächs. hand, aengl. hand, hond, nl. engl. hand, anord. hǫnd, schwed. hand, got. handus führen auf eine Substantivbildung germ. *handu-, die im Ablautverhältnis steht zu got. -hinþan ‘greifen, fangen’ (frahinþan ‘gefangennehmen’), aschwed. schwed. hinna ‘erlangen, erreichen’ und zu ahd. herihunda ‘Beute’ (9. Jh.), aengl. hūþ, got. hunþs ‘Beute’. Hand wäre danach als ‘die Greifende, Fangende’ zu deuten. Eine Verbindung zu außergerm. Wörtern ist nicht sicher nachzuweisen; de Vries Nl. 234 hält daher Herkunft aus einem vorie. Substrat für möglich. Doch vgl. zur Problematik des Wortes Markey in: Journal of Indo-European Studies 12 (1984) 261 ff. Im Ahd. geht Hand in die i-Deklination über; Reste des alten u-Stammes zeigen Fügungen wie abhanden (s. ab), vorhanden ‘verfügbar, vorrätig’, eigentlich ‘vor den Händen’ (15. Jh.), meist in der Fügung vorhanden sein, attributiv seit dem 18. Jh., und zuhanden ‘greifbar, nahe’ (15. Jh.), die den umlautlosen Dativ Plur. bewahren. – aushändigen Vb. ‘aus der Hand geben’ (17. Jh.). Handbuch n. ‘Buch, das den Stoff eines Wissensgebietes umfaßt’, Übersetzung (15. Jh.) von gleichbed. lat. manuāle. handfest Adj. ‘kräftig, derb’, mhd. hantveste, mnd. hantvast ‘in feste Hand genommen, gefangen, tüchtig’. Handgeld n. ‘Anzahlung bei mündlichem Abschluß eines Vertrages’, besonders ‘Geld, das jmdm. (bei der Anwerbung zum Militärdienst) in die gelobende Hand gezahlt wird’ (17. Jh.); vgl. mnd. hantgelt ‘Zins, Rente’ (14. Jh.). handgemein Adj. ‘handgreiflich, tätlich’ (18. Jh.). Handgemenge n. ‘Schlägerei, Nahkampf’ (17. Jh.). handgreiflich Adj. ‘tätlich, greifbar’ (17. Jh.). Handhabe f. ‘Griff, Henkel, begründeter Anlaß’, ahd. hanthaba (9. Jh.), mhd. hanthabe; handhaben Vb. ‘auf eine bestimmte Weise gebrauchen, benutzen’ (16. Jh.), frühnhd. hanthaben ‘fest fassen, (an)halten, schützen, unterstützen’ (15. Jh.). Handlanger m. ‘Zuarbeiter’ (in Bauberufen), ‘willfähriger Helfer’ (15. Jh.); zu langen ‘ausstrecken, reichen, greifen’ (s. d.). handlich Adj. ‘bequem, leicht zu handhaben’, mhd. hantlich ‘mit der Hand verrichtet’. Handschrift f. ‘für jmdn. charakteristische Schrift, handgeschriebenes Werk’, frühnhd. auch ‘Unterschrift, Schuldbrief’ (15. Jh.). Handschuh m. ‘Bekleidungsstück der Hand’, ahd. hantscuoh (9. Jh.), mhd. hantschuoch. Handstreich m. ‘Handschlag’ (16. bis 19. Jh.); ‘plötzlicher Überfall’ (Anfang 19. Jh. als Übersetzung von frz. coup de main). Handtuch n. ‘Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Körpers’, ahd. hanttuoh (Hs. 12. Jh.), mhd. hanttuoch; aus dem Boxsport das Handtuch werfen ‘(den Kampf) aufgeben’ (20. Jh.). Oberhand f. ‘Überlegenheit, Übermacht’, mhd. oberhant (aus obere hant); geläufig die Oberhand gewinnen, behalten. Zu Hand im Sinne von ‘Besitz, Macht’. überhandnehmen Vb. ‘sich zu stark vermehren, ausbreiten’ (15. Jh.), mhd. überhant nemen; vgl. mhd. überhant f. ‘Übermacht’.
2967 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Handlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Handlich , -er, -ste, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, üblich ist, was sich ohne Mü…

  2. modern
    Dialekt
    handlich

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    handli ch [hàntlə Blotzh. ] Adj. fleissig. Abschiedsgruss beim Gang zur Feldarbeit: Sin d nit z u h.! — Antw. Es het ke …

  3. Spezial
    handlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    hand|lich adj. manajor (-s, -a), saurí da manajé, comot (-oc, -a), pratich (-cs, -ca).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit handlich

7 Bildungen · 1 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von handlich

hand + -lich

handlich leitet sich vom Lemma hand ab mit Suffix -lich.

handlich‑ als Erstglied (1 von 1)

handlichkeit

DWB

handlich·keit

handlichkeit , f. 1 1) ( nach handlich 2) geschicklichkeit: es war eine wahre freude zu sehen, mit welcher handlichkeit er die neuen geschäf…

handlich als Zweitglied (5 von 5)

b(e)handlich

Idiotikon

b(e)handlich Band 2, Spalte 1406 b(e)handlich 2,1406

unhandlich

DWB

unhandlich , adj. adv. , gth. v. handlich. unhantlîh Graff 4, 971 , unhandeliche Diefenbach gl. 305 c , mnl. onhandelijc wb. 5, 765, alle fü…

Ableitungen von handlich (1 von 1)

unhandlich

DWB

unhandlich , adj. adv. , gth. v. handlich. unhantlîh Graff 4, 971 , unhandeliche Diefenbach gl. 305 c , mnl. onhandelijc wb. 5, 765, alle fü…

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APA
Cotta, M. (2026). „handlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/handlich/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „handlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/handlich/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „handlich". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/handlich/pfeifer_etym.
BibTeX
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