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Handschrift

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Handschrift

Handschrift

Hand f. ‘unterster Teil des Armes zum Greifen und Halten’, ahd. hant (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. hant, asächs. hand, aengl. hand, hond, nl. engl. hand, anord. hǫnd, schwed. hand, got. handus führen auf eine Substantivbildung germ. *handu-, die im Ablautverhältnis steht zu got. -hinþan ‘greifen, fangen’ (frahinþan ‘gefangennehmen’), aschwed. schwed. hinna ‘erlangen, erreichen’ und zu ahd. herihunda ‘Beute’ (9. Jh.), aengl. hūþ, got. hunþs ‘Beute’. Hand wäre danach als ‘die Greifende, Fangende’ zu deuten. Eine Verbindung zu außergerm. Wörtern ist nicht sicher nachzuweisen; de Vries Nl. 234 hält daher Herkunft aus einem vorie. Substrat für möglich. Doch vgl. zur Problematik des Wortes Markey in: Journal of Indo-European Studies 12 (1984) 261 ff. Im Ahd. geht Hand in die i-Deklination über; Reste des alten u-Stammes zeigen Fügungen wie abhanden (s. ab), vorhanden ‘verfügbar, vorrätig’, eigentlich ‘vor den Händen’ (15. Jh.), meist in der Fügung vorhanden sein, attributiv seit dem 18. Jh., und zuhanden ‘greifbar, nahe’ (15. Jh.), die den umlautlosen Dativ Plur. bewahren. – aushändigen Vb. ‘aus der Hand geben’ (17. Jh.). Handbuch n. ‘Buch, das den Stoff eines Wissensgebietes umfaßt’, Übersetzung (15. Jh.) von gleichbed. lat. manuāle. handfest Adj. ‘kräftig, derb’, mhd. hantveste, mnd. hantvast ‘in feste Hand genommen, gefangen, tüchtig’. Handgeld n. ‘Anzahlung bei mündlichem Abschluß eines Vertrages’, besonders ‘Geld, das jmdm. (bei der Anwerbung zum Militärdienst) in die gelobende Hand gezahlt wird’ (17. Jh.); vgl. mnd. hantgelt ‘Zins, Rente’ (14. Jh.). handgemein Adj. ‘handgreiflich, tätlich’ (18. Jh.). Handgemenge n. ‘Schlägerei, Nahkampf’ (17. Jh.). handgreiflich Adj. ‘tätlich, greifbar’ (17. Jh.). Handhabe f. ‘Griff, Henkel, begründeter Anlaß’, ahd. hanthaba (9. Jh.), mhd. hanthabe; handhaben Vb. ‘auf eine bestimmte Weise gebrauchen, benutzen’ (16. Jh.), frühnhd. hanthaben ‘fest fassen, (an)halten, schützen, unterstützen’ (15. Jh.). Handlanger m. ‘Zuarbeiter’ (in Bauberufen), ‘willfähriger Helfer’ (15. Jh.); zu langen ‘ausstrecken, reichen, greifen’ (s. d.). handlich Adj. ‘bequem, leicht zu handhaben’, mhd. hantlich ‘mit der Hand verrichtet’. Handschrift f. ‘für jmdn. charakteristische Schrift, handgeschriebenes Werk’, frühnhd. auch ‘Unterschrift, Schuldbrief’ (15. Jh.). Handschuh m. ‘Bekleidungsstück der Hand’, ahd. hantscuoh (9. Jh.), mhd. hantschuoch. Handstreich m. ‘Handschlag’ (16. bis 19. Jh.); ‘plötzlicher Überfall’ (Anfang 19. Jh. als Übersetzung von frz. coup de main). Handtuch n. ‘Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Körpers’, ahd. hanttuoh (Hs. 12. Jh.), mhd. hanttuoch; aus dem Boxsport das Handtuch werfen ‘(den Kampf) aufgeben’ (20. Jh.). Oberhand f. ‘Überlegenheit, Übermacht’, mhd. oberhant (aus obere hant); geläufig die Oberhand gewinnen, behalten. Zu Hand im Sinne von ‘Besitz, Macht’. überhandnehmen Vb. ‘sich zu stark vermehren, ausbreiten’ (15. Jh.), mhd. überhant nemen; vgl. mhd. überhant f. ‘Übermacht’.
2967 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Handschrift

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Handschrift , plur. die -en. 1) * Die Züge der Schrift, die Art und Weise zu schreiben in Ansehung der Züge; eine im…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Handschrift

    Goethe-Wörterbuch

    Handschrift rund 200 Belege, in Br bis etwa 1790 gelegentl -fft 1 die (individuellen) Schriftzüge einer Person; mehrf im…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Handschrift

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Handschrift , s. d. Art. Chirographum , Autographen und Manuscript .

  4. modern
    Dialekt
    Handschrift

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Handschrift f. Schuldverschreibung Dunzenh. Z. ‘Syngrapha handgeschrifft, kerffzedel, schuldt bekantnuss’ Gol. 128.

  5. Sprichwörter
    Handschrift

    Wander (Sprichwörter)

    Handschrift 1. Handschriften gelten am Jüngsten Tage so viel als baar Geld. 2. Die Handschrift wider jemand haben. – Lut…

  6. Spezial
    Handschrift, anonymef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Handschrift , f , anonyme рукопись , ж , анонимная

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit handschrift

18 Bildungen · 14 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von handschrift 2 Komponenten

hand+schrift

handschrift setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

handschrift‑ als Erstglied (14 von 14)

Handschriftendeutung

Meyers

handschrift·en·deutung

Handschriftendeutung , die Kunst, den Charakter eines Menschen aus den Zügen seiner Handschrift zu erkennen. Handschriftendeutungskunde (gri…

Handschriftenwesen

FiloSlov

handschrift·en·wesen

Handschriftenwesen , n дело , ср , рукописное → FiloSlov Handschriftenkunde, f → FiloSlov Graphologie, f

handschriftlich

DWB

handschrift·lich

handschriftlich , adj. 1 1) ( nach handschrift 3) in form eines schuldbriefs: er verpflichtet sich handschriftlich zur zahlung. 2 2) als man…

Handschriftsammlung

GWB

handschrift·sammlung

Handschriftsammlung einmal Handschriften-, auch Bindestrichschr nur mBez auf G-s eigene, vermutl 1805 angelegte Sammlung von Autographen aus…

handschrift als Zweitglied (3 von 3)

schandschrift

DWB

schand·schrift

schandschrift , f. schmähschrift, pasquill, libellus famosus. Frisch 2, 161 a : ob wol ... nun einer sprech, dasz dises ein schimpfgedicht .…

Ableitungen von handschrift (1 von 1)

urhandschrift

DWB

-handschrift Savigny gesch. d. röm. rechts 2, 148 ; Scherer kl. schr. 1, 652 . —