schleppen 3. PersSg Präs u Prät öfter -ept/-epte 1
Schweres befördern (lassen), auch: bei sich tragen; auch absolut: eine schwere Transportarbeit verrichten; einmal synekdochisch von ‘Schultern’; auch im Bild u bildl [
Gegend um Karlsbad] Besonders war Stadelmann unersättlich, den stänglichen Eisenstein..zusammenzulesen. Wie denn über ein Viertelscenter nach Hause geschleppt wurde GWBB32,19,5 August 16.9.19 Granit Säule..die..nach Alexandrien geschlept wurde GWBT1,308,25 v 19.10.86 Felix lag am Boden und schrie..Mignon hatte den Felix aufgehoben, und schleppte mit Mühe den Knaben in den Garten GWB22,216,1 Lj V 13 das thätige Volck das immer..|Schlept und trägt und schwizt GWB53,345 Epist I Plp Vs 14 [
Elisabeth:] Der Gerichtsbote! [
Götz:] Esel der Gerechtigkeit! Schleppt ihre Säcke zur Mühle GWB8,120,17 Götz
2 IV~GWB39,122,12 Götz
1 IV GWB24,20,14 Wj I 2 GWB32,64,25 ItR GWBB6,354,12 Herder 6.9.84
uö im Bild der eigenständigen Bewältigung einer umfangreichen Aufgabe Der Lastträger.|Weil du [
FNicolai] vieles geschleppt und schleppst und
s. wirst, meinst du,|Was sich selber bewegt, könne vor dir nicht bestehn GWB5
1,234 Xen 202(274) GWB23,246,15 Lj VIII 7
bildl in den Wdgn ‘etw mit sich/mit in etw/hinter sich drein s.’: etw nicht hinter sich lassen, an etw hängen-, klebenbleiben Es ist wundersam, wie eine jede Zeit Wahrheit und Irrthum aus dem kurz Vergangenen, ja dem längst Vergangenen mit sich trägt und schleppt GWB33,154,26 Camp Der Irrthum ist recht gut, so lange wir jung sind, man muß ihn nur nicht mit in's Alter
s. GWB42
2,118,6 MuR(92) GWB41
1,190,21 Üb:Byron,Manfr
uö(selten) iSv jdn/etw ziehen; auch ‘hinter sich (drein) s.’; auch im Bild, je einmal von personifiziertem Geistigen u mBez auf eine große literarische Arbeit; einmal sprachrefl Der erste [
Führer] schleppte mich, der zweite Tischbein den Berg [
Vesuv] hinauf. Sie schleppten, sage ich: denn ein solcher Führer umgürtet sich mit einem ledernen Riemen, in welchen der Reisende greift GWB31,29,9u10 ItR Unser Meister..|Schleppt hinter sich an einer Leinen|Alle Narren, groß- und kleinen GWB16,126 HSachsPoetSdg 111 heitere Darstellungen [
JKGrübels ‘Gedichte in Nürnberger Mundart’] , die nicht gerade immer den leidigen Schwanz moralischer Nutzanwendung hinter sich
s. GWBB13,337,8 Schiller 12.12.98 [
betr ‘Götz von Berlichingen’] wenn ich nicht alle Stärke die ich in mir selbst fühle auf ein Object würfe, und das zu packen und zu tragen suchte, so viel mir möglich, und was nicht geht, schlepp ich GWBB2,7,24 Salzmann 28.11.71 GWB16,137 MiedingsTod 128 GWB38,87,12 ErwElm
1 uö iSv zerren; meist in bildl Wdgn des (unangemessenen) Bekanntmachens, des Kundtuns: ‘ans Licht/ins Öffentliche/vors Publikum/durchs ganze Königreich s.’; einmal neben ‘ziehen’; einmal ‘hin und her geschleppt sein’ iSv mit zu vielen Anliegen zugleich beschäftigt sein den Herrn der Seiltänzergesellschaft, der das interessante Kind [
Mignon] bei den Haaren aus dem Hause zu
s. bemüht war GWB21,160,20 Lj II 4 bis einmal der Zufall oder..eine Art Wahnsinn das Ungebührliche an's Licht schleppt GWBB43,147,24 Zelter 6.11.27 das Geschlecht der Tags- und Wochenblättler ist gar zu gierig und die Noth zwingt sie, alles gleich vor's Publicum zu
s. GWBB23,304,15 Knebel 27.3.13 Ich bin immer zerstreut und hin und her geschleppt daß ich kaum der Gegenwärtigen geschweige der Abwesenden geniesen kann GWBB6,388,22 Jacobi 12.11.84 GWB42
2,171,22 MuR(479)~GWBB50,244,17 Nicolovius Nov 25 K GWB8,219,14 Egm II
uö(selten) iSv jdn/etw schleifen; auch als schwere Körperstrafe für einen Verbrecher; einmal im Bild der Inbesitznahme des Geliebten durch die Liebende; einmal ‘etw durch die Welt s.’ bildl iSv etw mühsam aufrechterhalten Man band ihn [
Graf Friedrichs Leiche] an ein hohes Ross|Und schleppt ihn durch das tiefe Moos GWBDjG
32,49 ElsässVolksl Lied GfFriedr 94 Auf die Straße warfen sie [
Bauern] ihn [
Wolf] und schleppten ihn eilig|Über Stock und Stein; es war kein Leben zu spüren GWB50,40 ReinF III 348 Gehängt, geschleppt, geviertheilt solte nun|Ein solcher Schuft in solchen Armen ruhn!|Geschleppt auf liebes Bret des Schmeichel Auges|Gehängt am schalkschen Rücken ihrer Stirne GWB53,430 Gehängt, geschleppt 1u3 Mir blieb nicht lange verborgen, daß er [
alter Mann] ..den Schatten eines früheren wohlhabenden und ehrenvollen Lebens kümmerlich durch die Welt schleppe GWB33,206,26 Camp GWB41
1,321,11 Ilias Ausz 22
uö(selten) 2
jdn (wohin) mitnehmen, auch gewaltsam wohin bringen; einmal mit Personifikation; ‘jdn mit sich s.’ einmal iSv jdn überallhin mitnehmen; einmal bildh (u abschätzig) ‘jdn durch etw s.’ iSv jdn durch sämtliche Bereiche, Teile von etw führen; einmal ‘sich jdn s.’: jdn zum eigenen Nutzen u gegen dessen Willen herbeitragen; auch im Bild Cäsarn wär' ich wohl nie zu fernen Britannen gefolget,|Florus hätte mich leicht in die Popine geschleppt! GWB1,253 Vs 300 RömEleg XV [
Richter:] Hier ist der Rädelsführer!..Geschwind zum Gerichtshalter!..In Ketten und Banden nach der Residenz geschleppt! GWB17,304,15 Bürggeneral 14 Götterbilder..die man ihren schönen Wohnsitzen entrissen und in römische Knechtschaft geschleppt hatte GWB41
1,363,13 Üb:Knebel,Lukrez [
Mephisto über Faust:] Verachte nur Vernunft und Wissenschaft,|..So hab' ich dich schon unbedingt..|Den schlepp' ich durch das wilde Leben,|Durch flache Unbedeutenheit GWB14,88 Faust I 1860 [
Erwin:] Die Mädchen!..Ihre Eitelkeit..Uns an ihrem Triumphwagen auf und ab zu
s. GWB38,94,17 ErwElm
1 GWB15
1,232 Faust II 9792 [ Schleppt' GWB15
2,125 Var] 52,254,20 ThS VI 11 52,171,9 ThS V 12
uö ‘mit sich s.’ iSv immer um sich haben [
Paläophron:] Wenn dieses Mädchen [
Neoterpe] ..nicht die läppische|Gesellschaft mit sich schleppte GWB13
1,9 PaläophronNeoterpe 111
‘an das Grab s.’ bildl für: jdn emotional zugrunde richten [
Buenco:] Er [
Clavigo] soll diesen Engel [
Marie] noch besitzen, den er so schändlich beleidigt, den er an das Grab geschleppt hat GWB11,84,19 Clav III 3
refl; sich schwerfällig, unter Mühen fortbewegen; einmal bildl für eine unnormale, unterwürfige Verhaltensweise; einmal trans synekdochisch ‘seine Glieder in etw s.’ für: sich an einen Ort bemühen [
schwerkranker Weislingen:] Vergebens, daß ich mich aus einem Zimmer in das andere schleppe, ich trage mein Weh mit mir fort GWB13
1,352,10 Götz
3 V 17 [
Mephisto:] Da muß ich mich durch steile Felsenstreppen,|Durch alter Eichen starre Wurzeln
s.! GWB15
1,151 Faust II 7952 [
Neffe:] Der bedürftige Mensch geht nicht wie ein andrer..er krümmt sich, er schleppt sich GWB45,148,10 RamNeffe Ich hab meine Glieder in Stern [
Garten im Weimarer Ilmpark] geschleppt, Sie noch zu sehn GWBB3,77,21 ChStein [23.6.76 Korr GB3
1,77] GWBAA63,3 Werth¹ I~GWBWerth²
uö mit Sachsubj iSv sich schwerfällig, träge fortsetzen Er [
RHooke] zeigt eine Anwandlung von Besserung, die nicht lange dauert, und die Sache schleppt sich ihren alten Gang GWBN4,24,26 FlH VI GWB14,92 Faust I 1974 4
sich mit einer schweren Last, Belastung plagen a
konkr: ‘sich mit etw s.’: sich mit einer schwer zu tragenden Last abmühen; einmal unter Zurücktreten des Schweren u Akzentuierung des Fortwährenden ‘sich mit etw das ganze Jahr s.’ für: etw ohne Unterlaß benutzen; einmal bildl ‘sich mit jdm s.’: sich durch die Beziehung zu jdm belasten Auch so keuchten die Weiber und Kinder mit Bündeln sich s-d,|Unter Körben und Butten voll Sachen keines Gebrauches GWB50,194 HermDor I 127 [
Venedig] Regenwetter..man besudelt..die Mäntel, die Tabarros, womit man sich ja das ganze Jahr schleppt GWB30,141,22 ItR Wenn die Männer sich mit den Weibern
s., so werden sie so gleichsam abgesponnen wie ein Wocken GWB42
2,159,16 MuR(356) GWB30,136,7 ItR
uö(selten) ‘sich durch die Welt s., wie man kann’ bildl iSv das Leben so gut es geht, irgendwie meistern Grüße mir..deine Freunde, und schlepp dich durch die Welt wie du kannst GWBB2,15,12 JungStilling [3.2.72] b
übertr: sich (mit etw) mühen α
‘an etw s.’: sich mit einer Belastung plagen; einmal subst Inf ohne Präp für: das mühsame Vorankommen bei einer Arbeit Es ist schwer, gegen den Augenblick gerecht sein: der gleichgültige macht uns lange Weile, am guten hat man zu tragen und am bösen zu
s. GWB42
2,123,9 MuR(139) Die Stein hat mich auch wieder verlassen, sie schleppt an dem Kochberger Wirthschaffts Kreuze GWBB6,381,3 CarlAug 28.10.84 [
Arbeiten zur ‘Farbenlehre’] die passionirte Heftigkeit..das S. und Schleifen und dann wieder der Sturm und Drang, das alles macht in den Papieren und Acten eine recht interessante Ansicht GWBB16,232,8 Schiller 22.5.03 GWBB17,17,18 Schiller [17.1.04]
uö(selten) β
etw mühsam ertragen, durchstehen; einmal im Aufgriff des biblischen ‘Pfahls im Fleisch’ (2.Kor 12,7) Arm am Beutel, krank am Herzen,|Schleppt' ich meine langen Tage GWB1,181 Schatzgräber 2 gerade trifft das alles zusammen in eine Zeit wo ich auch mancherley zu heben und zu
s. habe GWBB19,118,15 Zelter 26.3.06 Tour durch die Bernischen Glätscher..mit dem Herzog muss ich thun was mäsig ist..wenn er die böse Art nicht hätte den Speck zu spicken..Wenn ich aber wieder sehe, wie iedem der Pfahl in's Fleisch geben ist den er zu
s. hat, und wie er sonst von dieser Reise wahren Nuzzen hat, ist alles wieder weg GWBB4,79,4 ChStein 14.10.79 GWBB16,386,7 ChSchiller [20.]12.03
uö(selten) γ
refl: sich mit bestimmten Umständen abmühen, quälen; einmal verstärkend ‘sich hin und her s.’; auch ‘sich mit etw s.’ iSv an etw leiden morgen geht es [
Textlernen] wieder von vorn
an..und so schlepp' ich [
Aurelie] mich [ schlepp' ich mich hin und her GWB22,128,3 Lj IV 20] , stehe auf und gehe zu Bette GWB52,269,23 ThS VI 12 Schlepte mich mit verdorbenem Magen GWBT1,69,10 v 28.8.78 sieh wie ich mich noch immer mit Träumen schleppe GWBB2,103,22 JCh u ChKestner [Korr GB2
1,40] 15.9.[73] GWB14,301,8u9 Faust I Plp 5
mit dem unteren Stück über den Boden schleifen, auf dem Boden hängen Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:|Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,|In weißen und s-den Hemden GWB1,208 Totentanz 7 schleppend 1
schwer u lästig Ein Fuchs..büßte den Schwanz ein..Da fiel ihr ein, die andern Füchse das auch zu überreden, damit..ihre einzelne Schande bedeckt würde. Und deßwegen rieth sie ihnen..die Schwänze..als eine beschweerlich s-e Last, hinwegzuschneiden GWB53,139,18 FabÄsop 2
beschwerend, drückend der ich mir fest vorgenommen hatte, kein s-es Verhältniß wieder anzuknüpfen, und mich doch in dieses [
mit Lili] , ohne Sicherheit eines günstigen Erfolges, wieder verschlungen fand GWB29,59,21 DuW 17 3
eintönig, langweilig in der einzigen Aussicht, uns in einem s-en geistlosen, bürgerlichen Leben hinhalten zu müssen GWB28,217,9 DuW 13 [
Sophie zu Marie:] es ist, als wenn dein guter Geist diesen Zwischenraum von Untreu und Entfernung [
Clavigos] selbst veranlaßt habe, um das Einförmige, S-e einer langen Bekanntschaft zu unterbrechen GWB11,83,7 Clav III GWB20,328,7 Wv II 10
uö → GWB
dahin- GWB
davon- durch- GWB
einher- GWB
entgegen- GWB
er- GWB
fort- GWB
heran- GWB
herauf- GWB
herbei- GWB
herein- GWB
her- GWB
herüber- GWB
herum- GWB
hervor- GWB
hierher- GWB
hinab- GWB
hinauf- GWB
hinaus- GWB
hindurch- GWB
hinein- GWB
hin- hinterdrein- GWB
hinüber- GWB
hinunter- GWB
mit- GWB
nach- GWB
umher- GWB
ver- vorbei- GWB
weg- wieder- GWB
zusammen- GWB
zu- GWB
lastschleppend GWB
Geschleppe GWB
Wegschleppung Syn zu 1
GWB
befördern GWB
tragen GWB
transportieren zu 2
GWB
mitnehmen zu 4b
GWB
herumschleppen(sich h.) zu 4bα
und γ GWB
abmüden GWB
abmühen GWB
abplagen GWB
abquälen GWB
mühen GWB
plagen zu 4bβ
GWB
ausstehen GWB
dulden GWB
erdulden GWB
ertragen zu GWB
‘schleppend’ 3
GWB
eintönig GWB
langweilig Rüdiger Nutt-KofothR.
N.-K.