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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Gewinnen trs, ntr, trs, ntr, ntr, trs

Bd. 2, Sp. 364a
Gewinnen, v. unregelm. unlängst verg. Z. ich gewann, gebund. Form, ich gewänne, Mittelw. d. verg. Z. gewonnen, Befehlsw. gewinne. I) trs. u. ntr. mit haben, eine Handlung oder Bewegung vornehmen, dann, arbeiten, welche Bedeutungen aber veraltet sind. Man gebraucht es nur noch in einigen Fällen: 1) für, durch Bemühungen etwas bewirken, erreichen. Der Schwierigkeiten ungeachtet gewannen wir endlich den Berg, erstiegen wir ihn endlich durch Anstrengung. Die Stadt, den Wald gewinnen, erreichen. Widriger Winde wegen konnten sie jeden Tag nur wenige Meilen gewinnen, konnten sie ungeachtet aller Anstrengung nur wenige Meilen zurücklegen. 2) Durch seine Arbeit hervorbringen, sich verschaffen. Sein Brot, seinen Unterhalt gewinnen, erwerben, verdienen. Ein Fischer, der mit seinen Netzen Brot und Zufriedenheit gewann. Hagedorn. Heu gewinnen, machen, einernten. Getreide, Obst gewinnen, ziehen und einernten. Erz oder das Erz gewinnen, im Bergbaue, es losbrechen, erbrechen. Erz, was leicht zu gewinnen ist. Ein Gang, welcher hart (schwer) zu gewinnen ist. Die Erze mit Feuersetzen, mit Schlägel und Fäustel gewinnen. Aus dem Erze Metall gewinnen, durch Schmelzen herausbringen, erhalten. Kohlen gewinnen, brennen, durch Brennen erhalten. I weiterer und uneigentlicherer Bedeutung. Eine Stadt mit Gewalt, mit List, durch einen Überfall, durch Überrumpelung gewinnen, sie einnehmen, in seine Gewalt bringen. Ungewöhnlich ist Jos. 11, 17, »Könige gewinnen« für, sie bezwingen. Die Oberhand gewinnen, sich die Obermacht verschaffen, siegen, besonders sich durch Gewalt der Waffen verschaffen. Eine Schlacht, ein Treffen gewinnen. Auch bloß gewinnen. Der Feind hat gewonnen. Uneigentlich. Nun haben wir gewonnen, nun haben wir unsern Zweck erreicht, auch, nun haben wir das Schwerste überstanden. So auch, Land gewinnen, für festen Fuß fassen, sich festsetzen. »I einer Kunst oder Wissenschaft Land gewinnen,« sich darin festsetzen, sich dieselbe zu eigen machen.« Lavater. Den Preis gewinnen, sich durch seine überwiegenden Vorzüge den Preis erwerben, ihn davon tragen. Einen Rechtsstreit gewinnen, sein Recht durchsetzen und behalten. Er hat seine Sache gewonnen, oder bloß, er hat gewonnen. Eines Liebe, Zuneigung, Wohlwollen, Gunst, Gnade, Vertrauen  gewinnen, sich eines Liebe, Zuneigung  durch seine Bemühungen aller Art, durch seine Verdienste  verschaffen, erwerben. Könnte ich ihr Herz gewinnen. »Nach dir kann nichts hinfort mein Herz gewinnen.« Ramler. Das Volk durch Freigebigkeit gewinnen, sich geneigt machen, auf seine Seite bringen. Einen durch Überredung, durch Schmeichelei, durch Bestechung gewinnen. Man muß vorzüglich ihn zu gewinnen suchen, auf seine Seite zu bringen, für seine Sache einzunehmen suchen. »Sie muß durch Güte gewonnen werden, wenn ihr Schwur unkräftig werden soll.« Dusch. »Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.« Matth. 18, 15. »Den Jüden bin ich worden als ein Jüde, auf daß ich die Jüden gewinne.« 1 Cor. 9, 20. Auch sagt man wol, sich etwas gewinnen, für sich gewinnen, d. h. sich verschaffen, um die Person bestimmter zu bezeichnen. »So mußte er sich Achtung und Zutrauen zu gewinnen suchen, und beides gewann ihm seine uneigennützige Liebe.« Hanstein. Z. — Bei mehrern der uneigentlichen Bedeutungen schleicht sich schon der Begriff des Zusammentreffens glücklicher Umstände zur Erreichung des Zweckes ein. I folgenden Fällen ist der Begriff des Bestrebens, Vemühens nach einer Sache mit dem Begriffe des Zusammentreffens glücklicher oder günstiger Umstände, die vorzüglich das Gelingen jenes Bestrebens, die Erreichung der Absicht und den guten Erfolg befördern, so genau verbunden, daß das Wort gewinnen theils noch als trs., theils und mehr schon als ntr. zu betrachten ist. So wird gewinnen im Handel und Wandel von dem gebraucht, was man nach dem guten und glücklichen Verkauf von Waaren oder nach einer glücklich gelungenen Unternehmung nach Abzug aller gehabten Auslagen und Unkosten übrig behält, erworben hat, welches um so mehr beträgt, je günstiger die Umstände gewesen sind, und wofür man auch verdienen sagt. Er hat an dieser Waare viel gewonnen. Bei einer solchen Unternehmung konnte nicht viel oder nichts gewonnen werden. Hiebei wäre etwas zu gewinnen. Die Zeiten sind so schlecht, daß nichts mehr zu gewinnen ist. Ungewöhnlich heißt es Jak. 4, 13: »in einer Stadt gewinnen,« in derselben etwas zu erwerben suchen. Besonders im Spiel, durch Zusammentreffen glücklicher oder günstiger Umstände im Spiel seinen Zweck erreichen. I Spiele viel Geld gewinnen. Er hat diesen Abend viel gewonnen. Von einem im Spiele gewinnen, nämlich Geld  Ein Spiel gewinnen, das Spiel gewinnen, es für sich vortheilhaft enden, darin siegen. Er hat gewonnen, ich verloren. Wie gewonnen, so geronnen, so schnell wie man gewinnt, verliert man oft auch wieder, oder so schnell man Geld gewinnt, so schnell gehet es oft auch wieder verloren. Einem gewonnen Spiel geben, sein eigenes Spiel in voraus für verloren achten, erklären, auch die Übermacht, den Vortheil des Andern im Spiel  anerkennen, in welchem Fall man ein solches Spiel oft nicht erst ausspielt. Auch sagt man bloß, einem gewonnen geben. Einem ein gewonnen Spiel machen, ihm das Gewinnen erleichtern; uneigentlich auch, zur leichtern Erreichung seiner Absicht beitragen. It vom Gewinnen in bloßen Glücksspielen die Rede, wo keine Geschicklichkeit etwas hilft, so wird das Aussagewort gewinnen seinem Wesen nach ganz zum leidentlichen Zustandsworte, ob es gleich die Fügung eines überleitenden Aussagewortes behält. Das große Loos gewinnen. Einen Dreitreffer gewinnen. So auch bei Wetten, wo man zur Entscheidung nichts beitragen kann, wo der Zufall entscheidet. I der Wette, beim Wetten gewinnen, Geld  Die Wette gewinnen, seine Meinung oder Behauptung eintreffen sehen, wie auch das auf diesen Fall Ausgesetzte erhalten. II) ntr. mit haben und der Fügung eines trs. eine gewisse Veränderung erleiden, eine gewisse Beschaffenheit annehmen; bekommen. Die Sache gewinnt jetzt ein ganz anderes Ansehen, eine ganz andere Gestalt. Es gewinnt das Ansehen, als wenn , es scheint. Geschmack an etwas gewinnen. S. Abgewinnen. Das Unternehmen will keinen rechten Fortgang gewinnen. Die Sache gewinnt ein glückliches Ende, endet glücklich. Einen traurigen Ausgang gewinnen. Meine Liebe und Achtung gewinnt dadurch einen großen Zuwachs. Eine Person, eine Sache lieb gewinnen, Lust, Vergnügen an ihr finden, anfangen sie zu lieben. Zeit, Raum gewinnen, bekommen. Der Weinstock hat schon Augen gewonnen, bekommen. Die Bäume gewinnen Knospen. — und Schuppen gewann die erhartende Haut ihm. Voß. Bei den Dichtern kömmt gewinnen noch in mehrern ähnlichen Fällen vor, die aber sonst ungewöhnlich sind. Einen Sohn gewinnen, bekommen. I O. D. sagt man noch Ablaß gewinnen. Einen zum Gevatter gewinnen. In engerer Bedeutung, eine Veränderung zum Vortheil erleiden. Durch Einigkeit kann die gute und gerechte Sache viel gewinnen. Damit wird wenig gewonnen, dadurch erlangt man wenig Vortheile. Der Ausdruck gewinnt an Deutlichkeit, je deutlicher man sich die Sache denkt von der man spricht. Unsre Freude gewinnt dadurch, wenn wir sie mit einem Freunde theilen können. Von einer Person sagt man auch, sie habe gewonnen, wenn sich ihr ganzes Äußeres, auch wol ihr Betragen, vortheilhaft geändert hat; im entgegengesetzten Falle sagt man, sie habe verloren. — Ehemahls bedeutete gewinnen unter andern auch gehen, welche Bedeutung in mehrern der jetzt noch üblichen zu Grunde lieget. Das Gewinnen. Die Gewinnung. Die Gewinnung der Erze, des Heues, der Feldfrüchte. Die Gewinnung des Unterhaltes 
7657 Zeichen · 127 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewinnenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    ge-winnen stv. I, 3. BMZ durch arbeit, mühe, sieg wozu gelangen, etw. erwerben, gewinnen. — absol. gewinnen, siegen Iw. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gewinnenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gewinnen , st. V. nhd. gewinnen, durch Anstrengung oder Mühe etwas erlangen, durch Arbeit etwas erlangen, Geld verdienen…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gewinnen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gewinnen , verb irreg. Imperf. ich gewann, Conjunct. ich gewänne; Mittelw. gewonnen; Imperat. gewinn. Es war, so wie das…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gewinnen

    Goethe-Wörterbuch

    gewinnen Konj gewönn- u gewänn-; gelegentl subst, auch ‘das Gewonnene’, ‘der (die) Gewinnende(n)’ A intr bzw mit innerem…

  5. modern
    Dialekt
    gewinnentr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    gewinne n [-wïnnə n fast allg.; –wanən D. Si. — Ptc. gəwùn, gəwo] tr. v. gewinnen, erlangen, bekommen: wer's rôt (rät )…

  6. Sprichwörter
    Gewinnen

    Wander (Sprichwörter)

    Gewinnen 1. Allzeit gewinnen, macht verdächtig, allzeit verlieren, macht verächtlich. – Eiselein, 236; Simrock, 3597. 2.…

  7. Spezial
    gewinnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|win|nen (gewann, gewonnen) vb.tr. 1 (siegen) davagné (-gna) 2 (beim Spiel) davagné (-gna) 3 (einen Profit erzielen) d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewinnen

23 Bildungen · 0 Erstglied · 22 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gewinnen

ge- + winnen

gewinnen leitet sich vom Lemma winnen ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gewinnen 2 Komponenten

gewin+nen

gewinnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gewinnen als Zweitglied (22 von 22)

abe gewinnen

MWB

abe gewinnen stV. ‘etw. erlangen’ (durch Bemühung) 1 ‘etw. durch Ablösen von etw. erlangen’ 2 ‘etw. von jmdm. erlangen’ 2.1 Besitz (einverne…

abgewinnen

DWB

abgewinnen , von einem gewinnen, gleichsam abe der hant, erlangen, consequi, impetrare. wie nun schon ahd. construiert wurde du habest iro a…

afgewinnen

KöblerMnd

afgewinnen , st. V. nhd. abgewinnen (im Spiel), erlangen, mit Gewalt abnötigen, im Kampf abnehmen Hw.: s. afwinnen; vgl. mhd. abegewinnen Q.…

ane gewinnen

MWB

ane gewinnen stV. 1 ‘jmdm. etw. abnehmen’ (bes. durch Kampf oder gerichtl. Entscheidung) - meist mit Dat.d.P. und Akk.d.S.2 ‘jmdm. etw. zufü…

ane gewinnen

Lexer

anegewin·nen

ane gewinnen BMZ mit dat. besiegen, durch sieg etw. ( acc. ) abgewinnen Nib. Parz. Mz. 1,412 ;

angewinnen

DWB

ange·winnen

angewinnen , potiri, lucrari, consequi, victoriam reportare, wie angesiegen mit dat. der person, acc. der sache, oft ohne letzteren, dann in…

aufgewinnen

DWB

auf·gewinnen

aufgewinnen , urgendo aperire, aufzwingen, der edlere ausdruck für das heutige aufkriegen: ich kann die schublade, die schachtel nicht aufge…

ausgewinnen

DWB

aus·gewinnen

ausgewinnen , für aufgewinnen: der adler fand ein schneckenhaus, das künd er nicht gewinnen aus. Waldis Esop 1, 10 .

eingewinnen

DWB

einge·winnen

eingewinnen , occupare, capere, einnehmen: sie uberredet in mit vielen worten und gewan in ein mit irem glatten munde. spr. Sal. 7, 21 ; auf…

liebgewinnen

DWB

lieb·gewinnen

liebgewinnen , verb. zusammenrückung von lieb gewinnen sp. 907: gerade diese leichtern arbeiten sind es, wodurch man Piron am ersten liebgew…

vüregewinnen

KöblerMhd

vüregewinnen , st. V. nhd. „fürgewinnen“, einen Vorsprung gewinnen Q.: Hadam (14. Jh.) E.: s. vüre (1), gewinnen W.: nhd. (ält.) fürgewinnen…

vürgewinnen

KöblerMhd

vürgewinnen , st. V. Vw.: s. vüregewinnen*

wi(e)dergewinnen

DWB

wieder·gewinnen

wi(e)dergewinnen , vb. , etwas verloren gegangenes zurückgewinnen; ahd. widargawinnan; mhd. widergewinnen; regenerare wydder gewynnen (15. j…

în gewinnen

MWB

în gewinnen stV. ‘in Besitz bringen, Gewalt über etw./jmdn. erlangen’, von Geld oder Abgaben ‘eintreiben’ 1 mit Akk.d.S. 1.1 von Besitztümer…

īngewinnen

Idiotikon

īngewinnen Band 16, Spalte 265 īngewinnen 16,265

ūfgewinnen

KöblerMhd

ūfgewinnen , st. V. nhd. überwinden Q.: Dür (um 1418/1419) E.: s. ūf, gewinnen W.: nhd. (ält.) aufgewinnen, st. V., aufzwingen, DW 1, 657 L.…

ūsgewinnen

Idiotikon

ūsgewinnen Band 16, Spalte 268 ūsgewinnen 16,268

ūzgewinnen

KöblerMhd

ūzgewinnen , st. V. nhd. „ausgewinnen“, befreien, erwerben, borgen, herausholen Q.: StrAmis (FB ūzgewinnen), LuM, Roth (3. Viertel 12. Jh.),…

Ableitungen von gewinnen (1 von 1)

Missgewinnen

Idiotikon

Missgewinnen Band 16, Spalte 256 Missgewinnen 16,256

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gewinnen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gewinnen/campe?formid=G04514
MLA
Cotta, Marcel. „gewinnen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gewinnen/campe?formid=G04514. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gewinnen". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gewinnen/campe?formid=G04514.
BibTeX
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