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Sehr

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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88
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163

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Sehr

Bd. 4, Sp. 28
Sehr, ein Nebenwort, welches nur noch in seiner figürlichen Bedeutung üblich ist, da es als eine Intension gebraucht wird, den innern Grad der Stärke des Redetheiles, mit welchem es verbunden wird, zu erhöhen. Es kann in diesem Verstande sowohl andern Nebenwörtern, als auch Beywörtern und Zeitwörtern zugesellet werden. Sehr groß, sehr klein, sehr viel, sehr wenig, sehr gut, sehr böse. Das kann sehr wohl geschehen. Ein sehr reicher, ein sehr armer Mann. Ein sehr kleines Haus. Dein sehr großer Lohn. Der Schein ist sehr wider dich. Du hast sehr recht. Er verlässet sich sehr darauf. Wüßtest du, wie sehr ich dich liebe. Das richtet mich sehr auf. Eile nicht so sehr. Ich liebe ihn so sehr, als mich selbst. Du widersetzest dich hier allzusehr. Wie sehr du dich auch widersetzest, so wirst du doch unterliegen müssen. Sie mögen mich nun noch so sehr hassen, so werde ich mich doch nie beklagen, Gell. Sie gefallen ihm mehr als zu sehr. Sey noch so sehr ein Held, wird dich das Glück verlassen, Sie werden dein Verdienst, wie deinen Unfall hassen, Weiße; d. i. wenn du gleich der größte Held bist. Anm. In dieser Bedeutung lautet es schon im Schwabenspiegel ser, Schwed. såra. Da der Begriff der Intension auch in andern Fällen eine Figur theils der Masse, der Last, theils der Geschwindigkeit ist, so gilt selbiges auch in diesem Falle. Die ältesten Oberdeutschen Schriftsteller, wie der Übersetzer Isidors, Kero, u. s. f. gebrauchen saar, die Angelsachsen sar, für gleich, den Augenblick, schnell. Daß es mit schwer verwandt ist, erhellet auch aus andern Sprachen, z. B. der Schwed. wo svår, schwer, und svåra, sehr ist. Auf ähnliche Art sind das Lateinische valde, sehr, validus, stark, und unser bald, und das alte Niederd. swieth, sehr, Angels. swithe, und unser geschwinde, verwandt. Der Begriff des Schmerzens gehöret gleichfalls in dieses Geschlecht, daher das alte Oberdeutsche Seer, Nieders. Sehr, Schmerz, sere, schmerzlich, Nieders. sehr, das Hebr. ציר, ängsten u. s. f. Siehe auch Versehren. In einigen gemeinen Mundarten wird dieses Nebenwort, wenn es mit Zeitwörtern verbunden ist, compariret, sehrer, am sehrsten. Die Hochdeutsche kennet diese Staffeln nicht, sondern gebraucht dafür in manchen Fällen stärker, am stärksten, in manchen aber mehr, am meisten.
2276 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sehrPräp.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    sehr , Präp. Vw.: s. sēder (2)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sehr

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Sehr , ein Nebenwort, welches nur noch in seiner figürlichen Bedeutung üblich ist, da es als eine Intension gebraucht wi…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sehr

    Goethe-Wörterbuch

    sehr mundartlich ‘sehre’ DjG³2,48 Vs 54 ; vereinzelt abgekürzt ‘s.’; zur Konjunktion ‘sosehr’ vgl s v; ‘allzusehr’ vgl s…

  4. modern
    Dialekt
    sehr

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    se h r [sér Geberschw. Osenb. Horbg. Katzent. Dü. Ammerschw. Bf. K. Z. Ingw. ; sêr Wh. ; sièr M. ] Adj. 1. wund, von der…

  5. Sprichwörter
    Sehr

    Wander (Sprichwörter)

    Sehr 1. Nie zu sehr! – Körte, 4554; Körte 2 , 5719. Nicht übertreiben, nie zu viel! 2. Sehr 1 und Scher 2 dem, der das L…

  6. Spezial
    sehr

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    sehr adv. dër, tröp, cis, dassënn, feter, scialdi, tan. ▬ sehr reich sein ester dër rich; ein sehr feiner Stoff na peza …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sehr

22 Bildungen · 16 Erstglied · 1 Zweitglied · 5 Ableitungen

sehr‑ als Erstglied (16 von 16)

sehran

RhWB

seh·ran

sehr-an  Kemp : schnell, sogleich.

Sehrbett

DRW

sehr·bett

Sehrbett, n. Sterbebett bdv.: Fahrbett, Hebebett wanneyr der man yn synen seyrbed licht, so ensal he noch nemant van synre weyghen dat beyst…

sehren

DWB

seh·ren

sehren , verb. 1 1) verwunden, verletzen mhd. sêren ( aus sērian, sērōn) mhd. wb. 2, 2, 255 a . Lexer mhd. handwb. 2, 890 ; vgl. Graff 6, 27…

sehrhierher

RhWB

sehr·hierher

sehr-hierher zī:re·i.ərhEr (< sehr hî her her, ein Beweis, dass hier einmal für hie [ hē: ] hî galt)  Sieg-Ägid : schnell hierhin.

sehrig

DWB

seh·rig

sehrig , adj. , mhd. sêrec, wund, betrübt, schmerzhaft mhd. wb. 2, 2, 255 a . Lexer mhd. handwb. 2, 889 ; ahd. sêrag Graff 6, 270 ; mnd. ser…

sehrigen

DWB

sehr·igen

sehrigen , verb. verletzen, wund machen, mhd. sêrigen mhd. wb. 2, 2, 255 a . Lexer mhd. handwb. 2, 891 ; ahd. sêragôn Graff 6, 270 ; mnd. se…

sehrigkeit

DWB

sehrig·keit

sehrigkeit , f. zu sehrig, wund ( s. dieses ): von der serigkeit oder frätte der kinder, so ihn die haut abgehet. Ryffius schwangerer frauen…

sehrkerl

DWB

sehr·kerl

sehrkerl , m. ganzer kerl, tüchtiger kerl ( s. oben sehr, adv. vor 1): so ein sehrkerl bin ich nun wohl nicht, dasz ich der würdigste mann h…

sehrle

DWB

sehrle , f. : seerlen, die, langer trAemel so man überzwärch an die häg legt, langurius ( für longurius) Maaler 369 b ; gehört es vielleicht…

sehrmann

DWB

sehr·mann

sehrmann , m. ( s. sehrkerl und sehr , adv. vor 1): was man auf der insel Rügen einen sehr-mann, nämlich einen vortrefflichen nennt. J. Paul…

Sehrnahe

RhWB

sehr·nahe

Sehr-nahe -n: (s. S.)  Trier w. Stdt , Bitb (NWeis zi·r.- ), dann Siegld , Altk ( Sieg ), Gummb , Waldbr , Sieg , Lennep-Radevormwald (zE…

sehrohr

DWB

sehr·ohr

sehrohr , n. , seherohr Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 739 c . Jacobsson 7, 319 b ; seherohr, sehrohr Campe ; verdrängt durch fernrohr, …

Sehrohr,Sehröhre

GWB

Sehrohr,Sehröhre a Fernglas, -rohr; auch im opt Zshg mBez auf das Phänomen der Achromasie Sehrohre haben durchaus etwas Magisches. Wären wir…

Sehrung

DRW

sehr·ung

Sehrung, f. I Zufügen einer (Körper-)Verletzung; meton. auch Wunde, körperliche Behinderung als Folge dieser Verletzung bdv.: Sehr ob iemen …

sehr als Zweitglied (1 von 1)

Eilesehr

Wander

eile·sehr

Eilesehr 1. Eilesehr brach (bricht) den halss. – Franck, II, 69 b ; Petri, II, 162; Henisch, 834; Tappius, 82 b ; Gruter, I, 23; Venedey, 69…

Ableitungen von sehr (5 von 5)

besehren

DWB

besehren , laedere, versehren, nur bei Henisch 311 .

versehr

DWB

versehr , n. , zu versehren gebildet, verletzung: on all verseer und widerwer. Wackernagel kirchenl. 2, 1030 ( nr. 1263, 4); ( wir ) besicht…

versehren

DWB

versehren , verb. , vgl. oben sehren, verwunden, verletzen th. 10, sp. 164 und besehren th. 1, sp. 1612. mhd. versêren mhd. wb. 2, 2, 255 b …

versehrlich

DWB

versehrlich , adj. vulnificus, laedens, violans, inde etiam versehrlichkeit, quod idem est ac versehrung, offensio. dagegen in passivem sinn…

versehrung

DWB

versehrung , f. zu versehren gebildet und dessen bedeutungsentwickelung folgend, daher in älterer sprache in weiterem gebrauch als in der ne…

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „sehr". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sehr/adelung
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Cotta, Marcel. „sehr". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sehr/adelung. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sehr". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sehr/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_sehr_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„sehr"},
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  urldate      = {2026-05-10},
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