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stieben

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
17 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Rheinisches Wb.

stieben

Bd. 8, Sp. 671
stieben das Wort ist im S. sehr selten -īwə, Part. gəšdīft Saarbr, Wittl-Monzel Piesport; dann geschlossen im Siegld -īwə, –ȳ-, Prät. -īwdə, Part. gəštīwt, –ȳ-; im Anschluss daran OBerg -ūwən, ət –ȳft, Prät. -ūəf, Part. jəštōəwən u. NBerg -ūwən; –ū:-, ət –yft, Prät. -ōf, Prät. γəštōwən [Wermelsk -ou-]; das Rip -ū:və, ət –ȳ:f u. -ū:- [Malm-Amel -ō:v-], Prät. -ū:fdə [Sieg auch -ō:f-də], Part. γəštū:f; die nberg. Formen setzen sich an der Ruhr in Ess, Dinsl fort; die rip. F. in Neuss, Grevhr, MGladb, doch ət –yft, Part. jəštōəvə; das SNfrk der Selfk in Geilk, Heinsb hat -ē:və, ət –yft, Prät. -ūəf, Part. jəštəvə, –ōə- [Kemp-Amern, SAnton ebenso, aber Prät. -ē:vət, Part. jəštē:ft u. -štōəvə; Gräfr jəštyft] Erk, Kemp, Kref, SMörs, SGeld -ȳvə, –ȳ:-, ət –yft, Prät. -ōəf, Part. jəštoəvə; Mörs, Geld, Klev, Rees (u. -ū-), Dinsl (u. -ū-) -ȳwə, ət –ȳft, –y-, Prät. -ȳwdə, Part. γəštyf(t); das Wort ist Siegld, Nfrk u. Rip, doch hier steht für »Staub bilden« im allg. Sinne stübben (-øbə, -øpə), u. stū:və nur im Sinne von »Staub aufwirbeln« etwa bei einem Sturme, »fein oder heftig regnen«, »stöbern vom Schnee« u. 1 f st. (schw.): 1. intrans. a. aufwirbeln, vom Staube; von Dag stüff et ävver marr; wat et st.; et st., wenn de kehrscht; do mosst de Stoff natt make, dann stüfft et nit so; et ränt (regnet), dat et stüfft; et schneit, dat et st.; he arbet, dat et st.; opeingestoəve Schni Nfrk, Allg. (s. o. die Bemerkung zum Rip); wenn de gemahle Kaffe dur et Schoət (Schublädchen) stüfft, göfft et Reəgen Kemp-SPeter; stüfft et noch? ist die Tabakpfeife noch an? ebd.; wat dat stüft! gesagt, wenn einer einen Furz riecht Gummb; dat stuf enem en (onger) de Nas riecht scharf, aufdringl., widerl. Schleid-Hellenth, Sieg-ODollend. RA.: Op de Kerkhoff stüfft de Sangk (Sand); de S., de st. noə Engeland, von E. noə Nüss (Neuss), du kres jet op de Schnüss! MGladb, — stüfft de Sand, kömmt den Heer van E., k. de Joffrau met de Brütt (Braut), die de ganze Welt beschütt (beschiesst)! Geld. Krunekrane, weckele Schwane, wen well met nor E. fahre? E. es geschloten, de Schlöttel es gebroken, in E., dor stufft et Sand, dor säggen de Klöckskes (Glocken): bengele, bammele, bu! bei diesen letzten Worten im Kreisspiel setzen sich die Kinder nieder Rees-Haldern, Klevld (mit Var.). Blos gej in't Für, st. ow de Fonke in't Gesech Geld-Kevelaer. Dat schnüwt, dat stüwt, har der Fuss (Fuchs) gesat, do rit (ritt) der op er Sau Gummb-Berghsn. Wat dat stüft! ruft man dem fein gekleideten Menschen zu Gummb; wat dat stüfft, w. d. st., de Bure met de Kamasche! Heinsb, Erk, — Lompe möt de K.! Neuss, — Eərpel (Kartoffeln) möt Schavoue (Wirsing)! Grevbr-Wickrathbg. Nit weten (wissen), wohin et gestoəven on (noch) gefloəge es verschwunden ist Mörs, Sol, Mettm. Do wor ennen Mann, den wor nit wis (weise), den bauden en Hüsken op et Is; dat I., dat krackten; dat H., dat sackten; de Möschen (Vögel), de flogen; de Köttels (Kot), de stowen! Mörs-Neuk. Wer si Geild well senn st., de mot et legen an de Eimen (Bienen) on an de Duwen Berg, Rip, — let et an de Lotterie on de D. Mörs-Asbg; lot et G. märr st., wen et längste lef, krig doch alles MülhRuhr. Et st. loten verschwenden NBerg; he lött et op de Plätzer st. vernachlässigt es Sol. Ech hauen dech, dat de Woll stüfft! Mettm, — dat de Lappe st.! MGladb, — dat dir de Hor vom Kopp st.! Sieg-Süchterschd. Danze, dar et stiebt Siegld-Hilchenb; he schmitt et, dat et stüfft Heinsb. Et geht, dat et stüfft, sei de Jong, du satt e op et Ferke Mörs-Xanten. — b. et stüfft es regnet fein, staubförmig; es schneit, stöbert SNfrk, Allg.; auch -ī:- Wittl-Monzel Piesport. — c. doə stüfft et es geht dort hoch her, z. B. bei einer Bauernhochzeit Kemp. — d. dem stüft et er ist nicht recht gescheit Wippf. — e. ene st. loəte furzen Kref. — f. eilend laufen, daherstürmen; st. goəhn ausreissen; an enem verbeist.; gestoəve komme; fort-, weg-, doher-, utərēnst.; eine böse Frau stuf durch et Hus; henge enem st. hinter einem her sein, immer an einem etwas auszusetzen haben; de Scherver (Scherben) stoəve na alle Sije (meist floəge) üəver de Stroət st. SNfrk, Allg.; -ē:v- Kobl-Kettig; herabkollern, vom Obst Mettm-Vohwinkel. RA.: Der stuəf doher wie Olefs Tring (Trine) Gummb-Berghsn. — g. -ū:v- laut schimpfen, sehr böse sein Dür-Helstern, Aach-Stdt. — 2. trans. (für »abstauben« steht stäuben (-:və usf.). a. Staub aufwirbeln; matt de Fenster to, hei stüfft jo alles voll! SNfrk; du stiews jo! Siegld; de Hinkel st. baden sich im Sande Saarbr. — b. einen st., fortjagen; de han ich der awwer gestiewt! Siegld, Berg, Ess einen stossen u. nicht um sich leiden wollen Gummb. — c. -ūw-, –ȳ- einen Baum, Äste st., stutzen, kappen Berg; -yf- MülhRh-Overath, Bo-Wesseling, Dinsl-Walsum. RA.: Use Herrgott stüwet de Böme, dat se nich büs innen Himmel wasset Ess. — Abl.: die Stüverei, dat Gestüv(s).
4894 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STIEBEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    STIEBEN s. ich STIUBE .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stieben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Stieben , verb. irregul. Imperf. ich stob, Mittelw. gestoben, Imper. stiebe. Es weicht von stauben und stäuben nur in de…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stieben

    Goethe-Wörterbuch

    stieben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Stiebenm.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Stieben m. : 1. 'periodischer Anfall von schlechter Laune, Ungeduld, Sturheit, Toben; törichter Einfall, plötzliche Arbe…

  5. Sprichwörter
    Stieben

    Wander (Sprichwörter)

    Stieben 1. Gestoben und geflogen. – Sanders, Wb., I, 462 b . Verschollen. » ... Vor de grote hupe der Papen vnd Mönneke …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stieben

27 Bildungen · 8 Erstglied · 13 Zweitglied · 6 Ableitungen

stieben‑ als Erstglied (8 von 8)

Stiebenkopf

SHW

Stieben-kopf Band 5, Spalte 1415-1416

Stiebennarr

SHW

Stieben-narr Band 5, Spalte 1415-1416

Stiebenesser

PfWB

stieben·esser

Stieben-esser m. : 'ein Mensch, der gewöhnlich nur wenig ißt, aber gelegentlich tüchtig zulangen kann', Stieweesseʳ (ˈšdīwə̩esəʳ) [ KU-A'gla…

Stiebenkopf

PfWB

stieben·kopf

Stieben-kopf m. : 'trotziger, eigensinniger Mensch', Schimpfw., -kopp [ KU-Schmittw/O RO-Als ]; Syn. s. Starrkopf . Rhein. VIII 653 Stibenko…

stiebennarr

PfWB

stieben·narr

stieben-narr Adj. : ' launisch, närrisch '. Der is awwer stiewenarr heut [ Wilms Alph. 52]. Syn. s. verrücken 2 a.

Stiebenschaffer

PfWB

stieben·schaffer

Stieben-schaffer , Stieber- m. : 'wer eigentlich eher faul ist, aber von Zeit zu Zeit Anfälle von Arbeitswut zeigt', Stieweschaffeʳ [ KU-Hun…

stieben als Zweitglied (13 von 13)

aufstieben

DWB

auf·stieben

aufstieben , in sublime ferri. mhd. ûfstieben, nnl. opstuiven: dô sach er allenthalben die molten ûf stieben. Rol. 119, 4 . nhd. ein windspr…

bestieben

DWB

besti·eben

bestieben , das starke verbum zu dem transitiven bestäuben, ahd. pistiopan ( Graff 6, 616 ), von welchem auch nur das part. praet. pistopan,…

Davonstieben

Wander

davon·stieben

Davonstieben Er stiebt davon wie die Spreu vom Korn. – Kirchhofer, 114. Ein Wort Rudolf's von Erlach, des Feldobersten der Berner (gestorben…

entstieben

DWB

ent·stieben

entstieben , pulvere elabi: über dem helme zersplittert, entstob es ( das schwert ) der hand in die lüfte. Bürger 211 a .

erstieben

Lexer

er-stieben stv. III. BMZ auf, auseinander stieben Lanz. er muoʒ erstieben als ein mel j. Tag 219.

gestieben

DWB

gestieben , verb. verstärktes stieben ( s. d. ), mhd. stiuben: gaffen, alles das zu ersehen, das gesteübet und gefleügt. Keisersberg has im …

verstieben

DWB

ver·stieben

verstieben , verb. , gewöhnlich intrans.; als trans. durch verstäuben ( sp. 1628) ersetzt. aber auch als intrans. ist es enge mit diesem ver…

zerstieben

DWB

zer·stieben

zerstieben , verb. , ahd. zistioban, mhd. z., wie staub auseinander fliegen, verschwinden, ein im ahd. und mhd. sehr beliebtes, im nhd. mehr…

zestieben

KöblerMhd

zestieben , st. V. Vw.: s. zerstieben

zustieben

KöblerMhd

zustieben , st. V. Vw.: s. zerstieben

ūfestieben

KöblerMhd

ūfestieben , st. V. nhd. als Staub auffliegen, wie Staub auffliegen, aufstieben, umherfliegen, aufsteigen zu Hw.: s. ūfstieben Q.: Rol (um 1…

ūfstieben

KöblerMhd

ūfstieben , st. V. nhd. als Staub auffliegen, wie Staub auffliegen, aufstieben, umherfliegen, aufsteigen zu Hw.: s. ūfestieben Q.: Er, Herb,…

ūzstieben

KöblerMhd

ūzstieben , st. V. nhd. „ausstieben“, als Staub auffliegen, wie Staub auffliegen Q.: HvMelk (1150-1190) E.: s. ūz, stieben W.: nhd. (ält.) a…

Ableitungen von stieben (6 von 6)

bestieben

DWB

bestieben , das starke verbum zu dem transitiven bestäuben, ahd. pistiopan ( Graff 6, 616 ), von welchem auch nur das part. praet. pistopan,…

entstieben

DWB

entstieben , pulvere elabi: über dem helme zersplittert, entstob es ( das schwert ) der hand in die lüfte. Bürger 211 a .

erstieben

Lexer

er-stieben stv. III. BMZ auf, auseinander stieben Lanz. er muoʒ erstieben als ein mel j. Tag 219.

gestieben

DWB

gestieben , verb. verstärktes stieben ( s. d. ), mhd. stiuben: gaffen, alles das zu ersehen, das gesteübet und gefleügt. Keisersberg has im …

verstieben

DWB

verstieben , verb. , gewöhnlich intrans.; als trans. durch verstäuben ( sp. 1628) ersetzt. aber auch als intrans. ist es enge mit diesem ver…

zerstieben

DWB

zerstieben , verb. , ahd. zistioban, mhd. z., wie staub auseinander fliegen, verschwinden, ein im ahd. und mhd. sehr beliebtes, im nhd. mehr…