Ordnung vereinzelt abgekürzt ‘Ordn.’, zB GWBT1,106,25
; selten Pl. Schon die Zahl von ca 1600 Belegen, mehr noch die Fülle u Variationsbreite usueller Vbdgn u Wdgn, meist Funktionsverbgefüge (s bes unter Pkt 2c), spiegelt die zeitgenöss Konjunktur des Wortes wider. Aber auch jenseits des alltäglich-situativen Gebrauchs kommt dem Begriff der Ordnung eine zentrale Stellung in Goethes theoretisch-weltanschaulichem Koordinatensystem zu. Am deutlichsten artikuliert sich der Ordnungsgedanke in naturwiss, insbes morphol Betrachtungen, wo er die innere Dynamik naturhafter Prozesse zu durchdringen u auf allg Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen sucht u geradezu die Gelenkstelle markiert im Verhältnis antagonistischer Prinzipen wie Gesetz u Freiheit, Bestimmung u Bildung, Typus u Metamorphose (vgl die entspr Artikel). Formelhaft gefaßt wird das komplexe Wechselspiel der Kräfte in dem Ausdruck ‘bewegliche Ordnung’ (‘Metamorphose der Tiere’, WA I 3,91 Vs 51), der die Antithesen fast schon dialektisch aufzulösen versucht. - Wie die Natur, so sieht Goethe auch die soziale Lebenswelt als großes Ganzes (vgl auch ‘ganz’ u ‘Ganze, das’), in dem die Teile spannungsvoll aufeinander bezogen sind u zugl eine ideelle Einheit bilden. Dabei steht ‘Ordnung’ immer wieder für das gesellschaftliche Gesamtgefüge, das sich in einem labilen Gleichgewicht befindet u dem permanenten hist Wandel unterworfen ist. Auffallend häufig u fast beschwörend spricht Goethe im Zshg der Frz Revolution u ihrer Folgen von der ‘neuen Ordnung der Dinge’, der er mit ebenso großer Erwartung wie Skepsis gegenübersteht. - Nicht zuletzt stellt das Prinzip Ordnung ein Leitmotiv seiner (organologisch fundierten u klassizistisch geprägten) Ästhetik dar, auch wenn der Begriff selbst nur vereinzelt an wirklich signifikanten Stellen auftaucht, etwa im Laokoon-Aufsatz in der Aufzählung der ‘sinnlichen Kunstgesetze’ (Ordnung, Faßlichkeit, Symmetrie, Gegenstellung; s WA I 47,103,6f u 104,9) od im Dilettantismus-Schema, wo ‘Ordnung und Maaß’ als stilbildende Eigenschaften der Architektur benannt werden (WA I 47,306,36). Prägnant u vielzitiert ist auch die Forderung einer ‘rationelleren’ und zugl ‘naturgemäßen Ordnung’ (Klassifikation) der Dichtarten in den ‘Noten und Abhandlungen zum westöstlichen Divan’ (WA I 7,117,18 u 120,9). - Durchaus kritisch konstatiert Goethe die Gefahr eines übertriebenen Ordnungsbedürfnisses, das in Pedanterie umschlägt (vgl WA I 422,157,12); insges aber ist der Aspekt einer umfassenden, alle Bereiche des Daseins durchwaltenden Ordnung, die im positiven Sinn begrenzend, regulierend u Maß-gebend wirkt, für Goethes Denken nicht nur charakteristisch, sondern geradezu konstitutiv. 1
nomen actionis: das Ordnen, Ordnung-Schaffen, hier iS eines (zweckgebundenen) Organisierens bzw eines systematischen Gliederns, Strukturierens (vgl Pkt 3); gehäuft in Tgb-Einträgen Immer nähere O. des Hauswesens GWBT1,70,15 v 3.10.78 Durchsuchung alter Papiere und begonnene O. derselben GWBT7,32,15 v 2.4.19 Von Redwitz [
heute Marktredwitz, Fichtelgebirge] erhielt eine sehr interessante Sendung [
mit Mineralien], deren O. und Einrangirung mich noch immer beschäftigt GWBB36,180,21 Grüner 12.10.22 Zwei Forderungen entstehn in uns bei Betrachtung der Naturerscheinungen: die Erscheinungen selbst vollständig kennen zu lernen, und uns dieselben durch Nachdenken anzueignen. Zur Vollständigkeit führt die O., die O. fordert Methode, und die Methode erleichtert die Vorstellungen.. GWBN11,164,6 Polarität T7,3,18 v 8.1.19 B37,152,12 August 28.7.23 34
1,125,22 KuARheinMain 41
2,30,16 Lebensbekenntn
uö doppelsinnig in der Fügungen ‘O. des Tags’: für das aktive (dichterische) Eingreifen ins Tagesgeschäft, zugl im Wortspiel mit ‘Tagesordnung’ [
programmatisches Eröffnungsgedicht der ‘Zahmen Xenien’] Ich rufe dich verrufnes Wort|Zur O. auf des Tags:|Denn Wichte, Schelme solchen Schlags|Die wirken immer fort
1) GWB3,229 ZXen I 2 2
nomen acti: der Zustand des Geordnet-Seins (meist mit implizit positiver Wertung); öfter in intensivierender Koordination mit ‘Reinlichkeit, Fleiß, Zucht’, auch ‘Zaum’ ua, teilw in Überschneidung mit Bed 3 a
die ordentliche, korrekte, geregelte, meist einer bestimmten Norm od Konvention entsprechende Verfassung, in der etw ist In einem feinen Bürgerhause erzogen, war O. und Reinlichkeit das Element, worin er [
Wilhelm] athmete GWB21,86,24 Lj I 15=51,58,24 ThS I 16 Das ist Italien, das ich verließ..|Deutsche Redlichkeit suchst du in allen Winkeln vergebens;|Leben und Weben ist hier, aber nicht O. und Zucht GWB1,308 Vs 38 VenEpigr 4 [
Leonore zu Antonio:] Bei dir ist alles O., Sicherheit;|Du sorgst für dich, wie du für andre sorgst,|Du hast was man dir geben möchte GWB10,188 Tasso 2065 [
der Herzog, unter dem Eindruck der Nachricht von Eugenies Tod:] O! Wehe! daß die Elemente nun,|Von keinem Geist der O. mehr beherrscht,|Im leisen Kampf das Götterbild zerstören GWB10,318 NatT 1534 [
Epimenides, gerade erwacht, angesichts der ihn umgebenden Wüstenei:] Nicht Spur von Kunst, von O. keine Spur!|Es ist der Schöpfung wildes Chaos hier,|Das letzte Grauen endlicher Zerstörung GWB16,370 Epimen 717 Der Kampf des Alten, Bestehenden, Beharrenden mit Entwicklung, Aus- und Umbildung ist immer derselbe. Aus aller O. entsteht zuletzt Pedanterie, um diese los zu werden, zerstört man jene, und es geht eine Zeit hin, bis man gewahr wird, daß man wieder O. machen müsse GWB42
2,157,12u15 MuR(346) 24,277,18 Wj II 3 14,149 Faust I 3011~39,274 Urfaust 865 14,90 Faust I 1909 23,21,15 Lj VII 3 B11,192,22 Voigt 11.9.96
uö(häufig) speziell die öffentliche od staatliche Ordnung iS eines befriedeten, spannungs- u konfliktfreien Status quo, auch (zugl) das disziplinierte Verhalten einzelner; teilw mit der Konnotation von Sitte, Anstand, Moral; öfter entspr attribuiert: ‘öffentliche, gesetzliche, gesellige, gesellschaftliche, bürgerliche O.’, auch ‘gute, löbliche, schickliche O.’ ua sowie koordiniert mit ‘Recht, Gesetz, Freiheit, Zucht’ usw; gelegentl in Berührung mit 3e [
mBez auf den maroden Zustand des Reiches am Ausgang des MA, bes auch infolge uneinheitlicher Gerichtsbarkeit] Gelähmt war alle Kraft nach außen, wie die O. nach innen gestört GWB28,125,6 DuW 12 [
Alba zu Egmont:] Euern Rath..wünscht der König..Ja, er hofft ihr werdet kräftig mitwirken, diese Unruhen zu stillen und die O. der Provinzen völlig und dauerhaft zu gründen GWB8,262,21 Egm IV [
im Auszug aus AHennings Journal ‘Der Genius der Zeit’, 1795] Subordination und Urbanität sind nothwendige Stützen der öffentlichen geselligen O. ..Ohne Sittlichkeit ist keine gesellschaftliche O. und Glückseligkeit möglich GWB40,479,4u5 Bem zu Monatsschr 1794/95 [
der Vater:] Denn wo [
im privaten od öffentlichen Raum] nicht immer von oben die O. und Reinlichkeit wirket,|Da gewöhnet sich leicht der Bürger zu schmutzigem Saumsal,|Wie der Bettler sich auch an lumpige Kleider gewöhnet GWB50,209 HermDor III 19 [
der Gastwirt zu Wilhelm, über die gerade im Haus logierende Gesellschaft:] Wahrlich es ist eine schickliche O. unter diesen Männern und eine Lust mit ihnen zu verkehren, ob sie gleich genau sind GWB25
1,64,21 Wj III 1 29,136,26 DuW 19 B20,205,5 Zelter 7.11.08 16,282 Maskenz 1818 Festz 548 25
1,3,15 Wj II 8
uö im privaten, häuslichen Bereich auch für geordnete Umstände, (Lebens-)Verhältnisse; vereinzelt mit leicht pejor Unterton [
aus Gotha] Die liebe süse O. meiner Tage und Stunden ist ganz aufgehoben und in dem Zirckel eines neuen Lebens mit fortgerissen, fühl ich mich mir selbst fremde GWBB5,291,12 ChStein 30.3.[82] die [
römischen] Verhältnisse..Sie möchten mich auch hier aus meiner Stille und O. bringen und in die Welt ziehen, ich wahre mich so gut ich kann GWB32,60,22 ItR die Art der Italiäner die Uhr zu zählen. Sie verwirrt jeden Ankömmling, und weil der größte Theil der Reisenden überall seine Art zu sein fortsetzen, in seiner O. und in seinem Gleise bleiben will, so ist es natürlich, daß er sich bitter beschwert GWB32,341,7 ÜbItal Stundenmaß dItaliener [
Lothario hat eine heimliche Neigung zu Thereses Mutter gefaßt] Therese..hätte..vielleicht Muth genug gehabt, ein solches Verhältniß zu ertragen, wenn es nur ihre häusliche O. nicht gestört hätte GWB23,67,21 Lj VII 6 Durch diese gute O. [
im Hause des Oheims] schien der Raum, in dem wir uns befanden, eine kleine Welt zu sein GWB22,330,6 Lj VI B10,38,7 Christiane 4.11.92 23,49,22 Lj VII 6 DjG
34,311,7 RAnw [28.10.74]
uö b
die klare, wohlorganisierte, auch gewissenhafte Art u Weise, wie etw ausgeführt wird od angelegt ist; auch iSv Sorgfalt od Disziplin In bürgerlichen Dingen, wo alles in einer gemessnen O. geht, lässt sich weder das Gute sonderlich beschleunigen noch ein oder das andre Übel herausheben.. GWBB4,295,24 ChStein 21.[9.80] [
Werner:] Welchen Überblick verschafft uns nicht die O., in der wir unsere Geschäfte führen! Sie läßt uns jederzeit das Ganze überschauen, ohne daß wir nöthig hätten, uns durch das Einzelne verwirren zu lassen GWB21,51,7 Lj I 10 Er [
der Husarenrittmeister] hatte seine Leute kunstmäßig vertheilt, sie ruckten einzeln vor in gewissen Entfernungen, und alles begab sich in der größten O. und Ruhe GWB33,24,2 Camp Friedrich, ein entschlossener junger Mann, führte alles was die Mutter beschloß, mit O. und Genauigkeit aus GWB18,97,19 Unterhaltungen Des Gehorsames und der O. von jeher gewohnt, hielt er [
Wilhelm] Pflicht und Versprechen um seinet selbst willen heilig GWB51,215,14 ThS III 5 B4,201,19 Merck 3.4.80 [Korr B7,379] B14,75,12 Meyer 3.5.99 B8,242,5 CarlAug 11.8.87 B8,27,21 Voigt [18.9.86] 32,232,27 ItR RömKarn
uö(häufig) emphatisch zum Ausdruck einer inneren, auch ästhet Stimmigkeit, Ausgewogenheit, Balance sowie emotionaler Ausgeglichenheit, Harmonie Ha Behrisch da ist einer von den Augenblicken!..Wie könnte ein Toller vernünftig reden. Das bin ich. Ketten an diese Hände, da wüßte ich doch worein ich beissen sollte. Du hast viel mit mir ausgestanden, stehe noch das aus..Könnte ich nur zu einer O. kommen, oder käme O. nur zu mir.. GWBB1,135,4u5 Behrisch 10.[11.]67 [
Faust, Gretchens Zimmer betretend:] Wie athmet rings Gefühl der Stille,|Der O., der Zufriedenheit!|In dieser Armuth welche Fülle!|In diesem Kerker welche Seligkeit!|.. ..Ich fühl', o Mädchen, deinen Geist|Der Füll' und O. um mich säuseln GWB14,133 Faust I 2692u2703~39,257 Urfaust 544u555 indem der Mensch auf den Gipfel der Natur gestellt ist, so sieht er sich wieder als eine ganze Natur an, die in sich abermals einen Gipfel hervorzubringen hat. Dazu steigert er sich, indem er sich mit allen Vollkommenheiten und Tugenden durchdringt, Wahl, O., Harmonie und Bedeutung aufruft, und sich endlich bis zur Production des Kunstwerkes erhebt GWB46,29,9 Winckelm Schönh B1,263,13 Salzmann [15./19.5.71] Korr GB
1,210] B3,224,22 ChStein 17.[5.78]
uö(selten) c
vielfach in - mehr od minder festen - Vbdgn u Fügungen, zum Ausdruck eines (zu schaffenden, herzustellenden, angestrebten) regulären, ordnungsgemäßen Zustandes: ‘in (der) O.’, ‘nach der O.’, ‘der O. gemäß’, ‘aus, außer der/aller O.’ uä; auch in verstärkenden Kombinationen wie ‘aus dem Gleise, aus der O.’, ‘in Herkommen und O.’ (teilw übergehend zu 3) Meine ersten Capitel von Wilhelm Meister sind nun bald in der O. und dann hoff ich soll die Lust kommen fortzufahren GWBB5,351,4 ChStein 21.6.82 Mit den Exemplaren der Horen sind wir nicht ganz in O. GWBB10,259,19 Schiller 16.5.95 [
betr Fortsetzungslieferungen für die Bibliothek] läßt sich hoffen, daß man bis Ostern ziemlich im Klaren und in O. seyn werde GWBB45,150,17 Meyer 6.2.29 [
Kücheneinrichtung im ländlichen Quartier zu Sivry] Nett und alles der O. gemäß war das Geräthe zusammengestellt; eine Magd..besorgte alles auf's zierlichste GWB33,109,12 Camp [
Stumpf zu Götz, über die Umwälzungen des Bauernkriegs:] Das Oberste ist zu unterst gekehrt. Alles ist aus dem Gleise, alles aus der O.! und Ihr wollt im Alten verharren? GWB13
2,330 Götz
3 V 2 Var B10,287,17 Sömmerring 17.8.95 B3,95,18 Herder 9.8.[76] N3,255,12 FlH V 15
1,179u180 Faust II 8555u8569 26,198,22 DuW 4
uö zugl attribuiert: ‘in/mit guter, bester, größter, schön(st)er, schicklicher, ziemlicher, gehöriger, behöriger, vollkommener O.’, ‘möglichste O.’ ua [
über die Stadt Pompeji vor dem Untergang] ihre bürgerlichen Angelegenheiten mochten in guter O. sein, wie denn die mittleren..Städte nach einfacher Verfassung sich gar wohl regieren konnten GWB49
1,168,1 Üb:Zahn,OrnamentePompeji Als ich von Karlsbad im September zurückkam, fand ich das mineralogische Kabinett in der schönsten O., auch das zoologische reinlich aufgestellt GWB35,254,26 TuJ 1806 deine sehr löblichen journalartigen Briefe [
aus Italien] bis Montag den 13. September sind in vollständiger O. zu unsrer Freude und Zufriedenheit angelangt GWBB47,263,4 August 30.9.30 K Man ließe die Verse in schicklicher O. drucken GWBB21,181,20 Knebel 7.2.10 B45,78,18 Quandt 10.12.28 N10,108,12 AusTeplitz A1,67,15 Reskr 12.5.79 K 32,332,11 ItR
uö in verbalen Phrasen, insbes Funktionsverbgefügen: ‘O. machen, herstellen, halten’, ‘in O. gehen, kommen, bringen, verfügen, haben’, ‘(sich) in O. befinden, setzen, stellen, (er)halten’, ‘zur O. kommen, bringen’, ‘außer O. treten’ ua, nicht selten auch mit best Artikel ich finde mich in dem Falle, nach und nach O. zu machen in allen Dingen um mich her.. GWBB48,220,12 Marianne 7.6.31 [
aus den Gesprächen zwischen Montan u dem Astronomen] Staat und Kirche..haben es mit der widerspenstigen Masse zu thun, und wenn nur O. gehalten wird, so ist es ganz einerlei, durch welche Mittel GWB25
1,270,17 Wj III 14 [
Werther vor dem Selbstmord] er..zerriß viele Papiere, ging aus, und brachte noch kleine Schulden in O. GWBAA153,11 Werth
1 II~Werth
2 auf heute mußte ich den Schluß meines fünften Bandes völlig in O. setzen, er geht mit diesem Briefe ab GWBB8,340,17 Voigt 9.2.88 auch möcht ich wohl einmal einen Sommer zu Hause bleiben, ich komme sonst in meinem Leben weder mit meinen Kunstbesitzungen noch mit meinen wissenschaftlichen und andern Arbeiten zu Stande und O. GWBB27,13,16 Boisserée 10.5.16 [
Exzerpt u Übs aus den ‘Mémoires du duc de Saint-Simon’, 1829] 1701 zu Lichtmeß erhub sich ein so fürchterlicher Sturmwind [
über Paris], daß niemand einer ähnlichen Gewalt und Wuth sich erinnern konnte..Von diesem Sturmwind datirt sich die Epoche, wo alle Jahreszeiten außer O. traten und durch sie sämmtlich starke Winde wehten GWBN13,518,9 Met Plp B48,40,14 Zelter 10.12.30 B21,74,19 Christiane 20.9.09 26,226,6 DuW 4 51,176,24u27 ThS II 8 8,224,23 Egm II
uö(häufig) mit unterschiedlichen kontextbedingten Nuancen, insbes bezogen auf Personen, vereinzelt auch auf Sachsubjekte: ‘jdn in O. bringen, in (der) O. halten, zur O. rufen, weisen’ uä: ihn zur Räson bringen, im Zaum halten, disziplinieren Der König ward auf das heftigste aufgebracht über den Director seiner Druckerei..Endlich besänftigte er sich und sagte: "Morgen früh werde ich die Kerls in O. bringen." GWB46,278,8 Hackert Papiermühle [
Grimbart, über menschliche Allmachtsphantasien klagend:] Hielte doch jeder sein Weib und seine Kinder in O.,|Wüßte sein trotzig Gesinde zu bändigen GWB50,108 ReinF VIII 155 Es ist ein wunderbaar Ding ums Regiment dieser Welt, so einen politisch moralischen Grindkopf [
unerfahrenen jungen Menschen, hier bezogen auf Hzg Carl August] nur halbe weege zu säubern und in O. zu halten GWBB3,129,7 Merck 5.1.77 brach ich [
angesichts der Störung eines Ausflugs zum Elsässer Rheinufer durch Stechmücken]..in Gegenwart des guten geistlichen Vaters, in gotteslästerliche Reden aus..Der alte fromme Herr rief mich dagegen ernstlich zur O. GWB28,30,9 DuW 11 26,74,22 DuW 2 13
1,325,5 Götz
3 V 2 17,190,17 GrCoph III 7 42
2,459,8 Üb Volks- uKinderlieder
uö ‘jdn in O. halten’: ihn in einem vorschriftsmäßigen, einsatzbereiten Zustand halten [
Alba eröffnet Ferdinand den Plan, Egmont festzunehmen] Sobald die Fürsten eingetreten sind, wird jeder Zugang zum Palaste besetzt..Du hältst die Wache am Thore und in den Höfen in O. GWB8,259,26 Egm IV
‘sich in O. setzen’ iSv sich bereitmachen [
Cellini verläßt den Hof des Königs] Als der Tag graute, ließ ich die Pferde besorgen und setzte mich schnell in O. GWB44,41,1 Cell III 4
‘sich in O. stellen’ für: eine bestimmte, kampfbereite Position od Körperhaltung einnehmen [
Cellini muß sich gegen eine Übermacht gedungener Häscher zur Wehr setzen] so stellte ich mich in O., den Dolch in der Rechten, den Freibrief in der Linken, vollkommen im Vertheidigungszustande GWB43,236,2 Cell II 5 3
das (häufig verborgene) regulative Prinzip od Gesetz, wonach etw eingerichtet, organisiert, gestaltet ist a
Struktur(iertheit), System(atik), innere Organisation [
Tasso zur Prinzessin:] Unsicher folgen meine Schritte dir,|O Fürstin, und Gedanken ohne Maß|Und O. regen sich in meiner Seele GWB10,136 Tasso 752 Es wird mir nun ein großes Bedürfniß tausend Ideen Raum und O. zu verschaffen, wozu mir nur die Jenaische absolute Stille und Ihre Nähe verhelfen kann GWBB13,95,18 Schiller 17.3.98 Als man das Steinreich zu betrachten anfing, ward man darin nur Unregelmäßigkeit gewahr, aus welcher hier und da..Symptome einer gesetzmäßigen O. hervorleuchteten. Galt es die Astronomie, so waren die Anzeigen einer bestehenden O. augenfällig, aber unerklärbar scheinende Anomalien..ließen fürchten, man werde die verborgenen Gesetze niemals entdecken.. ..Bis auf die neuere Zeit hat man..alle Unregelmäßigkeiten der Pflanzen und Thiere so beschrieben, als wenn hierunter nicht eine gesetzliche O. verborgen sein könnte GWBN7,153,5u7 u 156,14 Pflanzenbildg Decandolle die Wissenschaft ist auf einen so hohen Grad der O. gebracht worden, daß es vielleicht gegenwärtig mehr das Verdienst der Zeit als das Verdienst des Beobachters ist, etwas Tieferes und Zusammenhangenderes zu liefern GWBN6,319,12 Morph FrühEinl Also bestimmt die Gestalt die Lebensweise des Thieres,|Und die Weise zu leben sie wirkt auf alle Gestalten|Mächtig zurück.. ..Dieser schöne Begriff von Macht und Schranken, von Willkür|Und Gesetz, von Freiheit und Maß, von beweglicher O.,|Vorzug und Mangel, erfreue dich hoch.. GWB3,91 MetamTiere 51 N9,229,16 Luisenb N4,230,21 FlH VI N5
1,334,23 Fl NeuEinl N5
2,259,7u12 Fl Plp A1,420,36u38 Votum 18./24.11.85
uö(häufig) im Zshg ästhet Gestaltung u Wahrnehmung auch mit dem Aspekt von Ausgewogenheit, Ebenmaß, Harmonie [
über Architektur] Sie erweckt und entwickelt den Sinn fürs Erhabene, zu dem sie sich überhaupt mehr neigt als zum Schönen. Sie führt O. und Maaß ein, und lehrt auch im Nützlichen und Nothdürftigen nach einem schönen Schein und einer gewissen Freiheit streben GWB47,306,36 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] [
mBez auf die Barfüßerkirche Santa Maria degli Scalzi, Venedig] Marmor genug und nicht auf die schlimmste Weise zusammengesetzt; aber nichts von dem hohen Geiste der sich allein in dem unnachahmlichen Maas, O., Harmonie spüren läßt GWBT1,256,28 v 3.10.86 Die Menge begreift die Harmonie und die Wahrheit der Farben eben so wenig als die O. einer schönen Zusammensetzung GWB45,292,22 Diderot,Malerei Farbe 10,320 NatT 1576 45,305,11 Diderot,Malerei Farbe
uö umfassend, bezogen auf die gesamte Gesellschafts-, Natur- od Weltordnung; mehrf ‘neue O. der Dinge’, meist im Zshg der polit-gesellschaftlichen Umwälzungen der napoleonischen Zeit [
Christus, der auf die Erde zurückgekehrt ist:] O Welt voll wunderbaarer Wirrung,|Voll Geist der O., träger Irrung..|Die ich, obgleich ich bey der Schöpfung war,|Im ganzen doch nicht sonderlich verstehe GWB38,60 EwJude 141 [
in Charakteristik von JHVoß] die erworbene heitere Geistesfreiheit, dieser aus dem Frieden mit sich selbst hervorleuchtende ruhige Blick über das Weltall, über die sittliche O. desselben GWB40,274,8 Üb:Voß,Ged [G/Voß dJ] Schönheit der Natur ist Vollkommenheit des Ganzen, zu einer anschaulichen Kenntnis gebracht; Schönheit der Kunst ist gleichsam der Anblick des Vollkommnen, in der Seele des Künstlers zur Gestalt gereift..Die erste Schönheit besteht in O. und Gesetzen der Natur..die Schönheit des Künstlers gründet sich auf dieselbe O., aber sie wirkt stärker auf die Sinneskräfte.. GWBGespr(He1,468) Caroline Herder 6.2.89 [
anspielend auf die polit-milit Wechselfälle im ersten Jahr der Befreiungskriege] Wo man hinsieht und hört..alles klingt wieder von Jammer und Noth, und nur die Hoffnung, daß aus diesem Chaos eine neue O. der Dinge hervortreten werde und müsse, erhält noch die Jüngeren aufrecht.. GWBB24,56,17 Sara Grotthuß 1.12.13 3,172 Parabol 2 Vs 2 15
1,149 Faust II 7913 Gespr(He1,357) Knebel 28.11.84 B24,332 Fst Metternich [Okt]13 K
uö vereinzelt metonym für ein (sinnvoll, auch ästhet) gegliedertes, strukturiertes Ganzes, auch umfassend für die gesamte Natur- od Weltordnung [
Dresden nach der Beschießung] Von der Kuppel der Frauenkirche sah ich diese leidigen Trümmer zwischen die schöne städtische O. hineingesät GWB27,176,20 DuW 8 [
Wilhelm im Selbstgespräch, bei Betrachtung des Sternenhimmels:] Was bin ich denn gegen das All?..Wie kann sich der Mensch gegen das Unendliche stellen, als wenn er..sich fragt: Darfst du dich in der Mitte dieser ewig lebendigen O. auch nur denken..? GWB24,181,14 Wj I 10 N5
2,280,36 Ausz aus Birch
uö(selten) b
Gliederung(sprinzip), Einteilung, Klassifikation, Schema, auch: Plan, Konzept; öfter bezogen auf Sammlungen, Bibliotheken, Werkausgaben od Einzelwerke u dgl; vielfach mit Attr wie ‘systematisch, rationell, naturgemäß; anschaulich, faßlich, schicklich, schön’ Bei den Jenaischen Museen drangen immer neue Gegenstände zu, und man mußte deßhalb Erweiterungen vornehmen [
u eine] neue O. verfügen [in der Anordnung eine veränderte Methode befolgen GWB35,253,27f] 35,322 TuJ 1806 Var [
nach der Lektüre von Probekapiteln aus Lavaters ‘Physiognomischen Fragmenten’] Hezze dich nicht zu sehr und mach dass es eine anschauliche O. kriegt GWBB2,258,21 Lavater [5./12.12.74 Korr GB2
1,145] Wollen wir..die Pflanzen in einer rationellen O. [
orde rationnel]
aufstellen, so müssen wir uns immerfort zu mehr oder weniger genauen Beschreibungen entschließen GWBN7,161,10 Pflanzenbildg Decandolle In welcher O. und Abtheilung [
dh Einteilung] die Geschichte der Farbenlehre vorgetragen werden sollte, ward epochenweise durchgedacht GWB35,80,10 TuJ 1798 liegt uns ob, anschaulich zu machen..wie er [
Newton] diese Versuche, ohne O., nach Belieben anstellt, sie..nur immer vermannichfaltigt und über einander schichtet GWBN2,4,1 FlP 6 N6,312,6 Morph N8,125,8 ZwKnoch N3,302,20 FlH V Vossius 27,94,18 DuW 7 7,119,14 u 120,4u9 DivNot Naturformen dDichtg
uö(häufig) iSv formale Anordnung, Arrangement, Komposition, auch: Aufstellung, (milit) Formation Gebirgs-Lagen..in der O., wie wir solche auf und neben einander finden GWBN9,178,4 Granit Auf diese Weise bildete also die Natur den [
Blüten-]Kelch, daß sie mehrere Blätter und folglich mehrere Knoten..zusammen, meist in einer gewissen bestimmten Zahl und O. um einen Mittelpunct verbindet GWBN6,44,17 MetamPfl 38 eine Anzahl spannenlanger, artig gekleideter Puppen..die in schöner O., die beweglichen Drähte an den Köpfen befestigt, neben einander lagen GWB51,4,20 ThS I 1 Ein echtes Kunstwerk bleibt, wie ein Naturwerk, für unsern Verstand immer unendlich.. ..Der Gegenstand aber und die Art ihn vorzustellen, sind den sinnlichen Kunstgesetzen unterworfen, nämlich der O., Faßlichkeit, Symmetrie, Gegenstellung usw.., wodurch er für das Auge schön, das heißt, anmuthig wird.. ..Die Alten..bezeichneten ihre Kunstwerke als solche durch gewählte O. der Theile GWB47,103,6 u 104,9 ÜbLaokoon Das Heer wird gesondert und in O. gestellt GWB41
1,270,5 Ilias Ausz 2 B14,226,15 Steinhäuser 29.11.99 45,319,18 Diderot,Malerei Farbe B38,217,24 Ottilie 13.8.24 41
2,43,21 Eurip,PhaethonVersuch A(53,283,10) Bericht üb Auszug dStudenten aus Jena [19.7.92]
uö ‘sich in O. reihen’ iSv Aufstellung nehmen [
nach dem Tod Maries, vor Guilberts Haus] (Vor der Thüre stehen drei in schwarze Mäntel gehüllte Männer mit Fackeln.. ..Die Fackeln bewegen sich vor der Thür, es treten noch drei andere zu ihnen, die sich in O. reihen, um den Leichenzug einzufassen, der aus dem Hause kommt) GWB11,120,25 Clav I Regiebem
bezogen auf bestimmte Vorgänge od Prozesse iS einer festgelegten Regelung, Verfahrensweise, eines (strategischen) Ablaufplans u dgl; auch übergehend zu 3c [
römischer Karneval] Indessen die Masken sich vermehren, fahren die Kutschen nach und nach in den Corso hinein, in derselben O., wie wir sie oben beschrieben haben GWB32,240,4 ItR Umstände..die es räthlich machen, auch den gegenwärtigen Versuch genau durchzugehen, und zwar dabei in der O. zu verfahren, welche wir bei jenem zweiten der Sache gemäß gefunden GWBN2,102,19 FlP 169 [
Hackert findet keine zuverlässigen Quellen zur Seeschlacht bei Tschesme] keinen Plan des Gefechts, keine Anzeige der Gegend, keine authentische Darstellung der Attacke und der dabei obwaltenden O. GWB46,131,25 Hackert Ich muss den Cirkel der sich in mir umdreht, von guten und bößen Tagen näher bemercken..ich muss noch heraus kriegen in welcher Zeit und O. ich mich um mich selbst bewege GWBT1,112,25 v 26.3.80 20,200,26 Wv II 1 43,186,7 Cell II 1
uö(selten) c
sequentiell od hierarchisch: (geregelte) Abfolge, Reihenfolge bzw Stufen-, Rangordnung; meist in Fügungen u Vbdgn wie ‘in/nach der O.’, ‘nach gleicher, umgekehrter, aufsteigender O.’, ‘in der O. fortfahren, etw vortragen, erzählen’, auch ‘alphabetische, chronologische O.’ usw Dir in der O. zu erzählen, wie's zugegangen ist, daß ich ein's der liebenswürdigsten Geschöpfe habe kennen lernen, wird schwer halten GWBAA18,17 Werth
1 I~Werth
2 Öfter, ach! verkehrt das Geschick die O. der Tage;|Hülflos klaget [
dh beklagt] ein Greis Kinder und Enkel umsonst GWB1,284 Euphrosyne 83 Wenn wir nun bemerken, daß es..der Pflanze möglich ist einen Schritt rückwärts zu thun, und die O. des Wachsthums umzukehren; so werden wir auf den regelmäßigen Weg der Natur desto aufmerksamer gemacht GWBN6,25,16 MetamPfl 3 Unsere drei Wanderer beredeten sich nunmehr, in welcher O. sie bei der Schönen vortreten wollten GWB18,245,17 Märchen [
Kaiserwahl Josephs II; Einzug der Würdenträger] Nun..concentrirte sich die Reihe, indem sich Würde und Pracht steigerten, immer mehr. Denn unter einer ausgewählten Begleitung..erschienen die Wahlbotschafter so wie die Churfürsten in Person, nach aufsteigender O., jeder in einem prächtigen Staatswagen GWB26,304,14 DuW 5 T1,276,15 v 7.10.86 N1,116,25 FlD 284 N4,464,9 FlH Plp N5
1,192,3 FarbenerschRefraktion 23 35,182,2 TuJ 1804
uö d
für einen in bestimmter Weise geregelten Zustand, eine geübte, gängige Praxis, Gepflogenheit u dgl [
aus Karlsbad] so wird das hiesige Leben nach hergebrachter O. fortgeführt. Morgens um 5 Uhr stehe ich auf und gehe an den Brunnen. Zwischen 8 und 9 wird gefrühstückt; dann etwas geruht GWBB19,342,10 Christiane 2.6.07 [
mBez auf das schmale Einkommen von Goethes früherem Diener Goetze als Inspektor der Jenaer Wasser- u Wegebaukommission] Insofern es..möglich ist, ihn auch außer der O. durch eine Remuneration [
Vergütung] zu erquicken, bitte gar sehr darum GWBB19,465,16 Voigt 1.12.07 [
Rameau:] Ich bin in dieser Welt und bleibe drinn, aber wenn es natürlich ist, Appetit zu haben..so finde ich daß es keine gute O. sei, nicht immer etwas zu essen zu haben GWB45,148,2 RamNeffe 24,265,15 Wj II 3
uö(selten) e
allgemein gültige, auch kodifizierte (Verhaltens-)Norm, Regel od aktuell geltende Bestimmung(en); abgeblaßt auch iS eines vorgegebenen Rahmens, Rasters, Musters [
über die Schwester Cornelia] Sie that alles was er [
der Vater] befahl und anordnete..Sie that es in hergebrachter O., aber auch nichts drüber und nichts drunter GWB27,197,28 DuW 8 [
Postmeisterin:] Man sagte..die Leute, die keine Religion haben, haben keinen Gott und halten sich an keine O. GWB11,135,15 Stella I [
Machiavell zur Regentin:] Ihr unterdrückt die neue [
protestantische] Lehre nicht. Laßt sie gelten, sondert sie von den Rechtgläubigen, gebt ihnen Kirchen, faßt sie in die bürgerliche O., schränkt sie ein; und so habt ihr die Aufrührer auf einmal zur Ruhe gebracht GWB8,186,13 Egm I [
mBez auf Rousseau] ein Geist wie der seinige, der den Nationen Gesetz und O. vorzuschreiben sich berufen fühlt.. GWBN6,111,17 BotanStudien [1831] behauptete man eine Zeit lang: der Eckzahn des Elephanten stehe im Zwischenknochen; da er doch unabänderlich der obern Kinnlade angehört..und die Natur keineswegs duldet, daß hier etwas gegen Gesetz und O. geschehe GWBN8,24,25 VglAnatomie 5 44,208,13 Cell IV 6 51,256,16 ThS III 11 50,284 Achilleis 373 A1,45,20 Reskr 15.1.79 K N6,192,17 VerstäubgVerdunstgVertropfg
uö zugl im jur Sinn für eine geltende Rechtsordnung od die faktisch ausgeübte Rechtspraxis [
Eugenie, angesichts ihrer drohenden Deportation, zum Gerichtsrat:] Was ist Gesetz und O.?..|Wer seid denn ihr, die ihr mit leerem Stolz|Durch's Recht Gewalt zu bänd'gen euch berühmt? GWB10,338 NatT 2005 [
betr Vorbereitung eines persischen Kriegszuges] Man vergleicht..das Lager des Kaisers..einer Stadt, worin denn auch so gute Polizei und O. gehandhabt wird, daß niemand, bei grausamer Strafe, weder fouragiren noch requiriren, viel weniger aber plündern darf GWB7,197,24 DivNot A1,353,19 Votum 20.2.[85]
uö(selten) f
architekton-fachsprachl für ein bestimmtes, einen gesamten Baukörper gliederndes Gestaltungsprinzip, insbes die Säulenordnung; meist attribuiert: ‘dorische, ionische, korinthische O.’, auch ‘toskanische’ u ‘komposite O.’ sowie allg ‘architektonische O. ’ [
in Venedig] Mit der Baukunst geht es täglich besser..Ich habe mir nun auch die O-en der Säulen rational gemacht und kann das Warum meist schon angeben. Nun behalt ich auch die Maaße und Verhältniße die mir als blos Gedächtnißwerck immer unbegreiflich und unbehaltbar blieben GWBT1,267,6 v 5.10.86 Girgenti..Reste eines kleinen Tempels..Man glaubt genau den Punct zu fühlen, wo die dorische O. ihr vollendetes Maß erhalten hat GWB31,166,4 ItR [
Paestum] Besonders merkwürdig sind die Ruinen eines kleinen Tempels..Er..war im Ganzen von der gewöhnlichen dorischen Form; nur sind die Säulen nach korinthischer O. cannelirt,
d. h. zwischen den Vertiefungen abgeflächt. Auch sind die Capitäle von derselben O., nur sehr roh und einfach GWB46,154,22u24 Hackert TgbKnight [
über den Altbaubestand in Catania] es sind bloß Massen von Ziegeln und Steinen, ohne daß ich architektonische O-en oder Verzierungen daran hätte unterscheiden können GWB46,209,19 Hackert TgbKnight 47,63,7 ZTheorie bildKünste:Baukunst T1,73,8 v 9.12.78 T2,117,3 v 1.9.97
uö 4
für: Ordnungssinn Ausser meiner Geheimeraths Stelle, hab ich noch die Direcktion des Kriegs Departemens und des Wegebaus mit denen dazu bestimmten Kassen. O., Präzision, Geschwindigkeit sind Eigenschafften von denen ich täglich etwas zu erwerben suche GWBB4,220,19 Kestner [14.5.]80 [
Beschreibung physiognomischer Fragmente] Sechs Umrisse mit verschiedenen punktierten Linien.. ..
f. Gerader, sinnlicher, unvordringlicher Verstand, Bedächtlichkeit, O. und Treue GWB37,346,14 PhysiognFragm [Lavater] Anweisung [
an den Museumsschreiber JMFärber]..alles wie bisher mit seinem gewohnten Eifer und O. zu besorgen GWBA(KatStargardt 639,30) JMFärber 14.11.22 A1,161,7 Votum [16.8.81]
uö(selten) 5
klassifizierend od graduierend für eine (untergeordnete) Kategorie, Abteilung, Einheit u dergl; bes in Vbdg mit Ordinalzahlen [
Vorstellung der Figuren in JGDArnolds Mundart-Komödie ‘Der Pfingstmontag’] Gläsler..Kaufmann, in Colmar wohnhaft, Meisterstück eines wackern, in einer Stadt zweiter O. ausgebildeten Charakters GWB41
1,150,16 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820] Gneis, den sie [
die Franzosen] blättrichten Granit oder Granit der zweiten O. nennen GWBN9,177,13 ÜbGranit die äußeren Kennzeichen..welche den organischen Körpern, nach ihren verschiedenen Classen und O-en, Gattungen und Arten, irgend zukommen mögen GWBN8,63,14 Vortr VglAnatomie 1 N13,216,1u2u6 Morph Plp N6,179,22 MetamPfl Nachtr
uö(selten) 6
Verordnung, Erlaß, Statut [
Trompeter, von ferne:] Kund und zu wissen sei hiemit jedermänniglich..daß..unser gnädigster Herr und Kaiser Maximilian, dich Götz von Berlichingen, wegen freventlicher Vergehungen an den Reichsgesetzen und O-en..in die Acht erklärt GWB13
1,292,10 Götz
3 IV 9 So hatte er [
Carl August] in seiner letzten Zeit noch eine O. gemacht, wie man restaurierte Gemälde bezahlen solle..Die Restauration, hatte er verordnet, soll fußweise bezahlt werden..Dies war fürstlich verordnet, aber nicht künstlerisch GWBGespr(FfA II 12,344,7) Eckermann 8.4.29 [
betr neu auszuarbeitende Statuten für die Universität Jena] Wie vorerst eine Benutzung der Bibliothek nicht anders gedacht werden könne, als nach der von der Akademie selbst ausgefertigten O. vom Jahre 1811 GWBB33,207,17 CarlAug [9.9.20] K Die Steinmetzen..Sie nannten sich Brüderschaft, ihre Statuten waren vom Kaiser bestätigt.. ..O. für Lehrknaben, Gesellen und Diener [
in den großen Bauhütten], ihr Anlernen und Anstellen, ihre kunstgemäßen, technischen und sittlichen Obliegenheiten sind auf's genauste bestimmt GWB34
1,198,16 KuARheinMain A(53,241,31) Votum 15.4.99 T5,181,6 v 12.9.15
uö(selten) → GWB
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Zererit- Anti-GWB
Heilsordnung Syn zu 1
GWB
ordnen(das O.) zu 2a
Gestalt Orden Regel zu 2b Genauigkeit zu 3a und b Gesetz Methode Organisation Struktur System zu 3a *Geregeltheit Maß zu 3b Anordnung Arrangement Aufstellung Einteilung Gliederung Gruppierung Klassifikation Komposition Regel Schema zu 3c Folge Rangordnung Reihe Reihenfolge Stufenfolge zu 3d Einrichtung zu 3e Norm Regel Satzung zu 3f Säulenordnung zu 4 Ordnungsgeist Ordnungsliebe zu 5 Klasse zu 6 Anordnung Dekret Einrichtung Erlaß Reglement Verfügung Verordnung 1) vgl Komm BA1,966-968 Nikolaus LohseN.L.