Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
anker stM.
2 übertr. für festen Halt und Beständigkeit
3 ‘Mauerhaken’ (Metallhaken zur Befestigung von Mauerwerk)
1 ‘Anker’ (zum Festmachen von Schiffen): und lâzent ir segel nider und senkent ir anker in daz mer BdN 247,20; segel, anker oder seil / und swaz ze schiffung gehôrt Ottok 34137; Wh 438,9. – als Wappenbild: ûf sîne kovertiure gesniten / anker lieht hermîn: / dâ nâch muos ouch daz ander sîn, / ûfme schilt und an der wât Parz 14,17; Tannh 4,31. – häufig in der Verbindung von wërfen und seinen Ableitungen: Tristan den anker werfen bat Tr 8680; di ancheren wurffen si zu hant HvNstAp 6893; sus wurfen si den anker în Tr 7412; als man slâfen wil, sô wirfet man den anker in daz wazzer, sô bestât das schif Eckh 3:398,2; sô wurfen si ûz ir anker SAlex 6833; übertr.: wirf dinen enker in Got Tauler 325,5. – sînen ~ stôʒen: der marner sinen anker stiez; / do anckerte daz seitiez [Nachen] Rennew 9717 2 übertr. für festen Halt und Beständigkeit: als dâ diu minne ir ankers ort / in ir herzen het verzwicket und verbort Loheng 3051; diu minne ist senfte und sharpf: / wa der anker des herzen grunt ruͤret Rennew 18999; der Aventuͤr anker haft / nu erst gewinnet: hie mit kraft / wurtzeln sich der erste wil WhvÖst 15353. – als Symbol der Hoffnung und des Glaubens: ach, koͤnde der mensche disen enker getreffen in einer rechten wise an sime lesten ende, das er in einer goͤtlichen hoffenunge und getrúwunge stúrbe: das wer ein selig sterben! Tauler 325,12; du [Maria] wært ie únser sælden hort, / únsers langes schwimmens sicher port, / únser schiff enker und segel WernhMl 13707; Parz 461,14. – wohl auch hierher: si [Maria] ist aller hoch ein obdach, / aller weit ein uͤber ganch, / aller teuffen gruͤnd ein ankch, / daz si nyndert raichet an Teichn 155,90 3 ‘Mauerhaken’ (Metallhaken zur Befestigung von Mauerwerk) dat Mathijs durch die mure des huyss [...] tzwene ancker gelacht hait 2DWB 2:1077,64 (AktenVerfKöln)
MWB 1 321,32; Bearbeiter: Schnell