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Katten

Lex. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Katten

Bd. 10, Sp. 756
Katten (Chatti, seltener Catti, v. altnord. hattr, angelsächs. haet = pileus, Filzkappe), german. Volksstamm, der zu den Herminonen gehörte, wohnte zwischen Rhein, Taunus, Werra, Diemel und dem Teil des Rheinischen Schiefergebirges, der die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser bildet. Ihr Hauptort war Mattium (Maden bei Gudensberg an der Eder). Zu den K. gehörten die Mattiaker am Taunus; von den K. stammten die Bataver und Chasuarier ab, deren Sitze im Rheindelta lagen. Die K. hatten im Vergleich mit andern Völkern abgehärtetere Körper, straffere Glieder, drohendere Gesichtszüge und größere Lebendigkeit des Geistes, waren reicher an Überlegung und Erfindungsgabe, hielten strengere Kriegszucht und vertrauten mehr den Anordnungen ihrer Häuptlinge. Ihre Hauptstärke war das Fußvolk. Gleich den Römern führten sie auf dem Marsche außer Waffen auch Feldgerät und Mundvorrat bei sich, wußten Verschanzungen aufzuwerfen, und, in Schlachtreihen geordnet, kämpften sie ausdauernd. Die Jünglinge schoren Bart und Haupthaar erst nach Erlegung eines Feindes ab. Ein eiserner Ring bezeugte (nach Tacitus) das Gelübde eines Tapfern, von der beschimpfenden Fessel sich durch die Erlegung eines Feindes zu befreien; solche Ringträger bildeten die ersten Schlachtreihen. Der kattische Krieger war ohne eignen Wohnsitz und Ackergut und quartierte sich im Frieden bei andern ein; erst Altersschwäche setzte seinem Kriegsdienst ein Ziel. Drusus fand bei seinem Plan der Unterjochung Germaniens (11 v. Chr.) anfangs an den K. Verbündete und drang durch ihr Land gegen die Cherusker (im Wesergebiet) vor. Denselben Weg nahm Germanicus, um des Varus Niederlage, welche die K. als Bundesgenossen der Cherusker, Brukterer und Marsen mit herbeigeführt hatten, zu rächen (15 n. Chr.); 16, als er seine Hauptmacht gegen Arminius führte, schickte er seinen Legaten Silius ab, um die K. in Schach zu halten. Aufs neue kämpften die K. gegen die Römer in Obergermanien zur Zeit des Kaisers Claudius, und 51 verloren sie gegen Sulpicius Galba den bei Varus' Niederlage erbeuteten Legionsadler. Darauf gerieten sie mit den Hermunduren um heilige Salzquellen an der Werra in Streit und gelobten, die Feinde nach ihrem Siege den Göttern zu opfern; besiegt, wurden viele von ihnen an den Altären geschlachtet (59). Doch muß die Macht der K. bald wieder erstarkt sein. Im J. 70, zur Zeit des Bataveraufstandes, bedrängten sie mit den Usipetern die römische Kolonie Moguntiacum (Mainz), ohne Erfolg. Trajan und Hadrian schränkten das Gebiet der K. am Taunus durch den Limes romanus ein. Am Markomannenkrieg (162–180) nahmen sie als südwestliche Vorhut des großen Bundes teil. Zuletzt kämpfte Kaiser Caracalla (211–217) gegen die K., die fortan in dem Gesamtnamen »Franken« ausgingen. Vereinzelt tritt der alle Name noch auf Ende des 4. Jahrh. bei Sulpicius Alexander (bei Gregor von Tours) und Claudianus. Daß die Hessen von den K. abstammen, ist wahrscheinlich. S. Karte »Germanien«.
2962 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Katten

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Katten , Chatten, germanisches Volk zwischen Rhein, Main und Harz, als Krieger berühmt, mit den Römern in selten unterbr…

  2. modern
    Dialekt
    katten

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    katten seem. den Anker vermittelst des Kattblocks ( s. d. ) von der Wasseroberfläche bis zum Kranbalken heben Ro Warn . …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit katten

243 Bildungen · 240 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von katten 2 Komponenten

kat+ten

katten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

katten‑ als Erstglied (30 von 240)

Kattenārd

WWB

Katten-ārd f. [verstr. OWestf] Im Sprichw.: Kaddenort es de beste „eine energische Frau wird geschätzt“ ( Lüb Gb ). Kattenort miuset ( Wbg N…

Kattenbalg

WWB

katten·balg

Katten-balg m. [verstr.] Bauch der Katze. Säo düister äs im Kattenbalge stockfinster ( Sos Bü || ähnl. mehrf.).

Kattenblaut

MeckWB

katten·blaut

Kattenblaut -o- n. Katzenblut; von den Lehrburschen der Müller hieß es: sei krigen Kattenblaut tau drinken, dat sei dat Musen (Stehlen) lihr…

Kattenblō¹me

WWB

katten·blome

Katten-blō¹me f. 1. Lungenkraut (Pulmonaria) ( Lüb Wp). — 2. Margerite (Frbg.) ( Olp Hs ). — 3. Ginster (Frbg.) ( Pad Ol).

kattenblōt

KöblerMnd

katten·blōt

kattenblōt , N. nhd. Katzenblut E.: s. katte, blōt (1) W.: s. nhd. Katzenblut, N., Katzenblut, Eisenkraut, DW 11, 292? L.: MndHwb 2, 528f. (…

Kattenboltse

WWB

Katten-boltse m. [verstr.] männl. Katze, Kater. — Ra.: Ougen at so ’n Kattenbols, bai op Friggen gäiht Auge in derber Sprache (Frbg.) ( Isl …

kattenbrēgen

KöblerMnd

katten·brēgen

kattenbrēgen , N. nhd. Katzenhirn, Hexenguss (Bedeutung jünger) E.: s. katte, brēgen (2) L.: MndHwb 2, 528f. (kattenbēre/kattenbrēgen)

Kattenbullerjahn

MeckWB

katten·bullerjahn

Kattenbullerjahn m. Baldrian; im Stall aufgehängt, schützt er das Vieh vor Behexung Ha Witt ; vgl. Kattenkrut und Bullerjahn 3 (Bd. 2, 126).

Kattenbusch

Meyers

katten·busch

Kattenbusch , Friedrich Wilhelm Ferdinand , evang. Theolog, geb. 7. Okt. 1851 in Kettwig an der Ruhr, wurde 1873 Repetent, 1876 Privatdozent…

kattenbēre

KöblerMnd

kattenbēre , F. nhd. Nachtschatten? ÜG.: lat. morella? Hw.: s. kettekenbēre; vgl. mhd. katzenbere E.: s. katte, bēre (4) L.: MndHwb 2, 528f.…

kattenbērenbōm

KöblerMnd

katten·bērenbōm

kattenbērenbōm , M. nhd. schwarze Johannisbeere?, Nachtschatten? ÜG.: lat. ribes nigrum?, solanum nigrum? Hw.: s. ketkenbērenbōm E.: s. katt…

Kattendants

WWB

Katten-dants m. Kindertanz, erster Anfang der Tanzversuche ( Hal Bh).

Kattendē¹f

WWB

katten·def

Katten-dē¹f m. [verstr.] „Spitzbube, der sich, was sonst nicht oft der Fall ist, Freunde erwirbt“ (Münsterl Wagenf || mehrf.). — Nur im Spri…

Kattendiern

MeckWB

Kattendiern f. Katzenmädchen, -tochter im Tiermärchen Wo. V. 2, 1847.

Kattendisk

WWB

katten·disk

Katten-disk m. [verstr.] kleiner, etwas abseits des großen Tisches stehender Tisch für Kinder, auch für Gesinde, Bettler.

Kattendrämel

MeckWB

Kattendrämel m. volkstümlicher Name der Scharfrichterstraße in Wa.

Kattendreck

MeckWB

katten·dreck

Kattendreck m. Katzendreck, -kot; oft übertr. Wertloses, Kleinigkeit, bes. an Geld: dat 's kein Kattendreck Schw Pamp ; Bri. 4, 20; Schill. …

kattendreckig

MeckWB

katten·dreckig

kattendreckig 'katzendreckig', verstärktes dreckig in der Rda. lach nich so kattendreckig albern oder zynisch Sta NStrel ; schadenfroh Wa Pe…

Kattendrek

WWB

katten·drek

Katten-drek m. [verstr.] 1. Katzenkot. Dat stinkt as Kattendreck stinkt heftig ( WmWb ). Aneene hangen as Kattendreck fest zueinanderstehen …

Kattendriᵉt

WWB

katten·driet

Katten-driᵉt m. a) Katzenkot. — b) wertlose Kleinigkeit. Dat es kän Kattendrïet! ( Dor Wl).

Kattendrīte

WWB

katten·drite

Katten-drīte f. [WMünsterl Dor] 1. Katzendreck . — Ra.: Se hollt tesaamen as Kattendriete halten fest zusammen ( WmWb ). — 2. wertlose Klein…

katten als Zweitglied (2 von 2)

strēvekatten

MNWB

streve·katten

strēvekatten , swv. , rezipr. sik tôhôpe s. (Eheleute:) sich zanken, einander in die Haare geraten (SL).

strēvekatten

KöblerMnd

strēvekatten , sw. V. nhd. katzbalgen, zanken, einander in die Haare geraten (V.) E.: s. strēvekatte L.: MndHwb 3, 537 (strēvekatten)

Ableitungen von katten (1 von 1)

Verkatten

Meyers

Verkatten , ein Schiff vor zwei Anker hintereinander an einer Ankerkette verankern.