weinberg,
m. ,
mhd. wînberc Lexer 3, 898,
jünger als weingarten (
s. u.),
mit dem es sich landschaftlich ergänzt, jünger und anfangs seltner als mhd. wîngartberc (
s. u. weingartenberg),
aus dem es verkürzt scheint wie apfelblüte
aus apfelbaumblüte, ölzweig
aus ölbaumzweig (
weitere beispiele s. u. weihduft, -gefäsz, -kessel, -krug, -stein, -teller).
die verkürzung ist besonders häufig bei namen im gelände: Bi(schof)smark, Salz(ach)burg, Marien(straszen)brücke, Wînperch
aber ist schon seit 1074
als ortsname in Krain bezeugt (Förstemann
altd. namenb.3 2 ii 1362),
währ end das appellativ erst 1256
bei Mühlhausen in Thür. auftritt (
rathsgesetzgeb. d. reichsst. Mühlhausen 162
Lambert). 11)
verbreitung. aus dem mittleren osten stammen die zeugnisse des 13.
bis 15.
jahrh., aus Monre bei Kölleda 1268: in monte, qui vocatur der wînberch, id est mons vini
weisth. 3, 617,
aus Göttingen 1371: myd 1 hoppenberge, de geheten is de wynberg
urk.-b. d. st. Göttingen 1, 264
Schmidt (
dazu Heyne
nahrungsw. 104),
aus Schlesien 1410: falum/ ein winberg, i. vinea, i. locus ubi crescunt bona vina Diefenbach
gloss. 224
a,
aus Erfurt 1497: umme ostern do dy arbeit zu Erffort angingk jn den winbergen Stolle
chron. 184.
im 16
jahrh. trägt die Lutherbibel, die ἀμπελών,
πεδίον,
φυτόν,
χωρίον u. s. w. 122
mal mit weinberg
übersetzt, das wort nach süden und westen: ir sollend nit läsen im weynberg, das ... wachszt
Zürcher bibel (1531)
stammt aus 3. Mos. 25, 11; da im sein weinberg nit wolt geben Nabot, da liesz er in verstein ('
steinigen') nam den weinberg tyrannisch ein H. Sachs 1, 225
K. aus 1. kön. 21, 16; dem lehen- oder zinszkauff auff weinberg ... lasz ich den titel und namen, den im der prophet Neemias ... gibt
das. 22, 57
aus Neh. 5, 4; gott ist der vatter, Christ der sun, der winberg mag sin kilchen sin
schweiz. schausp. 3, 152
Bächtold aus Matth. 20. 1; wilcher pflantzt ain wynberg, vnd isset nicht von seyner frucht? Eberlin 1, 173
ndr. aus 1. Kor. 9, 7.
sonst bietet die Schweizer bibel weingarten,
ebenso Eck,
die Wormser propheten weingarten und rebberg: Kluge
von Luther bis Lessing 5 103.
in den fränkischen gebieten des heutigen Elsasz, Baden und Württemberg gilt weingarten,
im alem. süden rebberg, die reben, der berg. weinberg
ist überall vereinzelt bezeugt: Martin-Lienhart 2, 840; Heilig
zs. f. d. ma. 1914, 340; H. Fischer 6, 609. 613.
weil das wort nicht in den deminutivfreudigen süden reicht, ist die verkleinerungsform selten: die weinberglen gewaltige fürdernusz geben Guarinonius
grewel d. verw. 679. 22)
bedeutung. bodenständig ist demnach weinberg
nur in gegenden, die die bed. von wein (
s. d.)
vom getränk auf traube und rebe ausgedehnt haben. als eindringling aus Mitteldeutschland bedeutet weinberg
nun auch im süddeutschen rebland '
berg, auf dem reben gebaut werden'.
diese grundbed. wird 1617
gut entwickelt: hügelicht land, das seine wolgelegene hügel hat, ist gut zum weinwachs, drumb heists man auch weinberge Coler
hausb. 3, 53,
an sie allein denkt die begriffsbestimmung: weinberg, weingarten, wingert: heiszt ein fruchtbares stück land oder berg, so mit weinreben angebauet oder bepflantzet ist
allg. haush.-lex. 3, 685. Adelung
scheidet vier bed.: 1) ein mit weinstöcken bepflanzter berg oder hügel. 2) eine mit weinstöcken bepflanzte gebirgige gegend, so viel davon einem einzelnen besitzer gehöret. 3) zuweilen auch eine mit weinstöcken bepflanzte ebene, welche im oberdeutschen richtiger ein weingarten genannt wird. 4) figürlich, die in einem weinberge befindlichen weinstöcke. Campe
übernimmt die gekünstelte spaltung. anschaulicher wird der besondere sinn des wortes aus der stellung neben synonymen: die bühel und nidren berglin seind nütz zuo den räbackern und weinbergen Ryff
anatomi (1541) A 2
a; collis vinearius ... weynberg, räbberg Frisius
dict. (1556) 1384
a;
entspr. Maaler 491
d, (
die rebhühner) haben ihren nahmen daher, dasz sie gerne umb die räben- und weinberge seyn Aitinger
jagd- u. weidbüchl. (1681) 11; wie sonst mit den andern gemeynen reben im rebland oder weinbergen Sebiz
feldb. (1579) 168; weinberg, weingarten ... weingeländ Dentzler
clav. 2 (1716) 346
a. 33)
gebrauch. 3@aa) weinberg
steht gern neben sachwörtern verwandten sinns: nach dem liesz sie mich sehen inn die ferr unnd die nehen berg, tal unnd finstren welder, stett, dörffer unnd bawfelder, obszgertten unnd weinperg H. Sachs 3, 268
K.; es solten ... alle ... so sich dero enden niederlieszen ... mit weinbergen, äckern, wiesen, gärten ... begnadet werden Chemnitz
schwed. kr. 2 (1653) 230; die schöne gegenden, wald, weinberg, feld und land König
ged. 28; dem Demokrit frasz seine heerde das kornfeld und den weinberg kahl Bode
Montaignes ged. 2, 428; die unsichtbare sache ... für welche ich die wiese, den weinberg, das wegrecht und das pergamentlein hingeben wollte G. Keller 2, 96; auch in den groszen reichsstädten treibt der bürger landbau auf wiesen, weiden, äckern, weinbergen der stadtflur G. Freytag 18, 122.
immer bildet es dabei ein werthvolles stück landwirthschaftlichen besitzes. die besitzrechtliche seite tritt auch sonst stark hervor: wann einr ins nechsten weinberg gaht, so soll er essen, bisz er satt Frischlin
d. dicht. 100
Strausz; der besitzer eines weinbergs kaufe und lese diesz buch
allg. d. bibl., anh. zu 25/36, 2264; mir ist der säbel lieber als fünf morgen weinberg maler Müller 3, 156.
sie wird gern durch pronomen hervorgehoben: also strafft den Achab auch gott, da er mit unrecht dem Naboht sein weinberg nam
griech. dramen 2, 258
Dähnhardt; so grosz mein weinberg auch und meine gärten sind König
ged. 69; den fuszweg über den hügel an dem birnbaum hin, und unsern weinberg hinunter geh' ich näher nach hause zurück Göthe I 50, 242
W. neuerdings auch durch adj. eigen: wie man in dunkler zeit des sonnenscheins bedürftig ist, auch wenn man keinen eigenen weinberg besitzt, der daran reifen soll G. Keller 6, 98;
entspr. Hegel 10 i 338; Zobeltitz
d. wein (1901) 12
a.
das sprichwort betrachtet solchen besitz zweifelnd: wer einen weinberg bauen will, der musz einen andern in der taschen haben, das ist: es musz mancher etliche jahr mehr auf seinen weinberg wenden, als dasz er wiederum bekömmt Hohberg
georg. cur. 3 (1715) 255
a. 3@bb)
die attribute zeigen von alters die freude am besitz oder anblick des weinbergs: (
ihr sollt) den wein nicht trincken, den ir in den feinen weinbergen gepflantzt habt
Amos 5, 11; an dem fuosz eines gar fruchtbaren und lieblichen weynbergs Stumpf
Schwytzerchron. (1606) 413
a.
lobend stehen: sehr gut Thurneyszer
alch. (1583) 71; lustig Rätel
Curäi schles. chron. (1607) 309; herrlich und köstlich Prätorius
glückstopf (1669) 492; vortrefflich Chr. Reuter
Schelm. 47
ndr.; reich Lichtwer
äsop. fab. (1748) 65; wohlumzäunet Göthe I 50, 214
W.; gesegnet G. Keller 7, 61.
tadel ist selten: ein unfruchtbarer, unnützer weinberg Herder 12, 185,
doch trifft eine schlimme lage auch in anderer form einmal ehrlicher dichterzorn: auf, auf, entzündet euch, ihr blitze! vereint die rächende gewalt; doch trefft nur dieses weinbergs spitze Hagedorn 3 (1769) 48.
nüchterne beobachtung ist jung: die entlaubten weinberge darum her sahen trostlos aus Laube 2, 112,
auch einfache feststellung tritt zurück: ein gehacketer weinberg
nomencl. (
Hamb. 1634) 92; ein traubenbelasteter weinberg Overbeck
verm. ged. (1794) 170; gäh Bräker 1 (1789) 153; grün Grabbe 4, 353
Bl., während bestimmung der grösze und lage ihren platz behaupten: klein S. Gessner 1 (1777) 130; grosz G. Keller 5, 143; nah Kerner
bilderb. 150; entfernt S.
Brunner erz. 1 (1864) 13. 3@cc)
die arbeit im weinberg
drückt sich in den verben aus, deren object das wort werden kann: Noah aber fieng an und ward ein ackerman, und pflantzte weinberge
1. Mos. 9, 20; er gab den kriegszleuten vil gegent ein, einem jeden in seinem heymet, das sie weinberg zühen S. Franck
chron. Germ. (1538) 37
a;
entspr. schneiden
ders. sprüchw. 1 (1545) 32; bauen Wickram 3, 172
Bolte; anlegen B. Mayr
päckchen sat. (1769) 32; mit karsten, hacken, spaten ward der weinberg um und um gescharrt Ramler
fabellese 3, 241; bearbeiten Göthe I 43, 74
W.; besorgen E. Th. A. Hoffmann 10, 37
Gr.; lesen Riehl
d. arb. 195.
auch die zerstörende thätigkeit knüpft an das biblische vorbild an: (
Nebukadnezar) lies nider hawen alle bewme und weinberge
Jud. 2, 17; ertheilte er befehl ... die weinberge zu vertilgen Lohenstein
Arm. 2 (1690) 290
a; wie ein sturmwind wird der Thracer kommen; er brennet den weinberg weg in fressend kaltem reif Herder 27, 252
S. deutsch ist vielmehr die freude an der aufbauenden arbeit: da einer mit hertzenlust zusiehet, wie man in holtze und weinbergen arbeitet Agyrtas
grillenvertr. 3 (1670) 197. 3@dd)
anblick und pflege der weinberge bieten sich dem auge anmuthig dar: er tritt ... durch das freudige land, abends durch die weinberge Brentano
Godwi 2 (1802) 316.
sie liegen auf halber höhe: allmählich hebt der berg an, der, mit äckern und weinbergen bekleidet, von eurem schlosz gekrönt wird Göthe I 8, 46
W. schon der boden ist eigenartig: wie der weinberg auf sandstein, schiefer und granitboden gedeiht Ritter
erdk. 3, 246; es geht lange zwischen weinbergen fort, denn der Vesuv hat eine gewaltige unterlage Hebbel
br. 3, 244.
er hat sein eigenes flächenmasz: neun tagwerk feld und weinberg sind dabei Gött
mauserung (1908) 17.
der wandel vom acker zum weinberg bedeutet veredelung: durch das umwandeln des ackerlandes in weinberge Mommsen
röm. gesch. 5, 99.
er ist umhegt und von terrassen durchzogen: so setze ich mich auf die erste beste terrasse oder mauer eines weinberges hin Zimmermann
einsamk. 4, 28,
kann abgeschlossen werden: der weinberg war verschlossen, und über die wand kunte ich auch nicht steigen
polit. maulaffe (1679) 7,
und wird zur zeit der traubenreife gehütet: als hüter sitzt in einem weinberge ein knäblein H. Brunn
kl. schr. 3, 218.
dann schützt ihn das gesetz: mit geldstrafe ... wird bestraft, wer den polizeilichen anordnungen über die schlieszung der weinberge zuwiderhandelt
strafgesetzb. (1872) § 368.
im hag sind pforten: denn die thüren, die untre, so wie die obre, des weinbergs standen gleichfalls offen Göthe I 50, 214
W.; hier an des weinbergs thür und am thore der villa Borghese Platen 1, 268
R. die rebpfähle locken zu bildlichem gebrauch: der dolch stak in seinem bauch, wie ein pfahl in dem weinberg Schiller 2, 87
G., die rebenblüthe spendet edelsten duft: Mailand ging mit den blüthen seiner weinberge ... vorüber Jean Paul 1, 245
Hempel. die reifenden beeren ziehen vögel an: im herbst sind die weinberge ... ihr (
der sperlinge) labsal Aurifaber
Luthers tischr. 2, 330
W.; vögel ... schwärmten im weinberg und im garten Hölderlin 1, 143
Litzm. im frühling einsam: droben im weinberg, unter dem blühenden kirschbaum sasz ich heut einsam in gedanken vertieft Mörike 1, 121
Göschen, das jahr über vom winzer besorgt: gib deinen weinberg in des winzers hand, weil scharfes messer wilden reben frommt Rückert 1 (1867) 394,
für dessen arbeit und geräth ein gartenhaus im weinberg steht: im weinberg auf der höhe ein häuslein steht so windebang Mörike 1, 29
Göschen, das früh auch dem wohnen und wirken in stiller zurückgezogenheit dient: (
Laertes) hat sein wonung im weinberg dausz, mocht nit mehr wohnen in dem hausz H. Sachs 12, 382
Keller; weil ich falsche münze auf meinem weinberge geprägt hätte Bahrdt
gesch. s. lebens 1 (1790) 156; da sperrte sie (
frau Duschek) ihn (
Mozart) endlich in ein gartenzimmer auf dem weinberg ein und erklärte ihn nicht eher herauslassen zu wollen, als bis die arie fertig sei O. Jahn
Mozart 4 (1859) 304; (
Sanssouci, das) sich Friedrich nahe der stadt auf einem weinberg zu ländlicher zurückgezogenheit erbaute Ranke 29, 283,
wird der weinberg im herbst zum schauplatz froher feste: auf einem weinberg tanzte sie bei einem winzerfest W. Müller
ged. 106
Hatfield. auch der 25.
mai wird zum fest: heut pfleget man ... S. Urbans bild ... umb weinberg zu tragen Mathesius 2, 311
Lösche. 3@ee)
bildlichen gebrauch von weinberg
begünstigt widerum die bibel: des herrn Zebaoth weinberg aber ist das haus Israel
Jes. 5, 7
liefert das geflügelte wort vom weinberg des herrn Büchmann
25 32.
so heiszt schon im 16.
jahrh. das geistliche amt: gleichwie herr Bullinger gethon, der funfftzig jar on underlon nun in des herren weinberg hie arbeit mit sonderm fleisz und müh Fischart
bilderged. (1571)
Euphor., erg.-heft 7, 183,
und die christenheit: das mit unmenschlicher grausamkeit in dem weinberg des herrn gewület ... werde Pape
bettel- und garteteufel (1586) N 6/7.
die alte zeit hält an der geistlichen deutung fest, auch wo sie den ausdruck wandelt: nach deme er den weinberg Christi zu erweitern sich sehr hette angelegen seyn lassen Micrälius
Pommerland 2 (1640) 246; da gott hofft, sein weinberg, den er so fleiszig gebawet, soll trauben tragen Lehman
floril. 2 (1662) 831; den weinberg der christlichen kirche ... zu verwüsten Liscow
sat. (1739) 484,
während neue umgangssprache das wort frech umdeutet: im weinberge des herrn arbeiten '
kinder zeugen' Bauer-Collitz 180.
auf Matth. 20, 1
beruhen die arbeiter im weinberg Büchmann
25 51: wer sich zum arbeiter im göttlichen weinberge ... untauglich macht Hippel
lebensl. 3 i 85; ich bin von solchen arbeitern im weinberge (
philos. gegnern) alles gewärtig Göthe IV 23, 181
W.; entspr. Holtei
erz. 18, 138.
auch hier wird der ausdruck gewandelt: bereite dich zu seinem knechte in seinem weinberge Hippel
lebensl. 1, 327; von prälaten, die das arbeiten im weinberge andern überlassen Lichtenberg
nachl. 59, 21.
gern wird das wort aus Jes. 5, 7
ergänzt: die berufung anderer und getreuerer arbeiter in den weinberg des herrn D. Fr. Strausz
leben Jesu 3 (1877) 353;
entspr. Ludwig I.,
Walhallas genossen (1842) 63; Ebner-Eschenbach 2, 237.
auch hier tritt umformung ein: wo er im weinberg dann des herrn ein rüst'ger winzer worden Geibel 3, 47.
von biblischem ausgangspunkt her wird weinberg
zum rein weltlichen arbeitsfeld: in einer akademischen stadt, wo der weinberg, den wir pflanzen, nicht einmal heredi cedit Herder
an Heyne (
von und an Herder 2, 177); das ist euer weinberg Göthe I 37, 190
W.; entspr. IV, 32, 137; Pythagoras aber fand jedoch hier seinen weinberg, den ort seiner bestimmung Heinse 3, 417
Schüdd.; in diesem philosophischen weinberg Hegel 1, 293,
im ganzen aber bleibt allen diesen bildern der geistliche klang: der höchste rufft uns von dem marckt der welt in den weinberg, den sein sohn hat mit schweisz und blut genetzet Gryphius
ged. 33
Palm; das schicksal rief sie (
die völker) zum geschäfte in den weinberg Herder 5, 563; ein falscher weinberg ... bezeichnet die undankbarkeit des volks Mendelssohn 4 i 183; dann schwitzet ihr einen sommer im weinberge der freiheit G. Büchner
nachgel. schr. (1850) 302; der herr ... erlaubt ... mir doch, in seinem weinberge zu arbeiten Heine 3, 181
E.; Christus ward aufgerufen, den weinberg zu beschützen, dessen verwaltung er bei seiner auffahrt dem heiligen Petrus anvertraut Ranke 1, 298. 44) weinberg(s)-
ist erster bestandtheil von etwa 60
meist nur schwach bezeugten zus.-setzungen. zweiter worttheil ist, auszer in weinbergbewohnend Bischoff
wb. d. bot. (1839) 226,
stets ein subst. die ältesten reichen ins 16.
und 17.
jahrh. zurück: weinpergrecht unt pergthading
östr. weisth. 9, 208; churfürstl. sächs. weinbergsordnung de
an. 1588 Th. Haym
jur. lex. 1325; welche die weinbergschützen ... bey ihren eyden anzuzeigen schuldig seyn sollen
würt. herbstordn. (1651) 3; weinbergknoblauch, weil er gern in weingärten wächszt Pancovius (1673) 22; die anmuthige weinberg- u. gartenlust Hohberg
georg. cur. 2 (1682)
vorr.; weinbergshäcker/vinitor Stieler 732.
von klassikern betheiligen sich Herder: die söhne meiner mutter zürneten mir: sie satzten zur weinberghüterin mich 8, 490
S.; und Göthe: einen weinbergsbesitzer von Oberingelheim I 34, i 27
W.; nach einem spaziergang auf die weinbergshöhen
das. 306;
entspr. III 2, 91. 122; wir gingen hinter weinbergsmauern hin und her I 33, 31;
entspr. 33.
danach tritt Jean Paul
hervor: weinberggipfel 27/29, 203
Hempel; weinbergshäuschen 20/23, 239; weinbergsunkraut 20/23, 76,
weiterhin Gaudy: ritterschlösser ... und nette blanke weinbergshäuschen lagen auf allen kuppen 2 (1844) 80; der neue weinbergspächter 4, 84, Riehl: weinbergshaue
nat.-gesch. d. volkes 1 (1851) 130; weinbergsdüngung 4, 206,
und Rückert: pfandwische zwar sind aufgesteckt, und weinbergshüter pfeifen; von jenen wird der dieb geschreckt, den diese werden greifen 3, 89; weinbergsgrund 3, 412; -mann 6, 91; -herr 11, 129.
sonst sind techniker, volks- u. landwirthe, naturforscher und geographen die träger des wortgebrauchs. mundarten haben nur in Österreich an den bildungen antheil: weinbergg' lander Anzengruber
dorfg. 1, 137; weinberghube '
weingarten samt wirthschaftsgrund' Unger-Khull 626
a.
neubildungen sind stets möglich: -anlagen Zobeltitz
d. wein (1901) 27
b; -lage 30
a; -fläche Hoops
waldb. (1905) 563; -hacke R. Herzog
burgkinder, kap. 19; -besitz E. Kayser
weinbau u. winzer im Rheingau (1906) 42; -betrieb 41; -gelände 62; -lage 17; -pachtland 48; -preis 61. -s-
der wortfuge ist in neuerer zeit die regel, wird aber in einem fünftel der fälle bewuszt gemieden, z. b. weinbergbesitzer D. Fr. Strausz 1 (1876) 121; er ... lebt lang als 'einsiedel' in einem weinberghäuschen Fr. Th. Vischer
altes u. neues 2, 154; die mächtige ruine Gösting mit ihren weinberglehnen Rosegger II 12, 177; weinbergordnung R. Hildebrand
o. th. 5, 98
unter kamerte; weinbergstufen Spitteler
olymp. frühl. 2 (1911) 97.
sachlich bezeichnen die zus.-setzungen vorwiegend pflanzen, die im weinberg
wachsen: birne, (knob)lauch, pflanze, rapünzchen, salat, unkraut;
thiere, die darin leben: grille, schnecke;
menschen, die damit zu thun haben: arbeiter, besitzer, eigner, häcker, herr, hüter, inhaber, leute, mann, pächter, schütz, tagelöhner, verderber;
geräth, das darin gebraucht wird: hacke, haue, pfahl, pflug, seil, stab;
bauten und anlagen im weinberg: geländer, haus, mauer, portal, stufe;
anstalten zu seiner verwaltung: amt, gesetz, ordnung, recht;
endlich die grund- und besitzverhältnisse: besitz, boden, fläche, gelände, gipfel, grund, höhe, hube, hügel, lage, land. lehne, pachtland, preis, tal
und thon.