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steppe

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steppe f.

Bd. 18, Sp. 2375
steppe, f. , baumloses dürres flachland, haide, 'fast baumlose, xerophile grasflur wasserarmer gebiete' O. Kende geogr. wb. (1928) 191, aus russ. stepь, f., entlehnt, nach Seiler kultur im sp. d. lehnw. 2, 208 infolge des zuges Karls XII. durch Südruszland. 11) nach dem ursprunge des wortes bezeichnete man im 18. und anfang des 19. jhs. mit steppe vornehmlich nur die russischen einöden: nunmehro zogen wir beständig den wüsteneien nach, welche von den russen steppen genennet werden G. Opitz merkwürdige nachr. (1748) 1, 87; (das russenheer bei Zorndorf war) heiszhungriger als ein heuschreckenheer ... um eine lebenlose wüstenei, ein land des fluches, eine steppe, gleich den steppen seiner kaiserinn, daraus (aus Preuszen) zu machen Gleim werke 4, 67 Körte, noch von E. v. Kleist nicht verstanden: was heiszt eine steppe in ihrem gedicht? ich kann das wort nicht verstehen; der zusammenhang zeigt nur, dasz es eine wüste bedeuten soll werke 2, 545 Sauer; er brach auf ... in die steppen der Ukraine Herder 23, 419 Suphan; jene tartarische steppen ... würden durch die kultur eine ganz neue quelle von reichthümern J. Möser s. w. 2, 192 Abeken; die mit weiszem sande bedeckten afrikanischen wüsten oder die mit nicht weiszerem schnee bekleideten steppen Sibiriens, glänzen den mondbewohnern F. Th. v. Schubert verm. schr. (1823) 2, 147; ein anderer (Seldwyler) ... hatte seine fünf oder sechs töchter nach den [] russischen steppen oder in andere unwirtliche gegenden verbannt G. Keller ges. w. 5, 91. 22) allgemeiner für jede gegend steppenartigen charakters angewandt: wir haben morast und steppen genug vor den grenzen unseres landes, um im lande selbst uns die sümpfe und steppen nach kräften sparen zu sollen P. de Lagarde dtsche schr. 440; gebirgig wie Spanien ist und nicht ohne steppen und ödland Th. Mommsen m. gesch. (1894) 5, 68; die nacht blieb nüchtern oder doch gewöhnlichen nächten der steppen gleichartig Hans Grimm volk ohne raum 1, 416; als beschwerlich zu durchquerendes gebiet: den des südens steppen nicht bezwangen, den der frost des nordens kaum besiegt Platen werke 1, 3 Hempel; als öde, trostlose, unwirtliche gegend mit affectgehalt: wohin soll ich mich retten? rief Abdallah ... über welche steppen soll mein fusz itzt wandeln? wie gefilde der nichterschaffung streckt es sich vor mir aus L. Tieck schr. (1828) 8, 149; unabsehbar auf der steppe lieget nah und lieget ferne ohne ton die himmelsglocke, sonder farbe, sonder sterne G. Keller werke (1897) 10, 61; sobald der abendsonne schein nicht mehr die letzte zacke badet, ins hospital ein glöckchen rein den wandrer aus der steppe ladet A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 2, 33; so namentlich mit typischen epitheta, die das öde, wüste, heisze, unfruchtbare ausdrücken: auf einer öden steppe könnte ein menschenantlitz unmöglich so viel dichterischen ... ausdruck zur schau tragen S. Brunner erz. u. schr. (1864) 2, 147; wie hat, o freund, dein groszes volles herz in diese wüste steppe sich verirrt Zach. Werner söhne d. thales (1803) 1, 68; wie anders die grosze kunde von den Llaneros, wie sie auf schnaubenden, ungesattelten rossen durch die glühende steppe den Spanier verfolgen Treitschke histor. u. polit. aufs. (1886) 1, 327; jetzt gilt es nicht mehr, jahrelang die heiszen steppen zu durchziehn Geibel w. (1888) 1, 194; einige male hatten sie ... sich aus den trockenen steppen allgemeiner heerstrasze nach irgend einer seitab liegenden ... oase gezogen Holtei erz. schr. 2, 122; (ich) will jetzt den leser aus der dürren steppe schnell in den herrlichsten sonnendurchblitzten buchenwald führen fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 2, 421; so manchen elk er fällt an der statt, die durstige steppe ward blutsatt Rückert Firdosi 1, 412; was kann man erwarten von den einwohnern dieser sandigen steppen, diesen pfiffigen, herzlosen ... menschen Meinecke leben d. generalfeldm. v. Boyen 1, 169; gesetzt nun, ich reiste wirklich nach Scythien zurück in die unwirthbaren steppen meines vaterlandes Gutzkow ges. w. 11, 2; von der vorstellung des dürren, öden landes geht die bildliche verwendung aus: wie die flamme durch die steppe lief die empörung durch die halbinsel Th. Mommsen m. gesch. 2, 227; einer steppe glich das ehbett, kalt und starr und grau von eise Heine werke 2, 38 Elster; das trauerspiel (Griseldis) wurde nicht schlecht gegeben. doch eine oase in den steppen dramatischer literatur Hebbel I 9, 385 Werner; wenn wir ... die ... masse von theologischen wahnsinn überschauen, die ... zusammenmodert über den unfruchtbaren steppen der ehemaligen gelehrsamkeit C. G. v. Brinckmann filosof. ansichten (1806) 108; ohne ... leitung meines philosophischen triebes, hatte ich mich von den steppen Kants ... hinübergezogen D. Fr. Strausz ges. w. (1876) 1, 125; auf der metaphysik steppe hat Albin ein schlosz gebaut Pfeffel poet. vers. (1812) 8, 40; die lange steppe ihrer langweiligen jugendzeit Bettine d. buch gehört d. könig (1843) 1, 224; doch auch im gegensatz [] zur wüste als die mit vegetation ausgestattete ebene: die wüste wird nicht zur steppe oder grasflur A. Schopenhauer werke 1, 588 Grisebach; er (der triel) ist ein charaktervogel der mittelmeerländer da, wo es wüsten und steppen gibt Wimmer gesch. d. deutsch. bodens (1905) 349; wie die endlose luft um mich schmeichelte, wie die steppe duftete, und ein glanz der einsamkeit überall und allüberall hinausschwebte A. Stifter s. w. (1910) 3, 191; mitunter rieselte ein warmer hauch über die steppe und erregte den duft der blüthen um sie her Th. Storm werke (1899) 1, 101.
5583 Zeichen · 130 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STËPPEswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    STËPPE swv. steche, durchnähe, sticke. vgl. stopfe, stift. manicatus quasi manu pictus vel punctatus gestippet Diefenb. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêppe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Stêppe , plur. die -n, bey den neuern Erdbeschreibern, ein aus dem Russischen entlehntes Wort, ein hoch liegendes eb…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Steppe

    Goethe-Wörterbuch

    Steppe [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steppe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Steppe , aus dem Russischen, baumlose Ebene, mit Gras u. Kräutern bewachsen, oder auch öde und dürr; die Flüsse u. Seen …

  5. modern
    Dialekt
    Steppef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Steppe f. : ' die Stepperei, Teil der Schuhfabrikation ', Schdäpp [PS-Rodalb ( Bernhard 154)]; e Korb ... mit de Schuhsc…

  6. Spezial
    Steppe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Step|pe f. (-,-n) ‹geog› stepa (-pes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steppe

187 Bildungen · 175 Erstglied · 10 Zweitglied · 2 Ableitungen

steppe‑ als Erstglied (30 von 175)

Steppeler

LothWB

steppe·ler

Steppeler , Steppelesch [štepələr m., štepələš f. D. Si. ] Aufreizer, Hetzer, Hetzerin. s. stippeln.

steppeleⁿ

Idiotikon

steppeleⁿ Band 11, Spalte 1145 steppeleⁿ 11,1145

steppeln I

RhWB

steppeln I -e- = stochern s. stippeln;

steppeln II

RhWB

steppeln II -e- = nachernten s. stoppeln.

steppen

FWB

1. ›etw. steppen, durchnähen, durch Nähwerk oder desgleichen verzieren‹.; 2. ›etw. durch Steppwerk verdicken, um sich zu schützen‹.

Steppenhund

SHW

Steppen-hund Band 5, Spalte 1393-1394

steppenablagerung

DWB

steppen·ablagerung

steppenablagerung , f. , lagerung der verschiedenen steppenerd- und gesteinsschichten: solche thierischen reste, seien es nun knochen von wi…

steppenähnlich

DWB

steppen·aehnlich

steppenähnlich , adj. : während der glacialperiode ( hat es ) ... einerseits arktische steppen oder tundren, andrerseits subarktische steppe…

steppenantilope

DWB

steppen·antilope

steppenantilope , f. , colus tartaricus Brehm tierl. 3, 414 ; herden zu tausenden jener steppenantilopen Ritter erdk. (1822) 2, 543 . —

steppenartig

DWB

steppen·artig

steppenartig , adj. : die steppenartige vegetation Ratzel völkerkde (1885) 2, 8 ; zu den waldfreien strichen Deutschlands gehörten damals vo…

steppenbach

DWB

steppen·bach

steppenbach , m. , ' bach, welcher sich ... in sand oder sumpf verliert ' Mothes baulex. (1882) 1, 213 : nachdem der steppenbach ... überset…

steppenbauer

DWB

steppen·bauer

steppenbauer , m. , in der steppe angesiedelter bauer: der Deutsche ( ist ) ... weiszbäcker durch Ruszland, steppenbauer am Don und an der W…

steppenbaum

DWB

steppen·baum

steppenbaum , m. : Middendorf hebt besonders die kiefer und die birke als steppenbäume hervor Nehring 56 . —

steppenbecken

DWB

steppen·becken

steppenbecken , n. : der Sudan ( sei ) ein centrales steppenbecken Mittelafrikas Ritter erdk. 1, 490 . —

steppenbewohnend

DWB

steppenbewohnend , adj. , von menschen, tieren und pflanzen: ( Araber ), welche den steppenbewohnenden, viehzüchtenden, unsteten teil der be…

steppenbewohner

DWB

steppen·bewohner

steppenbewohner , m. , von menschen, tieren und pflanzen: dann nach der wüste hinaus, wo Arabias steppenbewohner, frei in dem freien gefild,…

steppenbezirk

DWB

steppen·bezirk

steppenbezirk , m. : innerhalb der steppenbezirke haben jedenfalls manche striche mit natürlichem wasserreichthum ... wälder getragen Hoops …

steppenbildung

DWB

steppen·bildung

steppenbildung , f. : gebirgssysteme wie Schwarzwald ... Karpathen usw. ( sind ) ihrer höhe und ihrer ganzen formation nach zur steppenbildu…

steppenblume

DWB

steppen·blume

steppenblume , f. , im bilde: ja klagen musz ich auch die steppenblume, die der kosake an der Theisz gebrochen Max Waldau o diese zeit (1850…

steppenboden

DWB

steppen·boden

steppenboden , m. : der steppenboden ist durchgängig oder abwechselnd dürre, sandig, morastig, auch wohl mit seen und waldungen angefüllt Kr…

steppenbrand

DWB

steppen·brand

steppenbrand , m. : steppenbrände, deren furchtbar verheerende wirkungen wir aus den schilderungen der nordamerikanischen präriebrände genüg…

steppencharakter

DWB

steppen·charakter

steppencharakter , m. : der angränzende theil des festlandes hat in seiner vegetation auch entschiedenen steppencharakter K. E. v. Baer red.…

steppendürr

DWB

steppen·duerr

steppendürr , adj. : wie steppendürre, wie öde es im geist und herzen solcher menschen aussehn musz Tieck schr. (1853) 23, 194 . —

steppenebene

DWB

steppen·ebene

steppenebene , f. : in den breiten continentalen steppenebenen Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 2, 179 . —

steppe als Zweitglied (10 von 10)

dornsteppe

DWB2

dorn·steppe

dornsteppe f. : 1902 Peters goldland 85. DWB2 – einige zuss., insbesondere solche mit wegbezeichnungen als grundwort, nur in bildlichem gebr…

gesteppe

DWB

gest·eppe

gesteppe , gestepp , n. das gesteppte, durchnähte, gestickte, die auf kleider genähte naht als zierat: mhd. ir gesteppe was gekrispet harte …

grassteppe

DWB

gras·steppe

grassteppe , f. : von den grassteppen des Apure und La Plata-stromes A. v. Humboldt ansichten d. natur (1808) 1, 12 ; die echten prärien abe…

Kalmückische Steppe

Herder

Kalmückische Steppe , der große holz- und süßwasserarme, aber an salzigen Seen u. Bächen reiche Landstrich am Ural, der Wolga, dem kasp. Mee…

Sandsteppe

GWB

sand·steppe

Sandsteppe mit Sand u Kies bedeckte, wasser- u holzarme Ebene; mBez auf ChMeiners ‘Untersuchungen zu den Verschiedenheiten der Menschennatur…

strauchsteppe

DWB

strauch·steppe

strauchsteppe , f. : undurchdringliche strauchsteppe, deren charakter darin beruht, dasz der erdboden ... dicht von den verschlungenen sträu…

vorsteppe

DWB

vorst·eppe

vorsteppe , f. , vor einem andern teil der landschaft liegende steppe: die vorsteppen des Altaisystems Ritter erdkde (1822) 2, 576 .

waldsteppe

DWB

wald·steppe

waldsteppe , f. waldige steppe: die ... flucht ( aus Sibirien ) durch die ungeheuren wald- und grassteppen. Immermann epigonen 2 1, 233.

weidesteppe

DWB

weide·steppe

weidesteppe , f. im gegensatz zu salz- und sandsteppe Ritter erdk. 1, 931 . —

Ableitungen von steppe (2 von 2)

besteppe

Lexer

be-steppe stn. s. bestüppe.

gesteppe

DWB

gesteppe , gestepp , n. das gesteppte, durchnähte, gestickte, die auf kleider genähte naht als zierat: mhd. ir gesteppe was gekrispet harte …