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necken

ahd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
Anchors
22 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

necken

bineckenAWB sw.v. I, Gl. 2,710,52 (10./
11. Jh. oder Mitte des 11. Jh.s, mfrk.): ‚heraus-
fordern; lacessere‘ (mhd., frühnhd. benecken
sw.v. ‚jmdn. herausfordern, reizen‘). Es handelt
sich um eine Intensivbildung zum st.v. VI na-
gan mit Präfix bi-. Die im Dt. Wb. 13, 515 an-
geführte Herleitung des Verbs von nac ‚Gip-
fel, Spitze, Hinterkopf, Nacken‘ im Sinne von
‚jmdn. im Nacken sitzen‘ trägt volksetymo-
logischen Charakter (vgl. Riecke 1996: 189 f.).
S. gnagan. – neckinzenAWB ? sw.v. I, Gl. 2,549,53
(11. Jh.), nur im Part.Präs.: ‚sterbend; immori-
ens‘. Bei dem Wort handelt es sich um eine Var.
von nicht überliefertem *neckizzen (vgl. noch
lohazzen [s.d.] : lohenzen, sprungezzen ‚hüp-
fen‘ : sprungenzen ‚dss.‘; vgl. Richter 1909:
157). Das Wort ist sicher eine Ableitung vom
sw.v. I *necken (s. binecken) mit dem Fort-
setzer des Suffixes urgerm. *-iti̯a- zur Bildung
von Intensiva. Anderer Auffassung ist Riecke
1996: 246, der für neckinzen über eine Zwi-
schenstufe *neckazzen/neckizzen eine Entleh-
nung aus lat. necāre ‚töten, umbringen, ver-
nichten‘ vermutet. Diese Annahme ist nicht nö-
tig, da mhd. necken neben ‚reizen, beunruhi-
gen‘ auch ‚quälen, plagen‘ bedeutet. Eine da-
von abgeleitete Intensivbildung neckinzen mit
der Bedeutung ‚töten (verursacht durch starkes
Quälen)‘ bereitet semantisch keine Schwierig-
keiten. Bei einer Übernahme von lat. necāre
wäre zunächst ein ōn-Verb als Ableitungsbasis
für das Intensivum zu erwarten (vgl. z. B. ahd.
dihtôn [s.d.], das aus lat. dictāre entlehnt ist),
das aber nicht belegt ist. Eine unmittelbare Ab-
leitung mit ahd. -enzen von einer lat. Basis ist
ohne Parallelen. S. -azzen. – Ahd. Wb. 6, 1105;
Splett, Ahd. Wb. 1, 311; Köbler, Wb. d. ahd. Spr.
100. 817; Schützeichel⁷ 235; Starck-Wells 434;
Schützeichel, Glossenwortschatz 7, 45 f.
1873 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    necken

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    bineckenAWB sw.v. I, Gl. 2,710,52 (10./ 11. Jh. oder Mitte des 11. Jh.s, mfrk.): ‚heraus- fordern; lacessere‘ (mhd., frü…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nëckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    nëcken swv. in ernëcken.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    neckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    necken , sw. V. Vw.: s. nāken (2) L.: MndHwb 2, 1059 (nâken/necken), MndHwb 2, 1084 (necken) Son.: örtlich beschränkt

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nêcken

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Nêcken , verb. reg. act. durch kleine Beleidigungen, durch kleine Possen bloß zu seinem Vergnügen, zum Unwillen, zum Zor…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    necken

    Goethe-Wörterbuch

    necken beim jungen Goethe auch -k- u mundartlich (frankf 1) ) ‘necksen’ B2,291,10 ; das Wort bezeichnet in Bed (a) nicht…

  6. modern
    Dialekt
    necken

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    necke n [nèkə Geberschw. ] necken: We nn m e r d Katz neckt, kratzt si e . — Vgl. Schweiz. 4, 713.

  7. Sprichwörter
    Necken

    Wander (Sprichwörter)

    Necken 1. Besser geneckt hinter dem Ofen als verlacht in der Stadt. Dän. : Bedre at blive hiemme med een spot, end gaae …

  8. Spezial
    necken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ne|cken I vb.tr. sceché (sceca), trazé (-za), cané (cana), zibiché (-chëia), pizacré (-rëia), mincioné (-nëia) II vb.ref…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit necken

10 Bildungen · 1 Erstglied · 6 Zweitglied · 3 Ableitungen

necken‑ als Erstglied (1 von 1)

neckenlilie

DWB

necken·lilie

neckenlilie , f. lilie des neck ( sp. 514): mein schöner junker, auf eurem hut schwankt eine neckenlilje .. ihr seid der wassermann. H. Hein…

necken als Zweitglied (6 von 6)

ernëcken

Lexer

ern·ecken

er-nëcken swv. ausbrüten? die aier ernecchin Gen. 49,29 ( bei D. 68,6 ouʒ nichen).

hohnecken

DWB

hohn·ecken

hohnecken , verb. höhnen, verspotten, zuerst von Stieler aufgeführt: honecken, irridere, naso suspendere, subsannare, jederman honeckt darüb…

schnecken

DWB

sch·necken

schnecken , verb. langsam wie eine schnecke kriechen; dann überhaupt sich langsam fortbewegen. Schm. 2, 567 . reflexiv: in einem solchen zus…

Ableitungen von necken (3 von 3)

benecken

Lexer

be-necken swv. BMZ herausfordern, reizen Jer.

entnecken

DWB

entnecken , petulanter auferre: da umschwirrt dich kein insect, keins das deiner brust und wange ruh und heiterkeit entneckt. Bürger 74 b .

ernëcken

Lexer

er-nëcken swv. ausbrüten? die aier ernecchin Gen. 49,29 ( bei D. 68,6 ouʒ nichen).

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APA
Cotta, M. (2026). „necken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/necken/ewa
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Cotta, Marcel. „necken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/necken/ewa. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „necken". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/necken/ewa.
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