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Binden

mhd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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31 in 26 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Binden v., trs., rec.

Bd. 1, Sp. 536b
Binden, v. trs. unregelm. unlängst verg. Zeit, ich band, du bandest, er band; Mittelw. der verg. Zeit, gebunden. 1. Eigentlich, vermittelst Verschlingens und Knüpfens befestigen, um einen Körper herumbiegen oder legen und daran befestigen. Ein Tuch um den Kopf, um den Hals binden. Ein Band um den Hut, einen Faden um den Finger binden. I weiterer Bedeutung: 1) Vermittelst eines Bandes an einen Körper befestigen. Den Baum an einen Pfahl binden, damit er fest stehe. Den Hund an einen Baum binden, ihn zu bewachen. Einem die Hände binden, sowol eigentlich, als uneigentlich, ihn beschränken, hindern etwas zu thun. »Nichts als deine eigne Wohlfahrt bindet mir die Hände, wenn ich deine Wünsche nicht ererfüllte.« Dusch. Hieher gehören auch die uneigentlichen Redensarten im gemeinen Leben: Einem etwas auf die Nase binden, ihm eine Unwahrheit glauben machen. Einen Verlust an das Bein binden, ihn verschmerzen. 2) Mit Banden belegen, um fest zu machen. Ein Faß binden, die einzelnen Theile desselben durch Reife oder Bänder zusammenhalten und an einander befestigen. Einen Übelthäter binden, ihn verhindern zu entlaufen. So auch, einen mit Ketten binden, wobei der Begriff des Bindens eigentlich nicht Statt findet. 3) Einzelne Dinge durch Bindemittel zu einem Ganzen vereinigen. Garben binden, Besen binden, Vallen binden  Ein Buch binden oder einbinden, die einzelnen Bogen zusammenheften und mit einem dauerhaften Umschlage versehen. 2. Uneigentlich. 1) Vom Leime, Kalke , fest zusammenhängend ma= chen. Der Leim, der Kalk bindet gut, er hält die Körper, zwischen welche er gestrichen ist, fest zusammen. So auch in ähnlicher, noch uneigentlicherer Bedeutung. »Der Schluß bindet nicht,« hält nicht Stich, ist nicht bündig, beweiset nicht was er beweisen soll. Lessing. 2) Die freie Bewegung einer Sache verhindern. Den Flugsand binden, ihn durch ein Mittel z. B. Besäen mit Grassamen, Bepflanzen mit Bäumen  zum Stehen bringen, daß ihn der Wind nicht mehr forttreiben kann. Einem die Zunge binden, ihm Stillschweigen auferlegen. Auch, den Gebrauch einer Sache verhindern. — und jeder Arm erwacht, Den, uns zu Lieb', der Geist mit Zauberschlaf gebunden. Wieland. So auch, einschränken, in gewisse Grenzen bringen. Die gebundene Rede, die oder deren Worte in ein gewisses Maß, das Silbenmaß gebracht sind; in Gegensatz der ungebundenen. Die gebundene Schreibart, die Schreibart in gebundener Rede; in der Tonkunst, die Schreibart, welche alle Regeln des Wohlklanges, und des Satzes beobachtet, in Gegensatz der freien. Ferner, gebundene Noten, Töne, die aus einem Takt in den andern oder auch nur innerhalb eines Taktes ausgehalten, oder durch einen Bogenstrich {?AZIFU} bezeichnet, gleichsam an einander hangend, in einander fließend, nicht einzeln abgestoßen, vorgetragen werden. Die gebundene Zeit, in der Römischen Kirche, die siebzig Tage vom dritten Sonntage vor den Fasten an, in welchen keine Hochzeiten gefeiert werden dürfen. I der Scheidekunst, einen Körper, einen Stoff binden, ihn in einen solchen Zustand bringen, daß er mit dem Körper, mit welchem man ihn vereiniget hat, oder in welchem er sich befindet, vereiniget oder verbunden bleibt, nicht verfliegt  (ihn figiren). I der Naturlehre heißt der Wärmestoff gebunden, wenn er in einem Körper zwar in größerem oder geringerem Grade enthalten, aber nicht wirksam und für das Gefühl empfindbar ist; entgegengesetzt dem freien Wärmestoffe, wenn er gleichsam in dem Körper nicht mehr versteckt liegt, sondern auf irgend eine Art, besonders durch Reibung, entwickelt und so zu sagen befreiet wird, so daß er auf das Gefühl wirkt und sich andern Körpern mittheilet. ○ Von dieser Bedeutung entlehnt und in ähnlichem Verstande, heißt in gebundener Form, in beigelegt gedachter Form (in concreto). S. beilegen. »Die Philosophie (Vernunftforschung) ist immer Scheidekunst, man mag die Sache wenden, wie man will. Der Bauer gebraucht alle Sätze der abstractesten Philosophie (der abgezogensten Vernunftforschung) nur eingewickelt, versteckt, gebunden, wie der Physiker und Chemiker (der Naturlehrer und Scheidekünstler) sagen. Die Philosophie (Vernunftforschung) giebt uns die reinen Sätze.« Lichtenberg. Zu dieser Stelle setzt C. hinzu (Zus. zum Verdeutschungswb. S. 673). »Was heißt das anders, als: der Bauer denkt in gebundener Form (in concreto), was der Vernunftlehrer abgezogen (in abstracto) denkt?« 3) I noch weiterer Bedeutung, die Freiheit des Willens hemmen. Ih bin gebunden, kann nicht wie ich will. Er ist durch sein Amt gebunden, sein Amt verbindet, verpflichtet ihn, sich nicht zu entfernen, verhindert ihn zu thun, wie er will. An sein Wort gebunden sein, verpflichtet sein, Wort zu halten, ein gegebenes Versprechen  zu erfüllen. 4) Von etwas abhängig machen. »Der Himmel hat deine Glückseligkeit nicht an Schätze gebunden, welche der Betrüger öfter besitzt, als der Redliche.« Dusch. Zufriedenheit ist nicht an Geld und Gut gebunden. Canitz. Es ist das wahre Glück an keinen Stand gebunden. Hagedorn. Die Freundschaft war ja nie an Zeit und Ort gebunden. Ungen. 5) I der kirchlichen Sprache, die kirchliche Vergebung der Sünde versagen und dadurch von der Gemeinschaft der Kirche ausschließen; in Gegensatz von lösen. 6) Ein Klavier binden, es so einrichten, daß die meisten Saiten für zwei Töne und zwei Anschläger dienen müssen. Ein gebundenes Klavier; in Gegensatz des bundfreien. II) rec. Sich binden, in uneigentlicher Bedeutung. 1) Sich be= schränken, sich von etwas abhängig machen. Sich selbst die Hände binden. Sich an etwas binden, sich dadurch abhalten lassen, das Gegentheil zu thun. Ih werde mich daran nicht binden. Er lässet sich durch nichts binden. 2) Zusammenhangen, zusammenhalten. Der Sand, der Thon bindet sich, seine Theile halten zusammen, daß sie sich ballen, behandeln lassen. — Das Binden. Die Bindung. S. d.
5818 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bindenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    binden stn. einen site si sülen lân, daʒ binden ûf die brâ Nith. 27,3. heißt das: 'sie sollen nicht der albernen mode fo…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bindenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    binden , st. V. nhd. binden, verbinden, in Band legen (V.), fesseln, festmachen, zusammenbinden, vereinigen, zusammenset…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Binden

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Binden , verb. irreg. act. Imperf. ich band, Supin. gebunden. 1. In der eigentlichsten Bedeutung, biegen, krümmen, beson…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    binden

    Goethe-Wörterbuch

    binden PartPrät(subst) mehrf in kompositionsähnl Vbdg mit Adj; idVbdg ‘kurz gebunden’ s ‘kurzgebunden’ 1 etw (Blumen, Kr…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Binden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Binden , ein Erntebrauch, s. Schnüren .

  6. modern
    Dialekt
    binden

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    binden Band 2, Spalte 2,851–853

  7. Sprichwörter
    Binden

    Wander (Sprichwörter)

    Binden 1. Bind' mich, un werf mich unter die Meinen. – Tendlau, 803. Der Fremde nimmt nie einen solchen Antheil an uns, …

  8. Spezial
    binden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bin|den (band, gebunden) I vb.tr. 1 (zusammenbinden) lié adöm, ciolé adöm, taché adöm 2 (anbinden, festmachen) fissé (fi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit binden

100 Bildungen · 3 Erstglied · 89 Zweitglied · 8 Ableitungen

Zerlegung von binden 2 Komponenten

bin+den

binden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

binden‑ als Erstglied (3 von 3)

Bindensäule

Campe

binden·saeule

Die Bindensäule , Mz. die — n, in der Baukunst, eine Säule, welche in gleichen Entfernungen mit Binden versehen ist.

Bindenverderber

PfWB

binden·verderber

Binden-verderber m. : ' schwacher Regen, der aber das Binden der Garben unmöglich macht ', Binnevedeʳweʳ [ KU-Schmittw/O ].

binden als Zweitglied (30 von 89)

parlebinden

KöblerMnd

*parlebinden , sw. V. nhd. mit Perlen verziertes Kopfband binden, mit Perlen verziertes Kopfband umbinden Hw.: s. parlebinde, parlenbinden E…

vātebinden?

KöblerMnd

*vātebinden? , sw. V. nhd. fassbinden Hw.: s. vātebinden (2) E.: s. vat (2), binden (1)

abbinden

DWB

abbinden , ligamen solvere, nnl. afbinden, den haft lösen. ein tuch ( vom hals, arm ), die schürze ( vom leib ) abbinden, den erhängten ( vo…

abe binden

MWB

abe binden stV. ‘(jmdm./sich) etw. losbinden’ nu bindet ab die helme NibB 2081,1; den helm man im abe bant Wig 687; der herre den gürtel abe…

afbinden

MNWB

afbinden , stv. , 1. abbinden, losbinden, entbinden; gewaltsam jem. etwas abnehmen; ablegen. 2. (rechtlich) absprechen. 3. (Hausbau) die Hol…

anbinden

DWB

anbinden , n. alligatura.

ane binden

MWB

ane binden stV. ‘etw. (an etw.) anbinden, befestigen’ ane bunden si ir vanen SAlex 4182; daz sie balde bunden an / die segele an die masboum…

ane binden

Lexer

ane·binden

ane binden BMZ anbinden bes. vom anbinden der fahne Nib. Bit. 1559 ; den zettel anbinden anzetteln Chr. 3. 133,13 ( vgl. die nhd. redensart …

aufbinden

DWB

auf·binden

aufbinden , nnl. opbinden, in verschiednem, oft entgegengesetztem sinn: 1 1) in die höhe binden: die haare aufbinden; hett ich ein buolen al…

ausbinden

DWB

aus·binden

ausbinden , solvere, vieh aus ( der kette ) binden. der schriftsetzer bindet die gesetzte columne aus ( lie la page ), um sie auffassen und …

bebinden

DWB

bebinden , ligare, umbinden, goth. hibindan, nnl. bebinden: sein haupt war mit einem tuch bebunden.

Besenbinden

Wander

besen·binden

Besenbinden Bessenbinnen un Heie (Hede) spinnen is dat legeste (schlimmste, elendste) Handwerk taum Bräudgewinnen. ( Sauerland. )

Beybinden

Adelung

bey·binden

Beybinden , verb. irreg. act. (S. Adelung Binden ,) an das andere binden, besonders von Büchern. Gellerts Lieder waren seiner Moral beygebun…

bībinden

KöblerMnd

bībinden , sw. V. nhd. „beibinden“ Hw.: s. bībunden E.: s. bī, binden L.: MndHwb 1, 270 (bîbinden)

durchbinden

DWB

durch·binden

durchbinden , entzwei binden. in der mitte durchbind ich euch Zauberspruch; s. durchfahren .

e(n)tbinden

Idiotikon

e(n)tbinden Band 4, Spalte 1351 e(n)tbinden 4,1351

einbinden

DWB

ein·binden

einbinden , illigare, involvere, schw. inbinda, dän. indbinde, nnl. inbinden: 1 1) garne einbinden, an stäbe und reif befestigen, in der jäg…

enbinden

Lexer

en-binden stv. I, 3. BMZ los binden, befreien, lösen ( trop. erklären, übersetzen ). ohne cas. binden u. enbinden j.Tit. 6035. Msh. 2,381 a …

entbinden

DWB

ent·binden

entbinden , solvere, goth. andbindan, ahd. intbintan, inpintan, mhd. enbinden, nnl. ontbinden. 1 1) thiere vom strick: goth. andbindan fulan…

erbinden

Lexer

erbin·den

er-binden stv. I, 3. BMZ lösen, befreien mit gen. der selde erbinden Benecke beitr. 80 ; s. v. a. verbinden verpflichten, dar zû si sich irb…

gebinden

Lexer

ge-binden stv. I, 3. BMZ Nib. Barl. daʒ kint mit tüechlînen geb. W. v. Rh. 59,35 ; mit dat. vom anlegen des gebendes: die künegîn sich ( var…

gibinden

KöblerMhd

gibinden , st. V. Vw.: s. gebinden

Ableitungen von binden (8 von 8)

bebinden

DWB

bebinden , ligare, umbinden, goth. hibindan, nnl. bebinden: sein haupt war mit einem tuch bebunden.

entbinden

DWB

entbinden , solvere, goth. andbindan, ahd. intbintan, inpintan, mhd. enbinden, nnl. ontbinden. 1 1) thiere vom strick: goth. andbindan fulan…

erbinden

Lexer

er-binden stv. I, 3. BMZ lösen, befreien mit gen. der selde erbinden Benecke beitr. 80 ; s. v. a. verbinden verpflichten, dar zû si sich irb…

gebinden

Lexer

ge-binden stv. I, 3. BMZ Nib. Barl. daʒ kint mit tüechlînen geb. W. v. Rh. 59,35 ; mit dat. vom anlegen des gebendes: die künegîn sich ( var…

Mißbinden

Campe

✱ Mißbinden , v. trs . unregelm ( s. Binden ), Mittelw. d. verg. Z. mißgebunden , falsch, fehlerhaft binden, verbinden. D. Mißbinden. D. — u…

unbinden

Lexer

un-binden stv. nicht verpflichten Gr.w. 4,144.

verbinden

DWB

verbinden , n. , substantiver infinitiv des vorigen. 1 1) nach verbinden 2: das verbinden der wunde. Adelung versuch 4, 1382 ( s. verbindung…

Zerbinden

Campe

Zerbinden , v. trs . unregelm. ( s. Binden ) durch zu starkes Binden völlige Trennung der Theile bewirken. D. Zerbinden. D. — ung .