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binden

mhd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
31 in 26 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Binden

Bd. 1, Sp. 1022
Binden, verb. irreg. act. Imperf. ich band, Supin. gebunden. 1. In der eigentlichsten Bedeutung, biegen, krümmen, besonders einen langen schmalen biegsamen Körper um die Oberfläche eines andern biegen und daselbst befestigen. Ein Tuch um den Kopf binden. Einen Strick um ein Faß, einen Faden um den Finger binden. In dieser Bedeutung kommt binden größten Theils mit dem verwandten Verbo winden überein, welches auch in andern Fällen dieser Bedeutung gebräuchlich ist. 2. In weiterer Bedeutung. 1) Vermittelst eines Bandes, d. i. eines langen, dünnen, biegsamen Körpers an etwas befestigen. Den Baum an einen Pfahl, das Pferd an die Thüre, den Kahn an das Schiff binden. Einem die Hände auf den Rücken binden. * Einem etwas auf die Nase binden, in der niedrigsten Sprechart, so wohl es ihm entdecken, als auch ihn einer Unwahrheit überreden. * Einen Verlust an das Bein binden, ihn verschmerzen. 2) Mit Banden belegen, durch Anlegung der Bande seiner Freyheit berauben. Einen Übelthäter binden. Einem die Hände binden, auch figürlich, ihn hindern, nach seinem freyen Willen zu handeln. Die Hände sind mir gebunden. Ich werde mir die Hände nicht binden lassen. Nichts als deine eigene Wohlfahrt bindet mir die Hände, wenn ich deine Wünsche nicht erfülle, Dusch. Auf eine etwas uneigentliche Art sagt man auch, mit Ketten binden, ungeachtet fesseln in diesem Falle angemessener wäre. 3) Zusammen binden und dadurch verfertigen. Garben binden, durch das Zusammenbinden vieler Halme Garben hervor bringen. So auch, Besen binden, Bürsten binden, Kränze binden, Ballen binden, Fässer binden u. s. f. Ein Buch binden, oder einbinden, die einzelnen Bogen zusammen häften und das daraus entstandene Buch mit einem Bande versehen. 4) Ein Clavier heißt gebunden, wenn Eine Saite zwey Töne ausdrücken muß. S. Bundfrey.[] 3. Figürlich. 1) Ohne Band befestigen. So sagt man z. B. von dem Leime, daß er binde, wenn er anfängt zu erkalten, und die zusammen geleimten Körper zu verbinden. Sich binden, wird auf eben diese Art von dem Sande, Thone u. s. f. gesagt, wenn sie angefeuchtet worden, und nunmehr eine Art von Festigkeit bekommen, so daß ihre Theile zusammen halten und sie sich ballen lassen. Der Kalk bindet sehr gut, wenn er die Steine gehörig befestiget. 2) Die freye Bewegung eines Körpers hemmen. So wird der Flugsand gebunden, wenn man ihn durch allerley Mittel zum Stehen bringt, so daß er die benachbarten Gegenden nicht überschwemmen kann. Ein innerlicher Kampf band meine Zunge, benahm mir die Sprache. Ingleichen, einschränken. Die gebundene Rede, deren Gang in ein gewisses Sylbenmaß eingeschränket ist; im Gegensatze der ungebundenen oder prosaischen Rede. So auch die gebundene Schreibart in der Musik, welche alle Regeln der Harmonie genau beobachtet; zum Unterschiede von der freyen. Die gebundene Zeit, in der Römischen Kirche, die siebenzig Tage von dem Sonntage Septuagesima an, da kein Halleluja in der Kirche gesungen wird, und auch keine Hochzeit gemacht werden darf. 3) In noch weiterer Bedeutung, die Freyheit eines vernünftigen Geschöpfes hemmen. Ich bin gebunden, ich kann nicht so handeln wie ich will. Ich bin an die Stadt gebunden, bin verpflichtet, in der Stadt zu bleiben. Er lässet sich durch nichts binden. Da ihn kein Gesetz weiter band. Sich an etwas binden, sich dadurch hindern lassen das Gegentheil zu thun. Er will sich an sein Versprechen nicht binden. Ich werde mich daran nicht binden. Sie sind ja nicht an ihr Wort gebunden, nicht verpflichtet, ihr Wort zu halten. Ein Schäfer pflegt sich nicht stets an sein Wort zu binden, Gell. 4) Von etwas abhängig machen, mit dem Vorworte an. Der Himmel hat deine Glückseligkeit nicht an Schätze gebunden, welche der Betrieger öfter besitzet, als der Redliche, Dusch. Zufriedenheit ist nicht an Geld und Gut gebunden, Can. Es ist das wahre Glück an keinen Stand gebunden, Haged. 5) Im Kirchenstyle ist binden, die kirchliche Vergebung der Sünde versagen, und dadurch von der Kirchengemeinschaft ausschließen; im Gegensatze des lösen. S. Bindeschlüssel. Daher die Bindung, von der Handlung des Bindens, obgleich selten, und auch hier nur in den eigentlichen und weitern Bedeutungen. In der Musik wird die Verbindung zweyer Noten durch einen halben Zirkel eine Bindung genannt, wie denn auch wohl solche zusammen gehängte Noten selbst Bindungen heißen. Anm. Binden, bey dem Ulphilas bindan, bey dem Kero pintan, bey dem Ottfried bintan, im Angels. bindan, im Engl. to bind und to band, im Dänischen binde, im Schwed. binda, ist mit winden genau verwandt, obgleich das letztere mehr die eigentlichste Bedeutung aufbehalten hat. Das Latein. vincire, und vielleicht auch das Griech. σφιγγω sind mit demselben vermuthlich aus Einer Quelle hergeflossen. S. auch Binde, Band und Bund, ingleichen Spannen, Winden und Fahne.
4804 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bindenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    binden stn. einen site si sülen lân, daʒ binden ûf die brâ Nith. 27,3. heißt das: 'sie sollen nicht der albernen mode fo…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bindenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    binden , st. V. nhd. binden, verbinden, in Band legen (V.), fesseln, festmachen, zusammenbinden, vereinigen, zusammenset…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Binden

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Binden , verb. irreg. act. Imperf. ich band, Supin. gebunden. 1. In der eigentlichsten Bedeutung, biegen, krümmen, beson…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    binden

    Goethe-Wörterbuch

    binden PartPrät(subst) mehrf in kompositionsähnl Vbdg mit Adj; idVbdg ‘kurz gebunden’ s ‘kurzgebunden’ 1 etw (Blumen, Kr…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Binden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Binden , ein Erntebrauch, s. Schnüren .

  6. modern
    Dialekt
    binden

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    binden Band 2, Spalte 2,851–853

  7. Sprichwörter
    Binden

    Wander (Sprichwörter)

    Binden 1. Bind' mich, un werf mich unter die Meinen. – Tendlau, 803. Der Fremde nimmt nie einen solchen Antheil an uns, …

  8. Spezial
    binden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bin|den (band, gebunden) I vb.tr. 1 (zusammenbinden) lié adöm, ciolé adöm, taché adöm 2 (anbinden, festmachen) fissé (fi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit binden

150 Bildungen · 3 Erstglied · 139 Zweitglied · 8 Ableitungen

Zerlegung von binden 2 Komponenten

bin+den

binden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

binden‑ als Erstglied (3 von 3)

Bindensäule

Campe

binden·saeule

Die Bindensäule , Mz. die — n, in der Baukunst, eine Säule, welche in gleichen Entfernungen mit Binden versehen ist.

Bindenverderber

PfWB

binden·verderber

Binden-verderber m. : ' schwacher Regen, der aber das Binden der Garben unmöglich macht ', Binnevedeʳweʳ [ KU-Schmittw/O ].

binden als Zweitglied (30 von 139)

*parlebinden

KöblerMnd

*parlebinden , sw. V. nhd. mit Perlen verziertes Kopfband binden, mit Perlen verziertes Kopfband umbinden Hw.: s. parlebinde, parlenbinden E…

*vātebinden?

KöblerMnd

*vātebinden? , sw. V. nhd. fassbinden Hw.: s. vātebinden (2) E.: s. vat (2), binden (1)

Überbinden

Campe

Überbinden , v. trs . unregelm. ( s. Campe Binden). D. Überbinden. D. — ung. 1. \Uumlacute;berbinden, ich binde über, übergebunden, überzubi…

abbinden

DWB

abbinden , ligamen solvere, nnl. afbinden, den haft lösen. ein tuch ( vom hals, arm ), die schürze ( vom leib ) abbinden, den erhängten ( vo…

abe binden

MWB

abe binden stV. ‘(jmdm./sich) etw. losbinden’ nu bindet ab die helme NibB 2081,1; den helm man im abe bant Wig 687; der herre den gürtel abe…

achterbinden

WWB

achter·binden

achter-binden achterbinnen ein Pferd hinter den Wagen binden ( Kr. Lingen Lin Kr. Lingen@Beesten Be ). Von einem Dummen sagt man: „ Dat is e…

afbinden

KöblerMnd

afbinden , st. V. nhd. abbinden, ablegen, losbinden, entbinden, gewaltsam jemandem etwas abnehmen Hw.: vgl. mhd. abebinden E.: s. af, binden…

anbinden

DWB

anbinden , alligare, adalligare, nnl. aanbinden, die rebe, den wein an ( den pfal ) binden; die kuh an ( die krippe ) binden; die blume an (…

ane binden

MWB

ane binden stV. ‘etw. (an etw.) anbinden, befestigen’ ane bunden si ir vanen SAlex 4182; daz sie balde bunden an / die segele an die masboum…

ane binden

Lexer

ane·binden

ane binden BMZ anbinden bes. vom anbinden der fahne Nib. Bit. 1559 ; den zettel anbinden anzetteln Chr. 3. 133,13 ( vgl. die nhd. redensart …

Anūtbinden

WWB

anut·binden

An-ūt-binden Anbingelīne Strick, um ein Kalb anzubinden (Frbg.) ( Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil) Wal Fl).

aufbinden

DWB

auf·binden

aufbinden , nnl. opbinden, in verschiednem, oft entgegengesetztem sinn: 1 1) in die höhe binden: die haare aufbinden; hett ich ein buolen al…

ausbinden

DWB

aus·binden

ausbinden , solvere, vieh aus ( der kette ) binden. der schriftsetzer bindet die gesetzte columne aus ( lie la page ), um sie auffassen und …

bebinden

DWB

bebinden , ligare, umbinden, goth. hibindan, nnl. bebinden: sein haupt war mit einem tuch bebunden.

beibinden

DWB

bei·binden

beibinden , alligare, adjungere, nnl. bijbinden: die kuh beibinden, an die krippe; hätt ich längst den kettenhunden meinen momus beigebunden…

Besenbinden

Wander

besen·binden

Besenbinden Bessenbinnen un Heie (Hede) spinnen is dat legeste (schlimmste, elendste) Handwerk taum Bräudgewinnen. ( Sauerland. )

Besmenbinden

WWB

besmen·binden

Besmen-binden. „ Bessembinnen un Hei’e spinnen is dat lägeste Handwiärk tom Bräut gewinnen “ ( WWB-Source:129:Honc Honc ). — Früher wurden d…

Beybinden

Adelung

bey·binden

Beybinden , verb. irreg. act. (S. Adelung Binden ,) an das andere binden, besonders von Büchern. Gellerts Lieder waren seiner Moral beygebun…

Büksenbinden

WWB

buksen·binden

Büksen-binden n. „ Büchsenbuinen “ das Festziehen des Baumes bei hohen Fudern, wobei man das Seil flaschenzugähnlich wirken läßt ( Kr. Halle…

bībinden

KöblerMnd

bībinden , sw. V. nhd. „beibinden“ Hw.: s. bībunden E.: s. bī, binden L.: MndHwb 1, 270 (bîbinden)

Ableitungen von binden (8 von 8)

bebinden

DWB

bebinden , ligare, umbinden, goth. hibindan, nnl. bebinden: sein haupt war mit einem tuch bebunden.

entbinden

DWB

entbinden , solvere, goth. andbindan, ahd. intbintan, inpintan, mhd. enbinden, nnl. ontbinden. 1 1) thiere vom strick: goth. andbindan fulan…

erbinden

Lexer

er-binden stv. I, 3. BMZ lösen, befreien mit gen. der selde erbinden Benecke beitr. 80 ; s. v. a. verbinden verpflichten, dar zû si sich irb…

gebinden

Lexer

ge-binden stv. I, 3. BMZ Nib. Barl. daʒ kint mit tüechlînen geb. W. v. Rh. 59,35 ; mit dat. vom anlegen des gebendes: die künegîn sich ( var…

Mißbinden

Campe

✱ Mißbinden , v. trs . unregelm ( s. Campe Binden ), Mittelw. d. verg. Z. mißgebunden , falsch, fehlerhaft binden, verbinden. D. Mißbinden. …

unbinden

Lexer

un-binden stv. nicht verpflichten Gr.w. 4,144.

verbinden

DWB

verbinden , verb. obligare, conjungere. 1 1) ahd. farbindan, mhd. verbinden, ags. forbindan, fries. forbinda. flexion meist stark, nhd. auch…

Zerbinden

Campe

Zerbinden , v. trs . unregelm. ( s. Binden ) durch zu starkes Binden völlige Trennung der Theile bewirken. D. Zerbinden. D. — ung .