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Rotte

mhd. bis sprichw. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
39 in 23 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rotte

Bd. 3, Sp. 1180
Die Rotte, plur. die -n, mehrere bey einander befindliche lebendige Dinge Einer Art. 1) Eigentlich, wo es ehedem in allen Fällen von mehrern bey einander befindlichen Thieren Einer Art, oder auch von mehrern in einer und eben derselben Absicht versammelten Personen gebraucht wurde, jetzt aber nur noch in einigen einzelnen Fällen üblich ist. Die Jäger nennen mehrere bey einander befindliche Wölfe eine Rotte Wölfe; von andern Thieren ist bey ihnen das verwandte Rudel üblich. Bey den Fleischern einiger Gegenden bestehet eine Rotte aus einem Paare, oder zwey zum Schlachten bestimmten Thieren verschiedener Art, d. i. aus einem Rinde und einem Schafe. Besonders war es ehedem im Kriegswesen üblich, einen Haufen unter einem gemeinschaftlichen Befehlshaber stehender Soldaten zu bezeichnen, wo die Rotte keine gewisse Zahl hatte, sondern aus 6 bis 100 Mann bestand, am häufigsten aber nur von kleinern Haufen gebraucht wurde; der Vorgesetzte einer solchen Rotte hieß der Rottmeister, und die einzelnen Personen dieses Haufens gegen einander hießen Rottgesellen. Frisch führet folgende Stelle aus dem Fronsberg an: »Es[] wurden zehen Hakenschützen und einfache Knechte in Eine Rotte gestellt, desgleichen auch sechs Doppelsöldner in Eine Rotte, dieselben sechs oder zehen wählten sich einen Rottmeister aus ihrer Zahl, der empfieng ihre Balleten, ihren Proviant, und führte sie, wohin er sollte, seine Rotte hießen auch seine Rottgesellen.« Noch jetzt ist es in dieser Bedeutung nicht ganz veraltet, indem die Compagnien in einigen Gegenden noch in Rotten abgetheilet werden, und rottenweise marschiren, obgleich in den meisten dafür das Französische Division üblicher ist. Die streifenden Rotten erschraken, 1 Sam. 14, 15. In den Niedersächsischen Städten werden die Bürger-Compagnien noch in Rotten abgetheilet, und da ist eine Rotte so viel wie eine Corporalschaft, und der Rottmeister so viel wie ein Corporal. Im Pohln. ist Rota und im Schwed. Rote noch in eben diesem Verstande üblich. Im engern Verstande begreift eine Rotte so viel Mann, als hinter einander gestellt werden, so wie die neben einander gestellten ein Glied heißen. So viel Mann jedes Glied hat, so viel Rotten hat der Zug. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung gebraucht man dieses Wort nur im härtesten und verächtlichsten Verstande, von Personen, welche sich zu einer lasterhaften oder schädlichen Absicht versammelt, und in weiterer Bedeutung vereiniget haben. Korah und seine Rotte, 4 Mos. 16, 5. Die Rotte der Philister, 1 Sam. 23, 13. Der Gottlosen Rotte beraubet mich, Ps. 119, 61. Eine Rotte Diebe, Straßenräuber, Bettler; die Diebesrotte, Mörderrotte, Räuberrotte. Cartouche und seine ganze Rotte. Ingleichen von Secten, Parteyen, Spaltungen, doch immer in diesem harten und verächtlichen Verstande. Denn es müssen Rotten unter euch seyn, 1 Cor. 11, 19. Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Gal. 5, 20. Die halsstarrigen Juden machten eine Rotte und richteten einen Aufruhr an, Apost. 17, 5. Anm. Bey dem Hornegk im männlichen Geschlechte, der Rott, im Nieders. Rot, Rott, Angels. Ryd, Cread, Cruth, im Schwed. Rote, im Engl. Rout, im Finnländ. Routu, im Ungar. und Böhm. Rota, im Ital. im verächtlichen Verstande Frotta, im Wallis. Rhawd, im Irländ. Ruta, im Arab. Rotuow, Rataon und Rottaon, alle in der Bedeutung einer größern oder geringern Menge bey einander befindlichen Volkes. In der Schweiz ist die Roode ein abgetheilter Haufe der Einwohner eines Cantons, ein einzelner Bezirk, und das auch im Hochdeutschen übliche Rudel bedeutet gleichfalls eine Menge mehrerer Dinge Einer Art. S. das folgende.
3592 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rotteswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    rotte swv. ahd. rottôn Graff 2, 489. spiele auf der rotte. mit vigelen iouch mit gîgen, mit rotten jouch mit lîren, mit …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rotteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    rotte , F. nhd. Rotte (F.) (2), Harfenzither ÜG.: lat. decacordum, rutta Hw.: vgl. mhd. rotte (1), mnl. rote E.: s. mhd.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rotte

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Rotte , plur. die -n, mehrere bey einander befindliche lebendige Dinge Einer Art. 1) Eigentlich, wo es ehedem in all…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rotte

    Goethe-Wörterbuch

    Rotte 1 (durch gemeinsame Interessen od Aufgaben geeinte) Gruppe a (para-)milit: kleinste Einheit innerhalb eines Heeres…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rotte

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Rotte , in der Militärsprache die Reihe in der Tiefe (hintereinander) ausgestellter Soldaten, während die neben einander…

  6. modern
    Dialekt
    Rotte

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Rott e [Ròt Lützelstn. ] f. wie hochd., Bande. Dis is t awer e R., was do äner nit weiss, weiss d e r and e r: awer s is…

  7. Sprichwörter
    Rotte

    Wander (Sprichwörter)

    Rotte 1. Es ist eine schlimme Rotte, wo der Teufel der beste ist. Holl. : Het is een slecht rot daar de droes de beste i…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rotte

178 Bildungen · 160 Erstglied · 18 Zweitglied · 0 Ableitungen

rotte‑ als Erstglied (30 von 160)

Rottebir

ElsWB

rotte·bir

Rottebir f. Ende August reifende rote Birnensorte, vorzugsweise zum Schnitzen verwendet Betschd.

Rotteck

Meyers

rott·eck

Rotteck , Karl Wenzeslaus Rodecker von , deutscher Geschichtschreiber, geb. 18. Juli 1775 zu Freiburg i. Br., gest. 26. Nov. 1840, studierte…

Rotteck, Carl v

DWBQVZ

--- gesammelte und nachgelassene schriften mit biographie und briefwechsel. geordnet u. hg. von seinem sohne H. v. Rotteck. Pforzheim 1841 .…

rotteknecht

MNWB

rotte·knecht

*° rotteknecht , m. ( Pl. -e ) : Mitglied einer Einheit Soldaten, dem râde vrey gelâten vêr ōder vîf r.e tô behôf des amptes Bergerdorf und …

Rottel I

Idiotikon

Rottel I Band 6, Spalte 1785 Rottel I 6,1785

Rottel II

Idiotikon

Rottel II Band 6, Spalte 1786 Rottel II 6,1786

Rottel III

Idiotikon

Rottel III Band 6, Spalte 1793 Rottel III 6,1793

Rotteleⁿ

Idiotikon

Rotteleⁿ Band 6, Spalte 1785 Rotteleⁿ 6,1785

rottelig

RhWB

rottelig Elbf Adj.: voller Geröll, vom Acker.

rotteln

DWB

rott·eln

rotteln , verb. schweiz. neben rodeln ( s. dieses ), rütteln, schütteln, auch intransitiv gerüttelt werden, wackeln. dazu rottlig, wacklig. …

rotteln II

RhWB

rotteln II -ǫt- nur vereinzelt in Neuw , Sieg [ Ägid -ǫ- u. -- ], Eusk , Bo schw.: intrans. schüt teln; angerottelt kommen hin- u. herschwa…

Rottelskasten

RhWB

rottel·s·kasten

Rottels-kasten rǫtəltskās Dür-Frauwüllesh m.: verächtl. einer, der einen Darmwind hörbar fahren lässt.

rottelēren

KöblerMnd

rotte·lēren

rottelēren , sw. V. Vw.: s. rotulēren L.: MndHwb 2, 2275 (rottelêren)

rottemēster

KöblerMnd

rottemēster , M. nhd. Aufseher über die Flachsrotte Q.: Nd. Jb. 43 79 (Braunschweig 1518) E.: s. rotte, mēster L.: MndHwb 2, 2275 (rottemê[i…

Rottenstein

SHW

Rotten-stein Band 4, Spalte 1481-1482

rotte als Zweitglied (18 von 18)

Marotte

RDWB1

Marotte f причуда, странность, странная манера, блажь er hat seine Marotten - на него находит идиом. , разг. , у него тараканы в голове идио…

Carótte

Adelung

car·otte

Die Carótte , plur. die -n. 1) Ein Nahme, welchen an einigen Orten die rothen Rüben, oder die Beete, im Oberdeutschen Mangold, führen, aus d…

jorddrotte

MNWB

+° jorddrotte , m. , Grundherr (Ekenberger Elucubr. 9; adän. ior[d]drotte ).

jordrotte

KöblerMnd

jordrotte , M. Vw.: s. Jorddrotte*

kōrnrotte

MNWB

korn·rotte

*° kōrnrotte, f. ( Pl. -n ) : Ratte die Getreide frißt, it kümpt des nachtes dãrhēr geschlēken unde gestrēken dat rottische unde mü̂sische g…

kōrnrotte

KöblerMnd

kōr·n·rotte

kōrnrotte , F. nhd. „Kornratte“, Ratte die Getreide frisst Q.: Nic. Gryse Laienbibel 1 Aa 4r (1604) E.: s. kōrn, rotte (1) W.: s. nhd. Kornr…

Marktrotte

DRW

markt·rotte

Marktrotte, f. zu Markt (V) u. Rotte "Rechtsgemeinschaft insb. innerhalb einer Gemeinde", vgl. DWB. VIII 1317 Gemeindebezirk 2. Hälfte 16. J…

Marotte

Pfeifer_etym

mar·otte

Marotte f. ‘seltsame Gewohnheit, wunderliche Neigung, Schrulle’ ist eine seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. gebräuchliche Entlehnung von gleich…

narrenrotte

DWB

narren·rotte

narrenrotte , f. narrenzunft, gesellschaft von narren: schriber und rüter man ouch spott, die sygen ( seien ) inn der narren-rott. Brant nar…

Öhltrotte

Adelung

Die Öhltrotte , plur. die -n, eine im Oberdeutschen übliche Benennung einer Öhlkelter, zuweilen auch einer Öhlmühle, S. Adelung Trotte .

pîrotte

MNWB

pir·otte

+ pîrâte , ° pîrotte (Hanserec. IV 2, 407), m. (nur Pl. -n ): Seeräuber, Pirat, de sêrö̂ver unde p.n (Chr. d. d. St. 30, 167); — lat. pirata…

pīrotte

KöblerMnd

pīrotte , M. Vw.: s. pīrāte

spilrotte

KöblerMhd

spil·rotte

spilrotte , st. F. nhd. Spielrotte, Rotte (F.) (2) von Spielleuten, Gesellschaft von Spielern, Spielgesellschaft Q.: Suol, Vät (1275-1300) (…

Sprotte

Pfeifer_etym

Sprotte f. Der Name des mit dem Hering verwandten, in der Nord- und Ostsee lebenden Fisches stammt aus dem Nd. Mnd. mnl. nl. sprot, aengl. s…

strotte

DWB

strotte , subst. , geschlecht ungewisz, weil gewöhnlich als strotten die molken s. Martiny wb. d. milchwirtsch. 124 : ein messiger trunck mi…

Öltrotte

DRW

Öltrotte, f. Vorrichtung zum Auspressen von Ölfrüchten vgl. Ölmühle úber die oͤltrotten by Zentners tor 15. Jh. FreiburgUB. III 10 wann ein …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rotte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rotte/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „rotte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rotte/adelung. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rotte". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rotte/adelung.
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