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Fluchen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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17 in 15 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Fluchen

Bd. 1, Sp. 1080
Fluchen 1. Fluchen bringt kein Vatervnser zusammen. – Gruter, III, 38; Lehmann, II, 175, 26. 2. Fluchen hilft nichts, Beten schad't nichts. 3. Fluchen ist nicht gebetet. – Gruter, III, 38; Lehmann, II, 175, 26. 4. Fluchen läutet dem Teufel zur Messe. – Simrock, 2571; Körte, 1454. 5. Fluchen vnd schnarchen schlägt den Mann nicht. – Henisch, 1160; Petri, II, 312. n.: Bande bider ei øie ud, uden næve følger med. (Prov. dan., 45.) 6. Fluchen vnd Wünschen gehet vil in einen Sack. – Henisch, 1160. 7. Flucht meinen Schweinen, sagte der Brückelbäcker, denn Flüche machen fett. d.-deutsch: Brückelches-Bäcker: Flucht mein' Chasseren aach. (Tendlau, 1036.) Ein Bäcker, der an dem sogenannten Brückelchen in Frankfurt a.M. (einem in die Judengasse daselbst einmündenden Gässchen) wohnte (s. Mann), pflegte, wenn jemand ihm fluchte, in obiger Weise zu antworten. 8. Man kann lange fluchen, ehe man ein Vaterunser beisammen hat (zu Wege bringt). – Winckler, IV, 19. 9. Nun wil ich dennoch nicht fluchen, sagt Dambach, do man jn wolt hencken. – Latendorf II, 23. 10. »Schockhimmelsackerlotdunnerwärer un ken Enn, Jung, du sasst1 joa nich flöken2.« – »Hol mi de Düwel, Fatter, ick will't ni werrer3 don.« (Strelitz.) – Firmenich, III, 73, 110. 1) Sollst. 2) Fluchen. 3) Wieder. 11. Was du mir fluchest, das bestehe dein (aigenen) halss. – Agricola I, 489; II, 183; Lehmann, II, 833, 121; Latendorf, 101 u. 173. Holl.: Wat gij mij vloekt, dat gaat uwen hals aan. (Camaen, 65.) 12. Wem man flucht, dem kein schad geschiht. – Henisch, 1160. 13. Wer flucht, betet zum Teufel. – Scheidemünze, I, 2564. 14. Wer flucht ohn Noth, vnd Schwert (schwört) in frembd Gehege fehrt, vnd falsch ding hoch bewehrt, vnd vnrecht Gut begert, vnd sich auff seinem Herd mit bösen Leuten nehrt, der ist nicht Ehren werth. – Petri, II, 708. 15. Wer gern flucht, der wirdt verflucht. – Henisch, 1513. 16. Wer nicht fluchen vnd martern kan, der dient zu keinem Kriegssmann. – Henisch, 1160. 17. Auff gut Landsknechtisch fluchen. – Mathesy, 176b; Heshusius, CCXIVa. 18. Er flucht alle Sterne vom Himmel herab. (Nürtingen.) 19. Er flucht, dass sich die Erde aufthun möchte. 20. Er flucht dem Teufel ein Bein aus dem Ars und das linke Ohr vom Kopf. – Fischart. 21. Er flucht mehr, als er betet. (Rottenburg.) 22. Er flucht wie ein Heide (Türke). 23. Er flucht wie ein Kärrner, der im Kothe steckt. Frz.: Il jure à faire trembler. – Il jure comme un charretier, comme un charretier embourbé. 24. Er flucht wie ein polnischer Jude. (Troppau.) 25. Er flucht wie ein Schweizer. 26. Er flucht wie ne Mühlicherrer. (Luzern.) 27. Fluchen vnd schweren wie die Türcken vnd Landssknecht. – Mathesy, 145b. 28. Heute will ich nicht fluchen; aber morgen sollst du die tausend schwere Noth kriegen. 29. Ich wollte ihm fluchen, aber ich sah die Mauer sich über ihm neigen. – Burckhardt, 178. Es wäre überflüssig, Personen zu beschimpfen, die schon allgemein verachtet sind. 30. Sie fluchte jhm gantze Stattgraben voll auf den Hals. – Schuppius, Trakt. [Zusätze und Ergänzungen] 31. Fluchen ist sein einziger Trost, sagte der Bediente, als sich ein Bekannter nach seinem Herrn erkundigte, der an der Gicht darniederlag. 32. Fluchen lernt sich leichter als Lesen. – Aus dem Leben, Zwickau 1851, S. 86. 33. Er flucht, als wenn der Teuffel die Helle angezündet hette. – Herberger, Ib, 609. 34. Fluchen wie ein Dragoner. – Langbein, Werke, 29. Bd.
3428 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Flūchen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Flūchen , verb. reg. neutr. mit haben. 1) Mit Heftigkeit Böses anwünschen, mit der dritten Endung der Person. Verflucht …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fluchen

    Goethe-Wörterbuch

    fluchen 1 verfluchen, verwünschen, auch: lästern; als verbaler Akt od zur Bezeichnung von Gesinnung, Gefühlen; gelegentl…

  3. modern
    Dialekt
    fluchenintr. v.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    fluche n [flûə n fast allg.; flouən Bo. D. Si. ] intr. v. fluchen: er hat ganz firchterlich geflucht. E floucht eweï e…

  4. Sprichwörter
    Fluchen

    Wander (Sprichwörter)

    Fluchen 1. Fluchen bringt kein Vatervnser zusammen. – Gruter, III, 38; Lehmann, II, 175, 26. 2. Fluchen hilft nichts, Be…

  5. Spezial
    fluchenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    fluchen , v ругаться/выругаться , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fluchen

6 Bildungen · 2 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von fluchen

flu + -chen

fluchen leitet sich vom Lemma flu ab mit Suffix -chen.

fluchen‑ als Erstglied (2 von 2)

fluchenswerth

DWB

fluchen·s·werth

fluchenswerth , exsecrandus: mög ihn gott verdammen den thäter dieser fluchenswerthen that. Schiller ...; es spreche welt und nachwelt meine…

fluchentlastet

DWB

fluch·entlastet

fluchentlastet , ab imprecatione liber: er war zu der erde erstem hüter erkoren, der fluchentlasteten erde. Messias 19, 1005 .

fluchen als Zweitglied (3 von 3)

anfluchen

DWB

anfluchen , imprecari, böses anwünschen: sie ( die feinde ) pflegen mein ellend, pein und kreuz auch andern anzufluchen. Weckherlin 206 ; wo…

nachfluchen

DWB

nach·fluchen

nachfluchen , verb. : einem nachfluchen, seine flüche nachsprechen; ihm flüche nachsenden: wer erneut ( den krieg ), dem fluche selber der s…

verfluchen

DWB

ver·fluchen

verfluchen , verb. mit dem fluche, d. i. anwunsch alles üblen belegen; mhd. vervluochen, ahd. farfluohhôn (firflôchan, uerfluochon, uirulucc…

Ableitungen von fluchen (1 von 1)

verfluchen

DWB

verfluchen , verb. mit dem fluche, d. i. anwunsch alles üblen belegen; mhd. vervluochen, ahd. farfluohhôn (firflôchan, uerfluochon, uirulucc…