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fluchen

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GWB
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17 in 15 Wb.
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

fluchen

Bd. 3, Sp. 771
fluchen  1 verfluchen, verwünschen, auch: lästern; als verbaler Akt od zur Bezeichnung von Gesinnung, Gefühlen; gelegentl abgeblaßt   a ‘jdm f. (auch absol): den Zorn einer Gottheit auf jdn herabwünschen, jdm (im Zorn, aus Rache) das Schlimmste wünschen  [die Tierwärterin zu Honorio:] Schöner junger Mann, du hast meinen Tiger erschlagen, ich fluche dir nicht, schone meinen Löwen .. ich segne dich GWB18,345,7 Nov  [Epimeleia üb den eifersüchtigen Phileros:] Wie er schalt, mir fluchte, lästernd ras’te GWBPand 536  [Omar üb Mahomets Einzug in Mekka:] Der eine flucht [le blasphème] und droht, der andre stürzt | Zu seinen Füßen .. betet an GWB9,297 Mahomet 482 GWB30,166,21 ItR   b ‘einer Sache f.’: etw emphatisch ablehnen, verdammen, schmähen  [Phorkyas zu Helena:] Untheilbar ist die Schönheit; der sie ganz besaß | Zerstört sie lieber, f-d jedem Theilbesitz [Die Schönheit ist ein einzig hohes Gut | Getheilt nicht denckbar GWB152,106 Var] GWBFaust II 9062  Wenn die Herren vom Fach sie [G-s ‘Farbenlehre’] ablehnen und verrufen, so ist es natürlich; sie müssen dem Borstbesen f., der ihre Gespinnste bedroht GWBB45,251,2 EHFMeyer 23.4.29 als (blasphem) Ausdruck der Auflehnung, Weltverachtung  [Faust, vor Pakt u Wette mit dem Teufel:] So fluch’ ich allem was die Seele | Mit Lock- und Gaukelwerk umspannt, | .. Verflucht das Blenden der Erscheinung, | .. Fluch sei dem Balsamsaft der Trauben! | Fluch jener höchsten Liebeshuld! | Fluch sei der Hoffung! Fluch dem Glauben, | Und Fluch vor allen der Geduld! GWBFaust I 1587 DjG31,389 Mitsch2 520 GWB39,73,21 Götz1 II   c ‘auf etw f.’: auf etw (wütend) schimpfen  [Mutter, das alte Haus verteidigend:] Haben sie [Gäste] doch das Essen gelobt .. [Vater:] Und auf die niedrigen Thüren geflucht GWB131,44,12 Was wir bringen [1802] GWB3,105 Allerdings 12   2 in (ohnmächtiger) Wut, Gereiztheit Flüche ausstoßen, oft bei alltägl ärgerl Situationen, auch als Element der Komik; öfter subst; mehrf neben sinnverwandten Wörtern wie drohen, schimpfen, schelten ua, gelegentl ‘entsetzlich, gräßlich f.  [nach der Kanonade von Valmy] man sah sich nicht an, oder wenn es geschah so war es um zu f., oder zu verwünschen GWB33,75,4 Camp  Der Bote ist da .. Die Schlittschue sind vergessen, ich habe gestrampft und geflucht .. und gemault GWBB3,11,4 CarlAug [24.12.75]  Wilhelm [der die raufenden Rivalen getrennt hat] .. ersuchte den andern, der mit entsetzlichem Drohen und F. vor ihm stand, sich nur bis morgen früh zu beruhigen GWB52,81,10 ThS IV 13 GWB22,52,5 Lj IV 8 ~ GWB52,207,6 ThS VI 3 GWB37,5 HöllenfahrtChristi 39 uö(bes in der Erzählprosa) in stilkrit Überlegungen GWBB2,67,6u8 Salzmann 6.3.73 [Zit s v Fluch 3] mit Akk des Inhalts, einmal das Oxymoron ‘seinen Morgensegen f.  [Meph:] Bei aller verschmähten Liebe! Bei’m höllischen Elemente! | Ich wollt’ ich wüßte was Ärgers, daß ich’s f. könnte! GWBFaust I 2806 ~ GWBUrfaust 658 GWB1,192 Der Müllerin Verrat 7   GWBfortfluchen GWBherunterfluchen GWBlosfluchen GWBver- GWBvoll- GWBweg-Syn zu 1 GWBlästern GWBschmähen GWBverdammen GWBverfluchen vermaledeien GWBverwünschen zu 1 b GWBverwerfen zu 1 c GWBschimpfen Rose UnterbergerR. U.
3064 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Flūchen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Flūchen , verb. reg. neutr. mit haben. 1) Mit Heftigkeit Böses anwünschen, mit der dritten Endung der Person. Verflucht …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fluchen

    Goethe-Wörterbuch

    fluchen 1 verfluchen, verwünschen, auch: lästern; als verbaler Akt od zur Bezeichnung von Gesinnung, Gefühlen; gelegentl…

  3. modern
    Dialekt
    fluchenintr. v.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    fluche n [flûə n fast allg.; flouən Bo. D. Si. ] intr. v. fluchen: er hat ganz firchterlich geflucht. E floucht eweï e…

  4. Sprichwörter
    Fluchen

    Wander (Sprichwörter)

    Fluchen 1. Fluchen bringt kein Vatervnser zusammen. – Gruter, III, 38; Lehmann, II, 175, 26. 2. Fluchen hilft nichts, Be…

  5. Spezial
    fluchenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    fluchen , v ругаться/выругаться , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fluchen

6 Bildungen · 2 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von fluchen

flu + -chen

fluchen leitet sich vom Lemma flu ab mit Suffix -chen.

fluchen‑ als Erstglied (2 von 2)

fluchenswerth

DWB

fluchen·s·werth

fluchenswerth , exsecrandus: mög ihn gott verdammen den thäter dieser fluchenswerthen that. Schiller ...; es spreche welt und nachwelt meine…

fluchentlastet

DWB

fluch·entlastet

fluchentlastet , ab imprecatione liber: er war zu der erde erstem hüter erkoren, der fluchentlasteten erde. Messias 19, 1005 .

fluchen als Zweitglied (3 von 3)

anfluchen

DWB

anfluchen , imprecari, böses anwünschen: sie ( die feinde ) pflegen mein ellend, pein und kreuz auch andern anzufluchen. Weckherlin 206 ; wo…

nachfluchen

DWB

nach·fluchen

nachfluchen , verb. : einem nachfluchen, seine flüche nachsprechen; ihm flüche nachsenden: wer erneut ( den krieg ), dem fluche selber der s…

verfluchen

DWB

ver·fluchen

verfluchen , verb. mit dem fluche, d. i. anwunsch alles üblen belegen; mhd. vervluochen, ahd. farfluohhôn (firflôchan, uerfluochon, uirulucc…

Ableitungen von fluchen (1 von 1)

verfluchen

DWB

verfluchen , verb. mit dem fluche, d. i. anwunsch alles üblen belegen; mhd. vervluochen, ahd. farfluohhôn (firflôchan, uerfluochon, uirulucc…