Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
fluchen
fluchen
fluchen Vb. ‘Verwünschungen ausstoßen, derb schimpfen’, ahd. fluohhōn (um 800), fluohhen (aostnfrk. 9. Jh.), fluohhan (9. Jh.), mhd. vluochen, asächs. flōkan, mnd. vlōken, mnl. nl. vloeken ‘schmähen, verwünschen, schelten’, aengl. flōcan ‘Beifall klatschen’, got. flōkan ‘beklagen’ führen mit anord. flōkinn ‘verwirrt’, flōki ‘gestampfter Filz’ und griech. -plēgnýnai (-πληγνύναι) ‘schlagen’, lat. plangere ‘schlagen, die Hand auf die Brust schlagen, laut trauern, wehklagen’, lit. plàkti ‘schlagen, züchtigen’, aslaw. plakati ‘weinen, beweinen’, russ. plákat’ (плакать) ‘weinen, klagen’ auf ie. *plāk-, *plāg- ‘schlagen’. Der Zusammenhang der Wörter des Fluchens, Klagens, Schlagens macht deutlich, daß der Vorgang des Verwünschens wie der des Klagens und Trauerns mit affektischem Schlagen an die Brust verbunden war. Heute gilt fluchen meist nur noch für ‘derb schimpfen’. Die Bedeutung ‘verwünschen, jmdm. etw. Böses wünschen’ übernimmt verfluchen (s. unten). – Fluch m. ‘Verwünschung, Schimpf’, ahd. fluoh ‘Verfluchung, Verwünschung’ (9. Jh.), mhd. vluoch, mnd. vlōk, mnl. vloec, nl. vloek, aus dem Verb rückgebildetes Abstraktum. verfluchen Vb. ‘jmdm. den Zorn Gottes, Unheil wünschen, verstoßen, verwünschen’, ahd. firfluohhōn (um 1000), firfluohhan (9. Jh.), firfluohhen (Hs. 12. Jh.), mhd. vervluochen.