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klecken

ahd. bis sprichw. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
23 in 19 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

klecken

klecken

kleckern Vb. ‘tropfenweise fallen, Kleckse, Flecke machen’, übertragen ‘langsam, mühsam vorwärtsgehen, vorankommen’, Iterativbildung (17. Jh.) zu heute nur noch mundartlichem klecken Vb. ‘(von Flüssigkeiten) geräuschvoll fallen, Flecke machen, schmieren’, übertragen ‘gut vonstatten gehen, gut ausgehen, ausreichen’, ahd. (9. Jh.), mhd. klecken ‘platzen, krachen, bersten, (sich) spalten, klecksen, klatschen, schallend schlagen’, übertragen ‘ausreichen, genügen, wirksam sein’. Verwandt sind Klack m. ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’, ahd. (11. Jh.), mhd. klac (Genitiv klackes) ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’. Entsprechend klack Interjektion schallnachahmend für einen knackenden, klatschenden Ton (beim Brechen, beim Reißen, beim Aufprall einer breiigen, tropfenden Masse), auch (zumal in der Doppelung klack klack) für einen kurzen, harten Ton. Expressiv erweitert klacks Interjektion Dazu Klacks m. ‘kleiner Fleck, eine kleine Menge dickflüssiger Substanz (wie Marmelade, Senf), Geringfügigkeit’ (18. Jh., doch wohl älter) sowie klacken Vb. ‘platzen, klatschen, schlagen, Flecke machen’ (17. Jh.), iterativ klackern (18. Jh.), engl. to clack ‘klappern, rasseln’, anord. klaka ‘zwitschern, gackern’, vielleicht auch griech. glázein (γλάζειν) ‘einen Gesang erklingen lassen’. Diese offensichtlich schallnachahmenden Bildungen führen auf ie. *glag-, eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’, die sich auch in anord. kalla ‘nennen, sagen, rufen’ (woraus wohl engl. to call ‘rufen’), aslaw. glagolъ ‘Wort’, glagolati ‘reden, sprechen’, russ. (älter) gologólit’ (гологолить) ‘schwatzen, plappern’, mir. gall ‘Ruhm’ sowie (über andere Erweiterungen) in Klage, klingen (s. d.) fortsetzt. – erklecklich Adj. ‘ausreichend, beträchtlich, erheblich’ (17. Jh.), zu dem im 19. Jh. untergegangenen Präfixverb erklecken ‘genügen, helfen, nützen’ (16. Jh.), vielleicht schon (zweifelhaft belegtes) mhd. erklecken. Klecks m. ‘(Farb-, Tinten)fleck, Klümpchen’ (18. Jh.), älter Kleck (16. Jh.), aus klecken rückgebildet. klecksen Vb. ‘Kleckse machen, schlecht malen, schreiben, Zähflüssiges worauf fallen lassen’ (18. Jh.), zu Klecks bzw. Iterativbildung zu klecken.
2192 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kleckensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    klecken sw. v. , mhd. nhd. klecken; mnd. klecken. — Graff IV,553. ca-chlecchit: part. prt. Gl 2,248,41 ( Berl. Lat. 4 ° …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kleckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    klecken swv. BMZ tr. einen klac machen, findere Voc. 1482, intr. sich spalten, platzen Netz 11160 ; — einen kleck, fleck…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kleckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    klecken , sw. V. nhd. hinreichen, ausreichen Hw.: vgl. mhd. klecken (1) Q.: Neoc. 2 270 (um 1600) Hw.: s. klicken E.: s.…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Klêcken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    2. Klêcken , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches im Oberdeutschen und Niedersächsischen bekannter ist al…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    klecken

    Goethe-Wörterbuch

    klecken gelingen, glücken 1) [ Schenke zum Dichter über den Katzenjammer: ] Eben das will ich behandeln, | Und ich denk’…

  6. modern
    Dialekt
    klëcken

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    klëcke n [klakə M. ] ticken. Rda. s wurd d i r no ch k. du wirst noch eine Ohrfeige bekommen! s. auch klicke n . — mhd. …

  7. Sprichwörter
    Klecken

    Wander (Sprichwörter)

    Klecken 1. Wenn 't kleckt, denn kleckt 't. – Frischbier 2 , 2038. Die Litauer: Wem's hangen bleibt, dem bleibt's hangen,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klecken

17 Bildungen · 5 Erstglied · 8 Zweitglied · 4 Ableitungen

klecken‑ als Erstglied (5 von 5)

klecken II

RhWB

klecken II -e- = springen, tot drücken s. klicken.

klecken III

RhWB

klecken III -ę- Köln 1840 schw.: durchschlagen, von Papier.

klecken IV

RhWB

klecken IV -ę- uMos 1807 schw.: et kleckt es reicht zu, es ist eben genug.

klecken als Zweitglied (8 von 8)

anklecken

DWB

ank·lecken

anklecken , adspergere, affundere, affigere: der eltern schnöde lust hat mir auch angekleckt den bösen kot und wust. Fleming 20 (1685, 22); …

aufklecken

DWB

auf·klecken

aufklecken , in verschiednem sinn, 1 1) intransitiv findi, frangi, rumpi, aufschellen, zerschellen: das ei kleckt auf; ein knochen, bein kle…

Becklêcken

Adelung

beck·lecken

Becklêcken , verb. reg. act. mit Klexen bewerfen, und in weiterer Bedeutung beflecken. Das Kleid mit Koth, das Papier mit Dinte beklecken. A…

beklecken

DWB

bek·lecken

beklecken , aspergere, conspergere, maculare, besprengen, besprützen, beschmeiszen. die grundbedeutung von klecken kleckte ( mhd. klacte) sc…

erklecken

DWB

erk·lecken

erklecken , sufficere, prodesse, genügen, helfen, nützen: und ist alles verfressen, versoffen, was wir aufbringen. da will nicht erklecken, …

verklecken

DWB

verk·lecken

verklecken , verb. klecksend vergeuden, verderben. zusammensetzung zu klecken s. th. 5, 1054. 1 1) ( im anschlusse an klecken 3, a ) kleckse…

zerklecken

DWB

zer·klecken

zerklecken , verb. , 1) zerschellen, zerspalten, zersprengen ( s. klecken 1, th. 5, 1054), a) trans.: Otfrid IV 33, 37; Konrad v. Würzburg t…

ziklecken

AWB

zi- klecken sw. v. , mhd. nhd. ( älter ) zerklecken. — Graff IV,553. zi-klekit: part. prt. O 4,33,37. zerreißen: iz ( der Vorhang im Tempel …

Ableitungen von klecken (4 von 4)

beklecken

DWB

beklecken , aspergere, conspergere, maculare, besprengen, besprützen, beschmeiszen. die grundbedeutung von klecken kleckte ( mhd. klacte) sc…

erklecken

DWB

erklecken , sufficere, prodesse, genügen, helfen, nützen: und ist alles verfressen, versoffen, was wir aufbringen. da will nicht erklecken, …

verklecken

DWB

verklecken , verb. klecksend vergeuden, verderben. zusammensetzung zu klecken s. th. 5, 1054. 1 1) ( im anschlusse an klecken 3, a ) kleckse…

zerklecken

DWB

zerklecken , verb. , 1) zerschellen, zerspalten, zersprengen ( s. klecken 1, th. 5, 1054), a) trans.: Otfrid IV 33, 37; Konrad v. Würzburg t…

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Cotta, M. (2026). „klecken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klecken/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „klecken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klecken/pfeifer_etym. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „klecken". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klecken/pfeifer_etym.
BibTeX
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