Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
klecken
Hss., Anfang des 9. Jh.s, alem.); 2,51,53/54
(2. Viertel des 9. Jh.s, alem.). 248,41 (2.
Viertel des 9. Jh.s, alem.) und bei O:
‚schüt-(mhd. klecken
teln, erschüttern, umknicken, gelingen?, ge-
nügen?; quassare, quatere‘
‚einen klac machen, sich spalten, tönend, nhd. veraltet klecken
schlagen, wirksam sein, ausreichen, genü-
gen‘
‚geräuschvoll[Dt. Wb. 11, 1054 ff.], nhd.
fallen [Flüssigkeit], schnell vonstatten ge-
hen, ausreichen‘
mdartl. schweiz. chlecken
‚zerspringen, plat-[Schweiz. Id. 3, 640 f.], els.
zen, gelingen‘
klecken, klicken
‚knicken, ausreichen‘[Mar-
tin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 491], bad.
klecken
‚reichen, ausreichen, langen‘[Ochs,
Bad. Wb. 3, 155], schwäb.
‚[sich] spalten,[Fischer, Schwäb. Wb. 4,
reißen, ausreichen, genügen, gelingen, er-
reichen, gedeihen‘
467f.; 6, 2 Nachtr. 2317], vorarlb., bair.,
kärnt., tirol., schles., ndsächs.
‚ausreichen,[Jutz, Vorarlberg. Wb. 2, 86;
genügen‘
Schmeller, Bayer. Wb.2 1, 1324; Lexer,
Kärnt. Wb. 160; Schöpf, Tirol. Id. 323;
Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa. 1, 339; Mitzka,
Schles. Wb. 2, 667; Jungandreas, Ndsächs.
Wb. 7, 325], dt.-lothr.
‚knicken, abbrechen,[Follmann, Wb. d. dt.-lothr.
zerdrücken‘
Mdaa. 1, 292], luxem.
‚ein knackendes[Luxemb.
Geräusch verursachen, mit einem kna-
ckenden Geräusch zerdrücken‘
Wb. 2, 381], rhein. et kleckt
‚es reicht, es ist[Müller, Rhein. Wb. 4, 579], südhess.
genug‘
klecken
‚ausreichen, genügen, gut vonstatten[Maurer-Mulch, Südhess. Wb. 3,
gehen‘
1389], thür.
‚einzeln herabfallen, ausreichen,[Spangenberg, Thür. Wb. 3,
gut vorangehen‘
451], osächs.
‚fallen und mit Geräusch[Frings-Große, Wb. d. ober-
aufschlagen‘
sächs. Mdaa. 2, 552], märk.
‚herabtröpfeln‘
[Bretschneider, Brandenb.-berlin. Wb. 2,
1000], siebenbürg.-sächs.
‚ausreichen, ge-[Schullerus, Siebenbürg.-
nügen, bersten‘
sächs. Wb. 5, 171]; mndd. klecken
‚hin-). Denominale Ablei-
S587biklemmen – klenan 588
reichen, ausreichen‘
tung. Vgl. auch Lühr 1988: 125; Riecke
1996: 180. S. klac. – zikleckenAWB nur bei O:
‚zerreißen; scindere‘(mhd., ält. nhd. zer-
klecken
‚zerschellen, zerbersten‘). – Ahd.
Wb. 5, 244; Splett, Ahd. Wb. 1, 462; Köbler,
Wb. d. ahd. Spr. 666. 1316; Schützeichel7
177; Starck-Wells 335; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 5, 245.