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brangen

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

brangen

Bd. 2, Sp. 303
brangen, prangen, ostentare, superbire, mhd. brangen, doch nur bei späteren (Ben. 1, 233); Maaler 319d schreibt prangen, Henisch 477, 51 brangen, prangen; Stieler 1473 prangen. prange nicht fur dem könige. spr. Sal. 25, 6; meinestu du wollest könig sein, weil du mit cedern prangest. Jer. 22, 15; denn der feind pranget seer. klagl. 1, 9; unser keiner lasz im fehlen mit prangen. weish. Sal. 2, 9; pranget in ewigem kranz. 4, 2; wer seer pranget, der verdirbt. Sir. 20, 10; prangen von ewern almosen. 2 Petr. 2, 13; was wollen denn wir armen würmlin brangen mit unserm willen. Luther 1, 76b; wo die folge gut were und schlüsse, so wolt ich auch brangen und rhümen, das gottes son nicht sei von eim weibe geboren, wie die heiden wider Ciprian und Augustin brangeten. 3, 356; ists gut zu merken, warumb sie so rhümen, poltern, brangen und pochen. 3, 482; so lesset got in (Esau) aufsitzen und prangen. 4, 150b; die Türken bawen nicht so prechtig, prangen auch nicht so, schweren und fluchen nicht so. 4, 483b; also lassen dise sich etwa, so sie prangen wöllen, an dem leib malen. Frank weltb. 212b; dar zu die kind mit hübschem prangen ieds in besunderheit an facht (zu reden). Haupt 8, 522; tret her, mein frau, ir müst auch drin (im mantel) prangen. fastn. sp. 670; da brangt die braut und thet sich ubel schamen. Ambr. lb. s. 179; laszt sehen, wie wol ir künt prangen her. 676; von ganzem herzen gfalt es mir, sin danzen, ja sin adelich brangen. trag. Joh. Q 8; zum tanzen, zum tanzen kan si gar hoflich prangen. Uhland 708; denn es wird oft erlanget, damit man lang hat branget. Hoffm. gesellsch. 291; da kompt der fuchs und sieht dort stehn den fuchs und hört ihn weidlich prangen. Alberus 131b; und breit dich aus, und brang dahin, und nimm die halben gassen ein. Scheit grob. E 3a; wo dir der sturz zum gsesz naus brangt. G 1a; hofiern und brangen kan ich nit. N 4b; schaw, wol brangt die alt in der kettin. Wirsung Cal. X 2b; grosze leut hat man nur vor augen, weil sie auf erden in irem pracht herein prangen. Petr. 102a; die vor der bare her in schwarzem prangen. 213b; kommen und prangen daher. Garg. 42a; wer stets will prangen, ist im bald ein guter bissen entgangen. 45a; prangt daher wie ein ochs am kolwagen. 157b; sperren, prangen, feldschreien. 176a; noch zehen oder zwölf (pferd) zu dem prangen. 132b; Caiphas fieng an zu brangen. Ayrer proc. 3, 4; rother mund und rosenwangen sind der jungfern schönstes prangen. unw. doct. 727. neuere belege suche man in P. vgl. abprangen 1, 83. Es scheint nichts natürlicher, als dieses brangen unmittelbar von bringen ferre, afferre abzuleiten, dessen praet. in einigen ahd. wie mhd. denkmälern regelmäszig brang brungun ablautete und gerade so entspringt aus lat. gerere ein gestire, aus ferre ein efferre; brangen ist sich gebärden, stolz gebärden, zur schau tragen. selbst das anomale praet. brachte rührt an bracht (pompa, splendor), brachten ist gleichfalls stolzieren, und in einzelnen stellen wird pracht noch mit prangen verbunden. dem k in prenk gleicht aber das in prunk, das also für brung steht und wiederum jenem pl. praet. brungen überwiesen werden musz; prunken ist was prangen, superbire. wir haben uns verwöhnt, heute bringen und prangen verschieden anzulauten und uns damit den zusammenhang beider wörter entfremdet; mehr noch unter bringen. Einwenden liesze sich gegen diese darstellung das nnl. prang, prangen und pronk, pronken. doch prang bedeutet nicht pompa, sondern pressura, prangen nicht superbire, se efferre, sondern premere, d. h. es ist das goth. praggan, mhd. pfrengen, die von briggan, pringan ganz abstehn. auch pronk soll nach Kilian den bewölkten, unfreundlichen himmel ausdrücken und pronken finster aussehen, obwol es heute, wie das nhd. prunken prahlen besagt.
3815 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    brangenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    brangen stn. j.Tit. 5528. Msh. 3,307 a . Altsw. 190,1. Jer. 63 a . 91 d . 124 a .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    brangen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    brangen , prangen , ostentare, superbire, mhd. brangen, doch nur bei späteren ( Ben. 1, 233 ); Maaler 319 d schreibt pra…

  3. modern
    Dialekt
    brangenintr. v.

    Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    brangen [braən Falk. Si. ; praən Bo. ] intr. v. prahlen, prangen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brangen

4 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von brangen 2 Komponenten

bran+gen

brangen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

brangen‑ als Erstglied (1 von 1)

brangen II

RhWBN

brangen II schw.: querschleifen, auch Remschd ( Halbach : Erster trockener Blankschliff von Werkzeugen mit einem mittelgrossen trockenen San…

brangen als Zweitglied (2 von 2)

verbrangen

Lexer

verb·rangen

ver-brangen swv. zu ende brangen. werltlîche lieb, wie balt sie hât verpranget Wolk. 109. 4,2.

überbrangen

KöblerMhd

überbrangen , sw. V. nhd. beeindrucken, überwältigen, überwältigen mit Q.: Neidh (1. Hälfte 13. Jh.) E.: s. über, brangen W.: nhd. DW- L.: H…

Ableitungen von brangen (1 von 1)

verbrangen

Lexer

ver-brangen swv. zu ende brangen. werltlîche lieb, wie balt sie hât verpranget Wolk. 109. 4,2.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „brangen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/brangen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „brangen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/brangen/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „brangen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/brangen/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_brangen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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