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racken

mhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
16
Verweise raus
6

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

racken verb.

Bd. 14, Sp. 33
racken, verb. schinden, plagen, martern: ach! siehst du nicht, je mehr mein armes herz was es gehabt bedenket, dasz desto mehr der sehl-ermördernd schmerz es racket und bekränket. Weckherlin 466. die entwickelungsgeschichte dieses wortes, sowie der dazu gehörigen racker und rackern ist nicht zweifellos. niederd. ist das subst. rack eine riole, regal, büchergestell u. ähnl. brem. wb. 3, 426, engl. rack aber nicht nur reck, gestell, sondern auch rost und folterbank, und danach marter, pein, das verbum to rack spannen, foltern und peinigen; unser racken würde sich dieser bedeutung anschlieszen, ebenso wie das unten folgende subst. racker, in der vornehmlich niederdeutschen bedeutung schinder. ein schweiz. raggen, racken, schwere und undankbare arbeit verrichten, in mangel und hunger schmachten und andere ebenso halten, meistens aus geiz, wuchern und doch nie genügsam sein Stalder 2, 254, das mundartlich anderswo häufiger als rackern sich findet (s. d.), schwäb. racken, neben rackern und racksen, mühselig ein vermögen zusammenbringen Schmid 423, steht dem sinne nach nicht fern, obschon die entwickelungsbedeutung im oberdeutschen mangels einschlägiger verwandter worte nicht klar zu legen ist (vgl. jedoch unter rackern). wenn aber niederd. rakken 'im kote herum rühren, unflätige arbeit thun, mit vieler mühe von unflat säubern' heiszt, brem. wb. 3, 424; rakken, im unreinen sudeln, vom unflate reinigen. Dähnert 372b; racken, kratzen, reinigen, mit dem nebenbegriff des mühevollen und schmutzigen. Danneil 168a; ostfries. rakken, unflat und unreinigkeiten wegschaffen, reinigen, säubern ten Doornkaat-Koolman 3, 8b; bei Schottel 1381 in hochdeutscher form rachen, cloacas purgare; so hat man angenommen, dasz diesz mit schmutzigen nebenämtern des schinders zusammenhänge, vergl. racken, vile opus agere, purgare latrinas, plateas etc. als sächsisch und friesisch neben niederl. racken, torquere, tendere, tormentis exprimere, quaestionem de aliquo habere bei Kilian.
1996 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    racken

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    racken s. ragen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rackensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    racken , sw. V. nhd. „rackern“, versorgen, reinmachen, säubern, Aborte ausräumen ÜG.: lat. fimare, purgare E.: Herkunft …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rackenv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Racken , v. intrs . u. trs . in Hamburg, schmuzen, sudeln, garstige Arbeit verrichten. D. Racken . Davon Racker 

  4. modern
    Dialekt
    Rackenm.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Racken [ràkən D. Si. ] m. Spinnrocken. — lux. 348.

  5. Sprichwörter
    Racken

    Wander (Sprichwörter)

    Racken Racken , s. Raken.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit racken

29 Bildungen · 15 Erstglied · 13 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von racken 2 Komponenten

rac+ken

racken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

racken‑ als Erstglied (15 von 15)

rackenambacht

KöblerMnd

racken·ambacht

rackenambacht , N. nhd. Schinderamt, Aufgabenbereich des Abdeckers, Tätigkeit des Abdeckers Hw.: s. rackæreambacht E.: s. racken (1), ambach…

Rackendack

RhWB

Rackendack ragədak  Eup-Stdt Sg. t. m.: verächtl. altes, abgenütztes Möbelstück.

rackendürr

DWB

racken·duerr

rackendürr , adj. äuszerst mager; auch in der verstärkung zaunrackendürr. Schm. 2, 41 Fromm. es ist wol dürr wie baummoos gemeint; hess. in …

racken II

RhWB

racken II nur vereinzelt, zu rack I ‘steif’, mnd. racken ‘recken’ schw.: 1. -ak-, etwas r. strecken Sieg-Fussh ; sich r., sich recken u. str…

racken III

RhWB

racken III -ak- vereinzelt Klevld in Dinsl-Sterkr schw.: wiehern, vom Pferde. — Abl.: die Rackerei, dat Gerack.

rackenkahltot

PfWB

rackenkahl-tot s. mauserackenkahltot u. radikal.

rack(en)steif

PfWB

racken·steif

rack(en)-steif Adj. : = rack , rackesteif [ LA-Birkw BZ-Dernb ], rack- [ GH-Leimh ]; Zs.: bockrackesteif . Er isch r. g'frore (abg'schafft);…

(racken)vö̂rer

MNWB

° (racken)vö̂rer , rochen- , m. : Abtrittreiniger , „Merdifer” (Dief. 22).

rackenvȫrer

KöblerMnd

rackenvȫrer , M. Vw.: s. rackenvȫrære*

rackenvȫrære

KöblerMnd

rackenvȫrære , M. nhd. Dreckfeger, Abtrittreiniger ÜG.: lat. merdifer E.: s. racken (1), vȫrære L.: MndHwb 2, 1847 (rackenvȫrer), Lü 290a (r…

racken als Zweitglied (13 von 13)

ă̂stracken

MNWB

ast·racken

ă̂stracken (astraken , alstraken , * olstraken) , swv. , Fußboden mit Stein, Fliesen belegen .

ausbracken

DWB

aus·bracken

ausbracken , rejicere, ausstoszen: altes, unzuchtbares vieh ausbracken, aussondern; sollte dem jüngsten übersetzer des don Quixote das schön…

nāracken

KöblerMnd

nār·acken

nāracken , sw. V. nhd. den Dreck nachtragen, sauber halten Q.: NS. 145 (um 1494) E.: s. nā (1), racken L.: MndHwb 2, 1065 (nârāde/nâracken)

olstracken

MNWB

°* olstracken (Meckl. Jbb. 5, 251) s. âstracken.

ranracken

MeckWBN

ran·racken

Wossidia ranracken heranraffen, -ziehen: dei Soldat nehm sinen Säwel un rackt dat Fell (das der Teufel gerade einem Toten abgezogen hat) nah…

rümracken

MeckWBN

ruem·racken

Wossidia rümracken mühsam herumwirtschaften: 'rümmerracken Müll. Reut. 103 a .

schracken

DWB

sch·racken

schracken , verb. , in beihelschracken, s. theil 1, 1374; dazu beihelschracker, m.

stracken

DWB

strac·ken

stracken , m. , bergmännisch ( s. auch oben strack, m. ): denn der in dem stillen wasser eingeschlossene luft oder wind breche mit grausamer…

Überbrǘcken

Adelung

ueber·bracken

Überbrǘcken , verb. regul. act. überbrückt, zu überbrücken. Den Fluß, eine Brücke über denselben schlagen. Es wird nur selten gebraucht. Dah…

Unterdrǘcken

Adelung

Unterdrǘcken , verb. reg. act. ich unterdrücke, unterdrückt, zu unterdrücken. 1) Die Entstehung, den Ausbruch, die Fortdauer einer Sache mit…

āstracken

KöblerMnd

āstracken , sw. V. nhd. Fußboden mit Stein belegen (V.), Fußboden mit Fliesen belegen (V.) Vw.: s. be- E.: s. āstrak L.: MndHwb 1, 128 (âstr…

Ableitungen von racken (1 von 1)

verracken

MeckWB

verracken verschwenden, verstreuen: hei verrackte, wat sei em geben Karn. Moehlb. 43; Futter verracken Wo. Sa. ; Brot verracken Ro Dierh ; G…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „racken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/racken/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „racken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/racken/dwb. Abgerufen 8. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „racken". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/racken/dwb.
BibTeX
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