Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
liob
G, Prs A, GGB II, MGB, NBo, NCat,
NMC, Nps, Npg, Npw, WH, in zahlreichen
Gl. seit dem frühen 9. Jh., run. seit der 1.
S1331liob 1332
Hälfte des 6. Jh.s (Bügelfibeln von Weimar;
s. u.):
‚lieb, angenehm, freundlich, geliebt,, liob
teuer, genehm, wohlgefällig, genehm, gewo-
gen, (subst.) Liebling, Geliebter, Freund (lio-
bêr, liobo), Freundin (lioba); acceptus, ama-
bilis, amans, amica, amicus, beneplacitus,
blandus, carus, complacitus, cupitus, deside-
rabilis, desideratus, dilectus, dis, dulcis, gra-
tiosus, gratuitus, gratus, melior [liobôro],
miratus, optatus, placabilis, potius [liobôro],
pretiosus, probatus, suadus, votivus‘
wesan / sîn
‚lieb, angenehm sein, gefallen;, iomanne liobôra wesan
delectari‘
‚jmdm., zi liobêm habên
gewogen sein; malle‘
‚lie-, liubira wesan
ben‘
‚lieber wollen; potius, liobaz zît
velle‘
‚Zeit des Wohlgefallens, des, liobiu
Sich-Freuens; tempus beneplaciti‘
ding
‚Annehmlichkeiten; suavia‘, in adv.
Verbindung al liobôsten
‚am liebsten‘〈Var.:
-eo-, -iu-, -ie-, -u-; -p(-), -pp-〉. Die Graphie
-p- für /b/ ist besonders in älteren bair.
Quellen die übliche (vgl. Braune-Reiffen-
stein 2004: § 136 Anm. 1). Mit dem Adj.
verwandt sind die im Ablaut zu liob stehen-
den sw.v. I gilouben
‚glauben‘, irlouben
‚zugestehen‘(s. dd.) sowie sw.v. II lobôn
‚loben‘(s. d.). – Mhd. liep, -b- adj.
‚lieb,, frühnhd., nhd. lieb
angenehm, erfreulich‘
adj.
‚geliebt, geschätzt, artig, brav, folgsam,.
freundlich, willkommen, angenehm‘