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faul

ahd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

faul

Bd. 2, Sp. 327
faul uNahe faul, –ǫu-; Mosfrk -ou-, flekt. -ǫ·u.-; Rip, NBerg, SNfrk -ū-, flekt. -ū:-; Siegld -u-; Eup vūlə; Klevld n. Geld-Veert Geldern Aengenesch Issum Hörstgen, Mörs-Klosterkamp Lintfort, n. Ruhr ful Adj.: 1.a. von der Fäulnis ergriffen; f. Flesch, Eier, Äppel udgl.; f.ə Käs, Zangk (Zahn), Geroch, Geschmack; et rüch f. udgl. Rip. Allg.; f. am (im) Leif sein Lungenfäule beim Vieh Rhfrk. Mosfrk; de schmeisst eraus (sputum), as wenn e f. em Leif wär Merz-Saarhölzb; de Hämmel were f. leiden an Leberfäule Simm; de f.ə Räps han Aufstossen mit f. Geruch Trier-Braunshsn; f.ən Odem han stinkigen Atem Rip, Allg.; f.ə Ecken entzündete Mundwinkel Kreuzn, Kobl, Bitb, Wittl, NBerg, MGladb; f.ə Mond Mundfäule Geld-Kapellen; f.ə Strohl Huferkrankung der Pferde Verbr. RA.: Der is sauer un f. gewehnt er isst, was vor ihn kommt Saarbr, Ottw. De Äppel udgl. sen su f., dat se quatsche (patsche), dat mer se (zer-) quatsche (knatsche, patsche) kann; se sen knatsch-, matsch-, matschig-, patsch-, tratsch-, mös(t)-, racksig-, ratsch-, schnottf. Rip, Allg.; se sen su f. wiə Mös(t), Dreck, Dress, Patsch (Tratsch), Allg., — en Mispel Geld-Hartef; se sen esu f., et es nemme meih de renschte Mescht (Padder, Dadder, Quadder) Merz, Allg. Wat f. un grön, dat gof e singer Möhn (Muhme); wat deck un rif, dat oss e en si Lif Köln. Dat schmat wie f. Äppel MüEif. En f.ə Appel mächt schnell, dat ach f. wiərd sein Gesell Mos. De A. hät f. an ist faul (s. Apfel). Dat se f. Berre Schwindel MüEif (s. Birne). Et es en f. Bonn en der Kaffi Aach, Allg. F. Erzen (Erbsen) längst bekannte Sache Sol. F. Flesch Auswuchs einer Wunde Sol; totes Tier Sinzig; f. Fl. drohn huckepack tragen Schleid. F.ə Fesch nichtssagende Entschuldigungen (s. Fisch). Schwart Sault (Salz) on f. Botter Inbegriff des Schlechten Sol. De het f. gebrötscht (gebrütet) er ist erledigt Gummb-Nümbrecht. De wess och net, bo e sein f. Ei hinlege soll Kobl-Bend; f. Ei das Knabensp. ‘Sauhüten’ Ottw-Wiebelsk; Kinder stellen sich in einen Kreis und schauen zu Boden; ein K. läuft um den Kreis herum u. lässt hinter einem K. einen Stein fallen; wird er von dem Betreffenden bemerkt, so muss dieses einmal herumlaufen oder es verliert seinen Platz Verbr. in Wend, Simm, Merz, Bitb, Daun, May, Altk, Sieg, Waldbr, Aach, Geilk, Dinsl-Gahlen; f. Ei ein Ballsp.; jedes Kind, das mitspielt. erhält einen besonderen Namen, z. B. Löw, Bär; ein Kind nimmt den B., wirft ihn gegen die Wand und ruft einen Namen; das Kind, dessen Name gerufen ist, greift den B. u. ruft ‘halt!’ und wirft dann ein anderes Kind; hat es nicht getroffen, so ist es selbst ‘tot’; sonst ist das andere Kind ‘tot’ Kref (s. Ei). F.ə(r) Käs Quarkkäse, in einem Steintopfe eingemacht oder in Tassen (Fäusten) geformt und dann getrocknet, bis er f. wird Allg.; f.ər K. un Appeldrank, davon wiərd mer gar net krank Ahrw; dat schmicht wie f.ən K.; der Kerl stenk wie f.ə K. Rip, Allg.; dat es f.ə K. eine anrüchige Geschichte Verbr.; dat Messer do schneid ach warm Wasser o f.ə K. Saarbr, Ottw. En hat sich of e f.ən Ast verlosse man lässt ihn im Stich Trier-Mehring. Dat Hus steht op f. Schwelle ist baufällig Bo-Volmershv. F. Holz; f. weisst H. Malm-Dürler; et Is es f. mürbe, bricht Allg.; en f.ə Sten auseinanderfallend Allg.; f. Kull grösseres Loch mit stehendem Wasser Geld-Kevelaer. Pere un Paul macht em Kore de Worzel f. Hunsr, Allg. Rent (regnet) et op zent Maregrit, dann were de Nöss f. (s. Nuss). — Et Ful (Full, Füll, Fölt), auch de F. Nachgeburt bei Tieren; et F. is noch nit draf; sej es an't F. bliewe stohn Rees, Klev, Mörs. — b. in leicht übertr. Bed. α. f. sagt man auch von Stoffen, Fäden, Garn, Leder, leicht zerreissend und nicht haltbar; dat ös en f.ə Fadem, der zerriss wie mer en anpack Rip, Allg.; f.ə Stoff, der ös et Gelles (Kaufen) net wert Rip, Allg. — F.ə Boddem feuchter Ackerboden Bitb, Prüm; humusreich, mürbe, ertragreich Bitb-Dudeld, Eusk, Dür, Kemp (auch en f. Stöck). — β. nicht mehr brauchbar, ungültig; et Biljet es mer f. wurde Rip, Allg. RA.: Wat me des Mondes werkt, werd f. Beschönigung des blauen Montags Aach, MGladb, Erk. Dat ös en et F.ə gefalle nicht geraten Sieg-Rhönd; he es en't Fult gefalle hineingefallen Aach-Merkst; heə es f. gefolle hatte Misserfolg Heinsb; et Fulle Aschenhaufen von sehr grossen Kesseln in Fabriken; lebt einer über seine Verhältnisse, dann sagt man: dem kann et noch passere, dat he am Eng (Ende) möt de Fott en et F. ze sette kömmt MGladb-Rheind — F. mache tote Jungen gebären, beim Schweine; se hot en f. Droacht Frühgeburt Koch-Kaisersesch, Bernk-Gräfendhron. — γ. ohne Nutzung daliegend; dat Döngen lig jo douch f. Sieg-Rhönd. — δ. wer bei Spielen getroffen wird (resp. der Klicker) oder dessen Klicker in den Kreis gerät oder auf dem Kr. liegt, es f. u. muss ausscheiden Verbr; f. kneppe Kreisklickern, wer im Kreise liegen bleibt, es f. Aach; f. lope ein Nachlaufesp. Erk; sich f. werfen im Ballspiel einen Fehlwurf tun Merz; Kopp on Schohn es f.! beim Ballsp. gelten Treffer am Kopf und Schuhe nicht Bergh-Hüchelhv. — ε. unzuverlässig, unsicher, heikel, nicht solide, gefährlich; bei dem N. sieht et f. us Rip, Allg.; dat se f. Denger MüEif; ne f.ə Krom (f. Sach) heikle Geschichte, schlechte Verhältnisse, unsolide Wirtschaft Rip, Nfrk; f.ər Zauber Birkf; mach mer kene f.ə Verzäll (Erzähl)! keine Ausflüchte Dür; dat sən f. Äppel unsolide Arbeit Mörs-Orsoy. RA.: Äsch wöd en f.ə Weg mit Asche bestreuter W. ist unsolid MGladb. We sech hühter (höher) dreht wie singen Art, de fihrt en f. Fahrt Sieg-NDollend. — Ne f.ə Wenter (mild, nicht, wie er sein soll) git en fette Kirchhoff Rip, Allg. — Et es mer doch te f. dertuə (af) das ist mir doch zu dumm, das glaube ich noch lange nicht Mettm-Cronenbg; ze fuls Sol-Hilgen. — 2. träge, unlustig zur Arbeit, von Mensch u. Tier. a. in mancher Wend. deutlich mit f. 1 a spielend; he es su f. wie Mest Allg., — der ongeschte (unterste) M. Mettm-Dellenbusch, — e Meschthalm Saarbg-Faha, — ene Köttel Dür-NZier, — Drit (Dress) Nfrk, Rip, — gedrösse Sieg-Rhönd, — Schnoter Kref, — Stront Nfrk, — (alen) Dreck Allg., — Strossendreck Verbr., — Gassendreck Bitb-Kyllbgw, — Patsch Sieg, — Holöngkterholt (Holunder) Düss, — Strih Bitb, Ahrw, Bergh, Aach, Klev, Kemp, — en Bunn MGladb-Odenk, — en nasse Plagge Köln, — dat mer en of de Mest kinnt schmeissen Bernk-Lieser, — dat e stenk Rip, Allg.; en stenkfauler Kerl Saarbr, Verbr.; du f. Oos! Allg.; du f.ə Käs! Dür-Heistern. RA.: Ene F.ən stich den andern an; et F.sen stich an Rip, Allg. F. Flesch schümp (schäumt) lech (gäng, flöck) f. Leute geraten auch bei leichter Arbeit schnell in Schweiss Rip. Dat ös f. Fl. sagt der Arbeiter, wenn er sich verletzt oder gar ein Stück Fl. ihm abgerissen wird Sieg-Ägid. — b. ohne diese Beziehung. De es su f. wie enen Dass (Dachs) Nfrk. — en Esel Allg., — en Bock Ottw, — en Koh Erk-Keyenbg, — e Kning (Kanin) Grevbr, — en Ochs Bitb, — e Ferke Heinsb, — en Hippe Ess, — en alde Schinnerschgaul Simm-Horn, — Bährns Gess (Geiss) Birkf-Idar, — de Nacht Geld, — en Schäfer (Schäper) Sinzig, Dür, Mörs, — ne Kührt Schleid-Hellenth, — as e lang es Allg., — all nicks gots Kobl-SSebastian, — Klesbrih Bernk-Hellertshsn. De es noch ze f., dat e de Ogen opmach Allg., — et Maul opdeht Allg., — üver seng ege Ben fällt Rip, Allg., — de Föss ophif Rip, Allg., — e gappt (gähnt) Allg., — de Zäng (Zähne) vanendeht Rip, — e sech sieht Sieg-Ägid, — e do steht Kemp-SPeter, — sine Panz ze drage MGladb, — sei eigene Knoche ze drihn Kobl, — sein Woll nozedrihn Kobl-Engers, — ze(m) essen Allg., — ze kalle Rip, Nfrk, — singe Name ze sage Köln-Kalk, — stoəhn de blive, wenn e an't lope es Heinsb-Oberbr. — nom Abtritt ze gohn Allg., — scheissen ze gohn Allg., — dat e däut, wann e schitt Heinsb-Dremmen, Kref. Wann de geschass hot, as e noch ze f., fir den Hinnere zozepetschen Wittl-Muhlb. En as esu f., e mag sech net kratzen, wenn et en beisst (jückt) Bitb, Allg. De däht ger sterwen, wenn e net ze f. wär Bernk-Gräfendrohn. Den as noch ze f., dat hen et Brut on de Hott däht Prüm-Burb. Den as su f., en verdent et Wasser net fir de Supp Wittl (u. ä.) — Einen f Kerl nennt man enen f.(ən) Binnes. Flappes, Lakes, Lappes, Löbbes, Luppes, Töbes, Tommes, Zacheies, Deiwel, Bengel, Fell, Knochen, Schwart, Dreidroht, Donnerkeil, Klüppel, Remmel, Lemmet, Kaliber, Klütsch, Klant, Ladderich, Lappen, Lorm, Schnobbel, Trog, Prümm, Rest Luder, Schäfer, Stänker, Stinkert, Esel, Bock, Biest, Hund, Ferken, Schwein, Hammel, Massik, Stinkbock u. a. (s. d. W.); ein faules Weib en f. Mensch, Luzei, Au (Schaf), Steck Mewel, Kuh, Dier, Hex, Pädd, Mestbär, Pri, Bäschtchen, Dengen, Gescherr u. a. (s. d. W.). — Domm, f. on gefrässig Verbr.; f. on gefrässig, schlauchig on schläferig get en gode Pelz Neuw-Dierd; f. on glott (Feinschmecker) Prüm; f. en de Arbet, flisseg en de Schottel Mü-Eif, RA.: Gruət en f. verdörft der Bur Eup; klen on wacker baut der Acker, gruəss on f. ... Monsch, Schleid; gross un f. schind de Gaul, klen un wacker baut de Acker Simm-Horn. En Ell langk, en E. f. Kemp-Süchteln; sess (6) Fot langk, sess F. f. Geld-Leuth; gruss on langk, ene f.ə Strangk Köln-Poulh. Wu f.ər de Mensch, wu f.ər de Knochen Trier. We f. es, moss och lus (klok) sen NRip, SNfrk; en f.ən Kerl darf nit domm sin Remschd. De ös f. bös op de Som (Saum) Grevbr-Kelzenbg. He es jet f. lans de Sick (Seite) (scherzh.) Rip. We ze f. es, jet ze dohn, es net ze f., jet ze denke Sieg-NDollend, Köln. Et es kan Wäschersch eso f., se wäscht ihr Hänn on ihr Maul Merz-Nunk. Fuler kann kene Hond (Esel) sen wie der Fulpelz Rip. Et F.sen bruchste den net zu lihre Rip. Te fulen derto sin nicht aufgelegt sein Sol. Wu fulder Stöck (Mensch), wu mehr Glöck Klev. Willste were f. un matt. schlof det Morgets wie en Ratt! Simm. F. sönd geschwend möj (müde) Monsch, Aach; f. L. tellen den Ärbet noə Geld-Leuth; f. L. hiren am lefsten et Feierometgeleit (Feierabendgeläut) Mos; Norde Wengk on f. L., die schlope lang Düss-NCassel. Ene flitege Vader makt f. Fraulü Heinsb; de fl. Moər (Mutter) hat f.ə Döuters MGladb-Mülfort; ene f.ə Vader tröckt forsche Fänte (Burschen) Heinsb; de faulst Eldern ha manchmol de alertst Könner Trier. E f.ə Knecht on en dämpig Peərd, die sein noch kan Peif Tubak wert ebd. De f.ə Her markiere Kobl-Lützel. Et es kein besser Ding als för en f. Wif en Kind Ess. Dat es enem f.ə Mann jo gesat nur mit dem Kopfe genickt NBerg. F. Deanes (Mädchen), lang Fäm (Fäden) MülhRuhr; lang Fädem, e f.ə Schneider Trier-Mehrig, — en f. Niəhsche MGladb. Der f.schte Bauer kret de beschte Mischt un de dreckigschte Kuh Ottw-Neunk. — De daug grad su vell wie en f.ə Esel Rheinb. Bester f.ər Hungk geheschen äls de Huck (Haut) geschendt (geschunden) Köln-Poulh. F. Perd schwötze ger Bernk-Kautenb. Dar is e f. Schof, wo sei Woll nit drahn kann Simm, Verbr., — net bös Maidag dreiht Sieg-Rhönd. De föngk flöck Flege, ävel f. Ferke Heinsb. — Der F.ə wiərd am Ovend flisseg Rip, Allg. Eah de F.ə tweimol geht, schleppt he, dat em de Buck (Bauch) weah deht Elbf. Em F.ən brech kes (nie) de Schwess us, oder de Sonn moss et dohn Sieg-Thomasbg. F.ə schwete schwind MGladb-Giesenk. — De F.ən on de Lauen, die wellen et des Ovends krauen uWupp. De F.ən gott (gehen) et leiwsde met de Hauhners in't Bedde un stott met de Ferkes op Ess. He es flitteg, wenn de F.ə nit derheim sind MülhRuhr. — Statt die ganze Persönlichkeit als f. zu bezeichnen, bezeichnet man einen einzelnen Körperteil als f., in Wend. wie: He let (legt) gern ene f.ən Ärm lans ene leddigen Därm arbeitet nicht gern u. hat deshalb auch nichts zu essen Köln. De hät en f. Oder er ist f. Sieg, — ne f.ə Reppe Wermelsk. Om f.ən Arsch ligen = op der f.ən Hock (Haut) (Röcke) l. Rip, Allg.; sek op de f.ə Sitt leien Elbf. Wart, ech heven der es dengen f.ən Arsch op (us dem Bett)! zum Langschläfer Rip; de brengt seine f.ə A. gar net erem Mosfrk, Allg. Lang Näl (Nägel), f. Fangern Trier-Mehring. Dat es ene f.ə Kopp der nicht gerne denkt Allg. De hat ävel et f. Geliət liegt auf der f. Haut Wesel. Weck git f. Säck zu Kindern, die gerne Weck essen Aden-Liers. — Auch folg. Wend. sind ein Ersatz für die Bezeichnung des f. Menschen: Schuster met der Pekdroht mecks so männəche f. Noəht Heinsb-Myhl, Rees. Ene gruəten Huəp (Hop), ene f.ən H. wo gar zu viele Menschen zur Besorgung einer Arbeit zusammen sind, da wird verhältnismässig wenig ausgerichtet Kemp-Süchteln, Kref-Osterath, Geld-Nieukerk; ne f.ə Hauf entsteht, wenn zunächst einer fällt u. mehrere andere auf ihn Aach. Du häs wahl widder dengen f.ə Rock an(gedohn)? du bist träge Sieg-Ägid. Wart, ech kunn der es an deng f. Leder (Haut)! ebd. De f. Kränk Faulheit Simm; de hät (de) f. Gech (Gicht) der Krankheit aus irgend einem Grunde vortäuscht, wo aber Faulheit zu Grunde liegt Rip, Allg.; en hot d' f. G. un et verfreasse Fewer Prüm-Waxw; et f. Fiewer han Mosfrk; et f. Deər (Tier) an sech han Neuw-Kurtschd. RA.: F.ə Schwet (Schweiss) es gau (schnell) gered (fertig) Kemp-Grefr. — Ne f.ə Kreg han bequemes Leben Eusk-Zülp; ne f.ə Dag ha in seinem Amte nur geringe Tätigkeit auszuüben brauchen Aach, Allg.; ene f.ə Mondag göft en flitege Weək (Woche) Nfrk; de f.ə meissige (müssig) Gangk Müssiggang Merz-Saarhölzb; f. Wedder schlaff machendes W. Rip, Allg. — Als Adv. bes. bei Verben des Gehens, Arbeitens, z. B. f. doherkunn, schlenzen, schlonzen, herömgohn, trendele usf. — c. besondere Verb. mit spezieller Bed.; f.ə Tommes wird derjenige genannt, der am Thomastage zuletzt vom Bette aufsteht Rip; ene f.ə Lens Faulenzer MüEif; f.ə Weəver Nichtstuer Kemp-Hüls; Libelle Kemp-SHubert; f.ər Schäfer Kohlschnecke Siegld; f. Mäd Farnkraut Ahrw-Brohl Namedy; f. Frau Herdring auf drei Füssen, Gestell für die Kuchenpfanne. bestehend aus zwei oben in einen Haken zusammengehenden Eisendrähten, auf denen die Pfanne über dem Herde aufgestellt wird Kemp, Geld, Mörs, Koch-Lutzerath; f. Mod (Magd) oval gekrümmter Eisenring, dessen obere Mitte vermittelst Henkel an die sog. Hohl über dem Feuer aufgehangen wurde, worauf die Bratpfanne gestellt wurde Prüm, Malm; f. Oder die empfindliche Stelle am Ellenbogen Prüm, Neuw, Altk-Steeg. — d. net f. zur Hervorhebung der Schnelligkeit, Schlagfertigkeit, bes. in der Erzählung; ech, net f., dropan; he, net f., packte den Kerl Rip, Allg.
14399 Zeichen · 437 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    faul

    Althochdeutsches Wörterbuch

    faul Gl 5,9,6 s. phâl.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faul

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Faul , -er, -este, adj. et adv. 1. * Häßlich, ungestaltet; eine im Deutschen veraltete Bedeutung, welche indessen noch i…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    faul

    Goethe-Wörterbuch

    faul 1 morsch, verdorben, (durch Geruch od Geschmack) Fäulnis, Verwesung anzeigend [ das Priapstandbild im Garten: ] er …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Faul

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Faul , s. F äulniß. F.es Eisen , brüchiges; f.er Gang , der einen erzführenden verwirft oder zertrümmert; f.es Gebirge ,…

  5. modern
    Dialekt
    faul

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    faul s. full.

  6. Sprichwörter
    Faul

    Wander (Sprichwörter)

    Faul 1. Faul, arm vnd doch verzehren, geschieht nit lang mit ehren. – Henisch, 1021. It. : Chi non ha entrata, nè mestie…

  7. Spezial
    faul

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    faul adj. 1 (moderig) frat (frac, frada) 2 (verdorben: Obst) frat (frac, frada) 3 (arbeitsunlustig, träge) frat (frac, f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faul

256 Bildungen · 235 Erstglied · 16 Zweitglied · 5 Ableitungen

faul‑ als Erstglied (30 von 235)

Faulbach

SHW

Faul-bach Band 2, Spalte 383-384

Faulbaum

SHW

Faul-baum Band 2, Spalte 383-384

Faulbeere

SHW

Faul-beere Band 2, Spalte 383-384

Faulbrut

SHW

Faul-brut Band 2, Spalte 383-384

Faulfieber

SHW

Faul-fieber Band 2, Spalte 385-386

Faulhuber

SHW

Faul-huber Band 2, Spalte 385-386

Faulobst

SHW

Faul-obst Band 2, Spalte 385-386

Faulpelz

SHW

Faul-pelz Band 2, Spalte 385-386

Faultier

SHW

Faul-tier Band 2, Spalte 385-386

Faulwammes

SHW

Faul-wammes Band 2, Spalte 385-386

faulachtig

RhWB

faul·achtig

faul-achtig -axtiχ Prüm , Koch-Lutzerath , Siegld .; -Etiχ Wippf-Bechen Adj.: wie faul aussehend, schmeckend.

Faulack

RhWB

faul·ack

Faulack fulack  Geld-Kevelaer ; -ǫkər Heinsb-Karken m.: -pelz.

faulacken

RhWB

faul·acken

faul-acken Kemp ; -ksən Wermelsk schw.: faulenzen; eine Arbeit verfulacke vernachlässigen MGladb-Giesenk .

Faulacker

PfWB

faul·acker

Faul-acker m. : FlN für einen ehemals vermoderten, unfruchtbaren Acker, am Faulackeʳ [ HB-Einöd ]; vgl. Faulstück , -wiese . Els. I 25 and. …

Faulackster

RhWB

Faul-ackster Düss-Wersten Benr Eller : fulackster! wird gesagt bei einem misslungenen Ansatz zum Schiessen, was, wenn es rechtzeitig gesagt …

Faulader

RhWB

faul·ader

Faul-ader  NBerg ( Sol , Mettm ) f.: die empfindliche Stelle am Ellenbogen.

Faulatz

RhWB

faul·atz

Faul-atz vulats Aach (veralt.) f.: Verkäuferin von Obst udgl.

faul als Zweitglied (16 von 16)

Fáßfaul

Adelung

fass·faul

Fáßfaul , adj. et adv. einen unreinen Geschmack von dem Fasse oder hölzernen Gefäße habend; Nieders. vatvuul. Das Bier schmeckt faßfaul. Faß…

fickenfaul

DWB

ficken·faul

fickenfaul , avarus, der ungern seinen beutel zieht: ich habe viel, viel geld, mein vater liesz mir solch zeug genug und ich bin auch nicht …

kernfaul

DWB

kern·faul

kernfaul , faul im kern, fortsmannsausdruck, s. kern 3. Adelung : kann man denn, wenn man auch nicht kernfaul ist, doch nicht rindenfaul sei…

krautfaul

DWB

kraut·faul

krautfaul , im bergbau, krautfaule zimmerung, die so morsch ist dasz man durchgreifen kann. was ist das kraut? ein scherz zu kraut 3? oder n…

Lateinfaul

Wander

latein·faul

Lateinfaul Er ist lateinfaul. – Eiselein, 258. Mag nichts lernen.

lungenfaul

DWB

lungen·faul

lungenfaul , adj. faul in der lunge, als krankheit der pferde, schafe, rinder.

maulfaul

DWB

maul·faul

maulfaul , adj. faul mit dem maule, in ansehung des redens: von unserm herrn Ampedo kriegt man doch nichts heraus, so maulfaul wie er ist un…

mistfaul

DWB

mist·faul

mistfaul , adj. faul wie mist; übertragen, in anderer bedeutung von faul, auf einen auszerordentlich trägen menschen ( vergl. stinkendfaul u…

Müdfaul

Wander

mud·faul

Müdfaul Der ist müedfaul wie d' Hischemer. ( Hirschau bei Tübingen. ) – Birlinger, 835.

Prügelfaul

Wander

pruegel·faul

Prügelfaul Er ist prügelfaul. Lat. : Noli verberare lapidem, ne perdas manum. ( Plautus. ) ( Philippi, II, 30. )

Rothfaul

Adelung

roth·faul

Rothfaul , adj. et adv. im Forstwesen, S. Rothbrüchig.

schlägefaul

DWB

schlaege·faul

schlägefaul , adj. gegen schläge abgehärtet Adelung : schlägefaul sive schlagfaul, adeo torpens, ut ne verberibus quidem corrigi possit. Sti…

schreibfaul

DWB

schreib·faul

schreibfaul , adj. faul briefe zu schreiben oder schriftstellerisch thätig zu sein: du glaubst nicht wie schreibfaul ich bin. Göthe an frau …

stinkfaul

DWB

stink·faul

stinkfaul , adj. , steigernd für faul ' träge ', vgl. jemand ist so faul, dasz er stinkt, stinkendfaul ( sp. 3159); mundartlich weit verbrei…

Ableitungen von faul (5 von 5)

erfaulen

DWB

erfaulen , putrescere, computrescere, pigrescere, faul werden, verfaulen, ahd. irfûlên, mhd. erfûlen, ags. âfûlian: ûʒ ebeno dem holze quëc …

unfaul

DWB

unfaul , adj. adv. , gegentheil von faul. obwohl von Stieler , Aler, Steinbach, Kramer-Moerbeek, Campe verzeichnet, doch im nhd. kaum recht …

verfaulen

DWB

verfaulen , verb. faul werden, faulend zu grunde gehen, mhd. vervûlen, mnd. vorvûlen; verstärktes faulen. 1 1) intransitiv, imputrescere, fa…

verfaulung

DWB

verfaulung , f. substantivbildung aus dem zeitworte, übergang in fäulnisz, dann das in fäulnisz übergegangene: wir wissen, dasz auch in dene…

zerfaulen

DWB

zerfaulen , verb. , verfaulen: mein fleisch und bain wil mir in meinem mund z. Germ. 17, 75; H. Fischer 6, 1131 ; so zerfaulet auch sein ( d…