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faul

ahd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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19 in 17 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Faul

Bd. 1, Sp. 940
Faul 1. Faul, arm vnd doch verzehren, geschieht nit lang mit ehren. – Henisch, 1021. It.: Chi non ha entrata, nè mestier, e va a spasso, ne va all' ospital a passo a passo. (Gaal, 422.) 2. Faul bekommt wenig ins Maul. – Parömiakon, 2372. Frz.: Renard qui dort la grasse matinée, n'a pas la gueule emplumée. 3. Faul in der Jugend, fleissig im Alter. 4. Faul mästet gut. Holl.: Vuil maakt vet. (Harrebomée, II, 425.) 5. Faul und gefrässig, sagt Lump, erhält den Leib. Holl.: Lui, lekker en ligt zijn de drie voornaamste deugden van 't hoovaardige Sticht. – Lui, lekker en veel te meugen zijn drie dingen, die niet deugen. (Harrebomée, II, 40.) 6. Faul und gross ist doppelter Schade. 7. Faul vnd gefressig (diebisch und genäschig) ist gern beysammen. – Mathesy, I, 136b; Henisch, 1493. 8. Mancher ist so faul, er möchte gleich Käse melken von der Kuh. 9. Sei faul vnd beut ein kleine weil, die Armut kompt dir schon mit eil. – Henisch, 1022. 10. Sei nicht faul, die Krippe kommt nicht zum Gaul. 11. Sei nicht faul, wenn du nicht arm sein willst. 12. Sei nimmer faul, das Jahr hat ein gar grosses Maul. – Simrock, 2302; Körte, 1301. 13. Wer faul ist in der Jugend, muss arbeiten im Alter. 14. A ies su faul, doss a stinckt. – Robinson, 171. Holl.: Hij stinkt van vuiligheid. (Harrebomée, II, 425.) 15. E äs fêl woa1 de Jerd2. (Siebenbürg.- sächs.) – Frommann, V, 36, 86. 1) Wie. 2) Erde. – Sehr faul. 16. Er ist faul wie die Sünde (wie Aas). – Sandvoss, 271. 17. Er ist feuler denn mist. – Eyering, I, 802. Eyering hat dafür auch die Redensart: Er ist strüt faul. 18. Er ist ful wie ne Hund. (Luzern.) 19. Er ist so faul, als er gross ist. – Henisch, 1018; Eyering, I, 802; II, 343. Der Russe sagt dafür: Er ist zu faul zum Prügeln. Nur der Faule, sagt der russische Soldat, prügelt nicht; womit sie ihr trauriges Los schildern. Körperliche Mishandlungen sind bei ihnen so gewöhnlich, dass sie den geradezu für zu faul halten, der nicht prügelt. (Vgl. Russische Zustände, Leipzig 1849, S. 5.) 20. Er ist so faul, dass ein anderer für ihn niesen muss, wenn er schnupft. 21. Er ist so faul, dass er stincket wie Mist. – Henisch, 1018; Eyering, II, 343. Holl.: Hij is zoo vuil, dat hij zijn eigen drek zou eten. (Harrebomée, II, 424.) – Hij stinkt van luiheid. (Harrebomée, II, 39.) 22. Er ist so faul, er liesse sich (vom Wasser) die Augen ausschlagen, ehe er wegginge. »Es ist mancher so faul, das wann er vnder dem thachtrieff leg, möchte er vor faulkeit die augen nicht zuthun, sonder liess sie jm der thachtrauff ausschlagen.« (Geiler, Nsch., 97; Kloster, I, 737.) 23. Er ist so faul wie ein Schäfer. Nämlich jener, der Hunger über Hunger schrie, während sein Brot über ihn an einem Baume hing, das herunterzuholen er sich aber nicht entschliessen konnte. 24. Er ist so faul wie Galgenholz. 25. Er ist so faul wie Mist (wie ein Misthaufen). (Schles.) 26. Er ist stinkend faul, aber beim Essen der erste. (Troppau.) 27. Er ist zu faul, als dass er 's Maul aufthun möchte. – Mayer, II, 140. Holl.: Hij is te lui, om zijn' adem te halen. (Harrebomée, I, 11; Bohn I, 326.) 28. Er ist zu faul zum Essen. 29. Es ist etwas faul im Staate Dänemark. 30. Faul wie ein Esel. 31. He is so ful as Eiersot. 32. He is so fûl, man sull em nig mit de Tang anfaten. (Holst.) – Schütze, IV, 248. Von trägen, hauptsächlich schmuzigen Menschen, auch im moralischen Sinne. 33. Hei is so fiul as öewerjarige Peardedreck. (Büren.) Ausser den hier unter Faul aufgeführten Redensarten zur Bezeichnung des Faulseins gibt es noch viel andere, die unter andere Ueberschriften fallen, als: Er hat ein faul schelmsbein im rücken (das er sich dafür nicht mag bücken). Er bohrt nicht gern hartes Holz. Er bohrt das Bret gern, wo's am dünnsten ist. Er hüb' nicht einen Löffel auf, trät' er auch mit den Füssen drauf. Er fiel eher den Hals ab, ehe er sich nach einem Reis bückte, das am Wege läge. Wenn Holzhauen ein Orden wäre, er würde kein Mönch. Er ist grosser Arbeit zu stolz. Er hat auch vom Wild gegessen. Ein pfaf steckt jm in hendern. Er ist gross, aber faul. Er thut grosser arbeit nit wee. Er hübe nit ein heller vm den andern vff. (Franck, I, 6a.) 34. Unter sieben faulen eine gute. Frz.: Entre deux vertes, une mûre. (Lendroy, 1055.) 35. As man ist faul, hat man nicht im Maul. (Jüdisch-deutsch. Warschau.) 36. Besser faul als verschlafen. (Breslau.) 37. Faul in der Arbeit und fleissig im Beten ist Orgelspiel ohne Balgentreten. – W. Müller, 76. 38. Faul vnd trey, dos helt den leyb. – Hofmann, 32, 70. 39. Daar ist z' faul zum Rüba ropfa. (Ulm.) 40. Er ist so faul, dass er für faulheit nit essen mag, wenn er gleich die Händ in der Schüssel hat. – Henisch, 1019, 27. 41. Er ist so faul, wie a olter Karregaul. (Ulm.) 42. Hä nich to fûl, gaw em 'ne Oahrfîe'n. Schlingmann, 1106. 43. Hai es so fóul, atte (dass er) stinked. – Frommann, V, 59, 46. 44. He öss so fêl wie a Zömpel, he geit so wît, wie hei wat. (Friedland in Pr.) 45. Faul bis zum Kerngehäuse. Der Amerikaner in den Vereinigten Staaten wendet diese sehr treffende Redensart an, wenn er den Zustand durchdringender Schlechtigkeit und Fäulniss bezeichnen will; sie wird zur Zeit häufig auf die Handels- und Geschäftsverhältnisse angewandt. (Philadelphia, Sonntags- Journal, Nr. 9 vom 27. Januar 1878.)
5304 Zeichen · 180 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    faul

    Althochdeutsches Wörterbuch

    faul Gl 5,9,6 s. phâl.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faul

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Faul , -er, -este, adj. et adv. 1. * Häßlich, ungestaltet; eine im Deutschen veraltete Bedeutung, welche indessen noch i…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    faul

    Goethe-Wörterbuch

    faul 1 morsch, verdorben, (durch Geruch od Geschmack) Fäulnis, Verwesung anzeigend [ das Priapstandbild im Garten: ] er …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Faul

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Faul , s. Herder F äulniß. F.es Eisen , brüchiges; f.er Gang , der einen erzführenden verwirft oder zertrümmert; f.es Ge…

  5. modern
    Dialekt
    faul

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    faul s. full.

  6. Sprichwörter
    Faul

    Wander (Sprichwörter)

    Faul 1. Faul, arm vnd doch verzehren, geschieht nit lang mit ehren. – Henisch, 1021. It. : Chi non ha entrata, nè mestie…

  7. Spezial
    faul

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    faul adj. 1 (moderig) frat (frac, frada) 2 (verdorben: Obst) frat (frac, frada) 3 (arbeitsunlustig, träge) frat (frac, f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faul

346 Bildungen · 235 Erstglied · 106 Zweitglied · 5 Ableitungen

faul‑ als Erstglied (30 von 235)

Faulbach

SHW

Faul-bach Band 2, Spalte 383-384

Faulbaum

SHW

Faul-baum Band 2, Spalte 383-384

Faulbeere

SHW

Faul-beere Band 2, Spalte 383-384

Faulbrut

SHW

Faul-brut Band 2, Spalte 383-384

Faulfieber

SHW

Faul-fieber Band 2, Spalte 385-386

Faulhuber

SHW

Faul-huber Band 2, Spalte 385-386

Faulobst

SHW

Faul-obst Band 2, Spalte 385-386

Faulpelz

SHW

Faul-pelz Band 2, Spalte 385-386

Faultier

SHW

Faul-tier Band 2, Spalte 385-386

Faulwammes

SHW

Faul-wammes Band 2, Spalte 385-386

faulachtig

RhWB

faul·achtig

faul-achtig -axtiχ Prüm , Koch-Lutzerath , Siegld .; -Etiχ Wippf-Bechen Adj.: wie faul aussehend, schmeckend.

Faulack

RhWB

faul·ack

Faulack fulack  Geld-Kevelaer ; -ǫkər Heinsb-Karken m.: -pelz.

faulacken

RhWB

faul·acken

faul-acken Kemp ; -ksən Wermelsk schw.: faulenzen; eine Arbeit verfulacke vernachlässigen MGladb-Giesenk .

Faulacker

PfWB

faul·acker

Faul-acker m. : FlN für einen ehemals vermoderten, unfruchtbaren Acker, am Faulackeʳ [ HB-Einöd ]; vgl. PfWB Faulstück , PfWB -wiese . ElsWB…

Faulackster

RhWB

Faul-ackster Düss-Wersten Benr Eller : fulackster! wird gesagt bei einem misslungenen Ansatz zum Schiessen, was, wenn es rechtzeitig gesagt …

Faulader

RhWB

faul·ader

Faul-ader  NBerg ( Sol , Mettm ) f.: die empfindliche Stelle am Ellenbogen.

Faulatz

RhWB

faul·atz

Faul-atz vulats Aach (veralt.) f.: Verkäuferin von Obst udgl.

faul als Zweitglied (30 von 106)

anfaul

RhWB

an-faul: PfWB anfangend, f. zu werden, vom Obst Zell-Trarb .

bettfaul

RhWBN

bett·faul

bett-faul -fu˙l. Gummb-Nümbrecht Adj.: b. ist ein Langschläfer.

denkfaul

DWB

denk·faul

denkfaul , adj. träg zum nachdenken Malten Neuste weltkunde (1847) s. 100.

drügfaul

RhWB

drüg-faul  Verbr. Adj.: wie nhd., bes. von Kartoffeln.

durchfaul

PfWB

durch·faul

durch-faul Adj. : ' durch und durch faul ', vom reifen Käse, doʳchfaul (-ˈfaul) [ KU-A'glan KB-Albish ], duʳch- [ RO-Callb ]; dafür auch duʳ…

edelfaul

PfWB

edel·faul

edel-faul Adj. : von überreifen Weinbeeren, edlfaul [ LA-Rhodt ]; edelfaule Drauwe [ LU-Alsh ]; e erelfauli Beer [ FR-Albsh ]; e edelfaul Be…

erdfaul

RhWB

erd·faul

erd-faul RhWBN -ū-  Dür , Aach , Eup Adj.: vermodert, verwest.

Fáßfaul

Adelung

fass·faul

Fáßfaul , adj. et adv. einen unreinen Geschmack von dem Fasse oder hölzernen Gefäße habend; Nieders. vatvuul. Das Bier schmeckt faßfaul. Faß…

faszfaul

DWB

faszfaul , putredinem dolii redolens, faulichten geschmack vom fasz habend: es schmeckt, riecht faszfaul, böhm. smrdi sudem.

federfaul

DWB

feder·faul

federfaul , piger scribendi, schreibfaul: schreibe mir balde und werde nicht federfaul, wie es in der entfernung gar leicht geschieht. Göthe…

fickenfaul

DWB

ficken·faul

fickenfaul , avarus, der ungern seinen beutel zieht: ich habe viel, viel geld, mein vater liesz mir solch zeug genug und ich bin auch nicht …

gippelfaul

RhWB

gippel-faul Saarbr-Sulzb Adj.: dürr im Gipfel.

graufaul

PfWB

grau·faul

grau-faul Adj. : ' von Fäulnis und Schimmel befallen ', von Weintrauben, groofaul [ NW-Kallstdt ]; vgl. PfWB grau 2 b, PfWB grauzig .

halbfaul

DWB

halb·faul

halbfaul , adj. zum groszen theil verfault: das gekrächz hungriger raben, die an meinem halbfaulen antecessor zu dreiszigen hiengen. Schille…

hauptfaul

RhWBN

haupt·faul

haupt-faul h:ts- (s. S.) Rheydt-Giesenk Adj.: dumm, nicht recht gescheit.

hirnfaul

RhWB

hirn·faul

hirn-faul hīrə- Trier-Braunshsn Adj.: nicht gescheit.

hundefaul

DWB

hunde·faul

hundefaul , adj. äuszerst faul, catulo segnior Steinbach 1, 418 .

hundsfaul

PfWB

hunds·faul

hunds-faul Adj. : ' sehr faul ', vgl. PfWB erz- , PfWB stinkfaul . Des is e hundsfauleʳ Kerl [ LU-Alsh ]. SHW Südhess. III 796 .

katschfaul

RhWB

katsch·faul

katsch-faul -ū-  Jül-Altd Adj.: patschfaul, bes. von dem Innern der Birne.

kautenfaul

DWB

kauten·faul

kautenfaul , ein spiel bei Fischart Garg. 168 b (309 b Sch. ): 'inn kauten, kautenfaul'; nach den vorausgehenden spielen scheint kaute spiel…

kernfaul

DWB

kern·faul

kernfaul , faul im kern, fortsmannsausdruck, s. DWB kern 3. Adelung : kann man denn, wenn man auch nicht kernfaul ist, doch nicht rindenfaul…

Ableitungen von faul (5 von 5)

erfaulen

DWB

erfaulen , putrescere, computrescere, pigrescere, faul werden, verfaulen, ahd. irfûlên, mhd. erfûlen, ags. âfûlian: ûʒ ebeno dem holze quëc …

unfaul

DWB

unfaul , adj. adv. , gegentheil von faul. obwohl von Stieler , Aler, Steinbach, Kramer-Moerbeek, Campe verzeichnet, doch im nhd. kaum recht …

verfaulen

DWB

verfaulen , verb. faul werden, faulend zu grunde gehen, mhd. vervûlen, mnd. vorvûlen; verstärktes faulen. 1 1) intransitiv, imputrescere, fa…

verfaulung

DWB

verfaulung , f. substantivbildung aus dem zeitworte, übergang in fäulnisz, dann das in fäulnisz übergegangene: wir wissen, dasz auch in dene…

zerfaulen

DWB

zerfaulen , verb. , verfaulen: mein fleisch und bain wil mir in meinem mund z. Germ. 17, 75; H. Fischer 6, 1131 ; so zerfaulet auch sein ( d…