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faulen

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DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

FAULEN vb.

Bd. 9, Sp. 204
DWB2FAULEN vb.  DWB2ahd. fûlên, mhd. vûlen. mnd. vūlen; mnl. vūlen, nnl. vuilen; ae. fūlian, me. foulen, ne. foul. abl. von faul adj. DWB2 DWB21 einem verfalls‐, auflösungsprozeß unterliegen. DWB2a dahinschwinden, vergehen; selten: 9./10.jh. contabescunt fuulent ahd. gl. 2,227,31 S./S. ⟨u1210⟩ ich wæne, in lieber wære/ daz ez fûlte unt verdurbe/ danne er dâ mite erwurbe/ der werlde lop gar âne spot Otte 1391 M. ⟨M14.jh.⟩ alzo fault auch der riche yn alle seynen wegen cod. tepl. 3,3 K. u1466 vnd die weysheit ist lauter die nymmer fault 1. dt. bibel 8,145 LV. 1640 hie fault die müh so langer zeit,/ hie ist der stoltze muth geendet ged. königsb. dichterkreis 46 HND. 1827 daß er den freunden schenke/ was nie und nimmer fault Goethe I 3,319 W. 1977 er weiß nicht, wo sein gutes zu faulen beginnt Schwaiger salz 96. DWB2b DWB2verwesen, verrotten: ⟨v1022⟩ mîn lîchamo nefûlet noh nerozet so anderro tûot Notker 3,1,67 ATB. ⟨v1150⟩ si legent dich under di erde./ da mustu in der culen stinken unde vulen armer Hartmann 149,8 M. ⟨1250/4⟩ die vische fulten und lagen tot,/ dú wazer fulten ouh darzů Rudolf v. Ems weltchr. 9990 DTM. ⟨1349/50⟩ iedoch wizz, daz all öpfel schad sint und faulent leicht in dem menschen und machent pœs pluot Konrad v. Megenberg b. d. natur 330 P. ⟨1421⟩ unde do das geworme fulete, do wart die luft vorgift, unde do qwam gar eynn grosses sterben zu Rome dor vonn Rothe düring. chr. 141 L. ⟨u1520⟩ im somer, do faulen alle ding, was do ist, aus der großen hiz Paracelsus I 1,119 S. ⟨1569/70⟩ nim mistelbehre, wann sie noch grüne seind, die uff den eichen sein, die besten hierzu, dörre und stosse die, lege sie darnach 12 tage ins wasser, das sie faulen haushaltung in vorwerken 223 E./W. 1643 dann wer hat jemals gesehen, daß gold im wasser faulen? vom fewer verzehren? von der erden einen rost an sich ziehen oder von der lufft verderben? Freytag melancholia 285. ⟨1663⟩ sonsten hat man auch achtung zu geben, daß man keine solche speisen zu sich nehme, welche leichlich corrumpirt werden, und gern faulen, als da seyn allerley frücht, kraut, milch und milchspeisen Schorer medicina (1677)76. 1744 in summa es kann nichts, was versteinert werden soll, schon gefaulet haben ZimmermannHenkel, schr. 528 Z. 1778 sind die früchte im anfange des faulens begriffen, so können sie noch gekocht werden, wenn das faule ausgeschnitten worden Germershausen hausmutter 2,782. ⟨1831⟩ die riechenden materien, die sich von faulenden organischen stoffen entwickeln Wöhler grundriss (1833)12. 1881 faulendes fleisch wurde in chloroformhaltiges wasser gelegt und verlor nach kurzer zeit den üblen geruch Hesz streifzüge 154. 1931 schweigend lagen sie hinter dem faulenden stumpf einer pappel Alverdes Reinhold 86. 1996 wenn die (maniok‐)knollen erst einmal ausgegraben sind, beginnen sie innerhalb weniger tage zu faulen frankf. allg. ztg. 194,N3. DWB2 – stinken, den geruch, geschmack von zersetzung, verwesung haben; überwiegend im part.: 1697 so kam auch ein faulender todten=geruch mir entgegen Ettner doctor 97. 1769 die alkalischen salze .. brennen auf der zunge, undgeben einen faulenden geschmack Suckow scheidekunst 37. 1910 im offenen austausch erfüllte jetzt reines normal gesalzenes seewasser das ganze, noch eben von faulendem brackwasser erfüllte becken Walther geologie v. Dtld. 73. DWB2c sich entzünden, von einer entzündlichen krankheit befallen sein: ⟨v1022⟩ ferheiletiu uuunda fûleta unde uuard argera danne si fore uuâre Notker 3,1,224 ATB. ⟨E12.jh.⟩ ist aber daz daz vleisch swellen beginnet und vůlin, so wirt der lib sich und ůbil getan altdt. pred. 1,253 Sch. ⟨1293⟩ die zene fulent darzvo/ unde smeckint spat vnd fruo/ vnde werdent in vil gel Hugo v. Langenstein Martina 125,13 LV. ⟨1349/50⟩ wer der spinnen netzel über ain frisch wunden legt, dem geswilt diu wund niht und faulet auch niht Konrad v. Megenberg b. d. natur 295 P. 1489 das plut inn ym faulet das er kuͤrtzlich den ritten oder sucht gewinnet versehung leib sel 19b. 1538 der cecilien biß geschwilt vnd fault, das thůt auch der spinnenmauß biß Herr ackerwerck 68a. 1588 so einem die leber faulet, davon jhme der athem abscheuwlich stincket .. der nemme weinrauthen, salbeyenkraut, jedes gleichviel Tabernaemontanus kreuterb. 1,484b. 1612(or.1563) es tregt sich auch etwan in brustwunden dieser vnfall zu, daß die lunge anfanget zu faulen Würtz wundartzney 133. 1665 die wunde fängt an zu faulen und stincken: darum ist hier feuer und stahl von nöhten Francisci traur-saal 1,563. 1715 das blut stopffet, da es denn coaguliret in der lunge bleibet, anfänget zu faulen F. Hoffmann tod 1,71. 1784 bei so verschlimmerten säften, besonders bei wassergeschwülsten ist es leicht, daß bei der geringsten veranlassung faulende geschwüre entstehen können Hahnemann schäden 37. DWB22 träge, untätig sein; selten: ⟨u1350/77⟩ ritterschaft sol arbait han./ wil ain ritter fulen und slaffen/ und der knecht den wandel schaffen/ den ain ritter wuͤrcken solt,/ sint dem herren und frowen holt,/ das mag niempt gestraffen wol Teichner 580,135 DTM. 1519 hilff, das wir seinem ubrigen essen unnd trincken, schlaffen, faulen unnd muͤssigang widerstreben Luther w. 6,17 W. 1559 so die stolner lessig zutreiben befunden werden, sich der stewer troͤsten, vnnd also faulen wolten, sol es bey dem berckmeister vnnd geschwornen stehen, die stewr nach gelegenheit des fleisses vnd arbeit zu mitteln bergk ordenung Coͤllen J2b. DWB23 fäulnis erregen; selten, vgl. DWB2fäulen vb.: 1581 wenn der erdboden der baͤum zu feucht ist, so wirdt die frucht wurmessig, denn die vbrige feuchtigkeit, die die baͤume empfahen, bleibet vngedauwet vnnd faulet innerlich pflantzbuͤchl. d. lustgaͤrten 35a. 1711 weren keine wind, so müßte die luft, in deren wir leben, faulen, und wir von einer krankheit in die andere fallen Scheuchzer physica 2,220. 1752 weil dergleichen insecten sich bey faulender luft stark vermehren Scheibel witterungen 14.Arbeitsstelle/Peperkorn
5955 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faulen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Faulen , verb. reg. neutr. mit dem Hüfsworte haben, faul werden; doch nur in der dritten Bedeutung des Wortes faul, von …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    faulen

    Goethe-Wörterbuch

    faulen in Zersetzung befindlich sein, modern, verwesen; einmal von der schon am Baum verderbenden Frucht als Bild für de…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Faulen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Faulen , in der Technik das Lagern von feuchtem Ton, um ihn durch Einwirkung von Wasser, Sauerstoff und Kohlensäure der …

  4. modern
    Dialekt
    faulenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    faulen schw. : wie schd., faule, foule, fule [zur Verbr. s. PfWB faul ]; dafür auch faul werre. Zs. PfWB ab- , PfWB an- …

  5. Spezial
    faulen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    fau|len vb.intr. 1 (verfaulen) fraidí (-dësc) 2 (verderben) gní frat, jí a dezip, se roviné 3 (Zahn) gní frat.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faulen

41 Bildungen · 22 Erstglied · 16 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von faulen 2 Komponenten

fau+len

faulen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

faulen‑ als Erstglied (22 von 22)

Faulensee

Meyers

faulen·see

Faulensee , Dorf und Badeort im schweizer. Kanton Bern, Bezirk Nieder-Simmenthal, Gemeinde Spiez, hoch über dem Thuner See reizend gelegen, …

Faulenten

RhWB

faul·enten

Faul-enten Trier Pl.: im Neckspruch auf die Gymnasiasten: Studenden, Faulenden ().

Faulen (Verbum)

Wander

faulen·verbum

Faulen (Verbum) Faulen (Verbum). 1. Fûlen un sûpen smitet dat Huus üm. ( Büren. ) 2. Was leicht fault, muss man durch Salzwasser ziehen. – S…

faulenzern

SHW

faulenz-ern Band 2, Spalte 385-386

faulenzen

DWB

faul·enzen

faulenzen , fáulènzen , desidere, desidem agere vitam, der faulheit fröhnen: so würt es doch dir guot sein, das du die weil nit faulenzt has…

faulenzer

DWB

faulen·zer

faulenzer , m. was faulenz: suppendiener und faulenzer. Ayrer 289 b ; ein rechter tagedieb und faulenzer; langschläfer und faulenzer; ein gr…

Faulenzerisch

Campe

faulenzer·isch

Х Faulenzerisch , adj . u. adv . einem Faulen ähnlich, gemäß, nach Art eines Faulenzers.

Faulenzerkränkde

RhWB

Faulenzer-kränkde PfWB -kręŋkt Koch-Laub f.: Influenza; auch scherzh. allg. Faulenzia, -za genannt.

Faulenzersin

PfWB

faulenzer·sin

Faulenzersin f. : = PfWB Faulenzerin , auch Schimpfw., Faulenzeʳsche [ KU-Schmittw/O ]. Zur Endung -sin s. PfWB Nähtersin .

Faulenzerweg

PfWB

faulenzer·weg

Faulenzer-weg m. : ' verkürzter Fußweg quer durch das Feld ', Faulenzeʳweg [ KU-Schmittw/O ]; vgl. PfWB Faulpfad .

Faulenzia

PfWB

Faulenzia f. : scherzh. für Influenza (mit der Form Infaulenzia ); zu unterscheiden von Faulenz. Er hat die Faulenzia [ ZW-Battw RO-Dielkch …

faulen als Zweitglied (16 von 16)

abfaulen

DWB

abfaulen , putrescere, durch faulen sich absondern. der baum, die wurzel fault ab. von einem edlen baum ein abgefaulter ast.

anfaulen

DWB

anfaulen , putrescere: der baum fault an; anfaulendes obst; angefaulte äpfel; wie Boerhave von der galle angemerkt, dasz sie unter allen feu…

ausfaulen

DWB

aus·faulen

ausfaulen , putredine confici: die zähne faulen ihm aus; der baum ist ausgefault; unter allen treppen, die auf eine kanzel heben, ist wol ke…

durchfaulen

DWB

durch·faulen

durchfaulen , völlig von fäulnis ergriffen sein Stieler 445 . der mist musz gehörig durchfaulen. die schwelle ist ganz durchgefault. dem hor…

einfaulen

DWB

ein·faulen

einfaulen , imputrescere: das du denn anfohest in dinem gemüt in zuo fulen in dich selber und dennoch nit usz brichst. Keisersb. bilger 137 …

erfaulen

DWB

erfaulen , putrescere, computrescere, pigrescere, faul werden, verfaulen, ahd. irfûlên, mhd. erfûlen, ags. âfûlian: ûʒ ebeno dem holze quëc …

fortfaulen

DWB

fort·faulen

fortfaulen , 1 1) putrescere: der leichnam fault in der erde fort. 2 2) contracta putredine decidere, abfaulen: die fuszzehe faulte fort.

herausfaulen

PfWB

heraus·faulen

heraus-faulen schw. : = PfWB herauseitern . Er hot de Zahn rausfaule losse [Rockhs]. —

Mitfaulen

Campe

mit·faulen

Х Mitfaulen , v. ntr . mit sein. — faulenzen , v. ntr . mit haben. — fechten , v. intrs . unregelm. ( s. Fechten), s. Mit , zu Ende. D. Mitf…

Nachfaulen

Campe

nach·faulen

Nachfaulen , v. ntr . mit sein. Nachfechten , v. intrs . s. Campe Nach. D. Nachfaulen 

unterfaulen

DWB

unter·faulen

unterfaulen , untrennbares v. , suppurare Stieler 446 ; 1 unter III A 1 b α : die stelle ist ganz unterfaulet Campe ; woselbst ein groszer h…

verfaulen

DWB

ver·faulen

verfaulen , verb. faul werden, faulend zu grunde gehen, mhd. vervûlen, mnd. vorvûlen; verstärktes faulen. 1 1) intransitiv, imputrescere, fa…

Wégfaulen

Adelung

weg·faulen

Wégfaulen , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, durch die Fäulniß weggeschaffet werden. Die ganze Wurzel ist weggefaulet.

zerfaulen

DWB

zer·faulen

zerfaulen , verb. , verfaulen: mein fleisch und bain wil mir in meinem mund z. Germ. 17, 75; H. Fischer 6, 1131 ; so zerfaulet auch sein ( d…

zusammenfaulen

PfWB

zusammen·faulen

zusammen-faulen schw. : 'durch Faulen Substanz verlieren', von den Weintrauben, -faule [ KB-Zell LU-Alsh NW-Kallstdt Wachh LA-Edk Rhodt BZ-P…

Ableitungen von faulen (3 von 3)

erfaulen

DWB

erfaulen , putrescere, computrescere, pigrescere, faul werden, verfaulen, ahd. irfûlên, mhd. erfûlen, ags. âfûlian: ûʒ ebeno dem holze quëc …

verfaulen

DWB

verfaulen , verb. faul werden, faulend zu grunde gehen, mhd. vervûlen, mnd. vorvûlen; verstärktes faulen. 1 1) intransitiv, imputrescere, fa…

zerfaulen

DWB

zerfaulen , verb. , verfaulen: mein fleisch und bain wil mir in meinem mund z. Germ. 17, 75; H. Fischer 6, 1131 ; so zerfaulet auch sein ( d…