Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
holt Adj.
1.1 attr.
1.2 präd.
1.2.1 mit Akk. jmdn./etw. holt haben ‘lieb haben, mögen’
1.2.2 mit Dat.d.P.
1.2.2.1 jmdm. holt sîn/ werden ‘jmdm. zugeneigt sein/ werden’
1.2.2.2 und Akk.d.P.
1.2.2.3 und Gen.d.S.
1.2.2.4 jmdm. ein holdez herze (einen holden muot/ willen) tragen ‘jmdm. zugetan, freundlich gesinnt sein’
1.2.3 mit Gen.d.S.
2 bezogen auf das Dienstverhältnis zw. Herrn und Untertan
2.1 von Untertanen zum Herrn: ‘dienstbar, treu’
2.1.1 attr.
2.1.2 präd., mit Dat.d.P.
2.2 vom Herrn zum Untertanen ‘zugetan, gewogen, gnädig’
1 ‘zugeneigt, freundlich, lieb’ 1.1 attr.: ih enbôt ir kuninginnen / mîne holde minne SAlex 6474; Roth 1955; Herb 14377; Sîfrides swert. / daz truoc mîn holder vriedel, dô ich in jungest sach NibB 2372,3; edile keisir Constantin, / dir intbutit din muͦter holden muͦt, / heil unde allis liebis gnvͦc TrSilv 474; sin holdez herze in betwanc Pass I/II (HSW) 27660; er siu zallen zîten scoͮwet mit holden ougon TrudHL 145,18; OvBaierl 120,16; Tannh 12,2 1.2 präd. 1.2.1 mit Akk. jmdn./etw. holt haben ‘lieb haben, mögen’ Moyses hete di smide holde VMos 81,27; ich minne zwô Îsolde / und hân die beide holde Tr 19156; Helenam die küniginne, die hâte Paris holde Flore (P) 1605; ir habt den meien holden! Neidh SL 24:2,7; Volmar 802; NibB 101,3; HvBurg 2987 1.2.2 mit Dat.d.P. 1.2.2.1 jmdm. holt sîn/ werden ‘jmdm. zugeneigt sein/ werden’ min vuíne íst mir hóld. unt íh ímo [ dilectus meus mihi et ego illi Ct 6,2] Will 46,1. 125,1 u.ö.; in dûhte an ir vater gebâre daz er ime nieht holt wâre Gen 1414; vil lieb wâren im diu wîb, / si wâren ouch ime holt En 12625; ichn wart nie manne sô holt Iw 2947; bistû mir holt, als ich dir bin Tr 5164; wan si im wâren holt NibB 30,3. 24,4; Parz 371,26. 14,9; MF:Reinm 44: 2,4; PrWack 70,252; si wurden im von herzen holt Wig 8354; KvWEngelh 1237; Walth 13,9; SM:Wi 9: 16,3. – swâ sich vier ougen sô gerne gesēhen, / dâ müezen zwei herze ouch ein ander holt sî [: bî ] KLD: KvH 1:3,2; ir sit ein ander enbor holt ReinFu K,1654; Gen 1480. – ‘zu sich selbst gut sein’ sun, nû wis dir selben holt / und volge mîner lêre Greg 1450; ob ichz mit bôsheit hân versolt, / ich würde mir selben nimmer holt UvLFrd 103,8 1.2.2.2 und Akk.d.P.: alsus macheten si in den chunich holt VAlex 634. 1394; ich mach iuch mir alsô holt AHeinr 212; NibB 1323,2 1.2.2.3 und Gen.d.S.: ich bin iu eines dinges holt, haz unde nît Walth 59,1; wurdet ir mirs nimmer holt Parz 420,25 1.2.2.4 jmdm. ein holdez herze (einen holden muot/ willen) tragen ‘jmdm. zugetan, freundlich gesinnt sein’ di wîl ih dir holt herze tragen SAlex 3011; daz volc im holdez herze truoc Parz 307,10. 397,22; wie ich si minne, und wie ich ir holdez herze trage MF: Mor 17: 3,5; got gebiete den jungen wîben über al, / [...] daz si hôchgemuoten mannen holdez herze tragen Neidh WL 3:4,3. WL 17:2,9; MF: Hausen 5:5,10; SM:UvS 20: 1,6; KvWPart 18421. – er wolte deme keiser sagen, / daz si mir holden muot getragen / hæte KvWPart 18120; hievon truc er ir holden mut Pass III 63,13; nach demselben gebote / was ouch sin husvrowe gut / und truc zu tugenden holden mut ebd. 152,8; RvEWchr 9244. – der edel videlære dem wirte holden willen truoc NibB 1670,4. 364,4 1.2.3 mit Gen.d.S.: sît ir rehter minne holt, / sô minnt als nu diu minne gêt Parz 456,18; si wâren ie vür daz golt / der vil trüeben lachen [Pfütze] holt Wig 80 2 bezogen auf das Dienstverhältnis zw. Herrn und Untertan 2.1 von Untertanen zum Herrn: ‘dienstbar, treu’ 2.1.1 attr.: in tugentlicher zupflicht / was er mit dienste ir holder knecht Pass I/II (HSW) 3261 2.1.2 präd., mit Dat.d.P.: sie waren deme kuninge alle holt Roth 146. 313; er hüetet disses landes unt ist Gelpfrâte holt NibB 1547,4; nu schouwe, künec hêre, Volkêr ist dir holt! / er dienet willeclîche dîn silber unt dîn golt ebd. 2006,1; SAlex 2206; UvZLanz 9220; dc ir vns also holt vn̄ als vndirténic wêrent UrkCorp (WMU) N6,27. 73,5; hat unz der genant her Adam [...] mit truwen gelopt und eide geschworn, [...] der herschafft Bitsch getrew und holt zu sin UrkHeilbr 537,10 (a. 1285) 2.2 vom Herrn zum Untertanen ‘zugetan, gewogen, gnädig’ – attr.: sô wil ich boten senden nâch den mînen mâgen; / ich enbiute in holden willen Kudr 34,4. – präd.: den armen was her [Kaiser] uile holt TrSilv 311; Chorinthia sînes frides gesan / und crônten in an der stunt / und gâben ime funfzic phunt / unde silber unde golt. / des wart in der kuninc holt SAlex 2304; do er den kuͤnech an sach, / diz wort er minnechliche sprach: / ‘[...] dem [Roland] wis [Karl der Große] genædech unde holt: / an im stet elliu din ere [...].’ StrKarl (S) 432
MWB 2 1665,37; Bearbeiterin: Herbers