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Treiben

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Treiben

Bd. 4, Sp. 1304
Treiben 1. Aebbis muess me tribe, sust he me langi Wil. Lat.: Nullus a genti dies longus. (Seneca.) 2. Bû me 't drîwet, sau geit et. (Waldeck.) – Curtze, 344, 373; für Hannover: Schambach, II, 117; hochdeutsch bei Körte, 6819. 3. Ein jeder treibe, was er kann und nehm' sich nicht um anders an.Seybold, 474. 4. Einer kann 't so driben, dat em sin eigen Hund biten. (Mecklenburg.) – Raabe, 75. 5. Eines treibt das andere. – Sailer, 210. 6. Es treibt gern jedermann, was er am besten kann. Lat.: Qui canit arte, canat; qui bibit arte, bibat. (Ovid.) – Quod medicorum est, promittunt medici, tractant fabrilia fabri. (Horaz.) (Philippi, II, 137 u. 143.) – Scilicet est cupidus studiorum quisque suorum, tempus et assueta ponere in arte juvat. (Ovid.) (Binder II, 3037; Fischer, 265, 20; Kruse, 996.) 7. Ich treibe alles, was mir in den Weg kommt, sagte die Locomotive, als sie über den Bummler fuhr. 8. Ik wet wuol, bat ik driwe, wann 'k en Iesel vör mi hewwe. (Iserlohn.) – Woeste, 83, 48. Ich weiss wol, was ich treibe, wenn ich einen Esel vor mir habe. Man muss wissen, wen man treibt, wenn man einen Esel vor sich hat. 9. Ist nichts da zu treiben, so soll man austragen. – Graf, 51, 181. Die Abgabe des Todfalls oder Besthaupts bestand in der besten Habe des Verstorbenen, zunächst in dem besten Stück Vieh; erst wenn nichts wegzutreiben war, durfte man sich an andere Gegenstände halten und sie wegtragen. Es sollte dadurch den Hinterbliebenen ihr Hausrath und ihre Einrichtung erhalten bleiben. (S. Haupt.) Mhd.: Ist niit do ze triben, so sol man usstragen. (Grimm, Wb., I, 240.) 10. Jeder treibe sein Handwerk. Lat.: Sportum nactus est, hanc orna. 11. Jeder treibe, was er kann. – Eiselein, 630; Simrock, 5400. Lat.: Faber fabrilia tractat. (Frisius, 39.) – Quam quisque norit artem, in hac se exerceat. (Cicero.) (Erasm., 909; Tappius, 71b; Binder I, 1439; II, 2728; Faselius, 293; Wiegand, 328; Seybold, 474.) – Quam scit, libens exerceat, artem. (Horaz.) (Binder II, 2738; Faselius, 214; Seybold, 474.) – Quapote quique in ea conterat arte diem. (Properz.) (Eiselein, 360.) 12. Jeder treibt es, wie er kann. It.: Com' asino sape, cosi minuzza rape. 13. Jeder treibt, was er gelernt. 14. Jeder treibt, was er kann, die Hunde bellen, die Wölfe heulen und die Mönche lügen. Klosterspiegel, 11, 4. 15. Man treibt den Farren nach Montpellier, er kommt zurück und ist ein Stier. 16. Man treibt jn, weil er gehen kan. – Agricola II, 195. 17. Treib, was du kanst. – Franck, I, 126a; Gruter, I, 67. 18. Treibe, was du kannst, das ist ein gut Ding. – Simrock, 10487, 32; Schottel, 1110b; Körte, 6046. 19. Treibs, so gehets; jagst, so fähest. – Lehmann, 197, 2; Masson, 337. 20. Treibs, so gehts. – Franck, I, 89b u. 145a; II, 108a; Gruter, I, 67; Petri, II, 549; Henisch, 1435, 35; Latendorf II, 26; Lehmann, II, 19; Sailer, 277; Körte, 6045; Mayer, II, 22; Simrock, 10456; Braun, I, 4581. Frz.: A forgeron devient forgeron. 21. Treibt man's gut, Gott es segnen thut. 22. Was einer will treiben und zichten, das soll er mit Fleiss verrichten. – Nass. Schulbl., XIV, 5. 23. Was man treiben und tragen mag, ist fahrende Habe. – Graf, 64, 1. Erklärt den Begriff Fahrhabe, die im alten deutschen Recht sehr wesentlich von Liegenschaft, von Grund und Boden, als dem wahren Eigen unterschieden wurde. (S. Eigen 1 u. 7, Fackel 7 und Fahrhabe.) Mhd.: Fahrende habe ist di man getriben und getragen mag. (Schwäb. Landrecht, 268.) 24. Was man treibt, das bleibt. – Mayer, II, 152; Simrock, 10458; Dove, 688; Braun, I, 4583. 25. Was man treibt, gewinnt man lieb. 26. Was wir hier treiben und kosen, soll bleiben unter den Rosen. – Körte, 5095. An der Decke der Rathhäuser und Gemeindeschenkenstuben war gewöhnlich über dem Tische, an dem die Gemeindevorsteher rathschlagten, eine grosse, in Holz geschnittene und roth angestrichene Rose. Alles musste auf eine ehrbare Weise geschehen; und von dem, was dort gesprochen, durfte nichts ausgeplaudert werden. Frz.: Ce qui est dit entre les verres ne doit point amener de guerre. (Masson, 286.) 27. Wen (wer) andere well drîwen, mot selwer laupen. (Meurs.) – Firmenich, I, 405, 281. 28. Wenn ich treibe, hüte ich nicht. – Klix, 108. 29. Wie m' es tribt, se gohds, wie m' es stellt, se stohds. (Luzern.) 30. Wie man's treibt, so geht's.Hollenberg, III, 6; Petri, II, 791; Eiselein, 602; Blum, 328; Müller, 17, 10; Simrock, 10455; Sprichwörterschatz, 171; Braun, I, 4582; Lohrengel, I, 882; schlesisch bei Gomolcke, 1118; Frommann, III, 245, 146. »Wie man es treibt, so geht's wer scharffe Disteln sät, der erntet Stacheln ein. Der trinket selten Meth, der in dem Karne zieht. Man liegt, wie man sich bettet; der kommt im Feuer um, der sich nicht zeitlich rettet.« (Keller, 172a.) Engl.: Do well and have well. (Masson, 379.) Frz.: Qui bien fera bien trouvera. (Kritzinger, 300a; Masson, 276.) Ung.: A' ki mint keresi, úgi veszi hasznát. – A' mint öntik a' harangot, úgy szóll. – A' mint vágod a' fát, úgy húll a' forgács. (Gaal, 1722.) 31. Wie man's treibt, so geht's, sagte der Bauer, und nahm die Kuh beim Schwanz. 32. Wie mans treibt, so wird einem gelohnet. – Luther's Tischr., 295b; Petri, II, 857; Eiselein, 602. Lat.: Qualia quisque gerit, talia quisque feret. (Eiselein, 602.) 33. Wie mer's treibt, so hat mer's. (Ulm.) Frz.: A beau jeu, beau retour. (Lendroy, 119.) 34. Wozu du dich wirst zeitig treiben, das wird dir im Alter bleiben. – Seybold, 20. 35. Er treibt auf seiner Last (Fracht). Von einem Schiffe, das leck ist, und nur durch seine Ladung: Holz, Kattun u.s.w. vor dem Sinken bewahrt bleibt. Als Sprichwort von einem Bankerotten, der sich mit seinem Gläubiger gesetzt hat, oder von einem Menschen, von dessen Schlechtigkeit man überzeugt ist, die man ihm aber nicht beweisen kann. 36. Er treibt's gerade so, als wenn er der Graf Popel wäre. »Noch heutigen Tages«, sagt der Egerbote (1875 S. 11), »kann man hierzulande diese Redensart im Volke hören. Sie gilt als Bezeichnung für einen machtstolzen, strengen Herrn, der andern gern seine Uebermacht, seinen Reichthum und seine Launen fühlen lässt. Das Sprichwort knüpft sich jedenfalls an die Persönlichkeit des Georg Popel von Lobkowitz, dessen Herrschaft und Wirksamkeit in einem grossen Theile des Egerlandes nach allen historischen Nachrichten eine harte und unglückliche war. Es ist demnach eine Art Volksgericht, das in dem obigen Spruche über den strengen und strenggläubigen Herrn von Komotau zum Ausdruck gekommen und sich von Geschlecht zu Geschlecht fortgeerbt hat.« Der obenerwähnte Egerbote enthält eine Erzählung, in der über die Entstehung des Sprichworts Aufschluss gegeben wird. 37. Er treibt's wie die Nagelschmiede. In einer böhmischen Bergwerksgegend, wo es zahlreiche Nagelschmiede gibt, die periodisch sehr viel Bestellungen haben, und wieder ganz arbeitslos sind; also von solchen, deren Geschäft bald gut, bald gar nicht geht, die heute im Wohlstande, morgen im Nothstande leben, von denen es heisst, wie ein ander Sprichwort sagt: »Heute hui, Morgen pfui«. (Vgl. Siegfried Kapper in Westermann's Monatsschrift, 1856, I, 1-3.) Lat.: Ne propius ferire. 38. Nur stet, es treibt uns ja niemand. – Eiselein, 602.
7223 Zeichen · 201 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    treibensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    treiben , sw. V. (1a) nhd. verfolgen ne. persecute ÜG.: lat. agere N, persequi N, tribulare N Q.: N (1000) E.: s. germ. …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    treibenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    treiben swv. in durchtreiben.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Treiben

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Treiben , verb. irregul. ich treibe, du treibst, er treibt u. s. f. Imperf. ich trieb; Mittelw. getrieben; Imper. treib.…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Treiben

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Treiben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Treiben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Treiben , dehnbare Metalle gewöhnlich in Blechform mit Hammer ( Treibhammer ) und Amboß ( Treibstock ) oder Treibpech zu…

  6. modern
    Dialekt
    treiben

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    treiben Band 4, Spalte 4,327-334

  7. Sprichwörter
    Treiben

    Wander (Sprichwörter)

    Treiben 1. Aebbis muess me tribe, sust he me langi Wil. Lat. : Nullus a genti dies longus. ( Seneca. ) 2. Bû me 't drîwe…

  8. Spezial
    treiben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    trei|ben (trieb, getrieben) I vb.tr. 1 (führen: Vieh) mené (mëna), paré (para) 2 (anspornen: zur Arbeit) ciacé (-cia), m…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit treiben

70 Bildungen · 6 Erstglied · 57 Zweitglied · 7 Ableitungen

Zerlegung von treiben 2 Komponenten

trei+ben

treiben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

treiben‑ als Erstglied (6 von 6)

Treibenerz

DRW

treibe·nerz

Treibenerz, n. Erz von der Menge eines Treibens (I) treiben-ertz ist eine gewisse anzahl tonnen, als zu einen gantzen treiben gerechnet werd…

treibeneⁿ

Idiotikon

treibeneⁿ Band 14, Spalte 64 treibeneⁿ 14,64

Treibenlehen

DRW

treiben·lehen

Treibenlehen, n. (herrschaftlich verliehenes) Amt eines Hirten vgl. Lehen (V), treiben (II) ouch ist ain tribenlehen da: wenn man die lember…

Treibenlehner

DRW

treiben·lehner

Treibenlehner, m. Inhaber eines Treibenlehens ouch ist ain tribenlehen da: wenn man die lember zesammen bringt, ... so sol ir der tribenlech…

Treibenzahl

DRW

treiben·zahl

Treibenzahl, f. Anzahl an Treiben (I) was auff unsern bergwercken ledige schichten weise verlohnet wird, ... sollen unser bergmeister und ge…

treiben als Zweitglied (30 von 57)

abtreiben

DWB

abt·reiben

abtreiben , abigere, depellere. wie abigere von agere, vieh treiben: das vieh von stellen abtreiben, wo es nicht weiden soll, oder das gewei…

antreiben

DWB

ant·reiben

antreiben , impellere, incitare, nnl. aandrijven. da dieser begrif schon in dem einfachen treiben und pellere liegt, so kann die beigefügte …

auftreiben

DWB

auf·treiben

auftreiben , exagitare, emportreiben, nnl. opdrijven. 1 1) excitare feras e cubilibus, aufjagen, aufsprengen, erschrecken, aufspüren: den ha…

austreiben

DWB

aust·reiben

austreiben , expellere, ausjagen, nnl. uitdrijven. 1 1) leute, thiere aus dem land, garten, haus: und treib Adam aus und lagert fur den gart…

beitreiben

DWB

beit·reiben

beitreiben , cogere, exigere: das vieh, die rinder, schafe beitreiben, eintreiben; schulden, steuern beitreiben; alles wurde von den armen l…

betreiben

DWB

bet·reiben

betreiben , agere, tractare, accelerare, nnl. bedrijven, schw. bedrifva, dän. bedrive. 1 1) agere pastum, die weiden, wiesen, felder mit dem…

Beytreiben

Adelung

bey·treiben

Beytreiben , verb. irreg. act. S. Adelung Treiben . 1) Herbey treiben, doch nur in figürlicher Bedeutung und im gemeinen Leben, in den Ausdr…

durchtreiben

DWB

durch·treiben

durchtreiben , mhd. durchtrîben, niederd. dôrdrîwen Schamb. 45 a . 1 1. untrennbar. 1@a a. durchziehen, durchfahren, durchstreifen. das lant…

eintreiben

DWB

eint·reiben

eintreiben , nnl. indrijven, schw. indrifva, dän. inddrive. 1 1) cogere pecus, heimtreiben, in den stall treiben, gegensatz von austreiben :…

forttreiben

DWB

fort·treiben

forttreiben , 1 1) propellere, das vieh forttreiben, das schif mit rudern forttreiben; und Judas treib das volk fort, und tröstet sie die ga…

haberfeldtreiben

DWB

haberfeld·treiben

haberfeldtreiben , verb. : die haberfeldtreiber sprechen am schlusse ihres verfahrens den vers: kaiser Karl musz noch kommen und 's protocol…

haupttreiben

DWB

haupt·treiben

haupttreiben , n. das letzte und gröszte treiben bei einer hauptjagd. öcon. lex. (1731) 946.

Heim treiben

Adelung

heim·treiben

Heim treiben , verb. irreg. act. S. Adelung Treiben , nach Hause treiben. Daher die Heimtreibung.

Herabtreiben

Campe

herab·treiben

Herabtreiben , v. trs . unregelm. ( s. Treiben ) von einem höhern Orte nach unten, wo man sich befindet, oder überhaupt, nach unten zu treib…

hertreiben

DWB

hert·reiben

hertreiben , verb. adpellere, cispellere, in hanc partem, versus nos pellere. Stieler 2321 ; ihr jammervoller vater, der die unglückliche ge…

Herumtreiben

Campe

herum·treiben

Herumtreiben , v unregelm. ( s. Treiben ). I) trs . 1) Um einen Ort, um eine Sache, dem ganzen Umfange nach, treiben. 2) Hin und her, nach v…

Hinauftreiben

Campe

hinauf·treiben

Hinauftreiben , v. trs . unregelm. ( s. Treiben ), von dem Orte, wo man sich befindet weg nach einem höhern Orte treiben. Uneigentlich, eine…

Ableitungen von treiben (7 von 7)

betreiben

DWB

betreiben , agere, tractare, accelerare, nnl. bedrijven, schw. bedrifva, dän. bedrive. 1 1) agere pastum, die weiden, wiesen, felder mit dem…

enttreiben

DWB

enttreiben , abigere, wegtreiben, entwenden: vieh enttreiben.

ertreiben

DWB

ertreiben , expellere, vertreiben. ahd. artrîpan ( Graff 5, 484 ). mhd. ertrîben nicht zu bezweifeln, doch unbelegt. nhd. ertreiben bei Stie…

getreiben

DWB

getreiben , verb. , verstärktes treiben; schon althochdeutsch über die mehr syntactischen functionen hinausgreifend (gitripe, adigat vgl. Gr…

misstreiben

RhWB

miss-treiben -drīvə Selfk st.: -brauchen.

vertreiben

DWB

vertreiben , verb. , schon in ältester zeit üblich und verbreitet: altsächs. fardrîBan, exigere, excludere, pellere Gallée vorstudien 65 ; a…

zertreiben

DWB

zertreiben , verb. , auseinandertreiben; ahd. zatrîban, ags. tódrífan, mhd. zertrîben; 1) dinge auseinanderbringen; a) eig. auseinander trei…