umtreiben,
vb. AA.
mit accusativobject. A@11)
hin und her treiben, rundum treiben, bildlich: der hof der stuont geblüemet mit den beiden überal. ouch treip man umbe als einen bal ir lop in dem rîche Konrad v. Würzburg
Engelhart 780; deinen sinn pflog ich zu gleichen einem umbgetriebnen ball und der schmeichelwörte schall einem irrwisch in den sträuchen
Venusgärtlein 56
ndr.; eigentlich: Princiân was unverzeit, Môrolf er vaste umbetreip, er gap im mit creften einen slag
Salman und Morolf 768, 2
Vogt; wann yn der wurmb vast umgetriben, gemuot und seer verwundet het
Tristrant 28
Pfaff; er (
der Franke) trieb mich (
das pferd) in seim karren umb uber berg und thal, die quehr und krümm Rollenhagen
froschmeuseler (1595) p 5
b; ein starcker adler mit unruh thet ihnen (
den schwänen) heftig setzen zu, er trib sie lang umb hin und wider Spreng
Äneis (1610) 11
b; wie sie ... uns ... derogestalt umtrieben und abmatteten, dasz wir nicht länger in Getulien stehen konten Lohenstein
Arminius (1689) 1, 474
b;
auf dem wasser hin und her treiben: bi den winden und bi der wegunge, diu daz scheffelin da uf dem mer umbetraip Grieshaber
deutsche predigten des 13.
jhs. 2, 31; so bitt ich, du wöllest in ... lang auff dem mör umbtreiben Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 40
a; (
die trinker) werden gleich wie die schiffbrüchige und zerquetschte schiff von wellen der trunckenheit umgetrieben Ambach
vom zusauffen (1544) e 4
b; (
das schiff wurde) lange zeit von windt und wellen umbgetrieben
theatrum amoris (1626) 183;
als umher-, hin und her bewegen: daz ror im ried, das ein jeder wind umtreibet Fischart
binenkorb (1588) 191
a; Simplicius läszt sich wie ein rohr im weyer umtreiben Grimmelshausen
Simplicissimus 5
Kögel; hin und her schütteln: nam in die hendt zwen Schreckenberger (
sächs. münzen), tribs in der handt umb, das ers sach: der mönch im da ein ablasz sprach, absolviert in von aller sünd B. Waldis
Esopus 2, 96
Kurz; ungewöhnlich: nun ist in Castilien ... der brauch, dasz das wasser uff eseln in den gassen umbgetrieben wird Bastel v.
d. Sohle
don Kichote (1648) 9. A@22)
uneigentliche verwendungen. dem sinnlichen gebrauch noch nahe stehend: und mich fraw armut alle frist umbtreybet auff der gantzen erd, macht mich bey yederman unwerdt H. Sachs 3, 213
K.; wie in die bösen geister sehr han umbgetrieben hin und her, da er sein newen gottesdienst ... in Welschland hat gefüret ein Fischart 1, 134
Kurz; redensartlich: du hast ein bulschafft oder sieben, habn dich am narrenseil umbtrieben H. Sachs 14, 31
G. fernerstehend und mit selbständigerer bedeutung: A@2@aa)
als '
in bewegung, unruhe bringen': so wir uns bewegen, werden sie (
die geister in uns) auch beweget und umbgetriben Ryff
regiment der gesundtheit (1544) 28
a; ein ungedultiger ... treibt andere umb, dasz sie nicht ruhig leben können Lehman
floril. polit. (1662) 1, 265;
so gern von seelischer beunruhigung: wen die liebe umbtreibt, des schlaff und speysz sich ringert Hartlieb
Ovid (1482) 98
a; lasset euch nicht mit mancherley und frembden leren umbtreiben, denn es ist köstlich ding, das das hertz feste werde
Hebr. 13, 9; ain ganze legion von betrubnussen und kränkungen des gemüts ..., die selten oder gar nimmer das gemüt in rechter ruhe lasen, sonder on aufhör umbtreiben, verwickeln Fischart
w. 3, 96
Hauffen; viel disputiren hat man getrieben umb ... die menschen also mit meinungen umbzutreiben J. Böhme
schr. (1620) 4, 71; (
er soll) mit gewaltigen gedancken umbgetrieben worden sein W. v. Kalchus
Sallust (1629) 271; wenn die ungestüme begierden, die ihn (
den menschen) umtreiben, ihm zulieszen, bey sich selbst stillzustehn
discourse der mahlern (1721) 2, 10; in welchem erschöpfenden wechsel gehegter und immer wieder vereitelter hoffnungen sie umgetrieben wurden Schubart
in D. Fr. Strausz
w. 8, 239; von dort jagten ihn nur noch wildere schrecken wieder
auf und trieben ihn in verzweiflung um Fouqué
altsächs. bildersaal (1818) 4, 232; nur diejenigen pflegen eine revolution zu wünschen, die von einer steten unruhe umgetrieben werden Fichte
s. w. (1845) 5, 291; (
sie wurden) in entzücktem herzklopfen, brennender neugier und ernster selbstbetrachtung umgetrieben Immermann 2, 14
Boxb.; dasz mich der zweifel, in welchem laden ich einen kamm oder bürste kaufen ... soll, wochenlang umtreiben ... kann Vischer
auch einer 2, 328;
wie '
beschäftigen': da mich ... der gedanke umtreibt, seine sprache eigens zu erforschen Uhland
an W. Grimm, briefw. 3, 149;
unpersönlich: ich kann nicht bleiben, rastlos treibts mich um Grillparzer
s. w. (1892) 6, 12
Sauer; es trieb ihn um, als hätt er wen erschlagen W. Raabe
hungerpastor (1864) 3, 131; eine sache treibt mich um
läszt mir keine ruh Fischer
schwäb. 6, 110. A@2@bb)
stärker als im voraufgehenden im sinne von '
belästigen, plagen, quälen'
; tribulare umbtryben Diefenbach 595
a;
vexare umtriben 616
c;
cruciare pressen, unseligen, umbtreiben Schöpper
synonyma (1550) b 7
a;
agere plagen, umbtreyben, unruowig machen, peynigen Frisius (1556) 65
a: Egipten mac nicht bliben, umme wirt er ez triben swerlich mit sinen luten
Daniel 7236
Hübner; do daz israhelische volc mit manicvaldigeme ungemache wart getribuleret und umbegetriben
heil. regel für ein vollkommnes leben 55
Priebsch; daz man sech, daz er (
der herr v. Falkenstein) glimpff faren wölt und daz er muotwilklich nieman gern umbtriben wölt (1399)
Aargauer urkunden 2, 11
Merz; du thust unrecht, das du mich ... mit disen worten wilt versuchen, bekümern und umbtreiben A. v. Eyb
deutsche schr. 1, 61; üwer vicari ... sind tyrannen, ... triben die armen verlasznen umb Judas Nazarei
vom alten und neuen gott 44
ndr.; ein weib lang iren man umbtrieb, wie er het frembde weiber lieb (
gehabt) H. Sachs 22, 468
G.; (
der papst hat die bischöfe) mit hochmütigen ... unbillicheiten und scharpffen schmähungen ... umbtriben Tschudi
chron. helvet. (1734) 1, 25; der freihait will haben, der sol sich züchtig halten und niemanden umbtreiben und sich halten wie aine wolgezogene jungfrau (1597)
niederösterr. weist. 1, 337; als er aber von schreibern und räthen des königs lange umbgetrieben, hat er dem könige einen fuszfall gethan Schupp
schr. (1663) 404. A@2@cc)
jem. zum besten haben, verspotten, dazu vgl. oben am narrenseil umtreiben
unter 2: die sach, darumb du mich hast dynen schalkhaften knecht lassen umbtryben und verspotten Steinhöwel
Äsop 53
lit. ver.; zwar ich muos den wycht umbtriben (
ludere)
Terenz deutsch (1499) 44
b; heiszt das nicht die welt umbtreiben und am narrenseil füren? Achatius
chronica (1557) 156
a; lasset euch nicht mit den schwencken umbtreiben und narren, wie man biszher in Babel hat gethan J. Böhme
schriften (1620) 5, 153; der weise Plato ward vom schüler schon verlacht, der güldne Cicero vom Crispus umbgetrieben Lohenstein
Arminius (1689) 2, a 2
b; wasz gestu mir umbspeibem? du wolst mich gern umtreibem und treibst aus mir den spot
Sterzinger spiele 17, 202. A@2@dd)
in juristischer beziehung, '
jem. vor gericht ziehen, gerichtlich verfolgen, verklagen'
o. ä.: si des selben closters lt uf das geriht geladdot und umbtribent (1368)
bei Fischer
schwäb. 6, 110; keinen von den unszern nit ze laden noch umbzetriben, dann daz er reht nemen sol von den unszern an unszerm gericht (1400)
urkunden der stadt Heilbronn 2, 11; (
der gläubiger) mag ... den oder die, so also ussklegt sind, wol umbtriben und bekümbern mit andren gerichten gaistlichen oder weltlichen so lang, untz das er ussgericht und bezalt ist worden (15.
jh.)
württemberg. geschichtsquellen 21, 237; wie sy (
die Juden) die christen an rechten umbtreiben für gegeben schuld S. Franck
weltbuch (1534) 155
b; ob sie darümb in der gte nach billigkeit one weitleufftig recht und umbtreibend möchten vertragen und gesönet werden Machholth
formular (1560) 102
a; dasz diejenige, so ihrer sachen nicht befgt, sich gemeinlich zum rechten berffen, vermeinen darmit den gegentheil umbzutreiben und endtlich zu einem unbilligen vertrag zu bringen Vigelius
richterbüchlein (1579) a 4
a; zu appellieren und ihren gegentheil umbzutreiben
reformation der statt Frankfurt a. M. (1628) 1, 42;
in jüngerer zeit nur in antikisierendem gebrauch: von denen (
den verdorbenen leuten) manche stadt ohne alles verschulden am gericht umgetrieben werde Ranke
s. w. 1, 134.
für sich steht etwas umtreiben
im sinne von '
einklagen, anspruch erheben auf': daz wir ... enkain reht zuo demselben hof haben noch haben sölin und daz wir dasselbe sin guot mit unreht umbetriben und angesprochen haben (1351)
urkundenbuch des klosters Heiligkreuztal 1, 306. A@33)
in die entgegengesetzte richtung treiben, zurückschleudern: (
st. Michael hat) einen pfeil, welcher von einem pflitzschbogen ... nach einem ochsen geschossen ward, ... wieder umbgetrieben inn den, der den pfeil abgeschossen hatte Luther 34, 2, 227
W.; in eine andre richtung bewegen: ob gleichwol sehr grosse und hefftige wind ob den höhinen der bergen schweben, so kündten si doch dise thunstige kugel weder zerstreuen noch umbtreiben X. Betuleius
Cotesii von dem newen Hispanien (1550) 11
a;
von hier wohl übertragen: dat Reinke is in des pawes ban ... doch konde men dat so ummedriven, dat ik mochte ane schaden bliven bi deme bischoppe, heren Anegrunt ..., so wolde ik de benediginge spreken over Reinken
Reinke de vos 2727
Lübben; ok musten se vyende werden der van Sost. doch jo wart dat ummeghedreven van der menheit, dat de rad muste de breve, dar se mede entseden, laten wedder halen
lübeck. chron. 2, 109
Grautoff. A@44)
um einen mittelpunkt, eine achse herumtreiben. A@4@aa)
in drehende bewegung bringen, herumdrehen; girare schibelicht umbtreiben
vel -lauffen
vel -keren
vel triben Diefenbach 263
b;
rotare radweysz weltzen, rolen, trüllen, umbtreyben wie ein rad Frisius (1556) 1166
b:
quis spiritus volvat stabilem orbem ...? uuer den unerdrozenen himel umbetrîbe? Notker
schr. 1, 1, 14
Piper; dat wasser, die Eitz, dat gar vil moelen umbdriift, die holtz segen Arnold v. Harff
pilgerfahrt 9
E. v. Groote; ein töpffer, der mus ... die scheiben mit seinen füszen umbtreiben
Jesus Sirach 38, 32; ein pulvermühl, ein mahlmühl oder 2, die mit den henden umbgetrieben Fronsperger
kriegsbuch (1573) 2, C c 4
b; ein grausamer schatten ... mit groszen glantzeten augen, die er wie ein zorniger stier im kopff umbgetrieben Fabricius
auszzug bewerter historien (1599) 684; triben die junge knaben umb fünff bratspisz bey des fewersglut Spreng
Ilias (1610) 10
a; mit dem gepell, dasz die pferdt umbtreiben Bech
Agricolas bergwerckbuch (1621) 85; ein zeiger, von der bewegung dess uhrwercks umbgetrieben Harsdörfer
frauenzimmergesprächsp. (1641) 2, 21; er hat dieses seil über ... eine scheibe gelegt, die er durch kammräder umtreiben wollen
allgem. deutsche bibl. 2, 2, 168; wird dieses (
wagenrad) viel umgetrieben, so musz es auch viel und gut gesalbet werden Gotthelf
ges. schr. (1855) 3, 116; das rad des wissens und das rad des willens ... werden von verschiedenen elementen umgetrieben Claudius
Asmus (1775) 6, 45. '
auf die andere seite drehen': da der Jüd hat wöllen in sein gemach gehen ..., hat im der teuffel den halsz umbgetrieben und an der statt erwürget C. Goltwurm
wunderzeichen (1567) 139
a; (
wenn die hitze auf der einen seite zu grosz ist) treibe umb die scherben mit einem eysernen häcklin ..., dasz das andere theil gleich vom fewr warm werde Bech
Agricolas bergwerckbuch (1621) 196.
gern vom glücksrad: biuwent iuwer veste wider und iuwer küniclichen stat! waz ob ir noch gelückes rat beginnent umbetrîben Konrad v. Würzburg
Trojanerkrieg 13332; das redlin treibt gott immer umb, wenn sie meinen, sie stehen am gewissesten, so fallen sie in sünde und schande Brenz
Job (1538) 1
b.
allgemeiner: wie die krafft der gängen die wünschelruten bewegt und umbtreibet Bech
Agricolas bergwerckbuch (1621) 29;
auf die zeit übertragen: (
da lag) nur ewge träge gegenwart, kein schwung trieb rascher um die jammervolle zeit Tieck
schr. (1828) 5, 370; den (
musikmeister) ich noch angenommen habe, um die zeit schneller umzutreiben Bettine
an Arnim 87; umtreibend
wie '
schnell vergehend': wie schnell doch in diesen umtreibenden zeiten alles auseinanderstäubt A. v. Droste-Hülshoff
briefe an Schücking (1893) 341. A@4@bb)
von ähnlichen bewegungen, so als herumrollen, -wälzen: Sysiphus ... welzet oder tribet einen fels in der höll umb
Terenz deutsch (1499) 83
b; (
bei der theateraufführung) macht man den donner mit faszen, so vol stein umgedriben waren
F. Platter
tagebuch 144
Boos. als umrühren: nim ungewässerten meyenbutten ..., wasch ihn wol mit ... Malvasier, ... treib es in einem irrdin vergläszten geschirr umb mit einem saubern finger, bisz der Malvasier trüb ... wird Gäbelkover
artzneybuch (1595) 1, 97; die milch im butterfasz umtreiben Fischer
schwäb. 6, 110. (
amalgamieren heiszt nach dem verfasser) sand, erde oder erze, in denen man gold oder silber vermutet, über dem feuer beständig mit quecksilber umtreiben, welches ... die gold- und silberteile gleichsam einwickelt und sich mit ihnen zum teig macht
allgem. deutsche bibl. 109, 301.
auf der mühle mahlen, metaphorisch: ich sol richten mein mule, ein ander untugent umbtreiben Heinrich v. Burgeis
der seele rat 279
Rosenfeld. A@4@cc)
einige übertragene verwendungen (
in bewegung bringen oder halten, betreiben)
nehmen von hier ihren ausgang: de (
ritter) waget syn lyff in droge unde nath, de ander (
der schreiber) syne seele in dem blackhorn (
tinten- wo de ruter dat ok ummedrift,
fasz) had, unde wo de schriver den item schrift (
rechnung ausstellt), de kopman unde de arme bur ... de möten dat int leste betalen Hans v. Ghetelen
narrenschyp 158
Brandes; es ist kein handwerck so gering, es nehret seinen herrn, wenn ers umbtreibet Petri
der Teutschen weiszheit (1604) 2, B b 1
b; um das ganze werk (
die schulreform) desto schneller umzutreiben Tieck
schr. (1828) 9, 77; in der wirtschaft ist oft eine, die es versteht und die sache flink umtreibt Hauff
s. w. (1890) 4, 82; (
er sah den müller) beschäftigt, allerlei holz zusammenzusägen ... (
und rief:) 'guten morgen! ... treibsts gut um?' — 'so so, la la'. war die verdrossene antwort H. Kurz
ges. w. (1874) 5, 60
Heyse. A@55)
im kaufmännischen, eine ware o. ä. umsetzen: (
bei nichteinhaltung der bedingungen haben die käufer das recht) pfand zuo verkouffen und zuo verbieten und umbzuotribent in stetten, in märkten ... und allenthalben, wie und wo sy wöllent (
kaufbrief von 1467)
württemberg. geschichtsquellen 14, 325; die mutter gab sich alle mühe, das wenige, das sie noch hatte, zum vortheil umzutreiben A. Schebest
aus dem leben einer künstlerin 17. A@66) umtreiben '
umpflügen': die viel besser thun, die der schrifft nach die erden erbeytten, und ihr narung drausz suchen ... es ist noch viel lanndt, das nit umbtrieben und geehret ist Luther 6, 467
W.; die zumeist mit lohhecken bestandenen hanberge wurden etwa alle 15 bis 17 jahre umgetrieben und dazwischen in der regel einmal zum roggenbau benutzt A. E. v. Ernsthausen
erinnerungen (1894) 106. A@77)
alleinstehend: wiewol die reuhe und unfreundtligkeit dess bergs den wäg vil weyter umbtreybt (
als Tschudi angab) Stumpf
Schweizerchronik (1606) 600
b. BB.
reflexiv. B@11) sich umtreiben
sich herumtreiben, -tummeln: ein kaufherr muss sich immer zur see und zu lande umtreiben Tieck
schr. (1828) 1, 127; man träumt sich um jahre zurück, man sieht sie als kleines mädchen in diesen kammern ... sich umtreiben Hauff
s. w. (1890) 1, 190; menschen aller art zu beobachten, sich unter ihnen umzutreiben D. Fr. Strausz
ges. w. (1876) 7, 40; die seeleute ..., welche sich da umtrieben und mit dem befrachten ihrer schiffe beschäftigt waren G. Keller
ges. w. 4, 31; die (
gesellschaft) sich auf dem verdeck umtrieb Fr. Th. Vischer
auch einer (1879) 1, 1; treiben da unten auch nun hühner und gänse sich um W. Waiblinger
gedichte aus Italien (1894) 80;
tätig sein: wer wasser schöpft ohn unterlasz und schöpft ins Danaidenfasz, treibt sich wohl fruchtlos um Grillparzer
s. w. (1892) 1, 208
Sauer. sich
mit jem. umtreiben
mit abschätzigem sinn, '
sich mit jem. einlassen, abgeben': Elisabeth ist ein elendes weibsstück geworden, treibt sich mit den soldaten um Hermes
manch Hermäon 1, 75; es ist auch ganz unschicksam, wenn er sich mit so ein' halbwüchsigen menscherl umtreibt Anzengruber
ges. w. (1890) 1, 7.
vom ausbreiten eines gerüchts u. ä.: es treibt sich keine rede im volk um, es liegt ein körnlein wahrheit darin Musäus
volksmärchen 4, 87
Wieland; wer weisz, was sich für thörichte vergleiche auf meine rechnung zu haus umtreiben
ders. physiogn. reisen (1778) 4, 127;
unsinnlicher, besonders '
sich (
geistig)
in etwas bewegen, sich damit abgeben, beschäftigen': wie sich sin herze ummetreib an gedanken vil unlaz, do er wolde suchen daz, daz er solde minnen
passional 420, 54
Köpke; ich hab dein raht nachtrachtet sider ..., hab mit gedancken mich umbtrieben, wen sol ich liebn? das west ich gern H. Sachs 14, 135
G.; wenn wir uns mühseelig im kleinen umtreiben, alle mühe uns geben, ihm so viel als möglich zu borgen und aufzufliken Göthe IV 4, 71
W.; ein ziel, eines gebildeten menschen höchst unwürdig, dasz er sich in lauter widersprüchen umtreibe Solger
nachgel. schr. (1826) 1, 418; die gegenstände ..., in denen sich die namhafteren unserer germanischen sänger vorzugsweise umtreiben Gervinus
gesch. der deutschen dichtung4 2, 15; kinder gottes waren die Epheser, die vorher den blinden götzen gedient und in mancherlei lüsten sich umgetrieben hatten Hofacker
predigten16 890; dasz ich vor fülle des stoffes gar nicht (
zu schreiben) anfangen kann und mich blätterweise in unbedeutenheiten umtreibe Stifter
s. w. 1, 101
S.; er wisse jetzt, warum er sich in irrsal und wankelmut umgetrieben, indem er das beste ... nicht habe finden können G. Keller
ges. w. 2, 223. B@22) sich umtreiben
sich herumdrehen: wann es (
das glück) ist wandelbar und flück, thut sich in eim circkel umbtreiben H. Sachs 13, 322
G.; es treiben sich alle ding wie in einem circkel umb Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 828. CC.
intransitiv. C@11) umtreiben
sich herumtreiben, -tummeln: (
der totschlag) is mi gantz leit, und mot nu leider ummedriven also ein arm minsche (1410)
bei Schiller-Lübben 5, 5; de wyle gy nach ymm vleysche und ynn der sündigen werldt ummedryven, mothen gy ethen, drincken B. Waldis
verlor. sohn 3
ndr.; wiewol er lieber daheim blieb, denn das er in dem wald umbtrieb Rollenhagen
froschmeuseler (1595) j 5
b; er treibt in seinen dürren wüsten um und gräbt sich brunnen, die kein wasser geben Klopstock
s. w. (1855) 7, 7;
im wasser hin und her getrieben werden: sus in den schiffen blîbin dî brûdir und ummetrîbin vorsûchinde sich ofte gnûc, ob sî mochtin den gevûc treffin, daz sî quêmen ûf (
auf die burg) Nicolaus v. Jeroschin
chronik 24579; nun lieg ich am ufer, sonst im strome des meers, umtreibend in der wechselnden flut
briefe, die neueste litt. betreffend (1765) 21, 15; in einem meer von zweifeln treib ich um Immermann 16, 94
Boxb.; an jem. umtreiben
im fuszkampf: sie kempffen, treiben an einander umb. Morholdt wird ein hand verhawen H. Sachs 12, 147
K. uneigentlich, umtreiben an etwas '
sich damit beschäftigen': i dribe scho lang dra umme, aber i chumme nie derzue Seiler
Basel. 82; '
sich aufführen': umtreiben wie eine legende henne, wie s gespenst Fischer
schwäb. 6, 110. C@22) umtreiben '
sich herumdrehen': der muste mahlen im gefängnüs, das ist, wie ein ross an der rossmühl umbtreiben Dannhawer
catechismusmilch (1657) 5, 781.