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umtreiben

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

umtreiben vb.

Bd. 23, Sp. 1220
umtreiben, vb. AA. mit accusativobject. A@11) hin und her treiben, rundum treiben, bildlich: der hof der stuont geblüemet mit den beiden überal. ouch treip man umbe als einen bal ir lop in dem rîche Konrad v. Würzburg Engelhart 780; deinen sinn pflog ich zu gleichen einem umbgetriebnen ball und der schmeichelwörte schall einem irrwisch in den sträuchen Venusgärtlein 56 ndr.; eigentlich: Princiân was unverzeit, Môrolf er vaste umbetreip, er gap im mit creften einen slag Salman und Morolf 768, 2 Vogt; wann yn der wurmb vast umgetriben, gemuot und seer verwundet het Tristrant 28 Pfaff; er (der Franke) trieb mich (das pferd) in seim karren umb uber berg und thal, die quehr und krümm Rollenhagen froschmeuseler (1595) p 5b; ein starcker adler mit unruh thet ihnen (den schwänen) heftig setzen zu, er trib sie lang umb hin und wider Spreng Äneis (1610) 11b; wie sie ... uns ... derogestalt umtrieben und abmatteten, dasz wir nicht länger in Getulien stehen konten Lohenstein Arminius (1689) 1, 474b; auf dem wasser hin und her treiben: bi den winden und bi der wegunge, diu daz scheffelin da uf dem mer umbetraip Grieshaber deutsche predigten des 13. jhs. 2, 31; so bitt ich, du wöllest in ... lang auff dem mör umbtreiben Schaidenreiszer Odyssea (1537) 40a; (die trinker) werden gleich wie die schiffbrüchige und zerquetschte schiff von wellen der trunckenheit umgetrieben Ambach vom zusauffen (1544) e 4b; (das schiff wurde) lange zeit von windt und wellen umbgetrieben theatrum amoris (1626) 183; als umher-, hin und her bewegen: daz ror im ried, das ein jeder wind umtreibet Fischart binenkorb (1588) 191a; Simplicius läszt sich wie ein rohr im weyer umtreiben Grimmelshausen Simplicissimus 5 Kögel; hin und her schütteln: nam in die hendt zwen Schreckenberger (sächs. münzen), tribs in der handt umb, das ers sach: der mönch im da ein ablasz sprach, absolviert in von aller sünd B. Waldis Esopus 2, 96 Kurz; ungewöhnlich: nun ist in Castilien ... der brauch, dasz das wasser uff eseln in den gassen umbgetrieben wird Bastel v. d. Sohle don Kichote (1648) 9. A@22) uneigentliche verwendungen. dem sinnlichen gebrauch noch nahe stehend: und mich fraw armut alle frist umbtreybet auff der gantzen erd, macht mich bey yederman unwerdt H. Sachs 3, 213 K.; wie in die bösen geister sehr han umbgetrieben hin und her, da er sein newen gottesdienst ... in Welschland hat gefüret ein Fischart 1, 134 Kurz; redensartlich: du hast ein bulschafft oder sieben, habn dich am narrenseil umbtrieben H. Sachs 14, 31 G. fernerstehend und mit selbständigerer bedeutung: A@2@aa) als 'in bewegung, unruhe bringen': so wir uns bewegen, werden sie (die geister in uns) auch beweget und umbgetriben Ryff regiment der gesundtheit (1544) 28a; ein ungedultiger ... treibt andere umb, dasz sie nicht ruhig leben können Lehman floril. polit. (1662) 1, 265; so gern von seelischer beunruhigung: wen die liebe umbtreibt, des schlaff und speysz sich ringert Hartlieb Ovid (1482) 98a; lasset euch nicht mit mancherley und frembden leren umbtreiben, denn es ist köstlich ding, das das hertz feste werde Hebr. 13, 9; ain ganze legion von betrubnussen und kränkungen des gemüts ..., die selten oder gar nimmer das gemüt in rechter ruhe lasen, sonder on aufhör umbtreiben, verwickeln Fischart w. 3, 96 Hauffen; viel disputiren hat man getrieben umb ... die menschen also mit meinungen umbzutreiben J. Böhme schr. (1620) 4, 71; (er soll) mit gewaltigen gedancken umbgetrieben worden sein W. v. Kalchus Sallust (1629) 271; wenn die ungestüme begierden, die ihn (den menschen) umtreiben, ihm zulieszen, bey sich selbst stillzustehn discourse der mahlern (1721) 2, 10; in welchem erschöpfenden wechsel gehegter und immer wieder vereitelter hoffnungen sie umgetrieben wurden Schubart in D. Fr. Strausz w. 8, 239; von dort jagten ihn nur noch wildere schrecken wieder auf und trieben ihn in verzweiflung um Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 4, 232; nur diejenigen pflegen eine revolution zu wünschen, die von einer steten unruhe umgetrieben werden Fichte s. w. (1845) 5, 291; (sie wurden) in entzücktem herzklopfen, brennender neugier und ernster selbstbetrachtung umgetrieben Immermann 2, 14 Boxb.; dasz mich der zweifel, in welchem laden ich einen kamm oder bürste kaufen ... soll, wochenlang umtreiben ... kann Vischer auch einer 2, 328; wie 'beschäftigen': da mich ... der gedanke umtreibt, seine sprache eigens zu erforschen Uhland an W. Grimm, briefw. 3, 149; unpersönlich: ich kann nicht bleiben, rastlos treibts mich um Grillparzer s. w. (1892) 6, 12 Sauer; es trieb ihn um, als hätt er wen erschlagen W. Raabe hungerpastor (1864) 3, 131; eine sache treibt mich um läszt mir keine ruh Fischer schwäb. 6, 110. A@2@bb) stärker als im voraufgehenden im sinne von 'belästigen, plagen, quälen'; tribulare umbtryben Diefenbach 595a; vexare umtriben 616c; cruciare pressen, unseligen, umbtreiben Schöpper synonyma (1550) b 7a; agere plagen, umbtreyben, unruowig machen, peynigen Frisius (1556) 65a: Egipten mac nicht bliben, umme wirt er ez triben swerlich mit sinen luten Daniel 7236 Hübner; do daz israhelische volc mit manicvaldigeme ungemache wart getribuleret und umbegetriben heil. regel für ein vollkommnes leben 55 Priebsch; daz man sech, daz er (der herr v. Falkenstein) glimpff faren wölt und daz er muotwilklich nieman gern umbtriben wölt (1399) Aargauer urkunden 2, 11 Merz; du thust unrecht, das du mich ... mit disen worten wilt versuchen, bekümern und umbtreiben A. v. Eyb deutsche schr. 1, 61; üwer vicari ... sind tyrannen, ... triben die armen verlasznen umb Judas Nazarei vom alten und neuen gott 44 ndr.; ein weib lang iren man umbtrieb, wie er het frembde weiber lieb (gehabt) H. Sachs 22, 468 G.; (der papst hat die bischöfe) mit hochmütigen ... unbillicheiten und scharpffen schmähungen ... umbtriben Tschudi chron. helvet. (1734) 1, 25; der freihait will haben, der sol sich züchtig halten und niemanden umbtreiben und sich halten wie aine wolgezogene jungfrau (1597) niederösterr. weist. 1, 337; als er aber von schreibern und räthen des königs lange umbgetrieben, hat er dem könige einen fuszfall gethan Schupp schr. (1663) 404. A@2@cc) jem. zum besten haben, verspotten, dazu vgl. oben am narrenseil umtreiben unter 2: die sach, darumb du mich hast dynen schalkhaften knecht lassen umbtryben und verspotten Steinhöwel Äsop 53 lit. ver.; zwar ich muos den wycht umbtriben (ludere) Terenz deutsch (1499) 44b; heiszt das nicht die welt umbtreiben und am narrenseil füren? Achatius chronica (1557) 156a; lasset euch nicht mit den schwencken umbtreiben und narren, wie man biszher in Babel hat gethan J. Böhme schriften (1620) 5, 153; der weise Plato ward vom schüler schon verlacht, der güldne Cicero vom Crispus umbgetrieben Lohenstein Arminius (1689) 2, a 2b; wasz gestu mir umbspeibem? du wolst mich gern umtreibem und treibst aus mir den spot Sterzinger spiele 17, 202. A@2@dd) in juristischer beziehung, 'jem. vor gericht ziehen, gerichtlich verfolgen, verklagen' o. ä.: si des selben closters lt uf das geriht geladdot und umbtribent (1368) bei Fischer schwäb. 6, 110; keinen von den unszern nit ze laden noch umbzetriben, dann daz er reht nemen sol von den unszern an unszerm gericht (1400) urkunden der stadt Heilbronn 2, 11; (der gläubiger) mag ... den oder die, so also ussklegt sind, wol umbtriben und bekümbern mit andren gerichten gaistlichen oder weltlichen so lang, untz das er ussgericht und bezalt ist worden (15. jh.) württemberg. geschichtsquellen 21, 237; wie sy (die Juden) die christen an rechten umbtreiben für gegeben schuld S. Franck weltbuch (1534) 155b; ob sie darümb in der gte nach billigkeit one weitleufftig recht und umbtreibend möchten vertragen und gesönet werden Machholth formular (1560) 102a; dasz diejenige, so ihrer sachen nicht befgt, sich gemeinlich zum rechten berffen, vermeinen darmit den gegentheil umbzutreiben und endtlich zu einem unbilligen vertrag zu bringen Vigelius richterbüchlein (1579) a 4a; zu appellieren und ihren gegentheil umbzutreiben reformation der statt Frankfurt a. M. (1628) 1, 42; in jüngerer zeit nur in antikisierendem gebrauch: von denen (den verdorbenen leuten) manche stadt ohne alles verschulden am gericht umgetrieben werde Ranke s. w. 1, 134. für sich steht etwas umtreiben im sinne von 'einklagen, anspruch erheben auf': daz wir ... enkain reht zuo demselben hof haben noch haben sölin und daz wir dasselbe sin guot mit unreht umbetriben und angesprochen haben (1351) urkundenbuch des klosters Heiligkreuztal 1, 306. A@33) in die entgegengesetzte richtung treiben, zurückschleudern: (st. Michael hat) einen pfeil, welcher von einem pflitzschbogen ... nach einem ochsen geschossen ward, ... wieder umbgetrieben inn den, der den pfeil abgeschossen hatte Luther 34, 2, 227 W.; in eine andre richtung bewegen: ob gleichwol sehr grosse und hefftige wind ob den höhinen der bergen schweben, so kündten si doch dise thunstige kugel weder zerstreuen noch umbtreiben X. Betuleius Cotesii von dem newen Hispanien (1550) 11a; von hier wohl übertragen: dat Reinke is in des pawes ban ... doch konde men dat so ummedriven, dat ik mochte ane schaden bliven bi deme bischoppe, heren Anegrunt ..., so wolde ik de benediginge spreken over Reinken Reinke de vos 2727 Lübben; ok musten se vyende werden der van Sost. doch jo wart dat ummeghedreven van der menheit, dat de rad muste de breve, dar se mede entseden, laten wedder halen lübeck. chron. 2, 109 Grautoff. A@44) um einen mittelpunkt, eine achse herumtreiben. A@4@aa) in drehende bewegung bringen, herumdrehen; girare schibelicht umbtreiben vel -lauffen vel -keren vel triben Diefenbach 263b; rotare radweysz weltzen, rolen, trüllen, umbtreyben wie ein rad Frisius (1556) 1166b: quis spiritus volvat stabilem orbem ...? uuer den unerdrozenen himel umbetrîbe? Notker schr. 1, 1, 14 Piper; dat wasser, die Eitz, dat gar vil moelen umbdriift, die holtz segen Arnold v. Harff pilgerfahrt 9 E. v. Groote; ein töpffer, der mus ... die scheiben mit seinen füszen umbtreiben Jesus Sirach 38, 32; ein pulvermühl, ein mahlmühl oder 2, die mit den henden umbgetrieben Fronsperger kriegsbuch (1573) 2, C c 4b; ein grausamer schatten ... mit groszen glantzeten augen, die er wie ein zorniger stier im kopff umbgetrieben Fabricius auszzug bewerter historien (1599) 684; triben die junge knaben umb fünff bratspisz bey des fewersglut Spreng Ilias (1610) 10a; mit dem gepell, dasz die pferdt umbtreiben Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 85; ein zeiger, von der bewegung dess uhrwercks umbgetrieben Harsdörfer frauenzimmergesprächsp. (1641) 2, 21; er hat dieses seil über ... eine scheibe gelegt, die er durch kammräder umtreiben wollen allgem. deutsche bibl. 2, 2, 168; wird dieses (wagenrad) viel umgetrieben, so musz es auch viel und gut gesalbet werden Gotthelf ges. schr. (1855) 3, 116; das rad des wissens und das rad des willens ... werden von verschiedenen elementen umgetrieben Claudius Asmus (1775) 6, 45. 'auf die andere seite drehen': da der Jüd hat wöllen in sein gemach gehen ..., hat im der teuffel den halsz umbgetrieben und an der statt erwürget C. Goltwurm wunderzeichen (1567) 139a; (wenn die hitze auf der einen seite zu grosz ist) treibe umb die scherben mit einem eysernen häcklin ..., dasz das andere theil gleich vom fewr warm werde Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 196. gern vom glücksrad: biuwent iuwer veste wider und iuwer küniclichen stat! waz ob ir noch gelückes rat beginnent umbetrîben Konrad v. Würzburg Trojanerkrieg 13332; das redlin treibt gott immer umb, wenn sie meinen, sie stehen am gewissesten, so fallen sie in sünde und schande Brenz Job (1538) 1b. allgemeiner: wie die krafft der gängen die wünschelruten bewegt und umbtreibet Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 29; auf die zeit übertragen: (da lag) nur ewge träge gegenwart, kein schwung trieb rascher um die jammervolle zeit Tieck schr. (1828) 5, 370; den (musikmeister) ich noch angenommen habe, um die zeit schneller umzutreiben Bettine an Arnim 87; umtreibend wie 'schnell vergehend': wie schnell doch in diesen umtreibenden zeiten alles auseinanderstäubt A. v. Droste-Hülshoff briefe an Schücking (1893) 341. A@4@bb) von ähnlichen bewegungen, so als herumrollen, -wälzen: Sysiphus ... welzet oder tribet einen fels in der höll umb Terenz deutsch (1499) 83b; (bei der theateraufführung) macht man den donner mit faszen, so vol stein umgedriben waren F. Platter tagebuch 144 Boos. als umrühren: nim ungewässerten meyenbutten ..., wasch ihn wol mit ... Malvasier, ... treib es in einem irrdin vergläszten geschirr umb mit einem saubern finger, bisz der Malvasier trüb ... wird Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 97; die milch im butterfasz umtreiben Fischer schwäb. 6, 110. (amalgamieren heiszt nach dem verfasser) sand, erde oder erze, in denen man gold oder silber vermutet, über dem feuer beständig mit quecksilber umtreiben, welches ... die gold- und silberteile gleichsam einwickelt und sich mit ihnen zum teig macht allgem. deutsche bibl. 109, 301. auf der mühle mahlen, metaphorisch: ich sol richten mein mule, ein ander untugent umbtreiben Heinrich v. Burgeis der seele rat 279 Rosenfeld. A@4@cc) einige übertragene verwendungen (in bewegung bringen oder halten, betreiben) nehmen von hier ihren ausgang: de (ritter) waget syn lyff in droge unde nath, de ander (der schreiber) syne seele in dem blackhorn (tinten- wo de ruter dat ok ummedrift, fasz) had, unde wo de schriver den item schrift (rechnung ausstellt), de kopman unde de arme bur ... de möten dat int leste betalen Hans v. Ghetelen narrenschyp 158 Brandes; es ist kein handwerck so gering, es nehret seinen herrn, wenn ers umbtreibet Petri der Teutschen weiszheit (1604) 2, B b 1b; um das ganze werk (die schulreform) desto schneller umzutreiben Tieck schr. (1828) 9, 77; in der wirtschaft ist oft eine, die es versteht und die sache flink umtreibt Hauff s. w. (1890) 4, 82; (er sah den müller) beschäftigt, allerlei holz zusammenzusägen ... (und rief:) 'guten morgen! ... treibsts gut um?' — 'so so, la la'. war die verdrossene antwort H. Kurz ges. w. (1874) 5, 60 Heyse. A@55) im kaufmännischen, eine ware o. ä. umsetzen: (bei nichteinhaltung der bedingungen haben die käufer das recht) pfand zuo verkouffen und zuo verbieten und umbzuotribent in stetten, in märkten ... und allenthalben, wie und wo sy wöllent (kaufbrief von 1467) württemberg. geschichtsquellen 14, 325; die mutter gab sich alle mühe, das wenige, das sie noch hatte, zum vortheil umzutreiben A. Schebest aus dem leben einer künstlerin 17. A@66) umtreiben 'umpflügen': die viel besser thun, die der schrifft nach die erden erbeytten, und ihr narung drausz suchen ... es ist noch viel lanndt, das nit umbtrieben und geehret ist Luther 6, 467 W.; die zumeist mit lohhecken bestandenen hanberge wurden etwa alle 15 bis 17 jahre umgetrieben und dazwischen in der regel einmal zum roggenbau benutzt A. E. v. Ernsthausen erinnerungen (1894) 106. A@77) alleinstehend: wiewol die reuhe und unfreundtligkeit dess bergs den wäg vil weyter umbtreybt (als Tschudi angab) Stumpf Schweizerchronik (1606) 600b. BB. reflexiv. B@11) sich umtreiben sich herumtreiben, -tummeln: ein kaufherr muss sich immer zur see und zu lande umtreiben Tieck schr. (1828) 1, 127; man träumt sich um jahre zurück, man sieht sie als kleines mädchen in diesen kammern ... sich umtreiben Hauff s. w. (1890) 1, 190; menschen aller art zu beobachten, sich unter ihnen umzutreiben D. Fr. Strausz ges. w. (1876) 7, 40; die seeleute ..., welche sich da umtrieben und mit dem befrachten ihrer schiffe beschäftigt waren G. Keller ges. w. 4, 31; die (gesellschaft) sich auf dem verdeck umtrieb Fr. Th. Vischer auch einer (1879) 1, 1; treiben da unten auch nun hühner und gänse sich um W. Waiblinger gedichte aus Italien (1894) 80; tätig sein: wer wasser schöpft ohn unterlasz und schöpft ins Danaidenfasz, treibt sich wohl fruchtlos um Grillparzer s. w. (1892) 1, 208 Sauer. sich mit jem. umtreiben mit abschätzigem sinn, 'sich mit jem. einlassen, abgeben': Elisabeth ist ein elendes weibsstück geworden, treibt sich mit den soldaten um Hermes manch Hermäon 1, 75; es ist auch ganz unschicksam, wenn er sich mit so ein' halbwüchsigen menscherl umtreibt Anzengruber ges. w. (1890) 1, 7. vom ausbreiten eines gerüchts u. ä.: es treibt sich keine rede im volk um, es liegt ein körnlein wahrheit darin Musäus volksmärchen 4, 87 Wieland; wer weisz, was sich für thörichte vergleiche auf meine rechnung zu haus umtreiben ders. physiogn. reisen (1778) 4, 127; unsinnlicher, besonders 'sich (geistig) in etwas bewegen, sich damit abgeben, beschäftigen': wie sich sin herze ummetreib an gedanken vil unlaz, do er wolde suchen daz, daz er solde minnen passional 420, 54 Köpke; ich hab dein raht nachtrachtet sider ..., hab mit gedancken mich umbtrieben, wen sol ich liebn? das west ich gern H. Sachs 14, 135 G.; wenn wir uns mühseelig im kleinen umtreiben, alle mühe uns geben, ihm so viel als möglich zu borgen und aufzufliken Göthe IV 4, 71 W.; ein ziel, eines gebildeten menschen höchst unwürdig, dasz er sich in lauter widersprüchen umtreibe Solger nachgel. schr. (1826) 1, 418; die gegenstände ..., in denen sich die namhafteren unserer germanischen sänger vorzugsweise umtreiben Gervinus gesch. der deutschen dichtung4 2, 15; kinder gottes waren die Epheser, die vorher den blinden götzen gedient und in mancherlei lüsten sich umgetrieben hatten Hofacker predigten16 890; dasz ich vor fülle des stoffes gar nicht (zu schreiben) anfangen kann und mich blätterweise in unbedeutenheiten umtreibe Stifter s. w. 1, 101 S.; er wisse jetzt, warum er sich in irrsal und wankelmut umgetrieben, indem er das beste ... nicht habe finden können G. Keller ges. w. 2, 223. B@22) sich umtreiben sich herumdrehen: wann es (das glück) ist wandelbar und flück, thut sich in eim circkel umbtreiben H. Sachs 13, 322 G.; es treiben sich alle ding wie in einem circkel umb Lehmann floril. polit. (1662) 2, 828. CC. intransitiv. C@11) umtreiben sich herumtreiben, -tummeln: (der totschlag) is mi gantz leit, und mot nu leider ummedriven also ein arm minsche (1410) bei Schiller-Lübben 5, 5; de wyle gy nach ymm vleysche und ynn der sündigen werldt ummedryven, mothen gy ethen, drincken B. Waldis verlor. sohn 3 ndr.; wiewol er lieber daheim blieb, denn das er in dem wald umbtrieb Rollenhagen froschmeuseler (1595) j 5b; er treibt in seinen dürren wüsten um und gräbt sich brunnen, die kein wasser geben Klopstock s. w. (1855) 7, 7; im wasser hin und her getrieben werden: sus in den schiffen blîbin dî brûdir und ummetrîbin vorsûchinde sich ofte gnûc, ob sî mochtin den gevûc treffin, daz sî quêmen ûf (auf die burg) Nicolaus v. Jeroschin chronik 24579; nun lieg ich am ufer, sonst im strome des meers, umtreibend in der wechselnden flut briefe, die neueste litt. betreffend (1765) 21, 15; in einem meer von zweifeln treib ich um Immermann 16, 94 Boxb.; an jem. umtreiben im fuszkampf: sie kempffen, treiben an einander umb. Morholdt wird ein hand verhawen H. Sachs 12, 147 K. uneigentlich, umtreiben an etwas 'sich damit beschäftigen': i dribe scho lang dra umme, aber i chumme nie derzue Seiler Basel. 82; 'sich aufführen': umtreiben wie eine legende henne, wie s gespenst Fischer schwäb. 6, 110. C@22) umtreiben 'sich herumdrehen': der muste mahlen im gefängnüs, das ist, wie ein ross an der rossmühl umbtreiben Dannhawer catechismusmilch (1657) 5, 781.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Úmtreiben

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Úmtreiben , verb. irreg. act. (S. Adelung Treiben ,) um seine Achse treiben. Das Wasser treibt das Rad um. Der Töpfer mu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    umtreiben

    Goethe-Wörterbuch

    umtreiben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    umtreiben

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    umtreiben Band 4, Spalte 4,358-360

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Herumtreiben

Campe

herum·treiben

Herumtreiben , v unregelm. ( s. Treiben ). I) trs . 1) Um einen Ort, um eine Sache, dem ganzen Umfange nach, treiben. 2) Hin und her, nach v…