eintreiben ,
nnl. indrijven,
schw. indrifva,
dän. inddrive. 11)
cogere pecus, heimtreiben, in den stall treiben, gegensatz von austreiben: es ist noch hoch tag und ist noch nicht zeit das vieh einzutreiben.
1 Mos. 29, 7; so kumm, und lasz uns widerumb eintreiben. Ayrer 7
d; treibt fein bei zeiten ein! Gellert 3, 407; und ich, ach Sylvia, und ich treib noch nicht ein. Rost.
theil 1, 1138
wurde ein andrer gleichbedeutiger ausdruck des hirtenlebens erläutert, zu baren treiben
hiesz das vieh heim in den stall zur krippe treiben. 22)
wie dies aber im heutigen unverstandnen zu paaren treiben
die abstracte bedeutung überkam einnöthigen, in die enge treiben, geht auch eintreiben
in denselben sinn von cogere und es wurde dabei nicht mehr an vieh, noch an stall gedacht: und am siebenden tage sagt ers ir (
Simson seinem weibe das rätsel), denn sie treib in ein.
richt. 14, 17; Paulus aber ward ie mehr kreftiger und treib die jüden ein.
apostelg. 9, 22; also lesen wir von Paulo und von Apollo, wie sie die jüden eintrieben. Luther 2, 327
a; gott hat es aber alles darumb gethan, das er die jüden damit zwingen, fassen und eintreiben wolte. 3, 166; man kan den teufel nicht besser eintreiben, denn durch sein eigen wort und bekentnis. 3, 516; wir sind geistlich, der ander hauf ist die welt. sind so aufgeblasene leute worden, das man ehe einen keiser hette eingetrieben, denn einen schebichten münch. 4, 96
b; daher hatten auch die pfaffen und münche könige und fürsten so eingetrieben und überredet. 4, 431
b; sie (
die schwärmer und rottengeister) wollen ein wenig disputieren treiben und die leute mit plaudern und dönen eintreiben, das man dieweil nicht sehen sol noch hören, wie ungegründet ding sie fürgeben. 5, 489
a; wiewol nicht müglich ist, das man dem teufel und seinen rottengeistern das maul also stopfen könne, das sie aufhören und stillschweigen, doch ists gnug, das man sie so eintreibet und ir ding verlegt, das sie es mit keinem schein können erhalten. 5, 513
a; namen auch daraus solche macht und recht, alle andern christen einzutreiben und zu zwingen. 6, 91
a; das die magistrollen zu Löven weder diese noch irgend ein ander sect eintreiben oder umstoszen können. 8, 381
a; der (
pabst) sie (
die fürsten) alle nur mit winken und einem finger erschreckte und eintreib.
tischr. 243
a; so oft er dem könige schach bot, vorsetzte ich ihn mit der königin, trieb ihn ein und gewann ihm all sein baar geld ab.
pers. rosenth. 7, 20; ich trieb ihr blödes herz mit höchstem unrecht ein. Lohenst.
Arm. 2, 1485; wie tapfer Basilius einen Gothen, der ein eifriger verfechter des arianischen irrthumbs gewesen, eingetrieben. Mascou 1, 492; dasz die kaiser immer ein fremdes volk brauchen musten, das andere einzutreiben. 2, 134; ein erlaubtes und kräftiges mittel, die thoren einzutreiben. Liscov 277; ich weisz, dasz sie durch dergleichen reden das volk eintreiben wollen. Heilmanns
Thuc. 811; beweisen sie ihm ja lieber jenes, als dasz sie dieses leugnen sollten, denn sie möchten sonst, vielleicht noch heute, durch den augenschein eingetrieben werden. Lessing 1, 354; ich hätte mich nicht sollen eintreiben lassen. Schiller 194
b.
diese ausdrucksweise ist aber heute unhäufig. 33)
in eignem sinn steht eintreiben
auch für ins bette nöthigen, zu bette bringen, was doch dem abendlichen eintreiben des viehes gleicht: die kinder eintreiben,
schlafen legen; ich hatte mich zwar eingetrieben, doch war mein herze wachend blieben, obgleich der müde cörper schlief. Opitz 3, 18 (
nach hohelied 5, 2). 44) einen pfal, nagel, keil eintreiben,
intrudere, adigere, in den boden, ins holz treiben, zwängen, schlagen: es hält schwer den keil in den harten fels einzutreiben; pflock auf pflock wurde eingetrieben; einen nagel in den baum eintreiben; da ich vorher gar den kamm, als wenn ich ein pferd anputzte, in seine haare eingetrieben hatte. J. P.
teufelsp. 1, 42; gerber treiben die felle ein,
walken, bereiten sie. oft figürlich, ich musz immer solch unterscheid dieser zweier reich einblewen und einkewen, eintreiben und einkeilen. Luther 6, 154
b.
zumal mit dem dat. der person: einem den übermut, stolz eintreiben,
wie austreiben: ob du ein gringen kanst erlegen, soltu dich drum nit bald erwegen an einen gröszern dich zu reiben, sunst wird er dir den geil eintreiben. Waldis 177
a; warumb ist der mann rauch geschaffen, dann das er inen (
den weibern) mehr wärm, lust und kitzel einreibe und eintreibe?
Garg. 66
b.
am häufigsten unbestimmt: es einem eintreiben,
fast wie eintränken
oder auch vertreiben, austreiben: aber dem pfaffen trieb ers wieder ein,
vergalt es ihm. Wickram
rollw. 16; gedacht, ich wil dirs wol eintreiben, solt dich bald nit mehr an mich reiben. Wolgemut
Esop 117; die beiden gelehrten glupten einander an, des festen entschlusses, sichs bei nächster gelegenheit einzutreiben.
Siegfr. v. Lindenb. 1, 220; wart, wart, will dirs nun eintreiben! gezüchtigt musz sie sein nach aller ordnung. Fr. Müller 1, 146.
es ist nicht sicher, aus welchem sinnlichen eintreiben
diese redensart hervorgieng, Gotthelf
braucht sie im sinn von inculcare: so einer sollte man, wenn man sie nicht fortjagen wolle, doch wenigstens eintreiben, dasz sie nach gott schreien lerne.
erzählungen 4, 69; wol, denen treibt man es ein, die müssen es büszen. 4, 72,
ein sächliches eintreiben,
kein persönliches ist darunter zu verstehen. ein solches inculcare gälte auch für folgende stellen: wider etliche jünger der andern aposteln, die da wolten neben dem evangelio auch das gesetz Mosi eintreiben. Luther 1, 505
b; wer solchs übel nicht austreibet, so er kan, der wird geacht für gott, als hab ers zugericht und eingetrieben. 2, 186
b; der imer da hinaus wil, das er ein newe lere eintreibe, die im nicht befohlen ist. 3, 57; solche weise haben die lieben apostel und veter gehalten, diesen artikel beide mit worten und warzeichen einzutreiben. 6, 246
b; damit gar unzeliche abgötterei, so durchs bapsthum in die kirchen eingetrieben, teglich mehr und mehr ausgetrieben werde. 6, 485
b. 55)
an dies inculcare
reiht sich die bedeutung von exigere, einfordern, worin auch wieder ein cogere liegt, lat. cogere pecuniam
wie exigere. geld eintreiben, schulden eintreiben,
gleichsam wie die herde eingetrieben
wird. die dem land auferlegten abgaben werden mit gewalt, aufs härteste eingetrieben; ein minister, der auf der sonne laternensteuer eingetrieben hätte. J. P.
Tit. 2, 40; der schulz muste die huldigung des benachbarten umkreises eintreiben. 2, 97; wer gelder eingetrieben durchbebt die nacht vor dieben. Platen 81; ich erkenn euch, ernste mächte, strenge treibt ihr eure rechte, furchtbar, unerbittlich ein. Schiller 61
a. 66)
intr. der kahn treibt in die bucht, das schif in den hafen ein, eintreiben
wie einfahren.
auch der transitive ausdruck, stürme, winde trieben das schif in den hafen ein,
liesze sich nach 1
verstehn, da sich das alterthum schiffe als rosse dachte.