treiberei,
f.,
verbalsubstantivum zu treiben,
gelegentlich in verschiedener bedeutung: eine wechselseitige und ruhelose treiberei (
preistreiberei)
handwb. d. staatswiss.2 2, 54;
für '
agitation': die zeit, in welcher sich die regierungen für verpflichtet ansehen, von der treiberei in der Schweiz abzumahnen (
protokoll d. dt. bundestages 25. 6. 35)
verhandl. der bundesversammlung (1848) 40;
bergmännisch '
die förderung' (
s. treiben II B 2 c, treiben,
n. 2): (
es sind)
bei vielen gruben ... theils steiger ... theils bergleute zur aufsicht bei der treiberei angestellt
arch. f. mineralogie 5 (1833) 288;
mehrfach nach treiben '
vielerlei tun' (
s. d. IV A 1)
gebildet: unzählige treibereien waren die zeit her im hüttchen (
als entschuldigung, dasz er lange nicht geschrieben) Gleim
in br. von u. an Herder 1, 236; ich kann einmal nicht begreifen, wie etwas rechtes geschehen könne ohne opfer, und dasz vielmehr alle eitle treiberei zum gegentheil dessen führen musz, was wünschenswert scheint (1808) Zelter
an Göthe briefw. 1, 315;
mit dem nebensinn des hastigen: indessen verscheucht die treiberei, in der ich lebe, selbst das gefühl der körperlichen übel des alters, und so jage ich dem ziele des lebens entgegen (1809) C. G. Heyne
in Fr. Jacobs
verm. schr. 7, 317.
schon früh belegt, aber nicht allgemein geworden, ist treiberei '
klatscherei',
aus dem nd. (
vgl. bei 2treibe 2); driverije
und driev-snak
klätscherei brem.-nieders. wb. 1 (1767) 251: ihre meiste zeit verderben sie (
dienstmägde) in eitelem plaudern und unnützen gewäsche ... es kann auch nicht anders seyn, es müssen unter so vielen treibereyen und schändereyen viele lügen mit unterlauffen Philemon Menagius 7
teufel (1693) 203; klatscherei und treiberei sind ... die springfedern der gröszten begebenheiten (
in kleinen städten) Zimmermann
einsamkeit (1784) 2, 244
u. ö. in ders. verbindung; man musz niemals weder zunge noch ohren zu treibereien haben
bunzlauische monathschrift 5 (1778) 168.
geläufig ist allein treiberei
im sinne von pflanzen treiben (
s. d. II C 3);
seit dem 18.
jh.: bei dem vorigen besitzer war hier eine starke treiberei Hirschfeld
gartenkunst (1779) 5, 292; während der treiberei ist stets auf die notwendige temperatur zu achten Hampel-Kunert
frucht u. gemüsetreiberei3 3.
meist für die anlage: gärtnerei und gartenbesorgung wurden ... gefördert, einige treiberei für die küche war nicht vergessen Göthe II 4, 229; die treibereien (
bei Harlem) ohne feuer (da das brennmaterial hier rar ist) mit lauter mist sind compendios Zelter
an Göthe, briefw. 3, 355; ich sage nichts von der reichen treiberei und gemüsegärten mit ihren endlosen mauern und reihen von glashäusern Pückler-Muskau
briefe eines verst. 3, 211; die treibereien hinter dem hause lieferten die herrlichsten blumen und gemüse A. v.
d. Elbe
eine alte schuld (1890) 2, 164.