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trieb

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Trieb Der

Bd. 4, Sp. 881b
Der Trieb, — es, Mz. — e. 1) Von dem Zustandworte treiben. (1) Der Zustand, da man treibet, d. h. getrieben wird; ohne Mehrzahl. I den Trieb kommen, in Bewegung, in den Gang kommen. Auch sagt man von den Kanonenkugeln, daß sie in langen Kanonen oder Läufen einen Theil ihres Triebes verlieren, ehe sie zur Mündung kommen. Bei Mahler ist auch der uneigentliche Gebrauch angeführt: »ich bin auf dem Triff, (Trieb, Trift) dir Gutes zu thun,« für, im Triebe, auf dem Wege, in Begriff. (2) Dasjenige, was treibet, die jungen Schößlinge eines Baumes, einer Pflanze. 2) Von dem überleitenden Aussageworte treiben. (1) Die Handlung, da man treibet; ohne Mehrzahl und nur in einigen Fällen. Der Trieb des Viehes, das Treiben des Viehes auf die Weide. Zuweilen ist bei den Jägern der Trieb das Treiben oder Treibjagen. Den Trieb blasen, mit dem Hiefhorne das Zeichen zur Fortsetzung des Treibens geben. Uneigentlich sagt man von einem Schießgewehre, es habe einen guten Trieb, wenn es die Kugel weit treibt, wenn es gut schießt. I engerer Bedeutung, das Recht zu treiben, das Recht, sein Vieh sowol durch einen Ort auf die Weide zu treiben, der Durchtrieb, als auch, es auf eines Andern Grund und Boden zur Weide zu treiben, der Viehtrieb, das Triebrecht, die Trift, die Hut, die Weide. Zuweilen bezeichnet Trieb auch den Ort, durch welchen das Vieh auf die Weide getrieben wird, die Trift, als auch den Ort, auf welchen es zur Weide getrieben wird, die Trift, Weide, Hut, im O. D. die Trat; mit der Mehrzahl. (2) Dasjenige, was ein anderes Ding treibet oder in Bewegung, Thätigkeit setzt; im N. D. Drift. So nennt man das Treibrad oder Triebrad, welches ein anderes treibt, zuweilen auch nur den Trieb. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung, etwas im thierischen Körper, welches zu gewissen Veränderungen treibt oder bestimmt, was also angeboren ist, und darum bestimmter Naturtrieb (Instinct) heißt, und welches sich als Fertigkeit zu gewissen Veränderungen sowol der erkennenden als der begehrenden Kräfte äußert. Dadurch, daß die Triebe angeboren sind, unterscheiden sie sich von den Neigungen und dem Hange, von den Neigungen noch besonders dadurch, daß sie ein stärkeres Begehren ausdrucken, und von dem Hange dadurch, daß dieser eine besondere Fertigkeit des untern Begehrungsvermögens ist, und von dem Drange dadurch, daß bei diesem unmittelbare Berührung und Einwirkung Statt findet, bei den Trieben aber nicht. Einen un= [] widerstehlichen Trieb zu etwas empfinden. Der Trieb der Selbsterhaltung zeigt sich schon beim Kinde. Den falschen Eigennutz unordentlicher Triebe Verbannt aus seiner Brust die treue Menschenliebe. Hagedorn. Die natürlichen Triebe nennt man auch blinde Triebe, weil dabei keine Überlegung und keine Willkühr Statt findet, und unterscheidet sie von denjenigen Trieben oder demjenigen bestimmenden Etwas, dessen wir uns bewußt sind und welches uns mit unserm Wissen und Willen zu etwas treibt; wofür man aber doch gewöhnlicher Antrieb sagt. Etwas aus eigenem Triebe thun. I engerer Bedeutung versteht man unter zärtlichen Trieben und auch unter Trieben schlechthin die Liebe. Entdecke Sylvien die Regung deiner Triebe, Gellert. (3) Dasjenige was getrieben wird. Ein Trieb Ochsen, Schafe  eine Menge Ochsen, Schafe , welche man mit einander treibet.
3285 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trieb

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Trieb , des -es, plur. die -e, das Abstractum des Zeitwortes treiben, welches in verschiedenen Bedeutungen desselben…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trieb

    Goethe-Wörterbuch

    Trieb [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trieb

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Trieb , soviel wie junger Sproß. Im psychologischen Sinne die Tendenz gewisser Gefühlszustände, sich unmittelbar in zwec…

  4. modern
    Dialekt
    Trieb

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Trieb Band 4, Spalte 4,467-470

  5. Sprichwörter
    Trieb

    Wander (Sprichwörter)

    Trieb 1. Nicht aus sinnlichem Triebe, nein, aus christlicher Liebe, sagte der Pfaff, als er bei der Dirn' schlief. – Jun…

  6. Spezial
    Trieb

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trieb m. (-[e]s,-e) 1 (innerer Antrieb) istint (-nc) m. 2 (Hang, Neigung) inclinaziun (-s) f. , tendënza (-zes) f. 3 (An…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trieb

506 Bildungen · 136 Erstglied · 359 Zweitglied · 11 Ableitungen

trieb‑ als Erstglied (30 von 136)

Triebferkel

SHW

Trieb-ferkel Band 1, Spalte 1727-1728

Triebrad

SHW

Trieb-rad Band 1, Spalte 1727-1728

Triebsau

SHW

Trieb-sau Band 1, Spalte 1727-1728

Triebstange

SHW

Trieb-stange Band 1, Spalte 1727-1728

Triebwagen

SHW

Trieb-wagen Band 1, Spalte 1727-1728

triebachse

DWB

trieb·achse

triebachse , wie treibachse sp. 74: die cylinder standen vertical über der triebachse ( der locomotive von Hackworth ) Karmarsch-Heeren 3, 7…

triebarbeit

DWB

trieb·arbeit

triebarbeit , f. , getriebene arbeit ( inv. Campana 1686) Unger-Khull steir. 172 , vgl. treibarbeit 1, sp. 1. —

triebarm

DWB

trieb·arm

-arm : der waldgärtner ( ein käfer ), der die bäume ... ausputzt, bis ... die ... triebarme kronengestalt annehmen Rossmässler der wald 279 …

triebartig

DWB

trieb·artig

triebartig , adj. : ( es ) herrscht bei dem naturvolke das triebartige und instinctive leben vor Wundt völkerpsych. (1900) 1, 1, 12 ; der tr…

triebauge

DWB

trieb·auge

-auge , s. a. treibauge, sp. 73: ( ein ) stengel, welcher ... am grunde nur mit den schuppen des triebauges bekleidet ist Schlechtendal flor…

triebbalken

DWB

trieb·balken

triebbalken : die sogenannten triebbalken ..., holländisch dryfbalk en paal, oder auch negelbalk ( zwischen zwei pfählen befestigter schwimm…

triebbar

DRW

trieb·bar

triebbar, treibbar, adj. von Vieh: zu weidend das ein ichlicher ..., der do figh hat, das triber ist und ausz geet, dem gemeinhirten do von …

triebbau

DWB

trieb·bau

triebbau , m. , abtreibezimmerung Veith bergwb. 501 , vgl. bei treiben II A 7 b. —

triebbefriedigung

DWB

trieb·befriedigung

triebbefriedigung : man könnte freilich einwerfen, es handle sich doch in jedem falle nur um die subjektive triebbefriedigung G. Simmel phil…

triebbere

DWB

trieb·bere

triebbere , m. , steir. triebbern quer über flieszendes wasser gestelltes fischnetz, in das die fische gejagt werden; mit ihm zu fischen wir…

triebbereitschaft

DWB

trieb·bereitschaft

-bereitschaft : in der triebbereitschaft der scheiden mag der grund der ... zweiglosigkeit der internodien ... liegen Ratzeburg waldverderbn…

triebbewegung

DWB

trieb·bewegung

-bewegung : alle durch muskelactionen bewirkten bewegungen ... ( können ) in die drei classen der automatischen, der trieb- und der willkürb…

triebeisen

DWB

trieb·eisen

triebeisen , n. , zu trieb C 5 (?): czu Pirswytten in der mole: 7 billen, 1 tripeysen (1437) Marienb. ämterb. 18, 24 Z. —

triebel

DWB

tri·e·bel

triebel , m. , ahd. tripel berufsbezeichnung ' sculta agitator ', mhd. tribel wie der gröszte teil der späteren il- bildungen nomen instrume…

triebelgericht

DWB

triebel·gericht

triebelgericht , n. , gericht in imkersachen ( besonders rechte an wildem honig ): iudicium mellicidorum, das triebelgericht, quale adhuc ho…

triebeln

DWB

trieb·eln

triebeln , vb. , deminutivum oder frequentativum zu treiben. 1) geselleschaft die liebet mir ... ( aber ) in der schanden banne wirt dar in …

triebelweg

DWB

triebel·weg

triebelweg , m. , dasselbe wie triebweg; viehweg: am tribelweg (1420) mitt. d. vereins f. gesch. in Hohenzollern 7, 32; nd.: drivelwege dorc…

trieben

FWB

tri·eben

1. s. treiben (V.) 1.; 2. s. treiben (V.) 8.; 3. s. treiben (V.) 10.; 4. s. treiben (V.) 12.

trieb als Zweitglied (30 von 359)

Antrieb

RDWB1

Antrieb m aus eigenem Antrieb fest. - по собственному почину идиом. , по своей инициативе

Ausbildungsbetrieb

RDWB1

Ausbildungsbetrieb m фирма, предприятие, обучающее учеников соответствующей специальности

Betrieb

RDWB1

Betrieb m in Betrieb sein fest. - работать, функционировать (напр., о станке, механизме, устройстве) in Betrieb nehmen fest. - запускать / з…

Einmannbetrieb

RDWB1

Einmannbetrieb m кустарь-одиночка

Spieltrieb

RDWB1

Spieltrieb m азарт, азартность

abnahmebetrieb

DWB2

abnahme·betrieb

abnahmebetrieb m. (abnahme 2 d): 1925 die riesenhafte produktion der drahtstraßen macht sie zu wertvollen abnahmebetrieben für die .. rohsta…

abnehmerbetrieb

DWB2

abnehmer·betrieb

abnehmerbetrieb m. wie abnahmebetrieb: 1956 ( die ) durch die preissenkung bei den abnehmerbetrieben freiwerdenden mittel gesetzbl. DDR 58,5…

abtrieb

DWB

abtrieb , m. abactio: der abtrieb des viehes, des holzes, der bäume, des feindes. in den rechten, der abtrieb von der klage, von dem erkauft…

ACKERBAUBETRIEB

DWB2

ackerbau·betrieb

DWB2 ACKERBAUBETRIEB m. DWB2 das betreiben des ackerbaus: DWB2 1839 die seele allen ackerbaubetriebes, der dünger Lengerke reise 52. 1894 di…

Äußerungstrieb

GWB

aeusserung·s·trieb

Äußerungstrieb als kunstpsycholog Kategorie 1. Äußerungstrieb | Poesie. 2. Lusttrieb. | Music .. 3. Nachahmungstrieb .. Mahlerey .. 4. Bildu…

alleinvertrieb

DWB2

allein·vertrieb

alleinvertrieb m. : 1964 WDG 1,107 a . DWB2 — bezeichnungen für personen, die etwas tun, ausüben, besitzen ohne daß jmd. anderes teilhat ( o…

ALLRADANTRIEB

DWB2

DWB2 ALLRADANTRIEB m. DWB2 (s. all- 2 d γ ). antriebssystem für kraftfahrzeuge von dem bei der fortbewegung eine krafteinwirkung auf alle rä…

Alpabtrieb

LDWB2

alp·abtrieb

Alp|ab|trieb m. (-[e]s,-e) menada de munt f. , condüta de munt f. , le gní de munt m. , desmuntada (-des) f.

angetrieb

DWB

ange·trieb

angetrieb , m. incitamentum, gewöhnlich antrieb: das feuer pflegt die luft zu regen durch hitz auf ihren angetrieb. Opitz 2, 90 .

antrieb

DWB

antrieb , m. impulsus, stimulus, sowol der innere trieb als die nach auszen gehende bewegung: etwas aus eignem antrieb ( aber auf fremden) t…

Auftrieb

Pfeifer_etym

auf·trieb

treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, n…

austrieb

DWB

aus·trieb

austrieb , m. 1) exactio: austrieb der herde, der schweine auf die weide; auch sobalden der hirt ( die schweine ) heimtreibet, ein jeder das…

Befehdungstrieb

GWB

befehdung·s·trieb

Befehdungstrieb zu befehden a [ Weisl: ] Der Befehdungs Trieb steigt biss zu den geringsten Menschen hinunter, denen nichts erwünschters ers…

Ableitungen von trieb (11 von 11)

betrieb

DWB

betrieb , m. tractatio, cura, impulsus, trieb, antrieb, pflege. 1 1) dem menschlichen geschlecht ist aus neischwas ( je ne sais quel ) natür…

BETRIEBLICH

DWB2

DWB2 BETRIEBLICH adj. DWB2 abl. von DWB2 betrieb m. DWB2 eine wirtschaftliche organisationseinheit betreffend: 1929 der zusammenhängende vol…

enttrieb

DWB

enttrieb , m. abigeatus, abtrieb, wegtrieb.

Getrieb

RhWB

Ge-trieb: -drīf n.: 1. Betrieb, grosses Geschäft, Durcheinander Bitb . — 2. -drif Triebwerk in der Mühle ; Gedriffrad May-Kollig Pillig ; -ī…

getriebe

DWB

getriebe , n. , substantivbildung, in der es schwer ist, das verbalsubstantiv zu treiben ( s. d. ) von dem collectiv zu trieb ( s. d. ) zu t…

getrieben

DWB

getrieben , participiales adjectiv zu treiben ( s. d. ). das verbum entwickelt mehrfache bedeutungen, die eine isolierung des participiums b…

Mißtrieb

GWB

Mißtrieb für: Anlage zur Fehlentwicklung, speziell zu anomalen Neubildungen; in morphol Zshg mBez auf hornähnliche Wucherungen am Kopf einer…

Triebe

Adelung

Die Triebe , plur. die -n, nur in einigen Provinzen, z. B. in Meißen für Trieb. 2. 1), oder Trifft, da es denn in einigen Gegenden auch Tröb…

untrieb

DWB

untrieb , m. : schmerz vielleicht ein heftiger u. oder gegentrieb Novalis 3, 83 M. unüblich. —

urtrieb

DWB

urtrieb , m. , trieb mit ur- C 4 c, stärker als grundtrieb ( s. d. ): in der lehre Jesu sind sie ( d. teufel ) das eigentliche sinnbild und …

vertrieb

DWB

vertrieb , m. , seit dem 16. jahrh. belegt, aber erst im 18. häufiger. 1 1) vereinzelt zu vertreiben I: 1@a a) zu I 1: e das beschach, waren…