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trieb

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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19
Verweise raus
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Trieb

Bd. 19, Sp. 707
Trieb, soviel wie junger Sproß. Im psychologischen Sinne die Tendenz gewisser Gefühlszustände, sich unmittelbar in zweckmäßige, d. h. solche Bewegungen umzusetzen, die geeignet sind, ein vorhandenes Unlustgefühl zu beseitigen, bez. ein Lustgefühl zu erzeugen. Letzterer Umstand unterscheidet die Triebäußerungen von den (unwillkürlichen) Bewegungen, die alle Gemütszustände, insonderheit die Affekte (Schreck, Zorn etc.), begleiten, und erweckt bei äußerlicher Betrachtung leicht den Schein, als ob sie aus vorausblickender Absicht hervorgingen. In Wahrheit fehlt jedoch bei dem T. in seiner ursprünglichsten Form jede Vorstellung nicht nur des zu erreichenden Zweckes, sondern auch der auszuführenden Bewegung, was unzweideutig durch die Existenz angeborner, vor jeder entsprechenden Erfahrung sich regender Triebe (Nahrungs- und Geschlechtstrieb) bewiesen wird. Unterscheidet sich hierdurch der T. von der Willenstätigkeit im engern Sinne, so darf er anderseits auch nicht mit dem rein physiologischen Reflex verwechselt werden, bei dem durch einen Sinnesreiz vermöge bestimmter, im Zentralnervensystem gegebener Verbindungen sensorischer und motorischer Fasern ganz mechanisch, und ohne daß dieser Vorgang irgendwie zum Bewußtsein kommt, eine Bewegung ausgelöst wird; vielmehr nimmt der T. zwischen beiden eine mittlere Stellung ein. Den Reflexen am nächsten stehen die jedem Wesen angebornen sinnlichen Triebe, zu denen unter andern die Instinkte (s. d.) der Tiere gehören, denn hier muß, ist erstmaliges, unabhängig von jeder Erfahrung erfolgendes Hervortreten (z. B. die ersten Schwimmversuche junger, von Hühnern ausgebrüteter Enten) zu erklären, zweifellos eine organische Anlage angenommen werden, die mit bestimmten Sinnesreizen (dem Anblick des Wassers) die Ausführung bestimmt er Bewegungen verknüpft; obwohl das bisweilen selbst bei den tierischen Instinkten zu beobachtende Irregehen der Triebe beweist, daß diese Verknüpfung nicht so fest ist wie bei den eigentlichen Reflexen. Nach wiederholter Befriedigung eines Triebes kann aber schließlich (z. B. beim menschlichen Geschlechtstriebe) die Vorstellung der Gegenstände oder Handlungen, durch die er befriedigt wird, gleichzeitig mit ihm selbst ins Bewußtsein treten und er kann so die Form eines seines Zieles bewußten Begehrens annehmen, aus dem sich dann weiterhin die eigentlichen Willenshandlungen entwickeln. Hierauf beruht es, daß sich die meisten Triebhandlungen (selbst die Instinkthandlungen) durch Übung vervollkommnen, indem die Intelligenz mehr und mehr Einfluß auf sie gewinnt. Dies ist besonders beim Menschen der Fall; die geringe Zahl und geringe Bestimmtheit der ererbten Dispositionen, die dieser mit zur Welt bringt, macht es, daß er bei der Geburt das ungeschickteste und zugleich das entwickelungsfähigste Geschöpf ist. Man teilt die sinnlichen Triebe in der Regel in die Hauptformen der Selbsterhaltungs- und Gattungstriebe, erstere wieder in einen Nahrungs-, Schutz- etc., letztere in Geschlechts-, elterliche und soziale Triebe ein. Auf der höhern Stufe des menschlichen Seelenlebens kommen hierzu noch die (an die höhern Gefühle gebundenen) intellektuellen und moralischen Triebe. Vgl. G. H. Schneider, Der tierische Wille (Leipz. 1880).
3234 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trieb

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Trieb , des -es, plur. die -e, das Abstractum des Zeitwortes treiben, welches in verschiedenen Bedeutungen desselben…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trieb

    Goethe-Wörterbuch

    Trieb [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trieb

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Trieb , soviel wie junger Sproß. Im psychologischen Sinne die Tendenz gewisser Gefühlszustände, sich unmittelbar in zwec…

  4. modern
    Dialekt
    Trieb

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Trieb Band 4, Spalte 4,467-470

  5. Sprichwörter
    Trieb

    Wander (Sprichwörter)

    Trieb 1. Nicht aus sinnlichem Triebe, nein, aus christlicher Liebe, sagte der Pfaff, als er bei der Dirn' schlief. – Jun…

  6. Spezial
    Trieb

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trieb m. (-[e]s,-e) 1 (innerer Antrieb) istint (-nc) m. 2 (Hang, Neigung) inclinaziun (-s) f. , tendënza (-zes) f. 3 (An…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trieb

506 Bildungen · 136 Erstglied · 359 Zweitglied · 11 Ableitungen

trieb‑ als Erstglied (30 von 136)

Triebferkel

SHW

Trieb-ferkel Band 1, Spalte 1727-1728

Triebrad

SHW

Trieb-rad Band 1, Spalte 1727-1728

Triebsau

SHW

Trieb-sau Band 1, Spalte 1727-1728

Triebstange

SHW

Trieb-stange Band 1, Spalte 1727-1728

Triebwagen

SHW

Trieb-wagen Band 1, Spalte 1727-1728

triebachse

DWB

trieb·achse

triebachse , wie treibachse sp. 74: die cylinder standen vertical über der triebachse ( der locomotive von Hackworth ) Karmarsch-Heeren 3, 7…

triebarbeit

DWB

trieb·arbeit

triebarbeit , f. , getriebene arbeit ( inv. Campana 1686) Unger-Khull steir. 172 , vgl. treibarbeit 1, sp. 1. —

triebarm

DWB

trieb·arm

-arm : der waldgärtner ( ein käfer ), der die bäume ... ausputzt, bis ... die ... triebarme kronengestalt annehmen Rossmässler der wald 279 …

triebartig

DWB

trieb·artig

triebartig , adj. : ( es ) herrscht bei dem naturvolke das triebartige und instinctive leben vor Wundt völkerpsych. (1900) 1, 1, 12 ; der tr…

triebauge

DWB

trieb·auge

-auge , s. a. treibauge, sp. 73: ( ein ) stengel, welcher ... am grunde nur mit den schuppen des triebauges bekleidet ist Schlechtendal flor…

triebbalken

DWB

trieb·balken

triebbalken : die sogenannten triebbalken ..., holländisch dryfbalk en paal, oder auch negelbalk ( zwischen zwei pfählen befestigter schwimm…

triebbar

DRW

trieb·bar

triebbar, treibbar, adj. von Vieh: zu weidend das ein ichlicher ..., der do figh hat, das triber ist und ausz geet, dem gemeinhirten do von …

triebbau

DWB

trieb·bau

triebbau , m. , abtreibezimmerung Veith bergwb. 501 , vgl. bei treiben II A 7 b. —

triebbefriedigung

DWB

trieb·befriedigung

triebbefriedigung : man könnte freilich einwerfen, es handle sich doch in jedem falle nur um die subjektive triebbefriedigung G. Simmel phil…

triebbere

DWB

trieb·bere

triebbere , m. , steir. triebbern quer über flieszendes wasser gestelltes fischnetz, in das die fische gejagt werden; mit ihm zu fischen wir…

triebbereitschaft

DWB

trieb·bereitschaft

-bereitschaft : in der triebbereitschaft der scheiden mag der grund der ... zweiglosigkeit der internodien ... liegen Ratzeburg waldverderbn…

triebbewegung

DWB

trieb·bewegung

-bewegung : alle durch muskelactionen bewirkten bewegungen ... ( können ) in die drei classen der automatischen, der trieb- und der willkürb…

triebeisen

DWB

trieb·eisen

triebeisen , n. , zu trieb C 5 (?): czu Pirswytten in der mole: 7 billen, 1 tripeysen (1437) Marienb. ämterb. 18, 24 Z. —

triebel

DWB

tri·e·bel

triebel , m. , ahd. tripel berufsbezeichnung ' sculta agitator ', mhd. tribel wie der gröszte teil der späteren il- bildungen nomen instrume…

triebelgericht

DWB

triebel·gericht

triebelgericht , n. , gericht in imkersachen ( besonders rechte an wildem honig ): iudicium mellicidorum, das triebelgericht, quale adhuc ho…

triebeln

DWB

trieb·eln

triebeln , vb. , deminutivum oder frequentativum zu treiben. 1) geselleschaft die liebet mir ... ( aber ) in der schanden banne wirt dar in …

triebelweg

DWB

triebel·weg

triebelweg , m. , dasselbe wie triebweg; viehweg: am tribelweg (1420) mitt. d. vereins f. gesch. in Hohenzollern 7, 32; nd.: drivelwege dorc…

trieben

FWB

tri·eben

1. s. treiben (V.) 1.; 2. s. treiben (V.) 8.; 3. s. treiben (V.) 10.; 4. s. treiben (V.) 12.

trieb als Zweitglied (30 von 359)

Antrieb

RDWB1

Antrieb m aus eigenem Antrieb fest. - по собственному почину идиом. , по своей инициативе

Ausbildungsbetrieb

RDWB1

Ausbildungsbetrieb m фирма, предприятие, обучающее учеников соответствующей специальности

Betrieb

RDWB1

Betrieb m in Betrieb sein fest. - работать, функционировать (напр., о станке, механизме, устройстве) in Betrieb nehmen fest. - запускать / з…

Einmannbetrieb

RDWB1

Einmannbetrieb m кустарь-одиночка

Spieltrieb

RDWB1

Spieltrieb m азарт, азартность

abnahmebetrieb

DWB2

abnahme·betrieb

abnahmebetrieb m. (abnahme 2 d): 1925 die riesenhafte produktion der drahtstraßen macht sie zu wertvollen abnahmebetrieben für die .. rohsta…

abnehmerbetrieb

DWB2

abnehmer·betrieb

abnehmerbetrieb m. wie abnahmebetrieb: 1956 ( die ) durch die preissenkung bei den abnehmerbetrieben freiwerdenden mittel gesetzbl. DDR 58,5…

abtrieb

DWB

abtrieb , m. abactio: der abtrieb des viehes, des holzes, der bäume, des feindes. in den rechten, der abtrieb von der klage, von dem erkauft…

ACKERBAUBETRIEB

DWB2

ackerbau·betrieb

DWB2 ACKERBAUBETRIEB m. DWB2 das betreiben des ackerbaus: DWB2 1839 die seele allen ackerbaubetriebes, der dünger Lengerke reise 52. 1894 di…

Äußerungstrieb

GWB

aeusserung·s·trieb

Äußerungstrieb als kunstpsycholog Kategorie 1. Äußerungstrieb | Poesie. 2. Lusttrieb. | Music .. 3. Nachahmungstrieb .. Mahlerey .. 4. Bildu…

alleinvertrieb

DWB2

allein·vertrieb

alleinvertrieb m. : 1964 WDG 1,107 a . DWB2 — bezeichnungen für personen, die etwas tun, ausüben, besitzen ohne daß jmd. anderes teilhat ( o…

ALLRADANTRIEB

DWB2

DWB2 ALLRADANTRIEB m. DWB2 (s. all- 2 d γ ). antriebssystem für kraftfahrzeuge von dem bei der fortbewegung eine krafteinwirkung auf alle rä…

Alpabtrieb

LDWB2

alp·abtrieb

Alp|ab|trieb m. (-[e]s,-e) menada de munt f. , condüta de munt f. , le gní de munt m. , desmuntada (-des) f.

angetrieb

DWB

ange·trieb

angetrieb , m. incitamentum, gewöhnlich antrieb: das feuer pflegt die luft zu regen durch hitz auf ihren angetrieb. Opitz 2, 90 .

antrieb

DWB

antrieb , m. impulsus, stimulus, sowol der innere trieb als die nach auszen gehende bewegung: etwas aus eignem antrieb ( aber auf fremden) t…

Auftrieb

Pfeifer_etym

auf·trieb

treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, n…

austrieb

DWB

aus·trieb

austrieb , m. 1) exactio: austrieb der herde, der schweine auf die weide; auch sobalden der hirt ( die schweine ) heimtreibet, ein jeder das…

Befehdungstrieb

GWB

befehdung·s·trieb

Befehdungstrieb zu befehden a [ Weisl: ] Der Befehdungs Trieb steigt biss zu den geringsten Menschen hinunter, denen nichts erwünschters ers…

Ableitungen von trieb (11 von 11)

betrieb

DWB

betrieb , m. tractatio, cura, impulsus, trieb, antrieb, pflege. 1 1) dem menschlichen geschlecht ist aus neischwas ( je ne sais quel ) natür…

BETRIEBLICH

DWB2

DWB2 BETRIEBLICH adj. DWB2 abl. von DWB2 betrieb m. DWB2 eine wirtschaftliche organisationseinheit betreffend: 1929 der zusammenhängende vol…

enttrieb

DWB

enttrieb , m. abigeatus, abtrieb, wegtrieb.

Getrieb

RhWB

Ge-trieb: -drīf n.: 1. Betrieb, grosses Geschäft, Durcheinander Bitb . — 2. -drif Triebwerk in der Mühle ; Gedriffrad May-Kollig Pillig ; -ī…

getriebe

DWB

getriebe , n. , substantivbildung, in der es schwer ist, das verbalsubstantiv zu treiben ( s. d. ) von dem collectiv zu trieb ( s. d. ) zu t…

getrieben

DWB

getrieben , participiales adjectiv zu treiben ( s. d. ). das verbum entwickelt mehrfache bedeutungen, die eine isolierung des participiums b…

Mißtrieb

GWB

Mißtrieb für: Anlage zur Fehlentwicklung, speziell zu anomalen Neubildungen; in morphol Zshg mBez auf hornähnliche Wucherungen am Kopf einer…

Triebe

Adelung

Die Triebe , plur. die -n, nur in einigen Provinzen, z. B. in Meißen für Trieb. 2. 1), oder Trifft, da es denn in einigen Gegenden auch Tröb…

untrieb

DWB

untrieb , m. : schmerz vielleicht ein heftiger u. oder gegentrieb Novalis 3, 83 M. unüblich. —

urtrieb

DWB

urtrieb , m. , trieb mit ur- C 4 c, stärker als grundtrieb ( s. d. ): in der lehre Jesu sind sie ( d. teufel ) das eigentliche sinnbild und …

vertrieb

DWB

vertrieb , m. , seit dem 16. jahrh. belegt, aber erst im 18. häufiger. 1 1) vereinzelt zu vertreiben I: 1@a a) zu I 1: e das beschach, waren…