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trieb

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Trieb

Bd. 4, Sp. 677
Der Trieb, des -es, plur. die -e, das Abstractum des Zeitwortes treiben, welches in verschiedenen Bedeutungen desselben gebraucht wird. 1. Von dem Neutro treiben, sind die Triebe, die jungen Schößlinge eines Baumes oder Gewächses, welche der Same oder das Gewächs seit kurzem getrieben hat. Die jungen Triebe vor dem Viehe verwahren. 2. Von dem Activo treiben. 1) Die Handlung des Treibens, gemeiniglich ohne Plural und nur in einigen Fällen. So ist der Trieb des Viehes, die Handlung, da man das Vieh auf die Weide treibt. Bey den Jägern ist der Trieb zuweilen das Treiben oder Treibejagen. Den Trieb blasen, mit dem Hiefhorn das Zeichen zur Fortsetzung des Treibens geben. In Abtrieb, Antrich, Betrieb, Vertrieb, kommt diese Bedeutung noch in mehrern Fällen vor. In engerer Bedeutung ist es auch das Recht zu treiben, besonders in der Land- und Hauswirthschaft, das Recht, sein Vieh, sowohl durch einen Ort auf die Weide zu treiben, der Durchtrieb, als auch, es auf des andern Grund und Boden zur Weide zu treiben, der Viehtrieb, das Triebrecht, die Huth, die Weide, die Trifft. Ohne Plural. Ingleichen der Ort, sowohl durch welchen das Vieh auf die Weide getrieben wird, wofür doch Trifft ähnlicher ist, als auch, auf welchen das Vieh zur Weide getrieben wird; die Trifft, die Weide, die Huth, im Oberd. die Trat. In dieser Bedeutung mit dem Plural. 2) Dasjenige, was getrieben wird, doch nur in einigen Fällen. So ist ein Trieb Ochsen, Schafe, so viel als zugleich getrieben werden, eine Herde. 3) Dasjenige, was ein anderes Ding treibt, oder dessen Kraft zur Thätigkeit bestimmt; Nieders. Drift. Auch nur in einigen Fällen. So wird das Treibrad oder Triebrad, d. i. dasjenige Rad, welches ein anderes treibt, zuweilen der Trieb genannt, so wie das, welches getrieben wird, das Getriebe heißt. Im moralischen Verstande ist es in Antrieb üblich. 4) Der Zustand, da man treibt, ohne Plural, und auch nur in einigen wenigen Fällen. Ein Schießgewehr hat einen guten Trieb, wenn es gut treibt, oder die Kugel weit treibt. 5) Der Zustand, da man getrieben wird, auch ohne Plural. In den Trieb kommen, welches oft auch in weiterer Bedeutung so viel ist, als in den Gang, in die Bewegung kommen. In langen Kanonen oder Läufen verliehret die Kugel einen Theil ihres Triebes, ehe sie zur Mündung kommt. Im Nieders. Dreve, Trift, auch bey einigen Hochdeutschen Trifft. Frisch führet aus dem Pictorius an: ich bin auf dem Triff dir Gutes zu thun, im Begriffe, im Triebe, in der Laune. 6) Die Bestimmung der Kraft eines lebendigen Geschöpfes, nach welcher sie wirksam zu werden sich bemühet; eine Figur der vorigen fünften, vielleicht auch der dritten Bedeutung; da es denn so viele Arten von Trieben gibt, als es Arten der Kraft oder auch der Bestimmung gibt. Im Nieders. Drift. In Ansehung der letztern verstehet man gemeiniglich eine solche Bestimmung der wirkenden Kraft, welche nicht bloß von unserm Vorsatze herrühret. Äußert sie sich ohne deutliche Erkenntniß, so heißt sie Instinct, Naturtrieb wovon die Kunsttriebe der Thiere eine Art sind. Einen Trieb zum Stuhlgange, zum Schlafen, zum Beyschlafe empfinden. Uns alle treibt ein natürlicher Trieb zu dem Glücke, diesem Ziele unserer Wünsche. Der Trieb der Schamhaftigkeit, des Gewissens. Keinen Trieb zu etwas haben. Einen Trieb bey sich empfinden. Es gibt aber auch Triebe, welche aus lebendiger Erkenntniß überwiegender Bewegungsgründe herrühren. Etwas aus eigenem Triebe oder Antriebe thun. Trieb wird in dieser ganzen Bedeutung sowohl von dem unbekannten Etwas, welches unsere wirkende Kraft zur Thätigkeit bestimmt, als auch[] von dieser auf solche Art bestimmten Kraft selbst, gebraucht. Die Neigung ist eine Bestimmung des Wollens, und Trieb eine Bestimmung der Kraft. Beyde werden indessen häufig mit einander verwechselt, besonders, wenn der Wille oder das Wollen als eine wirkende Kraft angesehen wird; woraus zugleich erhellet, daß Trieb eine stärkere Bestimmung bedeuten muß, als Neigung. Um der Bequemlichkeit des Reims willen, wird Trieb bey den Dichtern häufig im engsten Verstande für Liebe gebraucht. Entdecke Sylvien die Regung deiner Triebe, Gell.
4115 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trieb

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Trieb , des -es, plur. die -e, das Abstractum des Zeitwortes treiben, welches in verschiedenen Bedeutungen desselben…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trieb

    Goethe-Wörterbuch

    Trieb [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trieb

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Trieb , soviel wie junger Sproß. Im psychologischen Sinne die Tendenz gewisser Gefühlszustände, sich unmittelbar in zwec…

  4. modern
    Dialekt
    Trieb

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Trieb Band 4, Spalte 4,467-470

  5. Sprichwörter
    Trieb

    Wander (Sprichwörter)

    Trieb 1. Nicht aus sinnlichem Triebe, nein, aus christlicher Liebe, sagte der Pfaff, als er bei der Dirn' schlief. – Jun…

  6. Spezial
    Trieb

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trieb m. (-[e]s,-e) 1 (innerer Antrieb) istint (-nc) m. 2 (Hang, Neigung) inclinaziun (-s) f. , tendënza (-zes) f. 3 (An…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trieb

506 Bildungen · 136 Erstglied · 359 Zweitglied · 11 Ableitungen

trieb‑ als Erstglied (30 von 136)

Triebferkel

SHW

Trieb-ferkel Band 1, Spalte 1727-1728

Triebrad

SHW

Trieb-rad Band 1, Spalte 1727-1728

Triebsau

SHW

Trieb-sau Band 1, Spalte 1727-1728

Triebstange

SHW

Trieb-stange Band 1, Spalte 1727-1728

Triebwagen

SHW

Trieb-wagen Band 1, Spalte 1727-1728

triebachse

DWB

trieb·achse

triebachse , wie treibachse sp. 74: die cylinder standen vertical über der triebachse ( der locomotive von Hackworth ) Karmarsch-Heeren 3, 7…

triebarbeit

DWB

trieb·arbeit

triebarbeit , f. , getriebene arbeit ( inv. Campana 1686) Unger-Khull steir. 172 , vgl. treibarbeit 1, sp. 1. —

triebarm

DWB

trieb·arm

-arm : der waldgärtner ( ein käfer ), der die bäume ... ausputzt, bis ... die ... triebarme kronengestalt annehmen Rossmässler der wald 279 …

triebartig

DWB

trieb·artig

triebartig , adj. : ( es ) herrscht bei dem naturvolke das triebartige und instinctive leben vor Wundt völkerpsych. (1900) 1, 1, 12 ; der tr…

triebauge

DWB

trieb·auge

-auge , s. a. treibauge, sp. 73: ( ein ) stengel, welcher ... am grunde nur mit den schuppen des triebauges bekleidet ist Schlechtendal flor…

triebbalken

DWB

trieb·balken

triebbalken : die sogenannten triebbalken ..., holländisch dryfbalk en paal, oder auch negelbalk ( zwischen zwei pfählen befestigter schwimm…

triebbar

DRW

trieb·bar

triebbar, treibbar, adj. von Vieh: zu weidend das ein ichlicher ..., der do figh hat, das triber ist und ausz geet, dem gemeinhirten do von …

triebbau

DWB

trieb·bau

triebbau , m. , abtreibezimmerung Veith bergwb. 501 , vgl. bei treiben II A 7 b. —

triebbefriedigung

DWB

trieb·befriedigung

triebbefriedigung : man könnte freilich einwerfen, es handle sich doch in jedem falle nur um die subjektive triebbefriedigung G. Simmel phil…

triebbere

DWB

trieb·bere

triebbere , m. , steir. triebbern quer über flieszendes wasser gestelltes fischnetz, in das die fische gejagt werden; mit ihm zu fischen wir…

triebbereitschaft

DWB

trieb·bereitschaft

-bereitschaft : in der triebbereitschaft der scheiden mag der grund der ... zweiglosigkeit der internodien ... liegen Ratzeburg waldverderbn…

triebbewegung

DWB

trieb·bewegung

-bewegung : alle durch muskelactionen bewirkten bewegungen ... ( können ) in die drei classen der automatischen, der trieb- und der willkürb…

triebeisen

DWB

trieb·eisen

triebeisen , n. , zu trieb C 5 (?): czu Pirswytten in der mole: 7 billen, 1 tripeysen (1437) Marienb. ämterb. 18, 24 Z. —

triebel

DWB

tri·e·bel

triebel , m. , ahd. tripel berufsbezeichnung ' sculta agitator ', mhd. tribel wie der gröszte teil der späteren il- bildungen nomen instrume…

triebelgericht

DWB

triebel·gericht

triebelgericht , n. , gericht in imkersachen ( besonders rechte an wildem honig ): iudicium mellicidorum, das triebelgericht, quale adhuc ho…

triebeln

DWB

trieb·eln

triebeln , vb. , deminutivum oder frequentativum zu treiben. 1) geselleschaft die liebet mir ... ( aber ) in der schanden banne wirt dar in …

triebelweg

DWB

triebel·weg

triebelweg , m. , dasselbe wie triebweg; viehweg: am tribelweg (1420) mitt. d. vereins f. gesch. in Hohenzollern 7, 32; nd.: drivelwege dorc…

trieben

FWB

tri·eben

1. s. treiben (V.) 1.; 2. s. treiben (V.) 8.; 3. s. treiben (V.) 10.; 4. s. treiben (V.) 12.

trieb als Zweitglied (30 von 359)

Antrieb

RDWB1

Antrieb m aus eigenem Antrieb fest. - по собственному почину идиом. , по своей инициативе

Ausbildungsbetrieb

RDWB1

Ausbildungsbetrieb m фирма, предприятие, обучающее учеников соответствующей специальности

Betrieb

RDWB1

Betrieb m in Betrieb sein fest. - работать, функционировать (напр., о станке, механизме, устройстве) in Betrieb nehmen fest. - запускать / з…

Einmannbetrieb

RDWB1

Einmannbetrieb m кустарь-одиночка

Spieltrieb

RDWB1

Spieltrieb m азарт, азартность

abnahmebetrieb

DWB2

abnahme·betrieb

abnahmebetrieb m. (abnahme 2 d): 1925 die riesenhafte produktion der drahtstraßen macht sie zu wertvollen abnahmebetrieben für die .. rohsta…

abnehmerbetrieb

DWB2

abnehmer·betrieb

abnehmerbetrieb m. wie abnahmebetrieb: 1956 ( die ) durch die preissenkung bei den abnehmerbetrieben freiwerdenden mittel gesetzbl. DDR 58,5…

abtrieb

DWB

abtrieb , m. abactio: der abtrieb des viehes, des holzes, der bäume, des feindes. in den rechten, der abtrieb von der klage, von dem erkauft…

ACKERBAUBETRIEB

DWB2

ackerbau·betrieb

DWB2 ACKERBAUBETRIEB m. DWB2 das betreiben des ackerbaus: DWB2 1839 die seele allen ackerbaubetriebes, der dünger Lengerke reise 52. 1894 di…

Äußerungstrieb

GWB

aeusserung·s·trieb

Äußerungstrieb als kunstpsycholog Kategorie 1. Äußerungstrieb | Poesie. 2. Lusttrieb. | Music .. 3. Nachahmungstrieb .. Mahlerey .. 4. Bildu…

alleinvertrieb

DWB2

allein·vertrieb

alleinvertrieb m. : 1964 WDG 1,107 a . DWB2 — bezeichnungen für personen, die etwas tun, ausüben, besitzen ohne daß jmd. anderes teilhat ( o…

ALLRADANTRIEB

DWB2

DWB2 ALLRADANTRIEB m. DWB2 (s. all- 2 d γ ). antriebssystem für kraftfahrzeuge von dem bei der fortbewegung eine krafteinwirkung auf alle rä…

Alpabtrieb

LDWB2

alp·abtrieb

Alp|ab|trieb m. (-[e]s,-e) menada de munt f. , condüta de munt f. , le gní de munt m. , desmuntada (-des) f.

angetrieb

DWB

ange·trieb

angetrieb , m. incitamentum, gewöhnlich antrieb: das feuer pflegt die luft zu regen durch hitz auf ihren angetrieb. Opitz 2, 90 .

antrieb

DWB

antrieb , m. impulsus, stimulus, sowol der innere trieb als die nach auszen gehende bewegung: etwas aus eignem antrieb ( aber auf fremden) t…

Auftrieb

Pfeifer_etym

auf·trieb

treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, n…

austrieb

DWB

aus·trieb

austrieb , m. 1) exactio: austrieb der herde, der schweine auf die weide; auch sobalden der hirt ( die schweine ) heimtreibet, ein jeder das…

Befehdungstrieb

GWB

befehdung·s·trieb

Befehdungstrieb zu befehden a [ Weisl: ] Der Befehdungs Trieb steigt biss zu den geringsten Menschen hinunter, denen nichts erwünschters ers…

Ableitungen von trieb (11 von 11)

betrieb

DWB

betrieb , m. tractatio, cura, impulsus, trieb, antrieb, pflege. 1 1) dem menschlichen geschlecht ist aus neischwas ( je ne sais quel ) natür…

BETRIEBLICH

DWB2

DWB2 BETRIEBLICH adj. DWB2 abl. von DWB2 betrieb m. DWB2 eine wirtschaftliche organisationseinheit betreffend: 1929 der zusammenhängende vol…

enttrieb

DWB

enttrieb , m. abigeatus, abtrieb, wegtrieb.

Getrieb

RhWB

Ge-trieb: -drīf n.: 1. Betrieb, grosses Geschäft, Durcheinander Bitb . — 2. -drif Triebwerk in der Mühle ; Gedriffrad May-Kollig Pillig ; -ī…

getriebe

DWB

getriebe , n. , substantivbildung, in der es schwer ist, das verbalsubstantiv zu treiben ( s. d. ) von dem collectiv zu trieb ( s. d. ) zu t…

getrieben

DWB

getrieben , participiales adjectiv zu treiben ( s. d. ). das verbum entwickelt mehrfache bedeutungen, die eine isolierung des participiums b…

Mißtrieb

GWB

Mißtrieb für: Anlage zur Fehlentwicklung, speziell zu anomalen Neubildungen; in morphol Zshg mBez auf hornähnliche Wucherungen am Kopf einer…

Triebe

Adelung

Die Triebe , plur. die -n, nur in einigen Provinzen, z. B. in Meißen für Trieb. 2. 1), oder Trifft, da es denn in einigen Gegenden auch Tröb…

untrieb

DWB

untrieb , m. : schmerz vielleicht ein heftiger u. oder gegentrieb Novalis 3, 83 M. unüblich. —

urtrieb

DWB

urtrieb , m. , trieb mit ur- C 4 c, stärker als grundtrieb ( s. d. ): in der lehre Jesu sind sie ( d. teufel ) das eigentliche sinnbild und …

vertrieb

DWB

vertrieb , m. , seit dem 16. jahrh. belegt, aber erst im 18. häufiger. 1 1) vereinzelt zu vertreiben I: 1@a a) zu I 1: e das beschach, waren…